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Entwicklungspsychologie Kindes- und Jugendalter (Fach) / Glossar I-IV (Lektion)
Glossar I-IV
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- Äquilibrium (kognitives Gleichgewicht) Nach Piaget besteht ein Äquilibrium aus einer Passung zwischen den eigenen kognitiven Schemata und den Vorkommnissen der Umwelt. Eine solche Passung kann durch Assimilation und Akkommodation erreicht werden.
- Allele Varianten eines Gens, die zu unterschiedlichen Ausprägungen eines Merkmals führen.
- Akkommodation nach Piaget Der Prozess, kognitive Schemata an neue Umweltgegebenheiten anzupassen.
- Angststörungen Psychische Störungen, bei denen die beständige Furcht vor einem Objekt oder einer Situation, vor denen Menschen üblicherweise keine Angst empfinden, oder unspezifische Ängste im Vordergrund stehen.
- Assimilation Der Prozess, mit dem Kinder die Umwelt im Sinne ihrer vorhandenen Schemata interpretieren
- Äquifinalität Dieser Begriff meint, dass ein Verhaltensergebnis (z. B. eine gestörte Entwicklung) auf unterschiedlichen Wegen zustande kommen kann.
- Autismus Tiefgreifende Entwicklungsstörung, die durch starke Schwierigkeit, mit Menschen zu kommunizieren und zu interagieren sowie durch stereotype oder ritualisierende Verhaltensweisen (etwa stundenlang Sand durch die Hand rieseln zu lassen) gekennzeichnet ist.
- Autonomie Unabhängigkeit des eigenen Handelns und Erlebens vom Handeln und Erleben anderer Menschen. Im Jugendalter werden drei Formen unterschieden: emotionale Autonomie (sich emotional von den Eltern abzugrenzen und deren Einflussversuche zurückzuweisen), kognitive Autonomie (die Ausbildung eigener Meinungen und Werthaltungen) und die Verhaltensautonomie (selbstständig den Alltag zu meistern).
- Belohnungsaufschub Die Fähigkeit, auf eine kleine kurzfristige Belohnung zu verzichten, wenn man stattdessen längerfristig eine größere Belohnung erhalten kann.
- Bildhafte Tiefenkriterien Bindung Mit Hilfe dieser Kriterien kann Tiefe auch bei einem unbewegten Stimulus bei einäugigem Sehen wahrgenommen werden. Das zeitlich und räumlich überdauernde emotionale Band zwischen zwei Personen. Sie äußert sich in der frühen Kindheit vor allem als Suche oder Erhalt von körperlicher Nähe.
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- Deduktives Denken Dieses Denken beinhaltet, einen logischen Schluss aufgrund gegebener Voraussetzungen zu ziehen.
- Delinquenz Von allgemeinen gesellschaftlichen und gesetzlichen Normen abweichendes Verhalten, wie z. B. zu lügen oder zu stehlen.
- Dyade Beziehung zwischen zwei Personen
- Effektstärke Statistisches Maß für die Stärke des Zusammenhangs zwischen Variablen oder die Größe des Unterschieds eines Merkmals zwischen verschiedenen Gruppen bzw. zwischen verschiedenen Messzeitpunkten bei einer Gruppe. Beim Gruppenvergleich gibt man Effektstärken meist als Standardabweichungseinheiten (d) an, wobei d = 1 bedeutet, dass die Ausprägung eines Merkmals in der ersten Gruppe um eine Standardabweichung größer als in der zweiten Gruppe ist.
- Elterntraining Bildungsangebot für Eltern mit dem Ziel einer Stärkung der Erziehungskompetenz.
- Emotion Spezifische Zustände eines Menschen, die auftreten, wenn die aktuelle Situation, ein erwartetes oder vorgestelltes Ereignis oder die Erinnerung an ein vergangenes Erlebnis als relevant für die eigenen Bedürfnisse und Ziele bewertet werden.
- Emotionsregulation Prozesse der Überwachung, Bewertung und Veränderung von Emotionen hinsichtlich ihrer Qualität, ihrer Intensität, der Dynamik ihres zeitlichen Verlaufs und ihres Ausdrucks.
- Entwicklung Geordnete (regelhafte), gerichtete und längerfristige Veränderung des Erlebens und Verhaltens über die gesamte Lebensspanne.
- Entwicklungspsychologie Teilbereich der Psychologie, welcher psychische Entwicklungsprozesse beschreibt, erklärt, vorhersagt und zu optimieren versucht.
- Entwicklungsstörungen Eine Gruppe psychischer Störungen, deren Beginn ausnahmslos in der Kindheit liegt, die mit einer Verzögerung oder Verhinderung der Ausbildung altersentsprechender Fähigkeiten einhergeht und einen stetigen Verlauf ohne sonst typische Rückbildung der Symptomatik und Rückfälle zeigt. Ein Beispiel ist die Lese- und Rechtschreibstörung.
- Event sampling Beobachtungsverfahren, bei dem ein Zielverhalten in einer vorher definierten Situation registriert wird.
- Evidenz Synonym für eindeutiges Ergebnis.
- Externalitätseffekt Bevorzugung von Säuglingen, äußere Umrisse und nicht das Innere eines Musters anzuschauen.
- Explizites und implizites Wissen Explizites Wissen kann in Worte gefasst werden, während implizites Wissen nur indirekt im Handeln zum Ausdruck kommt, ohne dass dies klar in Worte gefasst werden kann.
- Fremde Situation Paradigma zur Untersuchung der Bindungssicherheit bei 1- bis 2-jährigen Kindern, indem man das Verhalten der Kinder analysiert, wenn die Bezugsperson (z. B. die Mutter) das Kind in einem fremden Raum zurücklässt und wenn sie nach kurzer Trennung zurückkehrt.
- Frühkindliche Amnesie Damit ist gemeint, dass ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene sich typischerweise nicht mehr an Inhalte der ersten beiden Lebensjahre erinnern können.
- Gender Intensification Hypothese Annahme, dass zu Beginn der Pubertät Geschlechtsstereotypien vorübergehend rigider werden und sich Jugendliche stärker geschlechtstypisch verhalten.
- Genom-Umwelt-Korrelation Häufung bestimmter Genome in bestimmten Umwelten. Dies kann ohne Zutun des Kindes (passive G-U-K), als Reaktion der Umwelt auf Äußerungen der Gene im Verhalten (evokative G-U-K) und durch aktive Veränderung oder Wahl der Umwelt geschehen (aktive G-U-K).
- Genom-Umwelt-Interaktion Statistische Wechselwirkung zwischen einem bestimmten Gen und bestimmten Umweltbedingungen: Die Wirkung eines Umweltmerkmals auf die Ausprägung eines psychischen Merkmals variiert in Abhängigkeit von der Ausprägung eines bestimmten Gens.
- Geschlechtsidentität Sie umfasst die Selbstwahrnehmung als männlich oder weiblich, die Selbstbeschreibung anhand geschlechtsbezogener Eigenschaften und Verhaltensweisen, das Anstreben solcher Eigenschaften und Verhaltensweisen und die positive oder negative Bewertung des eigenen Geschlechts.
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- Geschlechtskonstanz Wissen über die Stabilität und Unveränderbarkeit des Geschlechts.
- Grammatik Sprachsystem, das vorgibt, wie verschiedene Wörter miteinander kombiniert werden und wie die entsprechenden Endungen von Wörtern gebildet werden (Morphologie).
- Hyperkinetische Störungen (Akeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung; ADHS) Psychische Störungen, die durch Schwierigkeit bei der Fokussierung der Aufmerksamkeit, plötzliches unüberlegtes Handeln (Impulsivität) und übermäßige motorische Aktivität gekennzeichnet sind.
- ICD (International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems) Von der Weltgesundheitsorganisation herausgegebene Klassifikation vom Krankheiten und der diagnostischen Kriterien zu ihrer Erfassung.
- Identität Persönliche Identität ist die Kombination jener wahrgenommenen Merkmale, welche die Individualität der Person ausmacht. Gemäß Marcia werden bei der Identitätsentwicklung die Prozesse der Exploration und der Festlegung unterschieden und anhand der Kombination einer hohen oder niedrigen Ausprägung dieser Prozesse vier Identitätszustände (diffuse Identität, Moratorium, vorweggenommene Identität, erarbeitete Identität).
- Induktives Schließen Fähigkeit, die Regelmäßigkeiten bzw. Unregelmäßigkeiten in Beobachtungen oder Materialien zu erkennen, und daraus allgemeingültige Regeln abzuleiten.
- Interesse Tendenz, bestimmten Objekten oder Handlungen eine besondere Wertschätzung entgegenzubringen und aus der Beschäftigung mit ihnen positive Gefühle zu beziehen.
- Internales Arbeitsmodell (IAM) In der Bindungsforschung psychische Repräsentation der Bindungserfahrungen (von Erfahrungen über die emotionale Verfügbarkeit von Bindungspartnern und die damit ausgedrückte Wertschätzung für die eigene Person). Das IAM beeinflusst die Interpretation des bindungsbezogenen Verhaltens anderer Menschen und das eigene Sozialverhalten.
- Internalisierendes und externalisierendes Problemverhalten Eine häufige Unterteilung psychischer Auffälligkeiten in Probleme mit sich selbst (wie Ängstlichkeit, Schüchternheit) und Problemen im Umgang und im Zusammenleben mit anderen Menschen (wie Stehlen, Schuleschwänzen und aggressives Verhalten).
- Kohortensequenzstudien Hierbei werden mehrere Altersgruppen zu einem Messzeitpunkt mit dem gleichen Messinstrument untersucht und dann längsschnittlich zu mehreren (mindestens 2) Messzeitpunkten weiter untersucht.
- Komorbidität Gemeinsames Auftreten von mehr als einer Störung.
- Kontinuität Der Zusammenhang interindividueller Unterschiede in der Ausprägung von Merkmalen mit vorherigen interindividuellen Unterschieden in diesen (oder analogen) Merkmalen. Kontinuität kann bei direkt beobachtbaren Merkmalen (homotypische Kontinuität) und bei indirekt erschlossenen Merkmalen (heterotypische Kontinuität) auftreten.
- Kontrastsensitivität Sie gibt an, wie viel Kontrast ein Betrachter benötigt, um ein Muster mit gegebener Raumfrequenz zu erkennen.
- Flüssige (fluide) und kristallisierte Intelligenz Auf Cattell zurückgehende Unterscheidung einer stark genetisch beding ten Intelligenzkomponente, welche beim Lösen neuartiger Probleme zur Anwendung kommt, bei denen man nicht auf Vorwissen zurückgreifen kann (flüssige Intelligenz), und einer durch Lernen erworbenen Intelligenzkomponente, die sich in der Anwendung erworbenen Wissens äußert (kristallisierte Intelligenz).
- Längsschnittstudie Hierbei wird eine Stichprobe gleichen Alters zu mehreren, mindestens zwei Messzeitpunkten, meist anhand der gleichen Messinstrumente untersucht.
- Lebenskompetenzen Psychosoziale Fertigkeiten, die Kinder und Jugendliche befähigen, Anforderungen und Schwierigkeiten des täglichen Lebens erfolgreich zu bewältigen und angemessenen Kontakt mit Mitmenschen zu haben, wie z. B. Einfühlungsvermögen, Problemlösefähigkeit und die Fähigkeit zur Stressbewältigung.
- Leistungsmotivation Das Bestreben, eine hohe Leistung bei solchen Handlungen zu erzielen, für die man einen Gütemaßstab für verbindlich hält und bei denen die Ausführung deshalb gelingen oder misslingen kann.
- Lese-Rechtschreibstörung (Legasthenie) Minderleistung im Bereich des Lesens und des schriftlichen Ausdrucks (einschließlich der Rechtschreibung), die unter dem Leistungsniveau liegt, das man gemäß Alter, Beschulung und Intelligenz des Kindes erwarten könnte.
- Lexikon/Semantik Sprachsystem, in dem die Bedeutung von Sprache festgehalten ist.
- Metaanalyse Verfahren zur Berechnung der gemittelten Effektstärke über eine Anzahl empirischer Studien und zur Identifikation von Studienmerkmalen, welche mit der Größe der Effekte in Zusammenhang stehen.