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Klinische Kinder- und Jugendpsychologie (Fach) / Karto Kartei Si Si Oui Oui (Lektion)
Das Übliche
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- Alterstypische Ängste 0 - 2 Jahre = Fremde, laute Geräusche, Trennung 2 - 4 Jahre = Fantasiegestalten (Monster), Dunkelheit, Einbrecher 5 - 7 Jahre = Naturereignisse, Verletzungen, Tiere, Medieninduziert 8 - 11 Jahre = Schulische Ängste (Versagen, Noten, Bewertung) 12 - 18 Jahre = Soziale Ängste
- Pathologische Angst Übertrieben stark, nicht altersangemessen, unrealistisch Resultat: Vermeidungsverhalten, sek. Ängste, Erwartungsangst, keine Beruhigung durch Angstfreiheit Anderer
- Äußerung von Angst bei Kindern Vermehrt Somatisierung bei Verneinung von Angst (Bauchschmerzen, etc.) Oft fehlende Einsicht/Leidensdruck Verhalten oft kontextabhängigSuggestive therapeutische Interventionen wirksam
- Angststörungen (Epidemologie) Häufigste psych. erkrankungen im Kindes-/Jugendalter (10.4% aller Achtjährigen behandlungsbedürftige Angststörung)Mädchen häufiger als Jungen (2:1)
- Angststörungen (Erklärungen) Unsicher-Ambivalenter Bindungsstil als Prädiktor (geringe Varianzerklärung) Temperament (Behavioral Inhibition) = Verminderte Erregungsschwelle (limb. System/Sympathikus), Zurückhaltung/Ängstlichkeit bei Kontakt mit Unbekanntem Behavioral Inhibition Attachment Modell = BI + Unsichere Bindung → Prädisposition Serotonin-Transporter-Gen + 5-HTT-promoter-length-polymorphysm Heritabilität = 20 - 40%, keine monogenetische Ursache Überengagemet der Eltern assoziiert, kein Einfluss von Wärme, geringere selbstwirksamkeit der Eltern (Kausalität nicht geklärt)
- Theorie der exekutiven Dysfunktion (Autismus) Beeinträchtigung von Fähigkeiten zu Planung, Vorausschau, Flexibilität und strategischem/zielorientiertem Handeln → Folge: Repetitive Verhaltensweisen + Veränderungsangst
- Theorie der beeinträchtigten zentralen Kohärenz (Autismus) Zentrale Kohärenz = Wahrnehmung von Szenen/Gegenständen/etc. im KontextBei Autisten segmentierte Wahrnehmung → Reizüberflutung → Folge: Nicht fähig zu abstrahieren, Detailwissen (bis hin zu Inselbegabung)
- Theorie der beeinträchtigten Theory of Mind (Autismus) Fähigkeit der Perspektivübernahme eingeschränkt → Folge: Verminderte Empathie, Fehlinterpretation soz. Reize
- Prognostische Faktoren (Autismus) Generell: Entwicklungsstörung, also nur Besserung aber keine Heilung möglich - Schweregrad- Sprachentwicklung + IQ (5 - 6 J)- Andere Komplikationen (Epilepsie [häufig] + neurologische Auffälligkeiten) Therapieerfolge: - IQ - Alter - Stunden Intervention/Woche + Dauer
- Funktionsniveau (Autismus) 1 - 2% unauffällig (Erwachsen) 16 - 25% mit Hilfe in Familie/Beruf integrierbar 60% kontinuierlich auf institutionelle Hilfe angewiesen
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- Vorhersage von Autismus (Prospektiv) Symptome ab 24. Lebensmonat relativ stabil (Davor: Gute Spezifität aber niedrige Sensitivität) Heimvideos (Retrospektive Auswertung) Differenzierungsmerkmal (Blickkontakt → 77% aller Klassifikationen richtig | Reaktion auf Namen, Zeigen von Gegenständen, Deuten) Repetetives Verhalten (KEINE ausreichende Differenzierung)
- Autismusdiagnostik (Methoden) Screening: (FSK) - Fragebogen zur sozialen Kommunikation (Lebenslage + aktuelle Verfassung [Lebenslange Diagnose bei frühkindlichen Infos besser]) Ausführlich:(ADOS) - Beobachtungsskala für autist. Störungen (ADI-R) - Diagnostisches Interview für Autismus (>2 Stunden mit Eltern)Meist Diagnostik über beide Verfahren
- Interventionsprinzipien (Autismus) Maßnahmen beeinflussen primär Teilnahme am Leben → Veränderungen nach max. 1 Jahr Interventionsmethode/-frequenz abhängig von..Belastungen: Schweregrad der Symptomatik + Komorbide ErkrankungenRessourcen: Alter (jünger = besser), Intelligenz + psychosoz. Faktoren, Ressourcen Eignungsmerkmale: Einfach erlernbar (Umwelt) Im Alltag umsetzbar Effektivität erkennbar
- Bereiche der Intervention (Autismus) Rezeptive/Expressive SpracheNonverbale KommunikationGrob-/Feinmotorische FähigkeitenKognitive Fertigkeiten (Symb. Spiel, Schulisches)Ersetzen von StörverhaltenSoziale KognitionenAlltagspraktische + organisatorische Fertigkeiten
- Intervention (Autismus) Operante Konditionierung (sehr hohe Ansprechrate)Positive Verstärkung direkt nach Auftreten von Zielverhalten (kontinuierlich → intermittierend)Zielverhalten am besten selbstverstärkend Problem: Verstärkersuche (Sonderinteressen nutzen) TherapeutenverhaltenKonkret + Direkt, viel Struktur (Alltag + Therapie), häufige Wiederholungen (verschieden strukturierte Settings), reizarme Umgebung, Entwicklungsorientierung, Elternarbeit, Ressourcen erkennen
- Therapieprogramme (Autismus) (ABA) - Förderung nach angewandter Verhaltensanalyse [Operante Konditionierung!] (ESDM) Early Start Denver Model [ABA + beziehungsfokussierte Förderung, früh ab 12 Monate] (TEACCH) - Strukturierungshilfen [Wenig außengeleitet → Selbstständigkeit erhöhen] (PECS) - Sprachanbahnung mit Visualisierungshilfen [wenn nicht sprechen]
- Applied Behavior Analysis (ABA) Individuelle Verhaltensanalyse - Verstärkung, Löschung + Entzug von VerstärkernIm häuslichen Umfeld → Eltern = Aktive KotherapeutenNICHT: Direkte Bestrafung oder negative Verstärkung Umfang: 20 - 40 Stunden/Woche über 2 Jahre [Beginn = 3 - 4 Jahre]Mitlere bis starke Effekte auf IQ + sprachbezogene Skills + AnpassungGemischte Ergebnisse bzgl. Zusammenhang Dauer - Verbesserung
- Early Start Denver Model (ESDM) Dauer: 20 Stunden/Woche + 5 Stunden/Woche für ElternVerbesserung in Early Learning + Adaptive Behavior
- Treatment and Education fo Autistic and related Communicationhandicapped Children (TEACCH) Pädagogisch-therapeutischer, stark individualisierter (ganzheitlicher) Ansatz Rahmenbedingungen → Förderung durch Lern-/Übungsangebote Gestaltung des Umfelds (Förderpläne, mat. Umgebung, Abläufe visualisieren, Struktur)
- Picture Exchange Communication System (PECS - Allgemein) Kinder erlernen Kommunikation stufenweise über Arbeit mit Bildtäfelchen (Pictos)→ Nutzen der Kommunikation wird unmittelbar durch Kommunikation von Bedürfnissen klar Konzept- Visuelle Kommunikation → Funktionale Sprache/Kommunikation fördern- Initiierung von Kommunikation erlernen- Ersetzen verbaler Sprachen durch Bildkarten Ziel = Eigenständige Kommunikation Wirksamkeit: Starke PECS-Nutzung, mehr Initiieren von Kommunikation, keine Unterschiede = Häufigkeit d. Sprechverhaltens, ADOS-Score + SprachtestEffekte halten sich nicht über Therapie hinaus!
- PECS (Phasen) Wie wird kommuniziert? - Kindgibt T ein Picto → Erhält sofort was es haben will (Lernen - T zur Kommunikation und Co-T zum Prompten) Distanz und Beharrlichkeit - Weg Picto/Kind oder Kind/T wird länger(Gewünschtes beharrlich verlangen - nur 1 Picto pro Situation) Differenzieren - Pictos differenzieren und aus mehreren wählen, was er will(3a = 1 geliebter + 1 ungeliebter P, Standortwechsel | 3b = 2 Geliebte, Standortwechsel) Satzbildung - Kind lernt "Ich will..." mit Pictos zu legen + T zu geben("Ich will" zu Beginn schon aufgeklebt → Kind klebt selbst) Fragen beantworten - Kind lernt auf "Was willst du?" zu antworten Kommentieren - Auf Fragen wie Was siehst/hörst du antworten + spontane Kommunikation
- Token-System Methode zur Löschung unerwünschten Verhaltens/Aufbau erwünschten Verhaltens.Tokens als sekundäre Verstärker, die in primäre Verstärker umgewandelt werden können. Ablauf klarmachen Feste Regeln formulieren (auch für Eltern | Kein Bestrafungsinstrument!) Punktemenge einem Verhalten zuordnen → Wechselkurs festlegen Zu Beginn einfaches Sammeln → Steigern des Schwierigkeitsgrades Kindgerechten Punkteplan erstellen + später anpassen/ausschleichen
- Trennungsangst (Allgemeines) Starke Angst vor Trennung von prim. Bezugsperson begleitet von Sorge, dass Kind/BP etwas zustoßen könnte (Diagnose frühestens mit 3J)- Deutliche Leiden/Beeinträchtigung des Kindes Folge: Weinen/Schreien, Anklammern,Kontrollieren, somatische Beschwerden→ Vermeidungsverhalten
- Trennungsentwicklung (normal) "normale" Trennungsangst→ 7 - 12 Monate = Beginn→ 15 - 18 Monate = Gipfel → Danach Abfall→ Problemlose Trennung ab 36 Monaten
- Fremdeln Auftreten: 6. - 9. Lebensmonat → Zunehmende Differenzierungsfähigkeit → Auch unter Anwesenheit prim. BP
- Selektiver Mutismus (Symptome) Versagen in spezifischen, erwarteten soz. Situationen zu Sprechen, trotz sprechen in Anderer Verhindert soz. Kommunikation/bildungsrelevante Errungenschaften Mind. über einen Monat (nicht erster nach Schuleintritt) Nicht durch fehlende Sprachkenntnisse/-sicherheit Differenzialdiagnose
- Selektiver Mutismus (Situative Einflüsse) Ob gesprochen wird, ist abhängig von... Person (Vertraute > Fremde | Kinder > Erwachsene) Ort (Bekannt > Unbekannt | Privat > Öffentlich) Inhalt (Auswahl > Freie Antwort | Fakten > Meinung/Gefühle) Interaktion der Faktoren → Es muss nicht immer alles zutreffen
- Selektiver Mutismus (Psychomotorische Auffälligkeiten) Gesteigerte Berührungsangst: Tieren, elektr. Geräten oder rotierenden MaschinenSymptome: Hände hinter Rücken verstecken, auffällige Körpersprache Motorische Initialhemmung: Hohe mot. Antwortlatenz Symptome: Passivität, Unsicherheit bei einfachen mot. Tätigkeiten, Zurückhaltung, Langsames Bewegungstempo ("Freezing") + selektive Inaktivität in (beobachteten) Situationen
- Selektiver Mutismus (Ätiologische Faktoren - Biologisch) Biologie- Inhibiertes Temperament- Angststörung innerhalb der Familie- Hohe Arousal/Freeze-Response
- Selektiver Mutismus (Therapie) Elternberatung (→ Eltern als Kotherapeuten)- Psychoedukation zum Abbau dysfunktionaler Kognitionen + Genese-Annahmen- Stärken unterstützen und dysfunktionale Reaktionen umstellen Operante Verfahren mit Tokensystem Schwierigkeiten: Zielverhalten (realistisch + überprüfbar) festlegen, Steigerung, schnelle/adäquate Belohnung Dysfunktionale Überzeugungen überprüfen und realistisch widerlegen
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- Depression (Haupt- und Nebensymptome) Mindestens 6 Symptome aus beiden Kategorien nennen Hauptsymptome: Gedrückte Stimmung, Interessen-/Freudlosigkeit, AntriebsstörungMindestens: 2 oder 3 Symptome Nebensymptome: Konzentrationsstörung, ↓ Selbstwertgefühl, Schuld-/Wertlosigkeitsgefühle, Negative Zukunftsperspektive, SVV/Suizidgedanken, Schlaf- & AppetitstörungMindestens 2 - 4 Müssen über mind. 2 Wochen vorliegen
- Verlauf depressiver Symptome Kein Unterschied. Verstimmung, Konzentrationsdefizit, Insomnie & Suizidgedanken Zunahme: Freudlosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Verlangsamung, Wahn, Tagesschwankungen Abnahme: Trauriger Ausdruck, geringer Selbstwert, somatische Beschwerden
- Depression (Biologische Genesefaktoren) Genetik, Alter, Geschlecht, Hormone, Serotoninhaushalt
- Depression (Kognitiv-Emotionale Genesefaktoren) Informationsverarbeitung, Selbstwert & niedrige Fähigkeiten zur Emotionsregulation
- (Depression (Familiäre Genesefaktoren) Unsichere Bindung, Trennung/Verlust, Elternteil erkrankt, Missbrauchserfahrung
- Depression (Genesefaktoren in Peerbeziehungen) Niedrige soz. Kompetenzen, Isolation & Ablehnungserfahrungen
- Depression (Critical Life Incidents) Verlust eines Elternteils (Psychische/Körperliche Erkrankung) Deprivation, Missbrauch & Misshandlung Längerfristige Trennung in erstem LJ Übermäßige Disharmonie der Eltern Altersabstand zu nächstem Geschwisterkind (<18M) Scheidung/Alleinerziehender Elternteil SöS --> Armut
- Depression (Risikofaktor SöS) ↓SöS in Jugend --> Methylierung eines Promoters des Serotonintransportergens steigt --> Verminderte Amygdala-Reaktivität --> Moderation pos. Familienanamnese + depr. Symptome
- Bei Behandlung von Depression zu beachten Keine Empfehlungen für Kinder unter 8 Jahren Ältere Kinder/Jugendliche bekommen Psychotherapie (kognitiv-verhaltenstherapeutisch/interpersonell) und/oder Fluoxetin (Starke Empfehlung) Psychopharmaka können zu Suizid/verstärkten Symptomen führen (Beobachtung) Vorrang für Psychotherapie
- Psychopharmaka im Kindesalter Fluoxetin (8) --> Bestes SSRI für KinderABER: Unerwünschte Nebenwirkungen (suizidsymptome) Fluvoxamin (8) bei Zwang, bei Depression (12) Joanniskraut (12) ohne Wirknachweis Lithiumsalze (12) Geringe therapeutische BreitePlasmaspiegel beobachten (beeinflusst durch Schwitzen/Hitze) Suizidermöglichung
- Depression (Psychotherapie) Aufbau therapeutischer beziehung (Anfangs stützend --> Verantwortung abgeben) Soziales Umfeld bei Kindern einbeziehen Psychoedukation (Eltern + Kinder) Klinikaufenthalt wenn nötig Aktivierung/Alltagsplanung --> Positive Erfahrungen machen Genusstraining Mittelfristiger Abbau belastender Aktivitäten Soz. Fähigkeiten/Kontakte aufbauen Dysfunktionale Kognitionen bearbeiten Rückfallprophylaxe
- Aufbau angenehmer Aktivitäten Zusammenhänge zwischen Aktivitäten/Stimmungen erkennen ("Depressionsspirale")--> Aktivitäten/Stimmungen protokollieren (Was ist gut/schlecht?) Sammlung angenehmer Aktivitäten (+ Hilfestellung) Verstärkerplan erarbeiten --> Funktionale Kognitionen aufbauen/dysfunktionale abbauen Planung + Durchführung --> Bewertung
- Dysfunktionale Kognitionen (Depression) Oft unbewusst und automatisch (oft Bewertungen) Erlernt und oft im Zusammenhang mit Kindheitserlebnissen oder Einstellungen v. Bezugspersonen, Familienregeln Bsp: Dichotome Gedanken, übertriebenes Verantwortungsgefühl, pers. Verträge
- Behandlung dysfunkionaler Kognitionen Realitätstest Reattributtion (Internal/external, etc.) Kognitive Umstrukturierung Sokratischer Dialog
- Rückfallprophylaxe (Depression) Aufklärung über Verlauf + Medikationsentwicklung Frühzeitiges erkennen depressiver Symptome + Ereignisse Hilfreiche Coping-Strategien erarbeiten Follow-Up-Termine
- Selektiver Mutismus (Ätiologie - Umweltfaktoren) Umwelt- Überbehütung- Bilingualismus- Geringe Toleranz für Schweigen + kindl. Arousal NICHT bewiesen- Trauma, Familiengeheimnis, Minderbegabung ö. oppositionelles Trotzverhalten
- Selektiver Mutismus (Ätiologie - Psychologisch) Psychologie - Operante Konditionierung - Soz. Lernen- Sprachentwicklungsstörung
- Tic Unwillkürliche rasche, wiederholte, nicht rhythmische Bewegungen (auf Impuls folgend) - Motorische Tics (einfach / komplex) - Vokale Tics