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Politische Theorie (Fach) / Bamberg SS18 (Lektion)
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- Nehmen Sie Stellung zu der These, dass Hobbes den Absolutismus rechtfertigt. x Inklusion eines Leviathan > absoluter Staat, weil Besitz aller Rechte (Ziel: Frieden) x Bedrohung des Lebens: Legitimation von Widerstand x Leviathan aber kein Vertragspartner und ungebunden > Recht auf alles = absolutistischer Charakter > Recht Leben zu schützen: Recht auf alles wiederum zu befürworten x Kritiker wie Locke: Individuum in einem Staat unnötig und klein > Hobbes dazu: Leviathan ist rational konstruierter Akteur, deshalb kein Machtmissbrauch > Sicherung des Friedens und Stärke in Methodik.
- Warum greifen kontraktualistische Theorien zur Begründung ihres normatives Ziels auf die Theorie rationalen Handels zurück? x Rückgriff auf RC: Ergänzung des Brückenprinzips zeigt warum Rationalitäten zur Verwendung normativer Positionen verwendet werden können x Rationalitäten: Vermittlung normativer Werte (Autonomie, Selbstverantwortung, individuelle Freiheit) x RC: wirbt dafür, dass Entscheidungen später nicht bereut werden, da rationales und langfristiges Handeln x Brücke zwischen normativen Werten und RC: charakteristisch für RC aber auch Normativität
- 55. Nennen Sie die allgemeine und die spezielle Konzeption der Gerechtigkeit bei Rawl x allgemeine Konzeption der Gerechtigkeit (AKG): Gleichverteilung sozialer Primärgüter x spezielle Konzeption der Gerechtigkeit (SKG): Abweichungen AKG möglich (ausgeschlossen Freiheitsrechte und Chancen), aber zwingend rechtfertigbar (z.B. Machtposition, Einkommen) > Prioritätsregeln: Definition der Umständen, unter welchen Abweichungen möglich: 1. Prinzip gleichen der Freiheit 2. a) Chancengleichheit: Ämter, Positionen stehen alle gleichermaßen offen b) Differenzprinzip: Bieten der bestmöglichen Aussicht für am wenigsten Begünstigten
- Durch welche Bedingungen ist der Urzustand bei Rawls gekennzeichnet? x Ergebnis einer Einigung vernünftiger Individuen (vertragstheoret. Grundidee) x Konstitution muss als gerecht gelten x Individuen entscheiden über Gerechtigkeitsprinzipien, die Gesellschaft strukturieren x ursprünglicher Zustand der Gleichheit zwischen Individuen x entspricht Vorstellung eines fairen Anfangspunktes
- Was versteht Rawls unter Gerechtigkeit? x Verteilungsgerechtigkeit von Institutionen x Konsens über moral. gerechtfertigte Prinzipien und polit. Institutionen für Umsetzung x Bestandteil der Grundstruktur: soziale und natürliche Primärgüter
- Welche Funktionen erfüllt der Urzustand in Rawls Argumentation? x Legitimation einer bestimmten Konzeption sozialer Gerechtigkeit x kein Egoismus x Orientierung an absoluter Primärgutaustattung x Einstimmigkeit einer bestimmten Konzeption > Betrachtung eines Einzelnen daher ausreichend
- Welchen Status hat die Rationalitätsannahme bei Rawls und zu welchen Zweck wird sie verwendet? Begründen Sie Ihre Position. x Grundbaustein für Entstehung des Urzustand und gerechter Ordnung > Akzeptanz gleicher Prinzipien für Akteure (ohne rationales Denken nicht möglich) x Ergebnis einer Einigung vernünftiger Individuen x Motivationsannahme des UZ: > Akteure sind vernünftig (RC Annahme) x rationales Denken: > Akteuere votieren für solche Prinzipien, die deren Ausstattung mit sozialen Gütern maximiert > Handeln der Akteure im UZ nach der Maximin Regel
- Diskutieren Sie die Leistungsfähigkeit der Argumentation von Rawls. Die Grundidee einer gerechten gesellschaftlichen Ordnung, die gestützt ist durch institutionelle Ordnung findet wenig Fläche für Kritik. Da diese Idee aber lediglich als Gedankenexperiment fungiert, wird auch klar, dass sie für eine realistische Anwendung kaum Gebrauch finden kann. Hierbei würden viele Aspekte scheitern, beispielsweise dass Akteure im UZ desinteressiert an anderen sind, also keinen Neid empfinden. Daher ist die Leistungsfähigkeit von Rawls Argumentation nur begrenzt stark, da sie als theoretische Konzeption viel erbringt, praktisch aber viele nicht durchsetzungsfähige Aspekte aufzeigt. x Problem weiterhin: Maximin-Annahme > sehr pessimistische Annahme > nur haltbar, wenn Individuum extrem risikoscheu ist > sonst: Indiv. strebt nach mehr als dem max. Minimum x in UZ: Prämissen nicht gegeben > fraglich, ob es tatsächlich funktioniert, da es auf Maximin aufbaut
- Welche Rolle spielt der Anarchist in der Argumentation von Nozick? x Anarchist: Rolle des Skeptikers (weil: Eigenschaft: Wunsch der Gesetzlosigkeit) x Argumentationsaufbau von Nozick durch Einbezug des Anarchisten > weil: fungiert starke Gegenposition: Ziel der Widerlegung des A. > wenn er widerlegt werden kann, also Gesetzlosigkeit widerlegt werden kann, ist Staat erforderlich und gerechtfertigt > wenn er nicht widerlegt werden kann, also Gesetzlosigkeit nicht widerlegt werden kann, ist Staat unnötig und nicht gerechtfertigt > Ausgangspunkt: NZ soll A. wohlwollend entgegenkommen > Entwicklung von NZ zu Staatsgebilde (welche A. vorziehen würde) > Minimalstaat entsteht
- Vergleichen Sie die Reichweite des Gerechtigkeitsprinzips bei Nozick und Rawls. x Nozick: Orientierung an Locke (weniger Gleichheit, mehr Freiheit) x Rawls: Orientierung an Kant (Gleichheit) x Reichweite: > bei Nozick kleiner als bei Rawls, weil: Aufgaben eines Staates verschieden: Nachtwächterstaat:- Rechtsschutz, Sicherheit Wohlfahrtstaat:- Chancengleichheit, Daseinsfürsorge
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- Rekonstruieren Sie die Argumentation von Nozick. I. Ausgangspunkt: Naturzustandskonzeption, die A. wohlwollend entgegenkommt (sprich: Aspekte der Gesetzlosigkeit hat bzw. NZkonszeption, in der keinerlei Recht der Akteure eingeschränkt werden) II. Gezeigt werden soll, wie sich aus NZ ein Staatsgebilde entwickelt > dieses zieht auch A. dem NZ vor (weil keine Rechte verletzt werden) > dabei keine Verletzung der Freiheitsrechte (A. akzeptiert diesen Zustand) III. Minimalstaat: kein darüber hinausgehender legitimiert (allg. Rechtsschutz vorhanden, d.h. Legitimation des Verbotes risikoreicher Handlungen, weil Entschädigung)
- Diskutieren Sie die Argumentation von Nozick. Welche Kritikpunkte lassen sich aus Ihrer Sicht anbringen? x Kritik: > fehlender Begründung für Annahme Recht auf Leben, Freiheit, Unversehrtheit,etc. > nur Schutzrechte keine Anspruchsrechte > Erklärung von Schutzgemeinschaften möglich, aber nicht von Produktionsgemeinschaften?x Problematik der Theorie bei Schritt fünf:> SicherheitWohlfahrtsstaat > Chancengleichheit > Daseinsfürsorge x Prioritäten bei Rawls verstärkt auf individuelle Gerechtigkeit für jeden einzelnen Akteure x Priorität bei Nozick verstärkt auf kollektiver Gerechtigkeit für alle Akteure > Entschädigungsgesetz/grundsatz (Unterstellung eines moralischen Motivs)
- Was versteht man unter Rechten, was unter Pflichten? x Rechte:definiert durch drei Bestandteile: I. bestimmen Rechtssubjekt: Rechtsträger II. identifizieren Rechtsobjekt: Pflichtenträger III. spezifizieren Rechtsinhalt: Handlungen, die erforderlich sind oder unterlassen werden sollen x Pflichten:I. von Akteuren notwendiges Handeln, da Recht vorhanden ist II. Unterstützung eines Akteurs in seinem Recht positive Dimension: jdn. muss etw. tun, um Recht zu erhalten negative Dimension: niemand darf jdn. etw. wegnehmen
- Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, damit man Rechtsträger ist bzw. legitimer Adressat von Pflichten? x Rechtsträger:- leidensfähiger Akteur (empfindungsfähig) - intentionelles Handeln (Verfügen über Beliefs und Desires = Präferenzen und Restriktionen (subj. Wohlempfinden) x Pflichtenträger: - Erfüllen der Kooperationsnorm - Beitrag zu gesell. Gemeinwohl - Selbstreflektion eigener Handlungen
- Diskutieren Sie aus Sicht der interest theory den Unterschied zwischen Akteuren und moralischen Akteuren. x Interessentheorie: Interessen des öffentlichen Rechts und Interessen des Privatrechts für Bürgers x Akteur: dann, wenn sie zu internationalen Handlungen fähig sindx moral. Akteur: dann, wenn sie moralisch verantwortlich sind (a: Bewerten der Handlungsgründe und b: Kontrolle der Handlung anhand Bewertung
- Wie lässt sich der Naturzustand bei Hobbes spieltheoretisch modellieren? x Gefangenendilemma: Im NZ: Individuen streben nach sozialer Anerkennung = In Spieltheorie: Kooperation Im NZ: Individuen handeln nutzenmaximiert = In Spieltheorie: Einseitiges Abweichen