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Diätetik (Fach) / Einheit 1 (Lektion)
Einheit 1
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- 3 Definitionen von Krankheit, Erkrankung, Nosos, Pathos, Morbus 1. Störung der Lebensvorgänge in Organen oder im gesamten Organismus mit der Folge von subjektiv empfundenen bzw. objektiv feststellbaren körperlichen, geistigen bzw. seelischen Veränderungen 2. im Sinne der sozialversicherungs- und arbeitsrechtl. Gesetze der regelwidrige KörperoderGeisteszustand, der in der Notwendigkeit einer Heilbehandlung (wobei bereits die Erforderlichkeit einer Diagnosestellung genügt) oder der Arbeitsunfähigkeit wahrnehmbar zutage tritt 3. Bezeichnung für eine definierbare Einheit typischer ätiologisch, morphologisch, symptomatisch … beschreibbarer Erscheinungen, die als eine bestimmte Erkrankung verstanden wird(z.B. M[orbus] Alzheimer, M. Crohn)
- Was bedeutet Ätiologie? Krankheitsursache(n)
- Was bedeutet Pathogenese? Entstehung & Entwicklung von KH
- Was bedeutet Symptom? subj. vom Patienten wahrgenommene und angegebene Beschwerde bzw. vom Arzt erfassbarer Befund
- Was bedeutet Diagnose? Erkennen und Bezeichnen einer Krankheit
- Was bedeutet Diagnostik? zur Stellung oder Sicherung einer Diagnose erforderliche medizinische Verfahren; zB Anamnese, köperliche Untersuchung, Laboruntersuchungen, Röntgen
- Was bedeutet Therapie? Behandlung von Krankheiten, Heilverfahren
- Was bedeutet Indikation? Heilanzeige Kriterium zur hinreichend gerechtfertigten Anwendung eines bestimmten klinischen Verfahrens (z.B. einer diagnostischen oder therapeutischen Maßnahme) bzw. eines Arzneimittels
- Unterschied absolute VS relative Indikation Absolute Indikation: bei zwingendem Grund,z.B. bei Lebensgefahr („vitale Indikation“) Relative Indikation: bei bedingter Gefährdung des Patienten oder alternativen Verfahren → Beachtung von Nebenwirkungen!
- Was bedeutet Kontraindikation? Gegenanzeige Kriterium, das die Anwendung eines Verfahrens … (bzw. einer therapeutischen Maßnahme) bei an sich gegebener Indikation – in jedem Fall verbietet (absolute K.) bzw. – nur unter strenger Abwägung sich dadurch ergebender Risiken (relative K.) zulässt. z.B.: bestimmte Vorerkrankungen, Schwangerschaft, Alter, …
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- Kontraindikationen einer Very-low-calorie diet (VLCD) – Schwere Allgemeinerkrankungen • Z. n. Herzinfarkt, Schlaganfall • Krebs– Akute oder chronische Infektionen– Schwangerschaft/Stillzeit–Kindes- und Jugendalter–Eßverhaltensstörungen, z.B. Bulimie–Psychiatrische Erkrankungen: Depressio, ...
- Was beutet Nebenwirkung? (side / secondary effect) eine neben der beabsichtigten Hauptwirkung einer medizinischen (therapeutischen) Maßnahme auftretende Wirkung (bei Arzneimitteln: „unerwünschte Arzneimittelwirkung)
- Was bedeutet Komplikation? ungünstige Beeinflussung oder Verschlimmerung eines überschaubaren Krankheitszustandes, eines chirurgischen Eingriffs oder eines biologischen Prozesses (z. B. Geburt) durch einen unvorhergesehenen Umstand
- Nebenwirkungen einer very-low-calorie diet (VLCD) –Kaliumverlust (Herzrhythmusstörungen)–Proteinverlust–Hyperurikämie, Gichtanfälle–Gallensteinkomplikationen: Koliken–HypotonieMüdikeit, verminderte Leistungsfähigketi–Kälteintoleranz–Nervosität–Verstopfung oder Diarrhoe–Dysmenorrhoe
- Welche Ernährungsformen gibt es und wovon sind sie abhängig? anhängig vom zugrunde liegenden Problem orale Ernährung: Standarddiät (bedarfsgerechte Mischkost), Sonderdiäten Orale Ernährung & ergänzende bilanzierte Diäten (Supplemente) Künstliche Ernährung Enterale Ernährung: Zufuhr von Flüssigkeit, Makro- & Mikronährstoffen direkt in den Magen-Darm-Trakt Parenterale Ernährung: über einen venösen Zugang
- Warum ist Muttermilch für Frühgeborene oft erst nach mehreren Lebenstagen verfügbar? wegen Medikation der Mutter verzögerter Laktationsbeginn nach Sectio
- Wann sollte der Nahrungsaufbau (minimal enteral feedings) bei Babys beginnen? in den ersten 3-6h , zumindest in den ersten 24h
- FGFM siehe Folien!!
- Was versteht man unter Diätetik? Die Diätetik beinhaltet die Ernährungsanamnese und Ernährungsberatung mit und ohne Ernährungsintervention zur Modifikation der normalen Ernährung bei: .) Nahrungsmittel-allergien und –intoleranzen .) angeborenen Erkrankungen .) Stoffwechsel- bzw. .) anderen Erkrankungen Im Weiteren umfasst sie die Modifikation der herkömmlichen Ernährung bei gastrointestinalen Symptomen sowie die Sekundärprävention und Behandlung spezifischer NS-Mängel. Die Diätetik obliegt der Diätassistenz nach ärztlicher Anordnung
- Was ist das Hauptziel der Diätetik? individualisierte Diätberatung oder Ernährungsintervention unter Nutzung herkömmlicher Ernährung und Diäten, um krankheitsspezifische Störungen zu verhindern oder zu behandeln & zum Erhalt oder zur Verbesserung der Lebensqualität
- Was ist die Diätberatung? das individuelle oder gruppenbezogene Angebot von Training, Information undEmpfehlung zur Ernährungsmodifikation, um die Nährstoffaufnahme oder Nährstofftoleranz zu verbessern. Die Diätberatung sollte von qualifiziertem Personal (Diätassistenz, Ökotrophologie, Ernährungswissenschaft) durchgeführt werden.
- Was ist die Ernährungsintervention? eine individualisierte, definierte und gezielte Ernährungsmaßnahme - präventiveroder therapeutischer Natur - mit Hilfe herkömmlicher oder künstlicher Ernährung.
- Was ist der Ernährungssupport? die Bereitstellung von Nahrung bzw. Nährstoffen über orale Ernährung (herkömmlicheErnährung, Spezialdiäten, Speisenanreichung, orale bilanzierte Diäten) oder enterale bzw. parenterale Ernährung zum Zwecke der Verbesserung oder des Erhalts von Ernährungsstatus und Lebensqualität sowie zur Verbesserung des klinischen Outcomes. …
- Was ist das Hauptziel der Ernährungssupports? die Prävention oder Behandlung der krankheitsspezifischen Mangelernährung.
- Was ist eine goldene Regel des Ernährungsupports? die Ausschöpfung der oralen (Rest-)Kapazität zur Nahrungsaufnahme und die Wahl des möglichst natürlichen Ernährungszugangs (siehe Stufenschema).
- Ernährungssupport: Stufenschema der Ernährung 1: Normalkost, Sonderkostform, Speisenanreicherung (Makro- & Mikro-NS, Diätberatung, 2: I + orale bilanzierte Diäten (OBD) 3: I + II + supplementierende enterale / parenterale Ernährung 4: totale enterale Ernährung 5: enterale Ernährung + parenterale Ernährung 6: parenterale Ernährung + minimale enterale Ernährung 7: totale parenterale Ernährung
- Welche Arten von Studien gibt es? sortiert nach Evidenz Fallbericht Fall-Kontroll-Studie Randomisierte kontrollierte Studie RCT systematische Übersichtsarbeit & Metaanalyse HTA-Bericht (health technology assessment)
- Was ist Evidenzbasierte Medizin? Evidenz = Beweisstärke der gewissenhafte, ausdrückliche und vernünftige Gebrauch der gegenwärtig besten externen,wissenschaftlichen Evidenz für Entscheidungen in der medizinischen Versorgung individueller Patienten