Allgemeine Psychologie (Fach) / Emotion (Lektion)
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Emotion
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- Physiologische Emotionstheorien: James Emotionsthese (1884) sensorische Information führt im Gehirn zu einer Antwort in Form einer Handlung (Aktivierung des Kortext, Aktivierung motorkortex als Folge, diese reaktion wieder durch sensorischen Kortex registriert)Das subejktive Erleben dieser Handlung ist die Emotion(Emotion als Wirkung der Handlung als Ursache, nur Aspekt des subjektiven Erlebens beleuchtet)kein eigenes neuronales Areal für die Fuktion der Emotion, Sensorischer und motorischer Kortex ausreichendperipheralistische These, da Emotionen durch periphere Änderungen hervorgerufen werden Schnelle Gegenargumente:gleiche sensorische Informationen führen zu unterschiedlichen Handlungen und Emotionen -> nach James Antwort sei nicht nur eine einzige Information, sondern die gesamte Wahrnehmung eines lebenswichtigen Elements im jeweiligen Moment Auslöser für Handlung und EmotionHandlungen können auch ohne Emotion auftreten (motorische Aktivität)Emotionen können auch ohne Handlung auftreten -> James präzisierte, dass nicht jede beliebige Handlung (vielseitig und willkürlich) gemeint sei, sondern physiologsich-periphere Reaktionen des Körpers als Antwort auf einen Stimulus, welche erlebte Emotion nach sich ziehen (unwillkürlichen, stereotype, viszerae Veränderungen) d.H. Erregung der inneren Organe Keine Untersuchung der Entstehung von Emotionen verschiedene Emotionen zeigen unterscheidbare Muster physiologischer Erregung, "Belegt" durch Ax (1953)Verbunden wurde im Experiment das Erleben vo Angst durch einen scheinbar defekten Elektroschock-Generator mit Ärger weil der Techniker die VP beschimpfte und misshandelteAngst und Ärger unterschieden sich in 7 von 14 physiologischen ReaktionenSpitzenwerte Ärger: Bludruck, Muskelspannung, phasische Hautleitfähigkeit, HerzratenverlagsamungSpitzenwerte Angst: statische Hautleitfähigkeit, Muskelspannung, Atemfrequenzveränderungenin weiteren Studien konnte dieser Zusammenhang allerdings nicht mehr so deutlich belegt werden
- Emotion (Definition) keine Definition, sondern MerkmaleEmotionen beziehen sich auf ein Objekt / objektgerichtete Zuständeüber / auf / Wegen / von Emotion tritt nie nur um ihrer selbst willen auf, auch wenn die Ursachen nicht immer bekannt sind Emotionen äußern sich in Veränderung des Erlebensjede Emotion fühlt sich spezifisch an, geändertes Erleben, Philosophen sprechen hier von QualiaVeränderung von Gefühlen, Gedanken, Wahrnehmung Emotionen äußern sich in Veränderung der körperlichen ErregungHerzschlag, Blutdruck, Atemfrequenz, Schweißdrüsenaktivität, Magen und VerdauungEmotionen haben immer körperliche KomponenteEmotionen äußern sich im veränderten VerhaltenVeränderung in Verhalten oder Potenzialinstrumetelles Verhalten und Intensität, Veränderung des Ausdrucks
- Physiologische Emotionstheorien: Cannons zentralnervöse Theorie der Emotionen Gefühle entstehen zentral im Gehirn in einer dafür spezialisierten RegionExperiment mit Katzen, deren Großhirnrinde entfernt wurde, zeigt auffällige emotionale Reaktionen, auch Emotionen die vorher nicht bestandenCannon nahm daher an, dass sich die spezialisierte Region subcortical befindet (Thalamus) Argumente gegen James peripheralistische Theorie:(1) Emotionene entstehen schneller als peripher-physiologische Veränderungen, nach Ursache-Wirkungs-Zusammenhang können also die peripheren Reaktionen nicht Ursache für Emotionen sein(2) Emotionen sind differenzierter als peripher-physiologische Reaktionen, letztere treten bei verschiedenen Emotionen, aber auch losgelöst auf, Ursache kann nicht undifferenzierter sein als die Wirkung(3) Es gibt wenige Rezeptoren in den inneren Organen, Wahrnehmung von Veränderungen daher wenig differenziert, was wiederum der Vielfalt der Emotionen widerspricht(4) physiologische Reaktionen können auch künstlich hervorgerufen werden, und werden dann nicht von Emotionen begleitet, müssen diese also nicht zwingend auslösen, z.B. Injektion von Adrenalin, nur "kalte" Erregungsempfindungen(5) bei künstlicher Trennung der peripheren Nervenbahnen von inneren Organen zu den corticalen Regionen entstehen trotzdem Emotionen, sensorische Rückmeldung kann nicht Ursache von Gefühlen seinz.B. bei Querschnittsgelähmten, s. Studie von Chwalisz und Koll. 1988, 3 Gruppen (ohne sensorische Empfindung, mit Sensorik aber ohne Motorik, gesunde Kontrollgruppe) berichteten einheitlich über empfundene Emotionen, lediglich Erleben von Ärger und Angst vermindert (hierfür konnte James These nicht widerlegt werden), sonst erleben unabhängig von sensorischer Rückmeldung erste 3 Faktoren subjektiv und nicht empirisch belegbarLatenz, Dauer, Qualität etc. von Gefühlen müsste hierfür messbar seinDifferenziertheit der Emotionen wird zumindest von Dimensionalen Theorien angezweifeltletzte beide Faktoren gelten als Beleg für zentranervöse Theorie
- Physiologische Emotionstheorien: Studie von Maranon & Zweifaktentheorie Maranon untersuchte Einfluss von Adrenalin-Injektion auf EmotionenAdrenalin aktiviert Notfallreaktion des körpers, insbesondere Anstieg Herzrate, Atemfrequenz, Blutdruck, Erweiterung der Blutgefäßezudem deutliche körperliche Erregungsempfindun (Trockenheit im Mund, Nervosität, Enge der Brust, Übelkeitund Schwäche)nur ein kleiner Teil berichtete über erlebte Emotionen, davon die meisten, weil sie auch an ein emotionales Ereignis dachtenzweiter Versuch, bei dem Personen an emotionales Erlebnis denken sollten, führte zu vermehrten Berichten von EmotionenThese daher: Emotionen können nicht allein durch Adreanlin hervorgerufen,aber durch dieses begünstigt werdenerste Zweifaktentheorie: es kommt dann zu einer Emotion, wenn emotionaler Gedanke gemeinsam mit Einsetzen physiologischer Erregung wahrgenommen wird Weiterentwicklung durch Stanley Schachter (1964)Emotion resultiert aus einer emotionalen Einschätzung der Situation, aus der periphere Reaktion entstandErregung ist emotionsunspezifisch, wirkt sich nur auf Intensität der Emotion ausdie Einschätzung bestimt die Art der wahrgenommenen Emotion (Qualität) (ähnlich Appraisaltheorien)Alltäglicher Fall: Erregung ist tatsächlich Konsequenz der Emotionalen Einschätzungnicht alltäglicher Fall: keine emotionale Einschätzung für physiologische Erregung, Erklärung für physiologische Reaktion wird gesucht (Attributationstheorie)Erklärung wird nachträglich gefunden / rückblickend, emotionale Begebenheit wird als ursächlich für physiologische Reaktion akzeptiert, dann wird Emotion erlebtkeine Erklärung gefunden: nicht-emotionale Ursache für physiologische Erregung, körperliche ursache z.B. falsches Essen für Übelkeit, zu viel Kaffee für Nervosität Bewertung+ einfach und plausibel+ trägt der Intuition Rechnung, dass körperliche Erregung als Teil von Emotionen auftreten kann+ trägt aber auch dem Fakt Rechnung, dass Erregung auch ohne Emotion auftreten kann+ klärt, warum Emotionen manchmal erst im Nachgang empfunden werden- empirisch nicht bewährt- kritik an der Trennung zwischen unspezifischer Erregung und Qualität der Emotion durch Einschätzung (Adrenalin konnte je nach Einschätzung zunächst tatsächlich Ärger oder Angst hervorrufen, später jedoch widerlegende Befunde in weiteren Studien)
- Physiologische Emotionstheorien: Neo-Jamesianische Theorie von Antonio Damasio (1994) Schädigungen des ventro-medialen PFC / orbitofrotalen Cortex beiinträchtigungen Entscheidungsfähigkeit und emotionale Ausgeglichenheit / Veränderungen der Persönlichkeit bei unveränderten intellektuellen Fähigkeitenwahrscheinlich eher emotionales als kognitives Defizit für Verhaltesänderung verantwortlichaffektive Konsequenzen von Handlungen werden antizipiert und beeinflussen EntscheidungsverhaltenSchwierigkeiten bei der Antizipation von Konsequenzen führen häufiger zu schlechten EntscheidungenTheorie der somatischen Marker:affektive Antizipationen beruhen auf früheren Erfahrungen in ähnlichen Situationeninsbesondere körperliche Reaktionen sind diese affektiven Folgen und werden als somatische Marker gespeichert (Übereinstimmung zu James)afferenten Leitungen von körperlichen Reaktionen aktivieren teile des somatosensorischen Kortexsensorische und motorische Neurone, die vor und während einer Handlung aktiv sind, werden verknüpftFür Vorhersage der affektiven Folgen werden für die Handlung zuständige motorische Neuronen aktiviert , und diese aktivieren über die vorhandenen Verküpfungen die zugehörigen affektiven sensorischen FolgenSind folgen überwiegend positiv, kommt Handlung zustande; überweigend negativ, wird Handlung vermieden
- Physiologische Theorien / Embodiment-Ansatz teilt viele Annahmen mit Theorie der somatischen Marker, kann als Verallgemeinerung dieser aufgefasst werdenalle Formen der Kognition und Emotion (nicht nur Entschiedungen) beruhen auf Aktivierungen von multi-modalen Repräsentationen für Objekte, Personen oder Handlungen, beinhalten visuelle, auditive, taktile, olfaktorsiche, somatosensorische, motorische, ... Elemente, beinhaltet auch Empfindungen für Ansicht, Geräusche, Bewegungsmuster, Körperhaltung, etc. - diese werden auch durch körperliche Aktivität aktiviert, bsp. RadfahrenEmotionen sind insbesondere durch ihren körperlichen Ausdruck gekennzeichnet (Übereinstimmung mit James)auch Bewusstsein benötigt einen Körper willentliche Ausführung emotionaler Aktionen (Motorik) aktiviert auch assoziierte Emotionskomponenten (Stärkere Verhaltenskomponente als bei James und Damasio)psychische Zustände drücken sich im Körper aus, auch körperliche Zustände beeinflussen psychische Zustände, Wechselwirkung von Psyche und KörperBeispiel Stepper & Strack (1993)Personen berichteten mehr Stolz, wenn sie dabei auch aufrecht saßen, und parallel gelobt wurdenAufrechte Haltung mit Stolz verknüpft, Haltung aktiviert weitere Emotionskomponenten
- Verhaltenstheorien der Emotion Obwohl Verhalten durchus auch der Erklärung emotionalen Erlebens dienen kann, im behavioristischen Ansatz eher das Verhalte an sich zu erklären im VordergrundViele Fallstudien gekennzeichnetwie verändert sich emotionales Verhalten durch Lernen?
- Verhaltenstheorien der Emotion: der kleine Albert Watson & Rayner, 1920demonstriert die Allgmeingültigkeit Pawlows Grundsätze am Menschen, bei dem Erwerb von Furchtaber: Erkenntnisfortschritt über das Wohlergehen gestellt Albert 9 Monate alt und ausgewählt, weil emotional stabil (1) kann eine emotionale Reaktion (hier: Furcht) erworben werden?zunächst Testung verschiedener Reize, lediglich Hammerschlag auf Stange erzeugte Furchtnach 2 Monaten Konditionierung des lauten Geräusches mit einer weißen Ratte(2) Generalisiert diese Reatkion auf ähnliche Reize?verschiedene Gegenstände wurden präsentiert, der weißen Ratte ähnliche lösten Furcht aus (z.B. weißes Kaninchen, geringe Furcht z.B. bei Baumwolle, keine bei Bauklötzen) (3) Ist diese Reaktion stabil?nach einem Monat Pause wurde Furchtreaktion immer noch gezeigt, ist also stabil (4) Kann die Reaktion wieder beseitigt werden?wurde nicht getestet, da Mutter die Stellung wechselte Bewertung+ gutes Beispiel für experimentell induzierte Phobie auf Basis klassischen Konditionierens, aber- neben Merkmalen des klassischen Konditionierens auch des Vermeiungslernens (US Lärm wurde nur gezeigt, wenn Albert Hand nach der Ratte ausstreckte, nicht unabhängig)- fehlende Belege einer tatsächlichen späten Phobie
- Verhaltenstheorien der Emotion: Der kleine Peter Mary Cover Jones, Watsons Doktorandin (1924)Startpunkt der Verhaltenstherapie Phobie des kleinen Peter auf weiße Ratten, Kaninchen, sowie geringer auf ähnliche Reize, sollte behoben werdenDirekte Konditionierung und Beobachtungslernen eingestzt Gegenkonditionierung: wiederholte Paarung eines Angstreizes mit einem positiven Reiz (US), welcher entgegengesetzte emotionale Reaktion hervorruft (UR); hier: Süßigkeiten / Essen Direkte Konditionierungwährend Peter aß, wurde Kaninchen in Raum gebracht, Abstände immer weiter verringert, blieb aber immer so groß dass keine Angstreaktion gezeigt wurdeam Ende Berührung und Spielen mit Kaninchen möglich Modelllernenunterstützt durch anwesende Kinder, die mit dem Kaninchen Spielten (Peter in sicherem Abstand) größter Einfluss auf den Erfolg der Angstabnahme Bewertungsystematische Desensibiliseirung eine formalisierte Variante des direkten Konditionierens, heute noch bei der Behandlung von Phobien eingesetztschrittweise Annäherung an gefürchtete SituationZiel war es damals nur, Erfolg therapeutischer Maßnahmen zu belegen, Nachteil: (Proof of Concept), dies auch ohne Psychoanalyse unbewusster Komplexe und Motive+ Kombination von Modellernen und Konditionierung, identifikation tatsächlich wirksamer maßnahmen nicht möglich
- Evolutionstheoretische Emotionstheorien: Grundlagen Charles Darwin als Begrüder der EvolutionstheorieGrunlage in der Vielfalt der Arten, die optimal an den Lebensraum angepasst sindstatt planvoller Schöpfugsprozess (argument from design) jetzt: Evolution durch natürliche Selektion, planvoller Eingriff des Schöpfers als blind watchmaker plakativ bezeichnet künstliche Selektion (Zucht)Voraussetzung der VariationVoraussetzung der Selektion (hier: durch Züchter, planvoll)Voraussetzung der Erbichkeitals Folge verschiebt sich der Anteil der Art mit selektivem Vorteil auf Kosten des Anteils einer Spezies ohne diesen Vorteilwird mit jeder Generation wiederholt, Anteil verschiebt sich immer weiter, Maximum: Anteil der Spezies ohne Vortei ausgestorbenNatürliche Selektion Voraussetzung der VariationVoraussetzung der Selektion (hier: durch natürlichen Selektionsdruck)Voraussetzung der ErbichkeitSelektionsdruck: natürlicher Umstand, der Überleben und Fortpflanzung limitiertNatürliche Selektion kann selbst neuen Selektionsdruck verursachen (arms races, Wettrüsten) Genotyp und Phänotypnatürlich Selektion setzt immer am Phänotyp an, nämlich der vorteilhaften Merkmalsausprägungvererbt wird diese Merkmalsausprägung nur, wenn diese auch erblich ist, d.h. sich im Unterschied des Genotyps wiederspiegelt; Genotyp = erblicher Anteil des Merkmalsphänotypische Merkmale ohne Entsprechung im Genotyp werden nicht vererbt Genotyp und GeneEinheiten der Vererbung = GeneBestandteile der DNS, beim Menschen auf 23 Chromosomenpaare verteiltGen = lokalisierbarer, Zusammenhängender Abschnitt der DNS, kodiert ein Polypeptidmolekül (Eiweiß) tatsächlich mehrere Gene zur Ausprägung eines phänotypischen MerkmalsEvolutionsbiologie: gen = theoretischer Begriff für die Einheit der Selektion1 gen = 1 MerkmalPsychologie orientiert sich am evolutioinsbiologisch vereinfachter Darstellung Erblichkeiteines phänotypischen Merkmals= Anteil an Unterschiedlichkeit im Phänotyp, basierend auf Unterschieden im Genotyp, übriger Anteil auf Umweltfaktoren zurückzuführenbezogen auf die gesamte Popolationz.B. 60% der Intelligenzunterschiede der Population Mensch gehen auf Unterschiede im Genotyp zurück, 40% auf Unterschiedliche Umwelteinflüsseist eine Momentaufnahme und kann sich verschieben, je ähnlicher die Umwelt ist, desto höher der erbliche Anteil einer Merkmalsausprägungz.B. Erblichkeit des biologsichen Geschlechts fast 100%, fast alle Unteschiede im Phänotyp gehen auf Unterschiede im Genotyp zurückVerteilung der MerkmaleVerschiebung der Häufigkeit von Varianten eines Merkmals durch natürliche Selektion, solange bis Variation aufgebraucht ist (dann ist das Merkmal fixiert)Erklärt nur langfristige Verteilung bestehender Merkmale, nicht Entstehung neuer Merkmale Neue Variationenzufällige Veränderungen des Genotps durch Mutation oder Rekombination von Gen-Abschnittenungerichtet, oft ohne äußerliche Ausprägung im Phänoypvon minimalen Änderungen bis tögliche Ausprägungengerichtet erst durch Selektion, Evolution entsteht Verhalten wird nicht von Genen sondern durch das NS gesteuertGene bestimmen Aufbau und Struktur des NS, Gestaltung vollzieht sich so, dass bestimmtes Verhalten in bestimmten Situationen mit hoher Wahrscheinlichkeit auftrittVerhalten also indirekt durch Gene gesteuert (Evolutionstheoretiker: gene für Verhaltensweisen)
- Evolutionstheoretische Emotionstheorien: Lamarckismus und ewige Keimbahn Theorie der Vererbung erworbener Eigenschaftenz.B. Muskelstärke durch vieles Laufen bringt vorteil und wird vererbtfalsch, denn kurz nach Befruchtung spezialisieren sich Zellendabei enstehen bereits Keimanlagen, die später Keimzellen (Ei und Samenzelle) bildenErfahrungen eines Idividuums während des Lebens haben keine Rückwirkung auf genetisches Material in der KeimbahnKeimbahnen reproduzieren sich immer wieder, während Körer nur Vehikel sind, die für den nächsten Reproduktionszyklus sorgen;Körper sind endlich, Keimbahnen ewig, solange der Organismus sich fortpflanzt
- Evolutionspsychologische Emotionstheorien: Evolutionäre Psychologie (EP) nach Cosmides und Toobyspezifische Annahmen, die sich von anderen Evolutionspsychologieschen Theorien abgrenzenModularität des GeistesAnssamlung spezialisierter Mechanismen (Module)Akzeptieren nur bestimmten Input, Produzieren nur spezifischen OutputInformational eingekapselte Operationen innerhalb eines Modulsfür andere Module unsichbar und unbeeinflussbar Entstehung der EP-Modulestatische Gesamtheit der Sektionsdrücke bewirkte die Entstehung der Modulein der environment of evolutionary adaptnedness (EEA), physikalische Umwelt der afrikanischen Savanne von vor 2 Mio. bis vor 100.000 JahrenSoziale Gesellschaft der Jäger und SammlerMuster von damals können heute sogar schädlich sein adaptive Probleme und Lösungenwesentliches Ziel der EP ist die Identifikation der adaptiven Probleme und Erforschung der kognitiven, emotionalen und motivationen adaptiven Lösungen (Adaptationen)adaptive Probleme = ind er damaligen Umwelt und deren Herausforderungen entstandene Probleme, z.B: Nahrungssuche, Fortpflanzung, ...jedes adaptive Problem führt zur Entwicklung eines Moduls, das dieses spezifische Problem löst Emotionen aus sicht der EPEmotionen sind EP Module, jedes spezialisiert auf ein spezifisches adaptives ProblemBesonderheit unter den EP-Modulen: weitreichende Konsequenzen ihrer Aktivierung für das gesamte System, liefert vielfältige Outputs/Konsequenzen, z.B. physiologische Erregung, subjektives Empfinden, kognitive Menschnismen, Handlungssteuerung, Hormonsystem, ...Körper und Geist sollen bestmöglich auf die Lösung des adaptiven probelms ausgerichtet werden, verschiedene Subsysteme koordinieren, z.B. Wahrnehmnung und Aufmerksamkeit verändern, Kommunikation: Hilferuf, etc. Bewertung: - Beliebigkeit in der Analyse adaptiver Probleme- Fokussierung auf Module und EEA- Versperrt blick auf Vernetzung von Funktionen- vernachlässigt phylogenetisches Erbe der Vormenschlichen Säugetiere- manche Lösungen so grundlegend im Bauplan verankert, dass unveränderbar, und nicht durch Evolution entstanden+ theoretischer Rahmen für Evolutionstheorie und Analyse von Erleben, Kognition, Verhalten und Kultur
- Evolutionstheoretische Emotionstheorien: evolutionspsychologische Analyse - adaptive Funktion suchen (Fortpflanzung oder Überleben)- Gedankenexperiment: Was passiert, wenn Emotion vorliegt, was wenn nicht, welche Vor- und Nachteile bringen entstehende Konsequenzen / Verhaltensweisen- welche emotionalen Verhaltensweisen führen zu einer besseren Weitergabe des eigenen genetischen Materials oder zur besseren Überlebensfähigkeit (Ressourcenbetrachtung)- wie kann die Qualität des Nachwuchses verbessert werden- annahme: Genotyp ohne Emotion, nun plötzlich Mutant mit dieser Emotion, was passiert, welche Vor- und Nachteile?- Wettrüsten?- wie werden Emotionen subjektiv beurteilt?
- Evolutionstheoretische Emotionstheorien: Double-Shot-Hypothesis Ein schuss, zwei TrefferBsp. Eifersucht unterschiedliche Überzeugung zwischen Männern und Frauen zu emotionalen VerhaltensweisenFrauen glauben z.B. Männer können Untreu sein und verliebt sein, aber auch untreu sein und nicht verliebt seinMänner glauben z.B. Frauen können verliebt sein und nicht unteru, oder verliebt und untreu durch Geschlechtsspezifisch unterschiedliche Überzeugungen zu emotionaler Verhaltensweisen, etstehen verschiedene Sichtweisen, die der Evolution Triebkraft gebenkeine Unterschiedliche Bewertung
- Evolutionstheoretische Emotionstheorien: Untersuchung von Buss et al 1992 zu Eifersucht Befragung von Männern und Frauen, ob Verliebtsein oder Sex kritischer bewertet wirdFrauen beurteilten Verliebtsein kritischer, Mäner den Sex Erklärungsansatz: unterschiedliche Bewertung der Emotion Kritik hinsichtlich Interpretation der Ergebnisse:- Bei Männern könnte keine Eifersucht, sondern sexuelle Erregung durch die Vorstellung ausgelöst werden, daher stärkere Bewertung - Double-Shot-Hypothesis: keine Unterschiedliche Bewertung, sondern unterschiedliche Überzeugungen verursachen Unterschiede in der Befragung, Bewertung sei gleich- zeigt nur Probleme auf, und welche Vorteile die Emotion bringt, aber nciht wie der Eifersuchtsmechanismus funktioniert- offenbar kann für beinahe jedes Ergebnis eine Evolutionsgeschichte konstruiert werden, auch für widersprüchliche Argumentenicht überprüfbare Hypothesen entstehen, sondern unprüfbare Prämissen für weitere Analysen
- Evolutionstheoretische Emotionstheorien: Grundlagen & Darwins Beitrag zur Emotionsmimik Emotionsmimik zentrales Thema weil- bereits seit Darwin 1878 untersucht (erster emotionaler Inhaltsbereich, der evolutionstheoretisch untersucht wurde)- es beschäftigen sich außerhalb der Psychologieauch Ethologen (Verhaltensbiologen) mit angeborenem Verhalten der Tiere (Signale der Kommunikation)- Paul Ekmans Popularität durch seine Forschung und TheorienDarwin stelte Theorien zur Evolution und Funktion der Mimik auf (theoretisches Ziel, umstritten) undsammelte Belege für den evolutionären Ursprung der Mimik (empirisches Ziel)Forschungsmethoden auch heute noch anerkannt als Beleg für evolutionären Ursprung:(1) Ausdruck wird innerhalb einer Kultur zuverlässig erkannt(2) Ausdruck wird in möglichst vielen Kulturen zuerlässig gezeigt und erkannt(3) Ausdruck wird bereits bei sehr kleinen Kindern gezeigt (kulturelle Überformung unwahrscheinlich)(4) vergleichende Untersuchungen zum Ausdruck bei verschiedenen TierspeziesErgebnis: unviersell, früh erworben und auch bei Tieren (Vorfahren) zu finden als Beleg für evolutionären Ursprung
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- Evolutionstheoretische Emotionstheorien: Paul Ekmans neurokulturelle Theorie der Emotionsmimik (1972) Emotionsmimik teilweise universellangeborener mimischer Ausdruck für kleine Gruppe von BasisemotionenFreude, Überraschung, Furcht, Trauer, Ekel, Ärgerbei ausgelöster Emotion wird automatisch mimisches Affektprogramm aktiviert, führt zu Veränderung in der Mimikob diese tatsächlich gezeigt wird, hängt von kulturell geprägten Darstelungsregeln ab (display rules, Konventionen)Echter mimischer Ausdruck wird so verstärkt, abgeschwächt (z.B. Begrüßungsverhalten Frauen / Männer), neutralisiert oder maskiert (asiatisches Lächeln oder Stiff upper lip der Britischen Oberschicht; unterdrückt bzw. von anderem Ausdruck überdeckt); oftmals negative Emotionen durch Freude überdeckt Darstellungsregeln können recht komplex sein, Darbietungsregeln einheitlich für ganze Kulturkreise, soziokulturelle Milieus oder subkulturen, teilweise sogar individuell wahre Emotionen oft in Gesellschaft überdeckt, z.B. Experiment mit bedrohlichem Film und Verhalten von Amerikanern und Japanern allein bzw. in Gesellschaft (Angst Sorge Stress) Lügen, Emotionen, undichte Stellenmimisches Affektprogramm wird nicht unterdrückt, sonder Umsetzung motorische Impulse im Gesichthäufig nicht perfekt, sondern ursprüngliche Emotion sickert durchspontane Emotion oft Mikroexpression (sehr schnell, aber nur kurz anhaltend)durch Darstellungsregeln beeinflusst oft verzögert und hält zu lang anScham und Furcht entlarven schlechte Lügner (im Gegensatz zu schamlosen Lügnern) Belege für UniversalitätExpedition nach Papua-NeuguineaKulturen mit wenig interaktion mit anderen Kullturen (keine Beeinflussung durch westliche Verhaltenskonventionen)bekamen Emotion genannt und mussten aus 3 Bildern die passende Emotion wählen (1 Treffer und 2 Distraktoren)Überwiegend wurde richtig zugeordnetbesonders hohe Diskriminierugsleistung bzgl. Freude, schwieriger bei Furch und Überraschung, (und Trauer) wobei hier auch westliche Kulturkreise schwieriger diskriminieren (Zufallsniveau)
- Evolutionstheoretische Emotionstheorien: Fiedlunds ethologische Sicht der Emotionsmimik mimische Signale in Evolution entstanden (wie Ekman)bestreitet aber Dichotomie des mimischen Affektprogramms vs. Darstellungsregelnaufrichtiger Ausruck häufig eher Nachteil , evolutionärer Zweck kann daher nicht die aufrichtige Kommunikation von Gefühlen seinGrundsätzlich manipulative Natur von Signalen, d.h. auch Veränderung der sontanen Mimik evolutionstheoretischer HintergrundMimik dient dazu, Verhalten anderer Individuen zu beeinflussenz..B. Drohgebärden, Paarung, etc.(z.B. Kommentkämpfe)Konflikt wird versucht, durch Signale zu lösen, um Verletzung, Zeit, Energieverbrauch zu meidenMimik daher in erster Linie auch in sozialen Situationen gezeigt = PublikumseffekteFreude z.B., weniger für Trauer (wird eher privat gezeigt)
- Appraisaltheorien (Definition) Appraisal = Einschätzung einer Situation / Objekt / Subjekt / Ereignis als relevant für die eigene Person und das eigene Wohlergehen (nicht beliebige Einschätzungen)sind nicht intellektueller Natur, sondern sinnliche Einschätzungen direkt, unmittelbar, nichtreflexiv, nichtintellektuelle, automatischNiedergang des Behaviorismus in den 1960er Jahrenauch kognitive Emotionstheorien, Einschätzungstheorien, kognitiv-evaluative EmotionstheorienUrsache für unterschiedliche Emotionen sind unterschiedliche Muster von Appraisals (Einschätzungen)Bsp. kann ein Ergebnis in einer Prüfung für 3 Teilnehmer gleich sein, aber unterschiedliche Emotionen auslösen / unterschiedlich emotional eingeschätzt werdengab es bereits in der AntikeAlexius Meinong (1894) Emotionen werden aus Wünschen und Überzeugungen abgeleitetMgda Arnold (1960), dann erst in der Psychologie wahrgenommen (Kognitive Wende / Experimentelle Psychologie die damals einsetzte)Mitte der 1980er Jahren dann eine Reihe von Appraisaltheorien: emotionsrelevante Kognitionen tragen zur Differenzierung von Emotionen bei (z.B. Klaus Scherer, Bernhard Wiener)- Antizipation (Ist S erwartet oder unerwartet?) - entspricht nicht der Definition- Sicherheit (Ist S Sicher oder nur wahrscheinlich?)- Motivkongruenz (Ist S relevant für meine momentanen Ziele oder überdauernden Motive?) - Verschulden oder Verdienst (Wer ist/war für S durch sein Handeln verantwortlich?)- Kontrollierbarkeit (Kann ich S verhindern oder hervorrufen?)- Bewältigungspotential (Welche Möglichkeiten zur Verbesserung der Situation?)- Kongruenz mit sozialen und ethischen Normen (ist die Handlung deren Folge S ist moralisch gut? akzeptiertes Soziales Verhaltensnormen? Lobenswert oder tadelnswert?)
- kognitiv-emotionale Theorie der Emotion von Lazarus (um 1960) in den 1960er Jahren einer der Ersten, der Abweichend von der physiologischen Reflexpsychologie nach James oder Watson das Gewicht aufsubjetive Wahrnehmung und Interpretation der Situation durch die person legtePrimäres AppraisalEinschätzung der SituationZielrelevanz (betrifft Sachverhalt Ziele und Motive der Person - sonst keine Emotion möglich)Zielkongruenz (förderlich = Kongruenz, hinderlich = Inkongruenz; führt zu positiven oder negativen EmotionenArt der Ego-Beteiligung (um zwischen verschiedenen Emotionen zu unterscheiden, z.B. Bedrohung von Ansehen / Status = Ärger, von moralischen Normen = Schuld, des Ich-Ideals = Scham) Sekundäres AppraisalEinschätzung der Optionen und Chancen der BewältigungVerschulden oder Verdienst (verursacht oder verantwortlich = Stolz oder Schuld)Bewältigungspotenzial (Möglichkeiten zum coping, kann negative Emotionen verstärken oder schwächen, keine Möglichkeit: Traurigkeit)Zukunftsbezogene Erwartungen (Veränderung der Situation? wieder abschwächend oder intensiviered auf die aktuelle Emotion, oder verändern die Emotion, z.B. Traurigkeit -> Hoffnung, Depression oder Hoffnungslosigkeit)durch Speismann und Kollegen (1964) experimentell untersucht:Bedrohlichkeitseinschätzung eines Filmes, der mit intellektualisierende, leugnenden, traumatisierenden oder keinen Kommentaren versehen wargemessen wurde der EDR (el. Hautwiederstand)Ergebnis: traumatisierend > ohne > leugnend > intellektualisierendkognitive Einschätzung: Einfluss bewiesennachfolgend wurde sogar Einfluss eines vorher gegebenen Kommentares bewiesenwichtig praktisch z.B. für Rettungssanitäter, die bedrohliche Situationen rational bewerten müssen Emotionsorientierte ...Zielt auf Veränderung der Emotionen ab, Z.B. Wellness, Ablenkung; behebt nur das Sympton (Emotion), nicht die Ursache (Problemund Problemorientierte BewältigungZielt auf zugrundeliegende Probleme ab, langfristig erfolgversprechend, verhindert ja weitere Probleme, schließt Belohnung mit Wellness nicht aus, tatsächliche Verbesserung der Situationneben der bisher beschreibenen molekularen Betrachtugsebene (prozessorientiert / Fokussierung auf Appraisalprozesse):Molare Betrachtungsebeneeinzelne Kernthemen der Mensch-Umwelt-Beziehung i Vordergrund (core relational themes)(1) verletzt und gedemütigt werden (Ärger)(2) eine existenzielle Bedrohung erfahren (Furcht)(3) einen unwiederbringlichen Verlust erleiden (Trauer)(4) einen moralischen Standard übertreten (Schuld)(5) einem wichtigen Ego-Deal nicht entsprechen (Scham)(6) den Besitz eines anderen Begehren (Neid)(7) einer Person verübeln, dass sie etwas begehrtes Vorenthält (Eifersucht)(8) Nähe oder OKntakt mit unappetitlichem Objekt - Wörtlich oder metaphorisch (Ekel)(9) das schlimmste Fürchten, aber Besserun ersehnen (Hoffnung)(10) einen guten Fortschritt in Richtung eines Zieles machen (Freude)(11) eine erhöhung des Selbst oder sozialen Wertes erfahren, indem man für eine Wertgeschätzte Leistung verantwortlich war (Stolz)(12) jemandem für ein altruistisches geschenk verantwortlich halten (Dankbarkeit)(13) sich erwiderte Zuneigung wünschen (LIebe)(14) durch das Leid anderer Bewegt sein (Mitleid)Kritik - kommt Lexikondefinition der Emotionen gleich, zu wenig flexibel+ sehr plausibel+ füllt wichtige Lücke der kognitiven Natur von Emotionen (Gedanken und Bewertungen der wahrgenommenen Sachverhalte)+ erkläart so die unterschiedliche Reaktion von personen auf gleiche Sachverhalte
- kognitive Struktur von Emotionen: OCC Modell neben Apprailsals weierer Ansatz zur Strukturierung des Emotionsraumesmithilfe dieser Strukturen ist vorhersehbar, in welchen Situationen welche Emotionen auftretendurch Appraisals und weitere Kognitionen werden Emotionen verursacht und differenziertOrtony und Kollegen (1988)basiert auf typischen Appraisals (Motivkongruenz, Kongruenz mit sozialen Normen)dazu kommen Unterscheidungen nach Sachverhalten (z.B. Objekt auf das sich die Einschätzung bezieht)Reaktion auf Aspekte von Objekten (Tiere, Gedanke, Personen, ...) (Attraktion / Gefallen / Appealingness)mögen (Liebe)nicht mögen (Hass)Reaktion auf Konsequenzen von Ereignissen (Erwünschtheit / desirability)Veränderungen von Zuständen in der ZeitWohlergehenFokus auf sich selbst / Erwartungen irrelevant: erwünscht = FreudeFokus auf sich selbst / Erwartungen irrelevant: unerwünscht = LeidErwartungsbasiertFokus auf sich selbst / Erwartungen relevant: erwünscht = Hoffnungbestätigte = Zufriedenheitunbestätigt = EnttäuschungFokus auf sich selbst / Erwartungen relevant: unerwünscht = Furchtbestätigt = bestätigte Furchtunbestätigt = ErleichterungSchicksal der AnderenFokus auf andere / für anderen erwünscht/sympathisch MitfreudeFokus auf andere / für anderen erwünscht/unsympathisch MissgunstFokus auf andere / für anderen unerwünscht/sympathisch MitleidFokus auf andere / für anderen unerwünscht/unsympathisch SchadenfreudeReaktion auf Handlungen von Agenten (Löblichkeit / praiseworthiness)HandlungsbasiertFokus auf eigene Person / lobenswert = StolzFokus auf eigene Person / tadalnswert = SchamFokus auf andere Person / lobenswert = BewunderungFokus auf andere Person / tadalnswert = Empörung Type = repräsentiert das Gemeinsame an einer Gruppe von Emotionen,Name sollte nicht überbewertet werdenToken = aufgliederung der Type in weitere Unterbegriffe, z.b. Liebe aufgegliedert in Bewunderung, Mögen, Angezogen sein etc.weitere Emotionen durch Kombination dieser Emotionenz.B. wenn gleichzeitig Handlung und Ereignis bewertet werden; Befriedigung = Freude und Stolz (Handlung führte zu wünschenswertem Ereignis)Reue = Leid und Scham (unerwünschtes Ereignis augrund Tadelnswürdigkeit einer Handlung)Dankbarkeit = Freude und BewunderungÄrger = Leid und EmpörungKritik+ sorgfältige Analyse+ Ansätze zur Anwendung bei Künstlicher Intelligenz und Robotik (dort am weitesten verbreitet)- teilweise keinen Begriff für Emotion im Deutschen (aber warum eigentlich nicht?)- kaum empirisch getestet worden
- Kritik an Theorien diskreter Emotionen Bsp. Russel (1991) übt KritikFrage nach der Grundlegenden Einheit der Emotionensind grundlegende Emotionskategorien wie Freude, Furcht, Liebe, Wut etc. tatsächlich die Atome / Unteilbaren des Emotionsgeschehens, lassen sich nicht weiter differenzieren?(Basisemotionen genannt)weit verbreitet unter Laien und Experten: Klassenhierarchie der EmotionenObere Kategorie Emotion zerfällt in Kategorien mittlere Ebene (Furcht, Freude, Ärger, Ekel, Trauer, ...) , weitere Analyse z.B. Furcht in Panik, Schrecken, Nervositätz.B. Trauer in Leid, Niedergeschlagenheit, Depression etc.- einzelne Begriffe können mehrfach auftauchen (z.. Nervosität bei Furcht und Ärger)- Klassenhierarchien vererben ihre Eigenschaften an die unteren Ebenen, nicht immer haltbar (z.B. Dankbarkeit und Hoffnung nicht mit physiologischer Erregung verbunden, die Emotion allgemein zugeschrieben wirdFazit: vorwissenschaftliche Begriffe sollten komplett aufgegeben werden, um wissenschaftliche Emotionstheorie zu entwickeln -
- Prototypische Emotionsepisoden und Kernaffekt (Dimensional) typikalität und gradierte Sturkturnatürliche Begriffskategorien sind in der Form von Prototypen repräsentiert und haben gradierte Struktur, d.h. einige expemlare sind typisch (schnell und eindeutig zuordenbar), andere untypisch (langsamer, geringere übereinstimmung), dazwischen gradueller Verlaufauch für Emotionen typische (Freude, Furcht) und untypische (Verliebtheit) Vertretertypische teilen untereinander viele der zentralen Merkmale:- durch ein äußeres Ereignis ausgelöst- bestimmte Dauer- charakteristische Erlebensqualität- salienter AusdruckPrototypische Emotionsepisoden(Russel und Barrett 1999)bei Emotion wird an diese Episoden gedacht, danach eingeordnet, beinhaltet: Objekt (Person, Ereignis, Handlung) auf die sich Emotion bezieht Kernaffekt (elementarste, bewusst zugängliche emotionale Gefühle, das eigentlich emotionale, teils ohne Objekt, vielfältige Ursachen - Lust/Unlust, Anspannung/Entspannung, Niedergeschlagenheit/Hochgefühl; variiert in Intensität, Person ist in diesem Zustand) passendes Verhalten Körperliche Veränderungen (neural, chemisch, peripherphysiologisch) Aufmerksamkeit und Kognitionen /Appraisals bezogen aufs Objekt Erfahrung / Bewusstsein des Erlebens
- Dimensionale Struktur des Kernaffekts sollen VP Emotionsbegriffe, Emotionsmimik o.ä. miteinander vergleichen, und analysiert diese Vergleiche faktorenanalytisch, häufig 2 breite Dimensionen: Lust (pleasure) und Erregung (arousal) es ergibt sich einfache dimensonale Struktur des Kernaffekts (Russell, 1980) Emotionsbegriffe gruppieren sich nicht um die Achse, sondern bilden Circumplex (kreisförmige Anordnung auf deren gedachten Außenlinie die Emotionsbegriffe liegen) im Zentrum / Schnittpunt ist emotinaler Zustand neutral, umso bewegter nach weiter außen meist herrschen eher neutrale oder leicht getönte Zustände nahe des Schnittpunktes vor je affektiver, desto weiter außen in der unteren Hälfte werden als eher nicht emotionale Zustände gruppiert Unlust/Deaktivierung: müde, lethargisch, deprimiert, traurig (Trauer)(weniger Unlust) Unlust/Aktivierung: aufgebracht (Ekel), gestresst, gereizt (Ärger), angespannt (Furcht) (Überraschung) (mehr Lust) Lust / Deaktivierung: ruhig, entspannt, gelassen, zufrieden Lust / Aktivierung: erfreut, begeistert (Freude), aufgeregt, wach Teilweise weitere Dimension als Spannung-Lösung beschrieben (Wundt 1922) mach Lagn 2008: Valenz (Lust/Unlust), Errgeung (Erregung/Beruhigung) und Dominanz (Spannung/Lösung); liegt normierten IAPS (international affektive picture system) zugrunde, hält eine vielzahl von emotionalen Fotos bereit Kritik+ Begriffe tauchen nicht mehrfach auf+ kein Vererbungsproblem von Eigenschaften+ gelingt für Valenz und Arousal besser, neuronale Marker zu bestimmenFazit: Basisemotionen eher prototypische Emotionen, die sich auf den Dimensionen Valenz und Arousal einordnen lassen
- Neurowissenschaftliche Emotionstheorie: Amygdala-Theorie Bisher 2 weitere Theorien: James peripheralistische Theorie: somatosensorische Rückmeltiong emotionsbegleitender körperlicher Veränderungen = emotionales Erleben Cannons zentralnervöse Theorie: im Gehirn spezialisierte Regionen (subkortikal, Thalamus) bewirken Ausdruck und Gefühl von Emotionen Amygdala (Mandelkern) = Telencephalon gelegen, paariges Kerngebiet, vorderer Temporallappenbereich, Größe und Form einer Mandel, befindet sich ber Hirnstamm, Mittelhirn und Zwischenhirn im Endhirn, keine Schichtung wie Kortex, sondern große und dichte Anhäufung von NervenzellenKlüver-Bucy-Syndrom (1939)typisches Verhalten von Rhesusaffen, denen Amygdala entfernt wurde nahmen vieles in den Mund (Hyperoralität, Hyperphagie)übersteigertes Sexualverhalten (Hypersexualität)zahm, ohne Furcht, daher Amygdala besonders mit Furcht in Verbindung gebrachtTheorie von LeDouxAmygdala = Strutur, in der Informationen über Reize (Afferenzen) zusammenfließen und die mit Furcht einhergehenen Veränderungen (Erleben, Verhalten, Physiologie = Efferenzen) ausgelöst werdenSturktur Amygdala:lateraler Kern: Informationszusammenfluss (z.B. Thalamus), Assoziationen US-CS bei Furcht-Konditionierungzentraler Kern: erhält US oder CS Info aus lateralem Kern, aktiviert weitere Kerngebiete, die Furchreaktion bewirken (z.B: Hypothalamus, Mittelhirn)basolateraler Kern: erhält Kontextinformationen z.B. Assoziationskortex, medialer PFC, Hippocampus, Infos moderieren Furchtreaktion (z.B: Verstärkung, AbschwächungFunktionsweise und einzelne Kerne oft beschrieben, LeDoux besonders folgende Annahmen:Afferenzen erreichen Amygdala nicht nur über Kortex /high road, sondern bereits über Thalamus /low road (Eingangstor zum Kortex)Experiment mit Ratten zeigte, dass Entfernung des auditiven Kortex eine Furcht-Konditionierung auf einen Ton nicht verhindertedagegen konnte ohne CGM des Thalamus keine Furchtkonditionierung bewirkt werden insbesondere Zerstörung der thalamo-amygdaloiden Bahn verhindert FurchtkonditionierungLow Road = Frühwarnsystem, noch ohne Objekterkennung, Alarmzustand des Körpers kann ausgelöst werden (Quick & dirty), emotionale reaktion somit erleichtertKritik+ vielfach durch Belege gestützt+ konsistent mit Theorie der Basisemotionen / diskrete Emotionen- ohne Amygdala natürlich trotzdem Angst möglich (ohne Amygdala und Temporallappen - zur Kontrolle von Epilepsie entfernt - trotzdem Angstreaktion auf Reize); daher vlt nur. fürs Erlernen von Furcht , nicht fürs Zeigen der gelernten Furchtreaktion- Amygdala nicht spezifisch für Angst, auch andere Emotionen und inbes. positive Emotionen in Verbindung mit Emotionen
- Interaktion Emotion und Kognition Denken und Handeln wird von Emotionen beeinflusstInhaltlicher Einfluss (was wir denken)was wird bevorzug verarbeitet und abgerufenin positiver Stiummung fallen uns positive Ereignisse und Objekte in der Umgebung auf, auch positive Erinnerungen werden aktiviert, viele Dinge gehen locker von der Handin negativer Stimmung kann uns kein positiver Gedanke aufheiternStimmungskongruenzeffektabzugrenzen von Stimmungsabhängigem Gedächtnis, (Gedächtnisvorteil, wenn eotionaler Kontext bei Enkodierung und Abruf gleich sind)Qualitativer Einfluss (wie wir denken)Einfluss z.B. auf Gedächtnis, Informationsverareitung und EntschiedungsverhaltenGedächtniseinflussBlitzlichterinnerungen (flashbulb-memory) lebhafte, detaillierte ErinnerungenDeteiltreue und Genauigkeit unterliegen nach zwischenzeitlichen Erkenntnissen genauso Verzerrungs- und Vergessensprozessees bleibt aber ein Gedächtnisvorteil emotionaler gegenüber neutralen EreignissenPatienten mit reduzierter Amygdalafunktion geringerer Gedächtnisvorteil für emotionale InhalteBildgebungsstudien zeigen Korrelation zwischen Amygdala-Aktivierung und anschließender GedächtnisleistungStressreiz aktiviert Amygdala und diese den Hypothalamus, in der Hypophyse bewirkt dieser die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol in der NebennierenrindeZusammenhang zwischen Stress und Gedächtnisleistung im umgekehrt U-förmigen Verlauf: ein bisschen Stress ist förderlich, niedriges mit mittleres Cortisolniveau führt zu verbesserten Gedächtnisleistungenaber: Blockade bei Prüfungsleistungen, Zeugenbefragungen bei Gewaltverbrechen: Rückkopplung über Feedbackschleife (reguliert eigentlich Cortisolproduktion)entfällt, sodass Cortisol immer weiter produziert wird, was zu funktionalen Ausfällen des Hippocampus führtÜberschreiten des Optimums des Cortsolspiegels und reduzierte GedächtnisleistungInformationsverarbeitungkomplizierte Tätigkeiten manchmal unlösbar, manchmal locker von der Handmilder positiver Affekt von Emotionen beeinflusst Denken und Handeln, (erhöhte Flexibilität)- steigert Flexibilität im Denken- erhöhte Kreativität beim Problemlösen- erhöhte Bereitschaft, neues auszuprobierenBsp. Kerzenproblem von Duncker, idR nur von 20% gelöstKomödie oder neutraler Bericht gezeigt, erneut Problemlösungnun 75% gelöst in Komödien Gruppe (positiver Affekt)auch negativer Affekt begrenzt positive Auswirkung auf Problemlösefähigkeit, allerdings nur, wenn wir Fehler wiederholt rückgemeldet bekommen (not macht erfinderisch)negativer Effekt des positiven Affektes:erhöhte Ablenkbarkeit, z.B. Abwesenhiet einer Gefahr angenommen durch positiven Affekt, resultiert in höherer Risikobereitschaft; negativer Affekt als Gefahrensignal, vorsichtigeres (weniger flexibles) VerhaltenEntscheidungsverhalten2 Theorien stehen sich gegenüber: rationales "kühles" Handeln vs. Damasios Theorie der somatischen Marker (Emotionen wichtige handlungsleitende Rolle, untersucht bei Iowa-Glücksspielaufgabe, Bechara 1994)IGTEintscheidungsverhalten in riskanten Situationen untersuchtkarten in 2 Stapel: geringe Gewinne/Verluste aber langfristig höherer Netto-Gewinn (die "guten") und höhere Gewinne und Verluste, aber langfristig geringerer Netto-Gewinn (die "Schelchten")gesunde Personen ziehen unbewusst (ohne explizites Wissen) zunehmend vom guten Stapel, Personen mit Läsionen im mittleren und unteren Stirnhirn ehrheitlich riskantbei gesunden Personen auch erhöhte Hautleitfähigkeit bei riskantem Zug, nicht bei PatientengruppeKritik- Unterscheidung nicht nur in langfristigen Gewinn/verlust sondern auch absolute Werte - wurde deswegen verändert, wobei gesunde Personen trotzdem vom Guten Stapel zogen, jetzt aber erhöhte EDR bei positivem StapelEDR zeigt unmittelbar bevorstehendes Risiko, Wahl aber von langfr. Konsequenzen bestimmt- kein explizites Wissen über Güte der Kartenstapel+ IGT als Instrument zur Untersuchung von Verhaltensauffälligkeiten (spiel- und Kokainsucht)Bei Suchtkranken negative Rückmeldung gestört, die für die weitere Handlungssteuerung zu berücksichtigen wäre- aber: ist dies Ursache oder Folge der Suchterkrankung?
