Soziologie (Fach) / Diskursanalyse (Lektion)
• Bei Diskursen: ,wenn man versucht, die in eine bestimmte Richtung zu lenken, dann stellt man fest, dass diese Leute sehr hartnäckig sind • Und dass es gar nicht so einfach ist Diskurse zu verändern • Aus diesem Grund: Argumentieren Diskursanalytiker zum Teil, dass es gar nicht so wichtig ist wer bei welchem Diskurs wie mitmacht, sondern dass es viel interessanter ist, den Diskurs als Wissensbestand zu untersuchen & denen in sich bestimmten Regeln folgt & der sich sozusagen die Handelnden dazu sucht, die dann mit diesem Diskurs mitgehen das wird heute systematischer Erklärt ist natürlich ein klarer Bruch mit dem, was man bisher zum interpretativen Paradigma gelernt hat deshalb: wird genau erklärt was das interpretative Paradigma über dies Fragen denkt, wo dieser Bruch hin zum Poststrukturalismus, zur Diskurstheorie liegt vor dieser Vorlesung: gelernt, dass man durch Hypothesen (rational choice) überprüfend zu einem Ergebnis kommt diese Vorlesung: eher offener für andere Alternativen und somit auch das interpretative • Wo genau liegt der Unterschied? • Antwort: • mit Blumer hatten wir uns mit Interaktionen beschäftigt • Und bei den Interaktionen ging es darum, dass Handelnde in der Bezugnahme auf Dinge Sinn erzeugen • , dass dieser Sinn also aus der Handlung hervorgeht • Evelin Ziegler: z.B., ihre eigenen Kinder (Weiß) enden einen Satz nicht mehr mit einem Verb, sondern sagen nur: „kann ich Brot …?“; allgemeiner Trend? Ziegler: Jap! Es gibt einige Sprachen, da gibt es kein Endverb, & es verändert sich halt gerade in DE, könnte sich z.B. bei ihren Kindern wieder legen, wenn diese dreißig sind, vllt. Bleibt es aber auch so • Solche Veränderungen finden ständig statt • & mit Blumer kann man gut, sehen, dass mit der Bezugnahmen auf den Gegenstand, man ständig subtil aufeinander abstimmt, was geht & was nicht geht dabei immer wieder Bedeutungen verändern (siehe: Prämissen des Symbolischen Interaktionismus) • Etwas schwerer verständlich: die Ausweitung: dass diese Prozesse nicht nur zwischen zwei Leuten stattfinden • , sondern diese Prozesse finden auch in Lebenswelten, in Milieus statt • , wo es schon reicht, dass man ähnliche Erfahrungen macht • Z.B.: Beispiel der Leute, die montagmorgens beim Becker sagen „scheiß Montag!“, alles Leute die einen 0815 Job haben, & diesen Öde finden, deshalb: montagmorgens schrecklichste Zeit der Woche , die dann eben durch das „scheiß morgen“ sagen das rüber tragen & sich einig sind milieuspezifische Sinn • Ist schon etwas abstrakter, aber lässt sich immer noch von Interaktion ableiten (& im Interpretativen Paradigma kommt man damit auch weit, man ist sich einig, dass der Sinn der Handelnden, oder der Sinn der Lebenswelten & Milieus, das ist der Kern der das Interpretative Paradigma ausmacht) • Jetzt: der große Bruch: in der Diskursanalyse sagt man: die Handelnden, interessieren uns gar nicht mehr so sehr • Es geht nicht so sehr um die Praxis der Menschen, sondern es geht, um das Wissen • Die Wissensbestände, die aufeinander bezogen sind und eben die Diskurse • Hier: z.B.: Begriff: „Filmkritik“ eng mit Publikum und Kino zusammenhängt; auch „heute“ wichtig, dadurch sieht man, dass Filmkritik mit Aktualität zu tun hat das wäre: „Sprache“ als Diskurs • Und ein wichtiger Theoretiker der Diskursanalyse: Foucault: hat drauf hingewiesen, dass Diskurse nicht nur aus „Sprache“ bestehen, sondern hat Diskurse von Anfang an als Dispositive untersucht • Und hat gesagt: dass die Art wie Wissen in einer bestimmten Zeit beschaffen ist z.B. auch in der Architektur widerspiegelt • Das ist für so eine Analyse nicht wichtig:, denn die Analyse sagt eig. nur, dass es offensichtlich in unserer Gesellschaft ein großes Thema ist (diese verinnerlichte Selbstkontrolle) & dass sie eine ganz bestimmte Form annimmt • Das alles vor Auge: sieht man ganz gut, wo der Unterschied liegt: Symbolischer Interaktionismus: man hat Handelnde, die miteinander interagieren und den Dingen Bedeutung geben; hier: auch in der Wissenssoziologie auch annimmt, dass diese Wissensbestände aus interaktiven Situationen herkommen Diskursanalyse: bezieht sich auf ein ganz anderes Paradigma: nämlich den Postsrukturalismus: stellt das Aussagensystem ins Zentrum, also das Wissenssystem, das eine bestimmte Wissensordnung hervorbringt Diese Abgrenzung sehr wichtig: hatten mal ein Zitat von Keller: Abgrenzung des Interpretativen Paradigmas vom Poststrukturalismus, indem: im IP geht es, um die empirische Forschung dessen wie Akteure, also Handelnde, Sinn gebrauchen. Und auch, wenn die sich in Sinnkontexte bewegen also z.B. in Diskursen, stellen sie selbst die Sinnveränderung her. Sie könne sie zwar nicht vollständig kontrollieren. Aber es das Handeln der Akteure ist zentral dafür, was als Sinn angenommen wird Lässt sich gut mit dem Text zeigen: der Unterschied zwischen den Sinn, der an Handelnde und Handlung gebunden ist, der an Praktiken gebunden ist vs. dem Sinn, der eher als diffuses Wissensgebäude vorhanden ist Argument: • Wenn man also akzeptiert, dass die Sprache, die wir haben ein Stück weit beeinflusst wie wir denken, dann heißt es ja, dass die Sprache prägt, wie wir die Welt sehen. • Z.B. aus dem christlichen: „,wenn dein Auge dich zur Sünde verführt, reiß es aus“. Wo also ganz klar gesagt wird: die Seele ist wichtiger als der Körper, als der Leib. Solche Unterscheidungen ziehen sich also durch die Sprache und das Denken. • Und wenn man das jetzt als richtig ansieht, dann macht es natürlich Sinn die Sprach zu untersuchen, wen man etwas über das Wissen und über das Denken verstehen will. • Der wichtigste Vertreter dieser Tradition ist, wie gesagt Foucault. Dieser ist kein Linguist mehr, sondern Philosoph und auch Ideengeschichtler. Diesem geht es deshalb nicht mehr primär um Sprache, sondern um Wissensbestände. Und er untersucht eben ganze Wissensordnungen, wie es gerade erklärt wurde. Er guckt dann: in der Architektur, in soziale Institutionen, in Subjektivität. Auch die Vorstellung, dass wir von uns als Subjekte denken, dass wir überhaupt als Person __, ist etwas was man sehr klar als neuzeitlich bezeichnen kann. • Der Roman und die Biografie sind Dinge, die erst ein paar Jahrhunderte Jahre alt sind. Z.B. im Mittelalter hat es für Menschen keinen Sinn ergeben, etwas über sich als Person zu schreiben. Weil es einfach nicht, um Personen ging. Auch der König, der ja eig. die Machtfülle gehabt hätte, sich als Person wahrzunehmen, und er nahm sich aber natürlich als sehr wichtig war, aber es ging um ihn in seiner Funktion als König, nicht um ihn als eine bestimmte Person. • Also, dieses auf einzelne Menschen ankommen, ist etwas was relativ spät entstanden ist. • Und das hat eben unter Anderem Foucault untersucht. Und dieser hat dann auch drauf hingewiesen, dass darin natürlich sehr viel Macht steckt. Weil: wenn ich zB. Bestimmte Dinge gar nicht denken kann, dann oder andere Dinge als ganz selbstverständlich annehmen, ist es auf einer sehr grundlegenden Art natürlich sehr machtvoll. • Andere Philosophen in dieser Denktradition, u.a. Derrida, haben sich gedacht, dass es evt. gar nicht so stabil ist. Also denken: Bedeutungen können sich verändern. Also den Gedanken, den man schon von Blumer kennt, wird wieder in diese Theorie eingeführt. Und sagen, dass es letztlich darauf ankommt, wie diese Wissensbestände genutzt werden. Und, dass durch die Praxis sich Diskurse auch verändern. Nur geht es Derrida, dass Handelnde sagen, dass: „ich bin dafür/dagegen“ deswegen ist es anders. Also nicht auf dieser Ebene. Sondern sehr grundsätzlich. So ähnlich wie gerade bei der Schilderung, der Kinder, die plötzlich keine Endverben mehr benutzen. • Also: auf eine sehr grundsätzliche Art verändern sich die Bedeutungen. Und wenn man das denkt, dann ist man bei einem vollständigen Konstruktivismus angekommen. • Man ist also nicht mehr so wie alle in den Sozialwissenschaften, nur davon überzeugt, dass soziale Sachverhalte immer auch gedeutet werden, sondern man geht viel weiter und sagt: „eigentlich gibt es nichts außerhalb des Diskurses.“ z.B. man ist wie die Jenuit, wenn man 20 Wörter für etwas haben, dann können wir das unterscheiden. Wenn wir kein Wort für Geschlechter haben, die nicht exakt Mann/Frau sind, dann könne wir das eig. gar nicht denken. Wir könne es nur als Ausmaß, als Abweichung denken, dass wir es eig. gar nicht wirklich erfassen können. • Also: radikaler Konstruktivismus. Das ist auch er Grund warum diese Richtung, zumindest in der deutschen Soziologie, nie wirklich groß geworden ist • Frage von Student: „Wie genau überwindet er das?“ • Antwort: „Es ist so: die Strukturalisten haben praktisch gesagt: die Grammatik und Wörter, die man hat, prägen das Denken, und haben teilweise sogar mit dem Gedanken gespielt, dass Grammatik angeboren ist. Also haben die Struktur als etwas sehr Starres wahrgenommen. Und der Poststrukturalismus, haben viel mehr darauf Wert gelegt zu sagen: es ist schon so, dass Sprachen unser Denken prägt. Das Wissen ist entscheidend dafür was wir überhaupt denken können. Soweit haben die Konsens. Aber dann haben sie gesagt: dass was daran eine Struktur ist: wandelt sich ständig. Es kann also sein, das im Mittelalter im ganzen Europa alle denken Finnen sind Alkoholiker & dumm, und im 20.Jhrd hat man es komplett vergessen. Und wenn man einen Film anschaut, wo darauf referiert wird, denkt man sich, dass es lustig ist & man drüber lachen kann. Aber dieser Wissensbestand ist weg. Dafür findet man jetzt andere Leute dumm. Also diese Grundstruktur, dieses dualistische bleibt vielleicht erhalten, aber die konkreten Wissensbestände ändern sich ständig. Und das ist für Diskursanalytiker natürlich insofern interessant, als es dann überhaupt interessant wird Diskurse zu untersuchen. z.B. gibt es interessante Analysen über verschieden Umweltdiskurse. Eigene Erfahrung: Forschung zu Antirassismus: als ich damit angefangen habe, hat es sich gerade dazu verändert, dass man nicht mehr Ausländer sagt, sondern Mitbürger. Da müssen Sie selber gleich munzeln. Also heutzutage, wenn man dann Mitbürger sagt, sagt man du bist sowas von vorgestern. Und Migrationshintergrund geht auch schon nicht mehr. Und das sind nicht nur Wörter. Denn da wird viel mittransportiert. Also bei z.B. Ausländer geht es um die Staatsangehörigkeit, bei Mitbürger wird dann gesagt, dass man auch Bürger sein kann, auch wenn man eigentlich kein Bürger ist. Migrationshintergund ist plötzlich eine statistische Kategorie, die dann aber wieder vererblich ist. Usw. also am Naht die ganze Zeit ganz andere Dinge, die zur Abgrenzung genutzt werden. Darauf hebt eben der Poststrukturalismus ab, dass eben diese Bedeutungen sich auch verändern. Und natürlich denken Sie heute anders über diese Fragen, als wir damals und denken eben nicht über Ausländer nach, sondern teilweise, wenn sie schon richtig hipp sind, dann über die postmigrantische Gesellschaft nach. • Wenn man jetzt versucht, das ein bisschen einfacher auf den Punkt zu bringen, dann finde ich diesen beiden Definitionen ganz schön: • (1) Rainer Dias Bohne: „Man kann den Diskurs genauer als Aussagensystem spezifizieren, in denen die Sachverhalte, von denen die Rede ist, erst als Wissenselemente hervorgebracht werden. Das ist ein bisschen zirkulär, aber trifft es ganz gut. Also man hat ein System von Denkweisen, von Aussagen und dieses System funktioniert u.a. dadurch, dass, wenn alle als Selbstverständlichkeit davon reden, dann ist es irgendwann auch so. Beispiel: Also, wenn als allererstes ein Baby im Ultraschall gesehen wird, und als erstes gefragt wird, ob es ein Junge oder Mädchen ist, dann ist es auch immer ein Junge oder Mädchen. Und alle sind sich einig, dass es ganz was Wichtiges ist, und es gibt eine ausgedehnte Forschung, dazu wann Kinder lernen, was es denn bedeutet, dass sie ein Junge oder Mädchen sind. Und auch lernen, welche Variationen okay sind. z.B., ob man noch ein Junge ist, wenn man ein orangenes T-Shirt trägt, oder ist man dann noch ein Mädchen. Dann ist natürlich klar, indem alle sich immer damit beschäftigen, dass es Jungen und Mädchen gibt, bringt dieses Aussagensystem was an „Geschlecht“ dranhängt, auch „Geschlecht“ hervor. Sonst könnten die Kinder gar nicht wissen was es bedeutet ein Junge oder Mädchen zu sein. • (2) Siegfried Jäger: „Diskurs ist ein Fluss von Wissen durch die Zeit“ War/ist auch am DISS tätig. Mit dem Zitat meint er: dass Diskurse nicht aus dem Nirgendwo entstehen, sondern, dass sie als Wissensbestände eine gewisse historische Dauer und Tiefe haben. • Frage von Student: in welcher Reichweite kann man „Diskurse“ anwenden? Z.B. der Diskurs über Migration. Da kann man davon ausgehen, dass es regional verschiedene Ausprägungen gibt und wie man das eig. abgrenzt? • Antwort: da gibt es meistens ein paar Begriffe, die sie noch lernen werden. Da geht es aber meistens nicht um regionale Abgrenzung, sondern eher um die Frage, ob z.B. ein Diskurs relativ allgemein geteilt wird oder, ob es ein Spezialdiskurs ist. Allgemeingeteilte Diskurs: Interndiskurs. Spezialdiskurse: Wissenschaftsdiskurse, man könnte aber bestimmt auch regionalverankerte Diskurse als Spezialdiskurs sehen. Die Diskursanalyse untersucht relativ häufig übergreifende Wissensbestände. • Bei Jäger: die Welt mir vielen solchen „Flüssen“, die sich teilweise auch überlagern. Sog. Diskursstrangüberlagerung. Und die man aber inhaltlich voneinander unterscheiden kann. Und die sich idR fortsetzen, aber natürlich gibt es auch Diskurse, die dann einfach enden oder in anderen Diskursen auflösen. • An diesem Beispiel überlegen: was sind Merkmale von Diskursen über Muslime in Deutschland? • Hier fragt man sich: wie wird das „Problem“ konstruiert, also es geht ja, um einen Problemdiskurs. Und: welche Personengruppen reden typischerweise mit, dabei geht es jetzt nicht, um konkrete Personen. Sondern es geht, um die idealtypischen Positionen, die da mitreden. Und: was man auch immer fragen kann: was wird nicht gesagt? das ist nämlich die Macht des Diskurses bestimmte Wissensgehalte, einfach auszublenden. Antworten: (1): mir fällt Generalisierung ein. Dass immer generalisiert wird was Rassismus ist. Generalisierung sagt, dass jeder Muslim einfach schlecht ist & Deutschland schaden will. Übertreibungen. Dass jeder, der dem Islam angehört ein Islamist ist. Weiß: also das Problem wird als solch eines konstruiert, das auf alle gleichermaßen zutrifft. (2): Diskurs sehr von Annahme gekennzeichnet, dass entweder alle gut oder böse sind. Es ist ein hochgradig konflikthaftes Problem. Das Problem ist zurzeit sehr stark mit Sicherheitsfragen verknüpft. (3): Es gibt eine Gruppe von Islamwissenschaftlern oder den z.B. den Islamrat, der mitredet. Mitreden: Politiker, wo es jeweils dezidierte Positionen: es gibt rechte, mittlere, linke Position. Journalisten. (erscheinen nur manchmal, wenn sie ihre Meinung schreiben). „der Mann auf der Straße“: z.B. besorgte Bürger, man hat ein Bild davon wer das ist. hier: sieht man, dass bei der Diskursanalyse nicht wichtig ist, ob es diese Leute wirklich gibt [meinen, die das was zugeschrieben wird, wie geht es ihnen etc]. das alles ist nicht ganz so wichtig, sondern: ,dass es diese Erkenntnis gibt, dass es diese Diskursposition gibt. Was fehlt vielleicht? (3) die „Mitte“, also Leute, die sagen, dass sowohl böse als auch gute gibt. Auch: z.B., wenn man sich die Debatte mal anschaut, und selber kein Muslim ist, und darüber nachdenkt, dass die ganze Debatte vom Islam handelt, merkt man, dass über diesen selber nichts erfährt. Also dieses Grundlagenwissen, was eig. alles zum Islam gehört. Es gibt auch eine Debatte: dass z.B. Muslime gibt, die sagen: Morden & Terrorismus gehört nicht zu unserer Religion, aber da hört es auch schon auf. Also hier: in diesem Diskurs: wird viel über eine Religion gesprochen, aber das Religiöse an der Religion hat sehr wenig Raum. • Und sowas kann man eben mit Diskursanalysen manchmal herausarbeiten. Also: was wird eher in den Vordergrund gegeben und was kippt eher hinten rum.
Diese Lektion wurde von jura_ erstellt.
- Technik der Diskursanalyse · Technik der Diskursanalyse: · 1.: Auf welche Daten beziehe ich mich eigentlich? v Bezieht sich meistens auf Dokumente, also Dokumentenanalyse: es geht also, oft um schriftliche oder per Video vorliegende Materialien; die werden Korpus genannt. v Warum? Weil man da eben so eine Art Minibibliothek für sich zusammenstellt, die man dann untersucht. v Inhaltlich: (also: Inhalt der Daten) v Themen, die politisch od. normativ geladen sind v Warum? weil diese Themen für die Institutionenbildung wichtig werden, für soziale Bewegungen · 2. Es gibt eine sehr breite Anzahl von Ansätzen: v Z.B. Linguisten v Foucault‘sche Positivanalyse v Wissenssoziologische Diskursanalyse (die dann sozusagen zwischen den beiden Paradigmen vermittelt) àRainer Keller, DISS: · Also: diese Richtung: ist noch nicht ganz fest (verändert sich ständig); z.B. die Grounded Theory: ist 40 Jahre alt; auch dokumentarische Methode (ist fest), & auch Objektive Hermeneutik. · Die Diskursanalyse ist so: in der Linguistik auch schon gefestigt, aber in der Soziologie eben nicht. · Dokumentarische Methode: geht es um Interkation etc. wie ist das hier? · Antwort: hier geht es um das sog. kommunikative Wissen. Wo also. Erinnerung: so wie bei dem konjunktiven Wissen: man ist sich einig, chillt mit seinen Freunden etc.. kommunikatives Wissen: es kommt jmd. relativ fremdes mit dem man kommuniziert; · & die dokumentarische Methode: sieht auch, dass es dieses kommunikative Wissen gibt, & z.B. 30 Jahre hat man sich nicht dafür interessiert, aber wo z.B. die Diskursanalyse immer wichtiger wird, will die auch „mittun“
- Grundbegriffe der Diskursanalyse: Sepzialdiskurs v Spezialdiskurse: Diskurse, die in einem kleineren Kreis praktiziert werden. „Spezial“ bezieht sich normalerweise auf den Inhalt, also inhaltlich Abgrenzung, man kann aber auch z.B. in einem bestimmten Dorf, etwas Spezielles gibt à sagen, dass das eine Spezialdiskurs ist
- Grundbegriffe der Diskursanalyse: Interdiskurs v Interdiskurs: Alltagsdiskurs, der allen zugänglich ist.
- Grundbegriffe der Diskursanalyse: Diksursstrang Diskursstrang: Diskurs über: Waldsterben, Atomenergie, Gesundheitsversorgung in den USA, à also: etwas, was inhaltlich zusammengehalten wird, ein thematischer Diskursverlauf. à wenn man z.B. Texte oder andere Material untersucht, ist es meistens, so dass dort mehrere Diskurse vorkommen. Das bedeutet: dass man sich für Diskursstrangverschränkungen interessiert. àBeispiel: wenn man wie bei Shohmann den Diskurs über Muslime analysiert, also eher den Diskurs, der über gute und schlechte Muslime unterscheidet, guten: säkular & liberal; die schlechten: orthodox & gefährlich; wenn man sich jetzt diesen Diskurs anschaut & der sozusagen ein öffentlicher Diskurs über Muslime; der verschränkt sich häufig mit Diskursen über Frauenbefreiung und Frauenrechten. à hier kann man sagen: hier verschränken sich zwei Diskurse & kann untersuche: wie verschränken, die sich denn: wie nehmen, die einander Anleihen, wie werden die miteinander verknüpft. à häufig Gegenstand von Diskursanalysen
- Grundbegriffe der Diskursanalyse: Diskursive Ereignisse v Diskursive Ereignisse: sind Ereignisse, sind solche an denen Diskurse anschließen könne, mit denen sie sich auch weiterentwickeln. àBsp.: Ereignisse der Silvesternacht à hier: haben sich die Diskurse weiterentwickelt & auch daran orientiert
- Ebenen des Diskurses v Ebenen des Diskurses: à man kann also zwischen Ebenen des Diskurses unterscheiden v Sprecherposition/ Diskursposition: àBsp.: am Besipiel durchgesprochen: wer kommt bei dem Diskurs zu Wort. Hier geht es bene NICHT um konkrete Personen. àalso: es geht eben nicht um den z.B. Bundespräsidenten, der sagt: Muslime gehören zu diesem Land. ; sondern: eher um die Position: etablierte Spitzenpolitiker; rechtspopulistische Angreifer; „Mann auf der Straße“; betroffene Muslime à das sind alles Diskurspositionen à diese zeigen eben: diese sind potenziell am Diskurs beteiligt àund: andere sind eben nicht beteiligt. àz.B.: also: säkulare Muslime, die mit dem ganzen eig. nicht zu tun haben, kommen hier auch gar nicht vor (Man weiß das es sie gibt, aber die werden eben nicht gehört, weil sie nicht relevant für diesen Diskurs sind) Was an diesem Text noch entscheidend ist, was wir noch nicht erwähnt haben: gibt auch eine Diskursposition der Kronzeugin: also: es gibt immer wieder Publizistinnen, die sagen:, weil ich Muslima bin kann und sollte ich das Patriarchat unter Muslime kritisieren od. die eigene Gruppe kritisieren, oder. Nach dem Motto: ich sage jetzt mal die Wahrheit über den Islam etc.. à ist auch klar etabliert & gibt eine Reihe von Muslimen, die so interagieren; auch hier geht es nicht, um die einzelne, sondern, um diese Diskursposition
- Verfahrensschritte · Verfahrensschritte: v Sind in der Art so ähnlich wie bei den anderen Methoden v Theoriegeleitet: also: was interessiert mich eigentlich? Ä Inhaltlich (vorgehen): z.B. Shohmann will das antimuslimische Wissen unserer Zeit untersuchen Ä Theoriegrundlagen: man muss sich (auch) grundlagentheoretisch verorten; man muss sich klarmachen: was kann ich überhaupt untersuche, wenn ich einen Diskurs untersuche? Also: eben solche Aussagensysteme, Wissensbestände. v Sondierungsphase: (bei anderen Methoden: Feldphase): man liest sich erstmal ein, schaut: Ä Welche Akteure gibt es? Ä Welche wichtigen Publikationen gibt es? Ä Sollte ich eher Sachbücher untersuchen? Eher Printmedien? Eher die Lindenstraße? (z.B. Shohmann hat Onlinekommentare ausgewertet, Zuschrifte an muslimische Verbände, neben Zeitungen etc.) Ä Hier: entscheidet man sich für einen provisorischen Korpus: also eine Vorauswahl an Materialien. (und wie bei der GT), man kann die dann aber natürlich wieder ändern Ä Annahme, dass all diese Materialen: sich in einer Wissensordnung sind & gibt die dann auch an; Ä Häufig: z.B. Tageszeitung, welche man auf CD kaufen kann, & diese dann nach bestimmten Schlagwörtern untersucht; kriegt man idR sehr viel Material & muss sich einengen
- Verfahrensschritte: Strukturanalyse, Feinanalyse, Inhaltsanalyse v Strukturanalyse: Analyse zum Überblick. Man berücksichtigt dabei auch Info’s, die man über den allgemeinen Kontext hat. z.B. bei Shohmann hier: schaut in welcher sozioökonomischen Position sich Muslime in dem jeweiligen Land, aussieht und natürlich die Stärke des Antimuslimischen Rassismus, z.B. in Ländern, wo Muslime zu der armen oder Mittelschicht angehöre, z.B. der Bürgermeister von London ist pakistanischer Herkunft. Z.B. die pakistanische Community wird in England sehr angefeindet, ist aber auch klar ganz klar in der Mittelschicht verortet à verändert natürlich antiislamische Diskurse àHIER: wenn man sich einen Überblick verschafft hat: mach man eine Feinanalyse. v Feinanalyse: Ä vorher: erstmal das Material sichten; hier: sich dieses genau anschauen. Ä Hier werden auch sprachlich, rhetorische Mittle untersucht z.B. Metaphern, die Art der Argumentation, sog. Kollektivsymbole [was Ähnliches wie eine Metapher]; Ä Also: Symbole, mit denen viele etwas anfangen können z.B. Islam: Halbmond Ä Inhalt: welche inhaltlichen Messages stehen hinter den Textpassagen Ä Wie ist der Text gestaltet? Graphisch? Überschriften? Sinneinheiten? Wenn, ja: wie angeordnet? Ä Also: schaut sich den Text genau an! Aber eher mit linguistischen Mitteln Ä Hier: wenn man dann was herausbekommt àversucht man dies zu verallgemeinern (Erinnerung: Grounded Theory: vom Axialen zum Selektiven Kodieren übergehen) Ä Vergleich von mehreren Feinanalysen: schaut, ob man ähnliche Muster an verschiedenen Stellen findet z.B. Shohmann:, dass ein kollektiv konstruiert wird, dass scheinbar von der Religion dominiert wird v Inhaltsanalyse:
