Kernaufgaben der OTA (Fach) / Gefahren im OP (Lektion)
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Einteilung, etc
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- Verteilung der Unfälle auf verschiedene Personengruppen im OP Pflegepersonal: 50% Ärzte:35% Reinigungspersonal:7% sonstige. 8%
- Unfälle im OP gegliedert nach Verletzungsart - Schnitt- und Stichverletzungen: 56% - Klemmen/ Quetschen: 10% - Anstoßen/ Stoßen: 9% - Kontamination mit Fremdblut: 6% - Stolpern/ Umknicken: 9% - sonstiges: 10%
- Einteilung Gefahren im OP 1. physikalische 2. biologische 3. chemische 4. Gefahren durch die Raumluft 5. psychische
- Physikalische Gefahrenquellen - Ampullenverletzungen -> Vorschriften des Herstellers beachten -> Tupfer beim Abbrechen verwenden -> Entsprechende Entsorgungscontainer bereitstellen - Stromschläge -> Stolperfallen vermeiden -> defekte Kabel sofort aussortieren -> korrektes Anlegen der NE -> elektrische Geräte nicht mit nassen/ feuchten Händen bedienen -> Hitzestau bei elektrischen Geräten vermeiden -> Reparaturen Fachleuten melden und überlassen - Röntgenstrahlung -> tragen eine Röntgendosimeters unter der Strahlenschutzkleidung -> Durchleuchtung wird ausschließlich vom Arzt angeordnet, beaufsichtigt und verantwortet -> Durchleuchtungszeit auf Minimum reduzieren -> Röntgenschürzen auf entsprechenden Halterungen aufhängen (Schutz der Bleilamellen) -> alle Personen müssen während Durchleuchtung Strahlenschutzkleidung tragen -> die ganze Körpervorderseite und auf der Rückseite die Schulterblätter müssen bedeckt sein -> hinter dem Operateur stellen -> verringert Dosis -> Patientenschutz: nicht betroffene Körperteile (zB Genitalien) vor dem sterilen Abdecken mit Bleimatten schützen -> OP Tisch und Lagerung: je nach Lokalisation/ Indikation richtigen Op Tisch wählen -> beim Durchleuchten dürfen keine Metalle stören -> alle Zu- und Abgänge vom Patienten müssen sicher fixiert sein -> C- Bogen und BV rechtzeitig montieren und Daten des PAtienten eingeben -> schwanger MA Dürfen sich nicht im Röntgenkontrollbereich aufhalten -> sterile Schwester bezieht C-Bogen steril -> Dokumentation von Durchleuchtungs- und Aufnahmedaten, evtl KM- Gabe
- biologische Gefahrenquellen - Nadelstichverletzungen -> Messer und Kanülen während OP so ablegen bzw. anreichen, dass keine Verletzungsgefahr besteht -> Entsorgung nur in entsprechende vorgesehene Behältnisse -> unbedingt immer intakte Handschuhe tragen (halten über 80% des potentiellen Erregermaterials ab) -> auf ausreichenden Hep. B Schutz achten -> bei erfolgter Stich- oder Schnittverletzung: Wunde sofort ausquetschen - evtl Schnitterweiterung - Desinfektion - Meldung beim Betriebsarzt - Angabe der Patientendaten -> Verletzungen immer dokumentieren -> NSV sind immer meldepflichtig -> Kontrolle auf Hep. C, Hep. B und auf HIV durch Blutentnahme -> kein Recapping! -> bei infektiösen Patienten tragen von Indikatorhandschuhen (doppelt)
- chemische Gefahrenquellen - Ethylenoxid -> farbloses, hoch entzündliches Gas mit süßlichem Geruch zur Sterilisation medizinischer Produkte -> bereits unter Geruchsschwelle toxis (Kopfschmerzen, Benommenheit, Bewusstlosigkeit) -> kann auch Krebs erzeugen -> reizt Augen, Atmungsorgane und Haut -> Gassterilisation: geschlossenes System mit Absaugung -> Räume, in denen mit EO umgegangen wird, müssen gut durchlüftet sein -> spezifische Anweisungen des Sterilisatorherstellers beachten -> bei Arbeiten mit EO Gas oder Lösungen entsprechende Schutzkleidung tragen (Gummihandschuhe, -stiefel, -schürze, -anzug, -Augenschutz) Formaldehyd -> farbloses, stechend riechendes Gas -> kann Krebs erzeugen -> im OP Verwendung einer 4-8% Formaledhydlösung (Formalin) -> Gewebefixiermittel: Konservierung von anatomischen und biologischen Geweben/ Präparaten -> stoppt die Autolyse und Fäulnis von Gewebeproben und macht diese dauerhaft haltbar -> wirksamer Bestandteil in Flächendesinfektionsmittel -> Behältnisse richtig verschließen und nach Verwendung sofort wieder verschließen -> Hände durch Handschuhe schützen -> einatmen über Behältnis vermeiden -> bei Bedarf auch Schutzbrille -> nach direktem Hautkontakt sofort mit Wasser abspülen
- Gefahren durch die Raumluft - Raumlufttehnische Anlagen (RLT) - Aufgaben: - Sicherstellen arbeitsphysiologischer klimatischer Bedingungen für das OP-Team und die Patienten - Eliminierung frei werdender Luftverunreinigungen (Staub, Flusen, Gase, Mikroorganismen) - Zufuhr keimfreier und staubfreier Luft - gezielter Luftführung, um das Verschleppen keimhaltiger Luft in andere Bereiche zu vermindern Infektionsprophylaktische Maßnahmen - Zu- und Abluftgitter nicht durch Inventar verbauen - nur soviel Inventar im Saal wie nötig (um Luftströmung zu gewährleisten) - Instrumententische und OP-Tische unter Lüftungsbereich anordnen - Sprechen und Bewegungen auf Notwendigste beschränken - Mundschutz möglich nach 2 h wechseln (unwirksam bei Durchfeuchtung, Keime der Ausatemluft werden zu Keimen der Raumluft) - Patientn in LA -> Mundschutz - Türen geschlossen halten -> Öffnen auf Minimum reduzieren - Personalzahl auf das Notwendigste reduzieren (jeder MA ist potenzieller Keimträger) - OP`s sorgfältig planen (aseptisch vor septisch) - auf Kontaminationsgrade achten - Einteilung nach RKI in 4 Gruppen 1. nicht kontaminiert -> Eingriffe in entzündungsfreie Gebiete und bei denen weder der Respirations, GI- oder Urogenitaltrakt eröffnet wird 2. Eingriffe in sauber kontaminierte Regionen -> Respirations-, Gi- oder Urogenitaltrakt wird unter kontrollierten Bedingungen geöffnet (keine Notfallbedingungen) 3. Eingriffe in kontaminierte Regionen -> offene, frische Zufallswunden oder OP`s mit einem größeren Bruch in der aseptischen OP-Technik (zB offene Herzmassage) oder mit deutlichem Austritt von Darminhalt 4. Eingriffe in manifest infizierten Regionen, sowie Eingriffe bei Patienten, die mit multiresistenten Erregern besiedelt sind -> alte Verletzungswunden, eingriffe bei bereits vorhandener INfektion, oder nach einer Perforation im GIT
- psychische Belastungen -> im OP oft ausschlaggebend für Krankmeldungen, demotiviertes Arbeiten, hohe Fluktuation und Personalmangel - schlechtes Arbeitsklima: -> mangelhafte Organisation, schlechte Absprachen mit anderen Berufsgruppen -> unzureichendes Anlernen neuer MA -> Hierarcheigerangel untereinander -> schlechter Führungsstil der Bereichsleitung -> Fehlerhafte Einteilung beim OP-Programm -> mangelhafte/ keine Delegation von Aufgaben -> keine Rückendeckung bei den Ärzten -> Einschränkung von eigenverantwortlichen Handeln, Initiativen, Motivation der MA -> Fördert die Einzelkämpfermentalität -> schlechte Kommunikation im Team, splittet das Team, Aggression der MA untereinander - quantitativ, qualitativ schlechte Besetzung -> schlechte Dienst- und Urlaubsplanung -> hoher Krankenstand, nicht besetzte Stellen -> Unzufriedenheit auf allen Seiten -> Erfahrenes OP Personal macht die besser angesehene Arbeiten wie Instrumentieren -> Kollegen können nicht zu den vorgeschriebenen Pausen abgelöst werden -> Tagenprogramm zieht sich bis in die späte Abendstunden - Mobbing am Arbeitsplatz: -> Ignoranz, Arroganz, Häme, verbale Erniedrigung, kalte Freundlichkeit, Informationsverweigerung -> Motivaionsverlust, Leistungsabfall -> Kopfschmerzen, Magen-Darm Störungen, Schlafstörungen -> Krankmeldungen -> Depressionen, Burn-Out - ethisch-moralische Wertvorstellungen -> Probleme und Gewissenskonflikte -> Multiorganentnahmen -> OP´S von alten/ schwerkranken Patienten -> Schwangerschaftabbrüche - Belastung aufgrund des Patientenschicksals: -> Tod des Patienten -> inoperable Kinder, misshandelte Kinder -> schwere Verbrennungen, Amputationen -> Suizidversuche, Vergewaltigungsopfer -> jeder empfindet Belastung unterschiedlich -> mehrere Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz können scih gegenseitig verstärken - MA regelmäßig Stresssituationen ausgesetzt: -> zeitlicher Stress -> Interesse an Sicherheit sinkt -> Ausdauerstress -> Entscheidungsstress -> Arbeitszeiten
- Prävention von Gefahren im OP Wissen über Gefahren im OP + einhaltung der Hygienerichtlinien + interdisziplinäre Zusammenarbeit => fördern sicheren Arbeitsablauf im OP
- Warum besteht besonders im Op die Gefahr von Nadelstichverletzungen? - ständige Handhabung von spitzen und scharfen Instrumenten - unübersichtliche Operationsfelder - mehrere Mitarbeiter zur gleichen Zeit mit Händen im Operationsfeld -> Risiko einer Verletzung durch Ausweichbewegung
- Definition Nadelstichverletzung - jegliche Stich-, Schnitt- und Kratzverletzung der Haut durch Kanülen, Skalpelle etc - verunreinigt mit Patientenmaterial - unabhängig davon, ob die wunde geblutet hat oder nicht - außerdem direkte Kontakt mit der Schleimhaut von Mund, Nase und Augen
- Gefahr durch Nadelstichverletzungen - Gefährdung durch blutübertragene Infektionen -> Hep. B, Hep. C und HIV
- wichtigsten Vorgehensweisen bei einer NSV - Erstmaßnahmen -> Spülung und Desinfektion, Druck auf die Wunde (mind. 1 Minute) - Aufsuchen einen zugelassenen Arztes -> D-Arzt = Durchgangsarzt - Indikation zur postexpositionellen HIV-Prophylaxe und/ oder HBV-Aktiv bzw -Passivimmunisierung - ggf. Tetanunsimpfstatus überprüfen und auffrischen - Eröffnung eines entsprechenden D-Arzt Verfahrens -> wahren der Interessen des Beschäftigten für den all, dass es nach der beruflichen Exposition zu einer Infektion mit einer blutübertragbaren Erkrankung kommt - möglichst zeitnahe Untersuchung des Indexpatienten -> Anti-HIV-Test - Test auf HBsAg - Anti-HCV - Bedarfzustimmung
- Gründe, warum empfohlene Schutzmaßnahmen von den Mitarbeitern nicht angewendet werden - zu hoher Zeitaufwand - hinderlich, unpraktisch , erschweren medizinische Maßnahmen - werden als überflüssig wahrgenommen - nicht hilfreich - unzureichendes Wissen bezüglich der Infektionsgefährdung + NKI Übertragungsrisiko
- Hands-free Technik - Ablegen eines scharfen/ spitzen Gegenstandes während eines Eingriffes in einer neutralen Zone, anstatt ihn direkt an eine andere Person abzugeben/ zu übergeben
- Was gehört zur persönlichen Schutzausrüstung (PSA) beim Umgang mit infizierten Patienten - Bereichskleidung - Mund-Nasen-Schutz - Augenschutz (Schutzbrille oder Gesichtsvisier) - Schutzkleidung (steriler Schutzkittel, flüssigkeitsundurchlässiger Kittel) - Handschuhe, Indikatorhandschuhe,...
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- Wer trägt die Kosten für eine Hepatitis B Impfung? - der Arbeitgeber - erhöhte berufliche Gefährdung - Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO)
- Höhe der Übertragunswahrscheinlichkeiten nach NSV - Hepatitis B -> 30%, wenn nicht geimpft - Hepatitis C -> 1% - HIV -> 0.3%
- Welche Maßnahme wird bei Patienten mit bekannten blutübertragenden Erkrankungen dringend empfohlen? - Tragen von Indikatorhandschuhe - grünen Unterziehhandschuh und einem neutralfarbenen Außenhandschuh - bei Perforation des äußeren Handschuhe, entsteht durch die eintretende Flüssigkeit ein gut sichtbarer grüner Fleck - Handschuhwechsel
