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Psychologie (Fach) / 3) Medizinische Grundlagen (Repetitorium 3. Auf. (2017)) (Lektion)
Aufbau und Funktion Nervensystems, Neuro- und Sinnesphysiologie, Ausgewählte Organsysteme und deren Erkrankungen
Diese Lektion wurde von Steefano erstellt.
- Was sind Miktionsstörungen? Störungen der Blasenentleerung (Miktion)
- Was sind Barbiturate? Haben dämpfende Wirkung auf das Zentralnervensystem. Barbiturate waren ab dem frühen 20. Jahrhundert für viele Jahrzehnte der Inbegriff des Schlafmittels. Aufgrund unerwünschter Nebenwirkungen sind Barbiturate in Deutschland und der Schweiz seit 1992 als Schlafmittel nicht mehr zugelassen. Wirken an GABAA-Rezeptoren und sind damit Angehörige der Gruppe der GABAergika.
- Wann spricht man vom metabolischen Syndrom? HypertonieDiabetes Typ IIAdipositiasFettstoffwechselstörung (allg. Risikokonstellation für Entwicklung koronarer Herzkrankheit)
- Was besagt der Garcia-Effekt? Es wurde durch den Psychologen John Garcia, Ratten mit Saccharinsäure gefüttert und anschließend Röntgenstrahlen ausgesetzt. Dies führte zur starker Übelkeit bei den Ratten und konditionierte diese zukünftig "süßes Wasser" zu meiden. Erstaunlich war, dass lediglich ein einmaliges Konditionieren ausreichte. Es folgte, dass man davon ausging das Lernverhalten von biologisch verankerten Faktoren beeinflusst wird und suchte nach Erklärungen. Garcia stellte ein Konzept namens Belongingness vor, das gewissen Reizen und Reaktionen besondere Eigenschaften zuschreibt. Größere Beachtung und Zustimmung fand jedoch Martin Seligmans Theorie der Preparedness, nach der Organismen auf gewisse Reiz-Reaktions-Verbindungen evolutionsbiologisch, d. h. genetisch, vorbereitet sind.
- Was besagt die Gate-Kontrol-Theorie? Bereits 1965 konnten Melzak und Wall zeigen, dass die Weiterleitung der Schmerzimpulse im Rückenmark sowohl von peripheren als auch von absteigenden Bahnen aus dem Gehirn gehemmt werden können. Der Organismus verfügt somit über ein körpereigenes Schmerzhemmsystem, das individuell und situationsabhängig mehr oder weniger stark aktiv ist. In ihrer Gate-Control-Theorie verdeutlichten sie damit den Einfluss des Gehirns auf die periphere Schmerzwahrnehmung. So kommt es beispielsweise bei sehr starker emotionaler Erregung oder bei großen Verletzungen (z. B. bei einem Autounfall) dazu, dass die betroffene Person über den Gate-Control-Mechanismus die Schmerzen zunächst nicht wahrnimmt und ausblendet. Auch die analgetische Wirkung von Akupunktur, Hypnose, Autosuggestion, Placebos usw. kann durch diese Theorie erklärt werden. Ein wichtiger Aspekt der Theorie ist, dass sich damit erklären lässt, warum Patienten nach gleichen Eingriffen sehr unterschiedliche Schmerzintensitäten angeben. Zeigen lässt sich die Gate-Control-Theorie auch im Alltag. Liegt ein Schmerz im Körperinneren vor, kann dieser überdeckt werden durch einen von außen ausgeübten Druckschmerz auf eine nahegelegene Hautoberfläche. Bei (knochenbruchbedingten) Armschmerzen beispielsweise durch einen Druckreiz auf den Arm, bei Bauchschmerzen durch Druck auf die Bauchdecke. Die Gate Control Theory führte zu Therapieansätzen und Versuchen über die Anregung peripherer Nerven mit eingepflanzten Elektroden (Wall, Sweet 1967) und Rückenmarkstimulation (SCS, spinal cord stimulation, Shealy u. a. 1967).[1] Diese Anwendungen brachten, nach zunächst skeptischer Aufnahme, den eigentlichen Durchbruch der Theorie. Dem zentralen Wirkmechanismus der in der Klinik sehr häufig eingesetzten Opioid-Analgetika (Morphin, Fentanyl, Buprenorphin, Codein u. v. m.) liegt die Gate-Control-Theorie zugrunde.
- Lateropulsion Lateropulsion von lat. Neigung zum Seitwärtssinken oder -fallen, bei Parkinson
- repetition priming theory Als semantisches Priming (seltener: semantische Bahnung) wird in der Psychologie und Psycholinguistik der Priming-Effekt bezeichnet, dass die Verarbeitung eines Wortes die Verarbeitung eines zweiten nachfolgenden Wortes beeinflusst, falls zwischen beiden Wörtern eine semantische, z. B. kategorielle, Beziehung besteht. Individuen reagieren beispielsweise auf das Wort "Krankenschwester" schneller, wenn sie vorher das Wort "Arzt" verarbeitet (beispielsweise gelesen) haben. Die vorherige Darbietung eines Reizes (der Prime, z. B. "Arzt") beeinflusst somit die Verarbeitungszeit eines Zielreizes (das Target, z. B. "Krankenschwester"). Semantische Primingeffekte lassen sich unter anderem mittels sog. lexikalischer Entscheidungsaufgaben zeigen. Als Erklärung dient in der Regel ein assoziatives Netzwerk, in dem Wörter in Form von mentalen Repräsentationen gespeichert und organisiert sind.
- sensorimotor gating model Sensorisches Gating bezeichnet einen Prozess der sensorischen Reizverarbeitung. Das Prinzip des sensorischen Gatings besteht darin, dass während der Verarbeitung eines bestimmten Reizes die Verarbeitung anderer, für eine jeweilige Aufgabe irrelevante Reize, unterdrückt wird. Die neurophysiologische Grundlage bildet die Inhibierung nikotinischer Acetylcholinrezeptorensowie GABA-Rezeptoren im Thalamus. Die Messung erfolgt mittels EEG oder Präpulsinhibition. Sensorisches Gating kann als Diagnosekriterium für verschiedene neuropsychologische Erkrankungen wie Schizophrenie oder Alzheimer-Krankheit genutzt werden.
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