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Gesundheitspsychologie (Fach) / Sicherheitspsychologie I Übung (Lektion)
- Behavior Based Safety (BBS) ist ein amerikanisches Modell, das sicherheitswidriges Verhalten verringern möchte, indem in erster Linie sicheres Verhalten verstärkt wird. Es stellt einen positiven Ansatzpunkt ohne Bestrafung dar. In der deutschen Unternehmenskultur, die sehr leistungsorientiert ist, könnte sich die Umsetzung des BBS schwierig gestalten bzw. muss das positive Verstärken geübt werden.
- BBS 5 Schritte 1. Verhalten definieren 2. Verhalten beobachten 3. Feedback geben 4. Ziele setzen 5. Positiv verstärken
- 4 Grundsätze fürs Verstärken: 1. Ehrlich und authentisch sein 2. Spezifisch sein 3. Verstärker unmittelbar geben 4. Verstärkung persönlich geben
- Meta-Analyse Long-term evaluation of a behavior-based method for improving safety performance: a meta- analysis of 73 interrupted time-series replications (Krause, Seymour, Sloat, 1998) UV: BBS – Sicherheitsverhalten definieren, beobachten, Feedback geben, positiv verstärken AV: Krankheits- / Unfallraten der United States of America Occupational Safety and Health Administration (OSHA) Längsschnittstudie über 11 Jahre in der Industrie n = 73 Firmen 4 Jahre Baseline (Unfallzahlen ermitteln), 5 Jahre Verhaltensbeobachtung Ergebnisse: Vergleiche der Baseline mit dem 1. bis 5. Jahr der Beobachtungen zeigten signifikante Reduktionen der Unfälle von 26 % bis 69 %
- 5. Positiv Verstärken Sozialer Verstärker: Vorgesetzte lobt Materielle Verstärkung: Vorgesetzte spendiert Kaffee Regeln beim Verstärken: · Angemessen verstärken: Ausmaß der Verstärkung staffeln und niedrig halten, um Sättigung zu vermeiden; wirksamer, wenn Verstärkung unvorhergesehen passiertkeine Erwartungen · Nicht zu viel verlangen: Ziele so setzen, dass sie erreicht werden können evtl. Zwischenziele; wichtig ist eine optimistische Grundhaltung · Verstärkung heißt nicht bestechen: Beim Verstärken folgt ein Ereignis auf ein gezeigtes Verhaltens, wobei das Ereignis der Verstärker ist; bei der Bestechung hingegen wird Verstärker nach Verhalten gegeben · Nicht unverdient verstärken: Spezifisches Verhalten wird verstärkt, wichtig ist eine differenzielle Verstärkung, also ein bewusstes Verstärken von erwünschtem Verhalten und der neutrale Umgang mit unerwünschtem Verhalten
- 4. Schritt: Ziele setzen Ziele sollen SMART(S) sein Specific: Ein Ziel soll so spezifisch/genau/konkret sein, dass alle Beteiligten wissen was sie zum Erreichen des Ziels tun müssen. Motivated: Das Ziel soll eine gewisse Herausforderung für die Beteiligten darstellen. Attainable: Das Ziel soll in einer realistischen Zeitspanne erreicht werden können → es ist sinnvoll Zwischenziele zu setzen, die den Weg zum Endziel mit kleinen Erfolgen erleichtern. Relevant: Ein Ziel ist bedeutsam, wenn diejenigen, die es erreichen sollen, sich darüber einig sind, dass es wichtig ist. Trackable: Nur wenn ein Ziel beobachtbar/messbar ist, kann angemessen Feedback gegeben werden. Shared: Ziele für Gruppen sollten zudem für alle Mitglieder der Gruppe relevant, also gemeinsame Ziele sein. An Gruppenzielen arbeiten alle Mitglieder der Gruppe gemeinsam und sie feiern das Erreichen des Ziels auch gemeinsam.
- 3. Schritt: Feedback geben Feedback muss konkrete Informationen darüber beinhalten, was der Betreffende tun muss und sollte über Leistungen gegeben werden, die die Person beeinflussen kann. Erst durch Feedback wird ein relevanter Anstieg des sicheren Verhaltens und eine Abnahme der Unfälle erreicht. Feedback soll positiv und konstruktiv gegeben werden: · Positives Feedback: Mitarbeiter verhält sich sicher / Beobachtung sicherer Zustände · Konstruktives Feedback: nach Beobachtung von unsicheren Verhaltensweisen / Zuständen · Kritik gibt es im BBS nicht, da diese Information dem Betreffenden nicht weiterhilft 5:1 Regel
- Richtlinien für positives und konstruktives Feedback: • Objektiv: Wenn das sichere Verhalten gezeigt wurde oder der erwünschte sichere Zustand erreicht ist, dann wird das grundsätzlich anerkannt • Ehrlich: Nur zu Verhaltensweisen oder Zuständen, die auch tatsächlich beobachtet wurden, kann Feedback gegeben werden • Spezifisch: Nur das aktuelle Verhalten oder der aktuelle Zustand zählt, nicht was ein Kollege vor 3 Wochen getan hat oder „sonst immer tut“ • Erklären und fragen: Wer Feedback gibt muss erklären warum er ein Verhalten oder einen Zustand sicher oder riskant findet • Nicht streiten, nicht verurteilen: Wenn der Kollege nicht zugänglich für konstruktives Feedback ist Feedback nicht unterlassen, sondern auf eine bessere Gelegenheit warten • Nicht Lob und Kritik mischen: Ansonsten geht das positive Feedback, das im Satz enthalten ist unter und es wird nur das konstruktive Feedback vom Mitarbeiter behalten
- 2. Schritt: Verhalten beobachten Heikelster Aspekt von BBS, denn niemand mag gerne beobachtet werden, da die meisten Menschen gelernt haben, dass auf eine Beobachtungssituation eine Bestrafung erfolgt In BBS sollen durch die Beobachtungen nur positive Aspekte verstärkt werden Ziel: sicheres Verhalten beobachten und verstärken, so dass es häufiger auftritt Grundsätzlich kann verdeckt – also unwissentlich – oder offen beobachtet werden Auf offene Beobachtungen reagieren Menschen reaktiv – also mit einer Verhaltensveränderung BBS macht sich diese Reaktivität zu Nutze, indem zuvor definiertes Sicherheitsverhalten durch offene Beobachtungen öfter gezeigt wird Studien zeigten auch, dass Selbstbeobachtungen gleichwertige Ergebnisse zeigten, wie eine offene Fremdbeobachtung
- 1. Schritt: Verhalten definieren Verhalten: alles, was ein Mensch tut Ergebnis: beobachtbare Resultat eines Verhaltens Verhaltensweisen sind primäre Veränderungsziele von BBS Wie muss die Definition eines Verhaltens aussehen? Eindeutigkeit, Verhalten ist aktiv, Messbarkeit, Beobachtbarkeit, Zuverlässigkeit, Sicheres
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