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Klinische Kinder- und Jugendpsychologie (Fach) / Karto Kartei Si Si Oui Oui (Lektion)

Das Übliche

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  • Psychische Störung (Kinder/Jugendliche) - Beeinträchtigung bei Bewältigung alterstypischer Entwicklungsaufgaben (Entwicklungsstand!) - Funktionsbereiche betriffen (Bsp. Verhalten, Emotion, Kognition)
  • Entwicklungspsychopathologie (Interessengebiet) Entstehung + Vermeidung psychischer Störungen (--> Interdisz. Ansatz)  Verlauf wichtig
  • Risikofaktoren (Pränatal) Pränatal- Genetische Defekte (Bsp. Trisomie 21) - Schädliche äußere Einwirkung (Teratogene) 
  • Risikofaktoren (Perinatal - Frühgeburt (Geburt < 27.Woche) - Geburtskomplikationen (Sauerstoffunterversorgung --> Hirnschädigung)
  • Risikofaktoren (Postnatal) - Bedürfnisregulation (+ Temperament) - Bindung - Erziehungsverhalten - Sozialisation (Gleichaltrigengruppe)
  • Risikofaktoren (System) Einteilung nach... Prä-, Peri- oder PostnatalFörderlich für Entstehung, Rückfall oder AufrechterhaltungBiologisch oder Psychosozial (<-- Mikro-/Makrosystem)
  • Kontinuität (Risiken) Entwicklungsrisiko wirkt sich auf späteren Lebensabschnitt aus (Bsp. Temperament)--> Übertragung auf folgenden Lebensabschnitt
  • Kumulation (Risiken) Je mehr Risikofaktoren in einem Abschnitt desto größer Risiko→ Nicht immer additiv
  • Schutzfaktoren (Pränatal) - Gute Genkonstellationen - Genetisch mitgeprägte Persönlichkeitsmerkmale
  • Schutzfaktoren (Postnatal) - Soziale Beziehungen  - Erziehungsverhalten (autoritativ) - Soziales Umfeld (Schule + Gleichaltrige)
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  • Vulnerabilität Vulnerabilität = Anfälligkeit dafür, dass ein Risikofaktor wirksam wird Abhängig von...- Konstellation der Risiko-/Schutzfaktoren- Individuellen Gewichtungen
  • Resilienz Positive Anpassung an bedeutsame Belastungen --> Nicht generalisiert
  • Äquifinalität Gleiches Ergebnis kann durch verschiedene Sets von Ursachen hervorgerufen werden
  • Multifinalität Ähnliche Entwicklungswege können zu verschiedenen Entwicklungsergebnissen führen
  • Normative Entwicklungsaufgaben Entwicklungsaufgaben, die jeder Mensch bewältigen muss (Bsp. Kontrolle der Ausscheidungsfunktion)
  • Nicht-Normative Entwicklungsaufgaben Entwicklungsaufgaben, die von Lebensumständen des Individuums abhängen (Bsp. mit Scheidung umgehen) 
  • Transaktionales Stressmodell (Lazarus) + Symptome Zu bewältigende Situation --> Primäre Bewertung (Situation) --> Sekundäre Bewertung (Bewältigungsstrategien)  Stresssymptome = Somatisch oder Psychisch
  • Tripartite Modell Auffälligkeiten in der Emotionsregulation = Grundlage von Störungen Gründe für Regulationsstörungen: Eltern (Ungünstige Modelle, Erziehungsverhalten, eigene psychische Erkrankungen, Kind (Eigenschaften) und Familienklima
  • Multiaxiales Klassifikationsschema für psychische Störungen des Kindes- und Jugendalters (MAS) Auf Grundlage von ICD-10 entwickelt und in 6 Achsen unterteilt Klinisch psychiatrisches Syndrom Umschriebene Entwicklungsstörung Intelligenzniveau Körperliche Symptomatik Assoziierte aktuelle abnorme psychosoziale Umstände Globalbeurteilung des psychosozialen Funktionsniveaus
  • Umschriebene Entwicklungsstörung Entwicklungsstörung, die sich konkret auf einen oder wenige Bereiche bezieht (Bsp. LRS, Dyskalkulie)
  • Zero-to-Three Klassifikationssystem für psychische Störungen, die im Alter von 0 - 3 Jahren auftreten.  Dimensionen:  Klinische Störung (--> Primärdiagnose) Vorhandensein/Art einer Beziehungsstörung Körperliche Entwicklungsstörungen/-bedingungen Psychosoziale Stressoren Funktionsniveau der emotionalen Entwicklung
  • Zeitwandelmethode Untersucht verschiedene gleichaltrige Stichproben zu verschiedenen Zeitpunkten Ziel: Wie verändert sich Häufigkeit über Zeit? (Faktoren?)
  • Inzidenzrate Wie viele Kinder/Jugendliche erkranken in Zeitraum X zusätzlich zur bekannten Prävalenzrate
  • Ebenen der Prävention Primär = Vor Störung verhindern Sekundär = Fehlentwicklungen frühzeitig korrigieren Tertiär = Zusätzliche Folgen eingetretener Störungen minimieren
  • Besonderheiten bei der Behandlung von Kindern/Jugendlichen Verbalisierung/Introspektion beschränkt (Kinder) Pubertät + Soziale Medien (Teens) Entwicklung im kognitiven Bereich noch laufend (Emotionsregulation)  Rechtliche Aspekte: Sorgerecht, Schweigepflicht, Aufsichtspflicht Diagnostische Anforderungen  Systemaspekt: Familie, Schule, Peer-Group Jugendamt Schule als Reibungsfeld ohne Entkommen (Soziale/Leistungsanforderungen)
  • Diasthese-Stress-Modell Entstehung von Krankheiten als Kombination von Disposition + Stress (un-/kontrollierbar)--> Schiffmodell Methode: Kontrollierbaren Stress regulieren, wenn unkontrollierbarer auftaucht
  • Behandlungsbedürftigkeit von Regulationsstörungen (Determinanten) DauerAnzahl betroffener Bereiche/BeziehungskonstellationenBeeinträchtigungen von Entwicklungsaufgaben, Eltern, Eltern-Kind/Eltern-Eltern-Beziehung
  • Regulationsstörungen (Allgemein + Verlauf) Schwierigkeit Verhalten alters-/entwicklungsangemessen zu regulieren (Interaktion/Regulation) in mindestens einem Kontext (> 1 Monat) Verlauf: Meist in einer Konstellation ⇒ Greift auf andere mit der Zeit über
  • Shaken Baby Syndrom Abruss der Brückevenen und Verschiebung von Gewebeschichten (Subduralle Blutungen) durch heftiges Schütteln eines Babies Folgen: Mentale Entwicklungsstörung (Verlust von Hirnmasse) o. sogar TodHeftiges Schreien = Risikofaktor
  • Exzessives Schreien (Behandlung) Reizreduktion (Sozial, akustisch, optisch, etc.)  Starke Strukturierung des Tages  Differenzierte Responsivität (Viel Zuwendung, wenn Kind NICHT schreit)
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  • Ferber-Methode (Checking) Ab dem siebten Lebensmonat einsetzbare Therapiemöglichkeit bei Schlafstörungen im Kindesalter Ruhige Abendphase (Späteres Bettbringen → Kein Spielen im Bett) Kind ohne Einschlafhilfen zu Bett bringen → Raum verlassen Reaktion auf Schreien nach bestimmten/länger werdenden Zeitintervallen Beruhigendes Sprechen/Streicheln (Keine Einschlafhilfen!) → Nach 2 Minuten gehen
  • Typische Schlafentwicklung Erste drei Monate: 16 - 18 Stunden Schlaf (mehr REM), Phasen c.a vierstündig ⇒ Stabilere circadiane Rhythmik ab etwa 6 - 8 Wochen
  • Schlafstörung (Symptome) Kein eigenständiges Einschlafen (ausgedehnte Einschlafhilfen) Einschlafdauer >30 Minuten > 3 Mal nächtliches Erwachen (>20 Minuten) in mind. 4 Nächten/Woche Phasenverschiebung in circadianer Rhythmik Beeinträchtigtes Wachbefinden
  • Fütter- und Gedeihstörungen (Symptome) Situation >1 Monat belasted Intervalle zwischen Mahlzeiten = <2h | Dauer = 45 Min. Keine eindeutigen Hunger-/Durst-/Sättigungssignale Abwehr (Würgen/Erbrechen) + Passive Vermeidung (Mund zu) o. Nahrungsverweigerung Nur automatisches Essen in Ablenkungssituation (Bsp. Fersehen)
  • Fütter- und Gedeihstörungen (Behandlung) Feste Mahlzeiten (unabhängig von aufgenommener Nahrungsmenge KEINE Zwischenmahl) Nahrungsangebot altersadäquat → Verstärkung von Interesse an Essen Keine Regulationshilfen → Selbststeuerung unterstützen Bestimmung der Nahrungsmenge durch Kind (Hunger-/Sättigungssignale) Löschung unerwünschten Verhaltens
  • Enuresis Nächtliches Einnässen (falscher Platz/Zeit)
  • Funktionelle Harninkontinenz Einnässen tagsüber (mit dem Alter steigend --> Nach Jugend), günstige Prognose bei idiopathisch
  • Funktionelle Harninkontinenz/Enuresis (Überbegriff) Heftiger, nicht beherrschbarer Harndrang, wird oft spät registriert Führt zu spontaner Blasenentleerung Primär oder Sekundär (Abhängig davon ob mind. 6 Monate trocken gewesen)
  • Idiopathische Dranginkontinenz (Symptome + Therapie) Ungewollter Harnabgang (starker Harndrang) Häufige Miktion (>7x/Tag) bei kleiner Harnmenge (Verminderte Blasenkapazität) Einsatz von Haltemanövern Therapie: AVT, Wahrnehmungstraining, Anticholinergika, Tokensystem, Arousal-Training
  • Einteilung von Enuresis Primär/Sekundär --> Je nachdem ob Kind schon einmal mind. 6 Monate trocken war Tags + Nachts --> Nicht monosymptomatisch
  • Harninkontinenz bei Miktionsaufschub (Symptome + Therapie) Geringe Miktionsfrequenz (<5x/Tag) → Aufschieben bis Einnässen Therapie: AVT, Arousal-Training, Geplante Schickzeiten mit Dokumentation + Tokensystem
  • Detrusor-Sphinkter-Diskoordination (Symptome + Therapie) Blasenentleerungs-Störung (→ Stoßweiser Harnabgang mit Pressen zu Beginn) Gesteigerte Reflexbereitschaft des Blasenmuskels (Detrusor Vescae)  Spastische Funktionsstörung des Beckenboden-/Schließmuskels Therapie: AVT, Arousal-Training, Biofeedbacktraining (Darstellung des Uroflow --> Glockenkurve)
  • Psychopharmaka (Enuresis) Nutzung wenn kurzfristig Trockenheitt hergestellt werden muss (Bsp. Klassenfahrt)Problem: Hohe Rückfallrate nach Absetzen des Medikaments Desmopressin = Analog zu antideuretischem Hormon (ADH)12 Wochen nach Anschlag ausschleichen  Seltene Nebenwirkungen: Kopfschmerzen/Nasenschleimhautentzündung Trizyklische Antidepressiva (Imipramin) Kardiale Nebenwirkungen → Blutbild/EKG-Kontrolle nötig 
  • Enuresis/Funktionelle Harninkontinenz (Diagnostik) 48-Stündiges Miktionsprotokoll Körperliche Untersuchung (Ultraschall) Uroflowmetrie bei funkt. Harninkontinenz Fragen zu Einnässen (Verlauf, Schlaftiefe, sit. Gegebenheiten, Haltemanöver, Drangsymptome, Pressen, Leidensdruck/Motivation) Komorbiditäten abklären → v.A Einkoten (!) Zu Beginn der Therapie: 4/8 Wochen Baseline-Erhebung (Sonnen-Wolkenkalender → 15 - 20% der Kinder trocken)
  • Funktionelle Obstipation nach ROME III (Symptome + Therapie) Stuhlgang in Toilette (<3x/Woche)  Einkoten mind. 1x/Woche Zurückhalten + Schmerzhafter/Harter Stuhlgang Große Stuhlmassen in Rektum (+ großer Stuhldurchmesser + "Kotballen") Alternativ: Nichtretentives Einkoten (ohne Obstipation) Therapie: Toilettentraining (Fortführung mindestens 6 - 12 Monate nach Sauberkeit), bei Obstipation auch Desimpaktion
  • Andere Subtypen der Enkopresis Primär vs. SekundärToilettenverweigerungssyndrom = Urinieren in Toilette/Defäkation in WindelToilettenphobie
  • Teufelskreis der Obstipation Akute Obstipation mit Schmerzen → Vermeidung der Schmerzen durch Stuhlretention → Anhäufung harter Stuhlmassen/Megakolon → Flüssiger Stuhl tritt durch feste Kotballen → Einkoten 
  • Autismusspektrumstörungen (Symptome) Eingeschränktes Nonverbales Verhalten (Blickkontakt, wenig gerichtete Gestik/Mimik) Mangel geteilter Aufmerksamkeit/Freude (Keine Aufmerksamkeitslenkung/Suche gemeinsamer Interessen) Mangelnde Fähigkeit zu Kontaktherstellung (Gleichaltrige) Mangel sozioemotionaler Kontaktherstellung (Keine/Unangemessene Annäherungsversuche und Reaktionen, verminderte Fähigkeit, soz. Signale einzuschätzen) Sprachliche Besonderheiten (Gar nicht, Monologisieren, gestelzte Sprache, Neologismen, etc.)  Stereotype Handlungen/Sonderinteressen Repetitive mot. Manierismen Sensorische Interessen/Phänomene
  • Autismus (Komorbiditäten) Epilepsie Depression Aggressives/Oppositionelles Verhalten Psychosen ADHS Tic/Tourette Zwangsstörungen
  • Autismus (Ätiologie) Heritabilität: 91 - 93% | 6 - 10 Gene beteiligt Theorie der exekutiven Dysfunktion