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Psychologie (Fach) / 3) Medizinische Grundlagen (Repetitorium 3. Auf. (2017)) (Lektion)
Aufbau und Funktion Nervensystems, Neuro- und Sinnesphysiologie, Ausgewählte Organsysteme und deren Erkrankungen
Diese Lektion wurde von Steefano erstellt.
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- Welche biochemischen Ursachen (Transmittersystem) werden bei einer Manie angenommen? vermutlich Überaktivität des noradrenergen Systems
- Welche biochemischen Ursachen (Transmittersystem) werden bei Zwangserkrankungen angenommen? Dysregulation im serotonergen System
- Welche biochemischen Ursachen (Transmittersysteme) sind bei Depressionserkrankungen beteiligt? verminderte Aktivität im serotonergen und noradrenergen System
- Was zeigt sich ursächlich bei der Erkrankung Multiple Sklerose? Risikogruppe? Frühwarnzeichen? Folgestörungen? Therapie? 1) autoimmune Auflösung der Myelinscheiden, ohne dass bisher geklärt ist wie es dazu kommt 2) junge Frauen zw. 20-40 J. 3) 80% der Fälle schubweise, Rest progredient 4) Sehnerventzündungen, Sehstörungen 5) Empfindungsstörungen, Koordination der willkürlichen Muskelaktivität, Aufrechterhaltung des Gleichgewichts, abgehackte Sprache, Blasen- und Sexualfunktionsstörungen, bis zum kompletten Querschnitt 6) Kortikosteroide
- Wann sind dementielle Erkrankungen nicht diagnostizierbar? Vorliegen einer Bewusstseinsstörung -> Bewusstsein ist außer in spätem Stadium der Erkrankung nicht getrübt
- Nenne primäre und sekundäre Demenzen! 1) primäre Demenzen 90% der Betroffenen - Morbus Alzheimer - 75% aller Demenzen - Typ 1 - senile Demenz - Beginn nach dem 65. LJ - Typ 2 - präsenile Demenz - Beginn vor dem 65. LJ - vaskuläre Demenz ca. 15% aller Demenzen - Morbus Binswanger - Multi-Infarkt-Demenzen - Morbus Pick 2) sekundäre Demenzen - endokrinen Störungen - Stoffwechselerkrankungen - Entzündungen (z.B. Borreliose)
- a) Nennen Sie Symptome von Morbus Alzheimer! b) Was wird als Ursache angenommen und wie sicher diagnostizierbar? c) Welcher Transmitter beteiligt und welche Hypothese? d) Wie wird therapeutisch vorgegangen? 1) Störungen der Mnestik, Desorientiertheit, Aphasie (Verlust des Sprachvermögens und -verstehens), Apraxie (Verlust der Fähigkeit, richtige Bewegungen auszuführen), Agnosie (Unvermögen, Sinneswahrnehmungen als solche zu erkennen trotz Funktionstüchtigkeit des Sinnesorgans), Antriebs- und Schlafstörungen, psychomotorische Unruhe, ängstlich-depressive Verstimmungen, Aggressivität 2) Alzheimer-Fabrillen (Plaques) postmortem 3) Acethylcholinhypothese: Veränderungen im cholinergen Transmittersystem 4) - Behandlung der Begleitsymptomatik durch Cholinesterasehemmer: können nur die Progredienz beeinflussen - Trainieren von Fähigkeiten zur Alltagsbewältigung
- Was ist über den Beginn und den Verlauf von Morbus Alzheimer und vaskulärer Demenz zu sagen? schleichender Beginn und rascher Verlauf (MA) plötzlicher Beginn und noch rascherer Verlauf (VD)
- Worin liegt die Ursache für Morbus Alzheimer, worin für vaskuläre Demenz? - Ablagerung von Plaques (MA) - Schädigung des Hirns durch kleine Schlaganfälle, Arteriosklerose oder Schädigung des Gehirns durch Blutungen (VD)
- Welche Testinstrumente eignen sich zur Diagnostik von dementiellen Erkrankungen? Welches Verfahren eignet sich zur Behandlung von Demenzen? 1) - bildgebende Verfahren (CT,MRT) - CERAD (enthält Minimental), Mini Mental State Test (Screening) - Differenzialdiagnostik um Pseudodemenzen auszuschließen: z.B. Schizophrenien, affektive Erkrankungen 2) ROT (Realitätsorientierungstraining nach Folsom und Taulbee) = geriatrischer Therapieansatz zur Betreuung Dementer Ziele Verbesserung von Orientierung und GedächtnisErhaltung der persönlichen IdentitätErmutigung zu KommunikationUnterstützung sozialer Interaktion 3 Komponenten - Training des Pflegepersonals - 24-Stunden-ROT (Personal vermittelt bei möglichst jeder Interaktion Informationen über aktuelle Zeit, Ort, eigene Person und gerade stattfindende Ereignisse auf der Station - Strukturierte Sitzungen in Gruppen ("Classroom ROT"): Anregung, sich mit der Umgebung auseinanderzusetzen, zu malen, basteln, singen; im Idealfall mehrmals pro Woche
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- Was ist die pathophysiologische Gemeinsamkeit epileptischer Anfälle? Was ist typisch für das Auftreten von epileptischen Anfällen? 1) fokal (umschrieben) oder generalisierte (ganze Gehirn betreffend) synchrone elektrische Entladung von Neuronenverbänden 2) Anfälle treten wiederholt ohne spezifische Provokation auf (z.B. Lichblitze, Schlafentzug, Hyperventilation)
- Was ist der Status epilepticus? Lebensbedrohlicher Zustand, bei dem es zu einer Wiederholung aufeinanderfolgender epileptischer Anfälle kommt und der epileptische Anfall anhält. Zwischen den Anfällen kommt es zu einer vollen Wiedererlangung des Bewusstseins.
- Was ist der Unterschied zwischen symptomatischen und idiopathische/ genuine Epilepsie? symptomatische Epilepsie - Epilepsie als Symptom einer anderen Erkrankung, z.B. Tumor, Entzündungen idiopathische/ genuine Epilepsie - Epilepsie als eigenständige Erkrankung
- Welche primär generalisierte Epilepsie kennen Sie, unterschieden nach Altersstufen? Säuglingsalter: Blitz-Nick-Salaam-KrämpfeKleinkind- und Schulalter: AbsencenAdoleszenzalter: Impulsiv-Petit-MalErwachsenenalter: Grand-Mal-Anfälle
- Was wird als Auslöser bei Impulsiv-Petit-Mal Anfällen vermutet? Welches Symptombild zeigt sich? Kommt es zu einer Aura? 1) Schlafentzug, Erwachen, Emotionen 2) kurze, ruckartige Zuckungen von Schulter, Nacken und Arm 3) ja
- Welche Phasen zeigen sich bei einem Grand-Mal-Anfall? Wie lange dauernd sie in der Regel an? An welcher Dauer wird es kritisch bzw. sollte ein Arzt kontaktiert werden? 1) tonische (Krämpfe und Muskelspannungen) und klonische (Muskelzittern und Krämpfe, unregelmäßig und sehr intensiv) Phase, anschließend starke Schläfrigkeit und anschließende Amnesie 2) 10-30sek, 1/2 bis zu 3 min 3) bei mehr als 5 Minuten
- Unterscheide einfach fokale Anfälle und komplex fokale Anfälle? - einfach fokale Anfälle weisen im Vergleich zu komplex fokalen Anfällen keine qualitativen oder quantitativen Bewusstseinsstörungen auf - einfach fokale Anfälle weisen motorische Symptome z.B. tonisch oder klonische Krämpfe in Händen oder in einer Gesichthälfte, Missempfindungen, aphasische Symptome, Schwitzen oder Rötungen auf, wohingehend komplexe Anfälle nach einer anfänglichen Aura auch stereotype Handlungsabläufe in Form von Schmatzen, Rölpsen oder Lecken aufweisen
- Wie werden epileptische Anfälle diagnostiziert und was zeigt sich? EEG - große Wellen und scharfe Spitzen (waves and spikes)
- Was zeigt sich bei einem psychogen bedingten epileptische Anfall? - oft in Anwesenheit von Zuschauern - oft mit geschlossenen Augen - oft verbunden mit Ausdrucksbewegungen (arc de cercle -> kreisbogenartige Überstreckung des Körper nach hinten - Pat. nach Anfall voll ansprechbar - meist kein Urinabgang oder Zungenbiss
- Was beinhaltet FAST (Neurologisches Screening)? zur Überprüfung von neurologischen Symptomen werden anhand 4 Kriterien überprüft, ob ein möglicher Schlaganfall vorliegt! Face: halbseitig gelähmt?Arms: beide hochhaltenSpeechTime
- Was sind Warnzeichen einer Hirnblutung? PupillendifferenzBewusstseinsstörungen
- Was sind Symptome eines Schädelhirntraumas? KopfschmerzenSchielenSchwindelÜbelkeitKrämpfe
- Was besagt die vaskuläre Hypothese zur Ursache von Migräne? zunächst Verengung der Hirnarterien, dann Gefäßerweiterung --> pochender Kopfschmerz Kontraindikation für Entspannungsverfahren während Anfall
- Wie wird bei der Glasgow-Koma-Scale zur Einschätzung des Schweregrades einer möglichen Hirnschädigung vorgegangen? Untersucher vergibt Punkte bzgl. 3 Rubriken (Werte von 3-15) motorische Antwort (z.B. Gezielte Abwehrbewegung)verbale Reaktion (z.B. verwirrt)Öffnen der Augen (z.B. spontan) Schweregrad bzgl. GCS - wenige Punkte = starke Einschränkungen leicht (13-15)mittel (9-12)schwer (3-8)
- Was ist die Ursache bei medikamenteninduzierten Kopfschmerzen? regelmäßiger Gebrauch von Kopfschmerzmitteln (v.a. in Kombinationspräparate) beim Absetzen: starker Kopfschmerz (Rebound), sofort gebessert durch Wiedereinnahme der Medikamente Pathogenese unklar
- Was versteht man unter Agnosie? Beeinträchtigung des Erkennens von akustischen, optischen oder taktilen Reizen bei Intaktheit der Sinnesorgane visuelle Agnosie: Gegenstände werden beim Betrachten nicht identifiziert, wohl aber beim Ertasten
- Was versteht man unter Akathisie? quälende Sitzunruhe und Bewegungsdrang, z.B. bei der Therapie mit Antipsychiotika
- Was ist Akinese? pathologische Bewegungsarmut mit einer Störung der Spontan- und Mitbewegung der Skelettmuskulatur aufgrund extrapyramidaler Schädigung
- Was ist Amnesie? Unterscheide die verschiedenen Formen! 1) Gedächtisstörung, die zu einer Beeinträchtigung zeitlicher und/oder inhaltlicher Erinnerungen führt, hervorgerufen durch Unfälle, Infektionen etc. 2) anterograde Amnesie=Gedächtnisverlust für eine Zeit nach dem schädigend Ereignis (vorwärtswirkend) retrograde Amnesie=Gedächtnisverlust für eine Zeit vor dem schädigenden Ereignis (rückwärtswirkend)
- Was ist Aphasie und welche Formen werden unterschieden? 1) Störung im kommunikativen Gebrauch der Sprache, also Störungen des Sprechvermögens und des Sprachverständnisses(vs. motorische Sprechstörungen) 2) Broca-Aphasie Sprachproduktion erheblich verlangsamt, Sprachtempo leicht gestört (Sprachanstrenung, mühsam, zögernd) und Agrammatismus (auf einzelnde kommunikativ wichtige Wörter beschränkt, Telegramstil, bei relativ ungestörtem Sprachverständnis) -> Broca-Areal: Frontallappen Wernicke-Aphasie Sprachproduktion flüssig, Sprachverstehen erheblich gestört (gut erhaltener Sprachfluss, meist überschießende Sprachproduktion mit reichlich Paraphasie (Fehlbenennungen) und Neologismen) -> Wernicke-Areal: Temporallappen, Zentrum für Hören und SpracheAmnestische Aphasie Sprachproduktion meist flüssig, Sprachverstehen leicht gestört (in erster Linie Wortfindungsstörungen, durch Ersatzstrategien kompensiert, daher v.a. Benennungsprobleme) Globale Aphasie alle rezeptiven und expressiven sprachlichen Funktionen sind etwa gleich schwer beeinträchtigt
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- Was ist Apraxie? gestörte Fähigkeit zu gezielten Handlungsausführungen, komplexen Bewegungen und der zu zweckmäßigen Verwendung von Gegenständen bei Intaktheit der motorischen und sensorischen Werkzeuge bei umschriebenen Läsionen der Hirnrinde oder allgemeinen Hirnabbauprozessen
- Was ist Ataxie? Bewegungskoordinationstörung, die Bewegungsabläufe in ihrer Harmonie und Glätte beeinträchtigt Rumpf-Ataxie - freies Sitzen unmöglichStandataxie - Erkrankte kommt beim Stehen aus GleichgewichtGangataxie - breitbeiniges, torkeliges Gangbild mgl. Folge von MS
- Was ist Dysarthrie/ Dysatrhophonie? Sammelbegriff für Sprechstörungen, bei denen die motorische Ausführung der Sprachbewegung aufgrund einer Beeinträchtigung der Sprechwerkzeuge (Nerven, Muskeln) ; z.B. nach Hirnschädigung beeinträchtigt ist
- Was ist ein Delir? reversible, akute, organische Psychose mit Verwirrtheit, Wahnvorstellungen, ängstlicher psychomotorischer Unruhe, Übererregbarkeit, Desorientiertheit, Suggestibilität, Kreislaufstörungen, vegetativen Entgleisungen besteht vitale Bedrohung --> intensivmedizinische Betreuung nötig
- Was ist Dyskinesie? Verzerrung willkürlicher Bewegungen durch unwillkürliche Muskelaktivitäten, v.a. nach Anwendung von Antipsychiotika
- Was ist ein Erregungszustand? Unruhe, Agitiertheit, aggressive Durchbrüche aufgrund von Konflikten schweren Kränkungen, aber auch Schizophrenien, Manien, Substanzmissbrauch, organische Ursachen
- Was ist eine Hemiparese? Lähmung einer Körperseite (Halbseitenlähmung), oft nach zentralen Schädigungen und auf kontralateralen Körperseite
- Was ist Katalepsie? Haltungsstereotypie mit längerem Verharren in eineraktiv oder passiv eingenommenen Körperhaltung bei meist erhöhtem Muskeltonus ("Starrsucht"), oft im Zusammenhang mit Schizophrenien oder organischen Hirnerkrankungen
- Was ist Kataplexie? emotionsbedingt auftrender kurzzeitiger Verlust des Muskeltonus ohne Bewusstseinstrübung, z.B. bei Narkolepsie
- Was ist Katatonie? Störung der Willkürmotorik als katatone Sperrung mit Erstarrung des Betroffenen (unnatürliche, meist verkrampfte Haltung des gesamten Körpers) oder katatoner Erregungszustand mit starker psychomotorischer Erregung
- Was ist eine Miosis? Pupillenverengung
- Was ist eine Mydriasis? Pupillenerweiterung
- Was sind Myklonien? unwillkürliche Muskezuckungen
- Was ist ein Neglect? halbseitige Vernachlässigung des eigenen Körpers oder der Umgebung nach Hirnschädigung in einer oder mehreren Sinnesqualitäten, oft kontralateral (z.B. Gesichtsfeldausfall)
- Was ist ein Nystagmus? "Augenzittern", unwillkürliches Zittern des Augapfels
- Was ist ein Organisches Psychosyndrom? psychische Veränderung infolge einer organischen Erkrankung des Gehirns, z.B. bei Demenz (veraltet: hirnorganisches Psychsyndorm, HOPS)
- Was sind Parästhesien? anormale Körperermpfindung, z.B. Kribbeln
- Was versteht man unter parkinsonoid? Parkinson-Syndrom aufgrund von Medikamentengaben
- Was ist eine Prosopagnosie? Unfähigkeit, Gesichter zu erkennen
- Was ist eine Ptosis? Herabhängen des Augenlids