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Entwicklungspsychologie 1 (Fach) / 8,9. vorlesung (Lektion)
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- Grundlagen Sozialer Kognition Erste Lebensmonate: - Erkennen (und präferieren) menschlicher Gesichter- Neugeborenenimitation (andere Artgenossen werden imitiert)
- Grundlagen Sozialer Kognition Erste Lebensmonate: Übersicht Wahrnehmung von Verhaltenskontingenzen Protokonversation: Soziales Lächeln
- Grundlagen Sozialer Kognition Erste Lebensmonate: Wahrnehmung von Verhaltenskontingenzen Bereits ab 2 Monaten präferieren Säuglinge Kontingenzmuster, die typisch sind für soziale Interaktionen (dh, - KEINE perfekt kontingenten Interaktionsmuster, - KEINE non-kontingenten Interaktionsmuster
- Grundlagen Sozialer Kognition Erste Lebensmonate: Protokonversation: Interaktionsmuster mit anderen Personen, bei dem der Säugling auf Verhaltensweisen des anderen reagiert (d.h. sich während der Aktionen des Gegenübers still verhält, dann darauf miteigener Aktion reagiert um dem Gegenüber dann wieder Gelegenheitzu geben selbst zu “antworten“ (Turn taking)
- Grundlagen Sozialer Kognition Erste Lebensmonate: Soziales Lächeln Ab 2 Monaten:(als Reaktion auf andere Personen) Davor: Lächeln noch nicht in Abhängigkeit von Außenreizen (= spontanes Lächeln – kommt auch häufig im Schlaf vor)
- Grundlagen Sozialer Kognition Erste Lebensmonate – Dyadische Interaktionen Kind - Erwachsener Gesichterpräferenz Verhaltenskontingenzen Soziales Lächeln Kind - Objekt ObjektkategorisierungObjektpermanenz
- Triadische Interaktionen Ab 9 Monate : Triadische Interaktionen Joint attention = Gemeinsame Aufmerksamkeit Referentielles Dreieck zwischen Kind, Erwachsener und Gegenstand/Ereignis, auf den/das beidegemeinsam ihre Aufmerksamkeit richten
- Triadische Interaktionen Joint attention - Fähigkeiten 1. Aufmerksamkeit prüfen/teilen 9 - 12 Monate Gemeinsame Beschäftigung („joint engagement“). Kind wechselt Blick zw. Person & Objekt Vergewisserung über Aufmerksamkeit 2. Aufmerksamkeit verfolgen 10 - 14 Monate Verfolgen von Blicken und Zeigegesten. Erwachsener blickt oder zeigt auf etwas Kind folgt dem Blick bzw. der Geste. Social Referencing: Rückversicherung in neuen Situationen Orientierung am emot. Ausdruck der Bezugsperson 3.Aufmerksamkeit lenken 13 - 15 monate Distale Zeigegesten des Kindes ("pointing“) Deklaratives Zeigen Imperatives Zeigen
- Triadische Interaktionen Joint attention - Fähigkeiten 1. Aufmerksamkeit prüfen/teilen 1. Aufmerksamkeit prüfen/teilen9 - 12 MonateGemeinsame Beschäftigung („joint engagement“).Kind wechselt Blick zw. Person & ObjektVergewisserung über Aufmerksamkeit
- Triadische Interaktionen Joint attention - Fähigkeiten 2. Aufmerksamkeit verfolgen 2. Aufmerksamkeit verfolgen10 - 14 MonateVerfolgen von Blicken und Zeigegesten.Erwachsener blickt oder zeigt auf etwasKind folgt dem Blick bzw. der Geste. Social Referencing:Rückversicherung in neuen Situationen Orientierung am emot. Ausdruck der Bezugsperson
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- Triadische Interaktionen Joint attention - Fähigkeiten 3.Aufmerksamkeit lenken 3.Aufmerksamkeit lenken 13 - 15 monateDistale Zeigegesten des Kindes("pointing“)Deklaratives ZeigenImperatives Zeigen
- Hilfeverhalten: Klar nachweisbar bereits mit 14 Monaten
- Kooperatives Verhalten: 14 Monate rudimentär (wenn Koordinationsleistung nicht zu anspruchsvoll) Deutlich Zunahme zwischen 14 und 18 Monaten Entwicklung vom Verständnis individueller Intentionenhin zur Formierung geteilter Intentionen
- Frühe Wirkung des sog. „Overjustification-Effects“ Overjustification-Effect: Extrinsische Belohnung verringert das Auftreten ursprünglichintrinsisch Motivierten Verhaltens.
- Frühe Wirkung des sog. „Overjustification-Effects“ Studie von Warneken & Tomasello (2008). Frage: Ist Overjustification-Effect bei frühem altruistischem Hilfeverhalten nachweisbar? 3 Bedingungen (between-subjects design) Bedingung 1 (Reward): Kinder erhalten eine materielle Belohnung für Hilfeverhalten Bedingung 2 (Praise): Kinder werden für Hilfeverhalten gelobt Bedingung 3 (Neutral): Kinder erhalten weder Geschenk noch Lob für Hilfeverhalten Aufgabe: Vorphase: Hilfesituation: Vl lässt versehentlich ein Objekt fallen Kinder helfen und erhalten je nach Bedingung Geschenk, Lob od. nichts. (Mehrere Durchgänge) Testphase: Hilfesituation wie in der Vorphase Alle Kinder erhalten nichts mehr (Mehrere Durchgänge) AV: In wieviel Prozent der Testdurchgänge zeigen die Kinderspontanes Hilfeverhalten Ergebnisse Kinder in der Reward-Bedingung zeigen signifikant weniger Hilfeverhalten als Kinder in den beiden anderen Bedingungen. Lob eher als positive Kompetenz-Information interpretiert und nichtals Verhaltenskontrollierend i.S.einer Belohnung. Keine Unterschiede zwischen den Bedingungen bezüglich des Hilfeverhaltens in der Vorphase. Extrinsische Belohnung verringert altruistisches Hilfeverhalten bei 20 Monate alten Kindern. Intrinsische Motivation zu prosozialem Verhalten sehr früh ausgeprägt
- Theory of Mind Theory of Mind (ToM) – Naive AlltagspsychologieFähigkeit, das Verhalten anderer mentalistisch zu interpretieren Zuschreibung mentaler Zustände: Wünsche, Intentionen Überzeugungen, falsche Überzeugungen, Lüge, Täuschung Wissen Verhalten anderer mentalistisch erklären und vorhersagen
- Theory of mind Kennzeichen des Mentalen (nach Perner, 1991) Mentale Zustände sind der inneren Erfahrung zugänglich Wir haben Zugang zu eigenen mentalen Zuständen Zuschreibung auf andere durch „in sie hineinversetzen“ Mentale Zustände beeinflussen Verhalten Max möchte Eis kaufen (Wunsch) Max glaubt, dass der Eisstand im Park ist (Überzeugung) Max geht in den Park (Verhaltensvorhersage) Mentale Zustände können Objekte/Ereignisse missrepräsentieren Max glaubt der Eisstand ist im Park, in Wirklichkeit ist er auf dem Marktplatz
- ToM - Verständnis zielgerichteter Handlungen Studie von Woodward 1998 Längere Blickzeiten („Verwunderung“) bei „neuem Ziel“ 5 Monate alte Kinder wundern sich, wenn die Hand in der Testphase nach einem „neuen Ziel“ greift („neuer Greifpfad“ ist irrelevant). Längere Blickzeiten („Verwunderung“) bei „neuem Ziel“ Gegen Ende des 1. Lebensjahres werden außer Greifen weitere referentielle Gesten wie Blickrichtung oder Zeigegesten als zielgerichtet interpretiert.
- ToM - Verständnis zielgerichteter Handlungen Rolle der eigenen Handlungserfahrung (Sommerville et al. 2005) Handlungs-Teil Phase 1: 3 Monate alte Kinder dürfen mit Ball und Bär spielen Phase 2: Ein Teil der Kindern bekommt Kletthandschuhe angezogen an denen die Objekte haften bleiben Ergebnis 1: deutlich mehr Handlungen mit den Objekten in Phase 2 als in Phase 1 Visueller-Teil Phase 3: Habituation: Kinder sehen einen Akteur, der immer wieder nach einem der beiden Objekte greift Phase 4: Test: Objekte sind vertauscht. Akteur greift entweder nach dem alten Objekt(neuer Greifpfad) oder nach dem neuen Objekt (alter Greifpfad) Ergebnis 2: Nur diejenigen Kinder, die Greif-Erfahrungmit den Handschuhen hatten, schauen länger, wennder Akteur nach dem neuen Objekt greift. Die anderenKinder zeigen keine Präferenz in der Testphase Interpretation: Aktive Erfahrung der eigenen Person als zielgerichtetem Agenten führtdazu, dass Kinder auch die beobachteten Handlungen anderer als zielgerichtet interpretieren
- ToM - Verständnis zielgerichteter Handlungen Level 1 Perspektivenübernahme (Luo & Baillargeon, 2007 12 Monate 1. Durchsichtige Wand Habituation: Akteur hat volle Sicht auf zwei Objekte und greift immer nach einem von beiden Test: Objekte vertauscht. Akteur greift entweder nach dem alten Objekt oder nach dem neuen Objekt 2. Undurchsichtige Wand Habituation: Akteur sieht nur 1 von 2 Objekten und greift immer nach dem sichtbaren Objekt Test: Objekte vertauscht. Akteur sieht nun beide Objekte Akteur greift entweder nach dem alten oder nach dem neuen Objekt Ergebnis: Nur in der Transparenten Bedingung unterscheiden die Kinder zwischenden beiden Testereignissen und sind verwundert (längere Blickzeiten) wennder Akteur nach dem neuen Objekt greift(= Beachtung von Informationszugang)
- ToM - Verständnis zielgerichteter Handlungen FRAGE: Handelt es sich bei diesen frühen Zielzuschreibungenwirklich um ein mentalistisches Verständnis zielgerichteter Handlung Alternativerklärung: Frühes Teleologisches Handlungsverständnis
- Verständnis zielgerichteter Handlungen - mentalistisch? Teleologisches Handlungsverständnis (Gergely & Csibra, 2003) Zielgerichtetheit wird bestimmt über die Verrechnung von beobachteter Handlung, Zielzustand und situationalen Gegebenheiten. Die Verrechnung erfolgt nach dem Rationalitätsprinzip: Handlungen dienen dazu, Zielzustände über das effizienteste Mittel zu erreichen, das in einer geg. Situation zur Verfügung steht Mentalistische Annahmen sind hierzu nicht zwingend notwendig.IncompatibleOutcomeCompatibleOutcomeObservedBehaviour 9-12 Monate alte Kinder erwarten, dass sich der blaue Ball ohne das Hindernisdirekt auf den roten zu bewegt und nicht den ursprünglichen Weg nimmt.
- ToM - Frühes mentalistisches Handlungsverständnis Zeichen für frühes mentalistisches Handlungsverständnis Meltzoff (1995), Carpenter et al. (1998) „failed attempt Studien Person zieht an zwei Enden einer Hantel, rutscht aber ab und kanndas Endstück nicht davon lösen. Frage: Imitieren Kinder die vorgemachte fehlerhafte Handlung oder dievermeintlich intendierte korrekte Handlung? Ab 15 Monaten wird die korrekte Handlung nachgeahmt Neuere Studien dieser Art zeigen entsprechende Ergebnissebereits ab 10 Monaten (z.B. Brandone & Wellman, 2009)
- ToM - Frühes mentalistisches Handlungsverständnis Weitere Zeichen für frühes mentalistisches Handlungsverständnis T Carpenter et al. (1998) - „whoops and there“-Studie 14 Monate alte Kinder imitieren Handlungen nur, wenn der Akteur sie absichtsvoll vormacht - zufällige Handlungen werden nicht imitert Behne et al. (2005) „unwilling versus unable“- Studie 9 Monate alter Kinder interagieren mit ihrem Gegenüber in Abhängigkeit davon, obdiese Person dem Kind ein Objekt geben möchte, dies aber nicht schafft (unable-Bedingung),oder, ob die Person dem Kind das Objekt absichtlich vorenthalten will (unwilling-Bedingung). In beiden Situationen bekommt das Kind das Objekt nicht, aber in der unable Bedingungversuchen die Kinder viel länger mit der Person zu interagieren um irgendwie doch nochan das Objekt zu kommen. Gergely et al. (2002): Rationale Imitation Selektives imitatives Lernen Akteur trifft eine Auswahl aus verschiedenenmöglichen Mitteln zur Zielerreichung.
- ToM – Das Verständnis von Wünschen Studie von Repacholi & Gopnik (1997) 18 Monate alte Kinder bieten ihrem Gegenüber das jeweils vonder Person präferierte Essen an
- ToM – Das Verständnis von Überzeugungen Das Verständnis epistemischer Zustände Frage: Ab wann verstehen Kinder,dass Mentale Zustände Objekte/Ereignissemissrepräsentieren können?
- ToM – Das Verständnis von Überzeugungen Repräsentation von falschen Überzeugungen / False Beliefs Smarties-Versuch (Representational Change Paradigma) Dreijährige geben an, dass sie selbst zu Beginn bereits geglaubt haben dassBleistifte in der Schachtel waren und dass auch ein anderes Kind glauben wird,es seien Bleistifte in der Schachtel Vier-Fünfjährige antworten korrekt (in Einklang mit einem Belief-Verständnis
- ToM – Das Verständnis von Überzeugungen Repräsentation von falschen Überzeugungen / False Beliefs Maxi und die Schokolade Dem Kind wird folgende Geschichte erzählt: 1. Mutter und Maxi haben Schokolade gekauft. 2. Mutter packt die Schokolade in den blauen Schrank. 3. Maxi geht raus zum spielen. 4. Die Mutter nimmt etwas Schokolade zum Backen undpackt den Rest in den roten Schrank. 5. Maxi kommt zurück und möchte sich Schokolade holen. Frage an das Kind: „Wo wird Maxi nach der Schokolade suchen?“ 3 Jährige antworten falsch (Vorhersage, dass Maxi dort suchen wird,wo sich die Schokolade tatsächlich befindet) 4-5 Jährige antworten richtig (in Einklang mit einem Belief-Verständnis)
- ToM – Das Verständnis von Überzeugungen Repräsentationale Theory of Mind ab wann? Traditionelle Annahme: Kinder haben zwar ein frühes Verständnis mentaler Vorgänge(Verständnis intentionaler Handlungen, Verständnis vonWünschen… aber ein repräsentationales Verständnis mentaler Zustände(d.h., Verständnis, dass Überzeugungen nur Repräsentationender Welt darstellen, die wahr oder falsch sein können)entwickelt sich erst im Vorschulalter (zwischen 4 und 5 Jahren).
- Vorschulalter und Perspektivübernahme Piaget: Präoperationales Stadium (2-6 Jahre) Kinder zeigen eine Reihe charakteristischer Denkfehleru.a. Egozentrismus Nach Piaget sind jüngere Kinder nicht in der Lage, diePerspektive anderer einzunehmen – sie denken egozentristisch z.B. „Drei-Berge-Versuch“ Kinder im präoperationalen Stadiumgeben an, dass die Landschaft für die Puppe genau so aussieht wie für sie selbst.
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- Vorschulalter und Perspektivübernahme Duale Repräsentation Studien von Judy DeLoache (2000) Aufgabe: Kind sieht, wie im Versuchsraum ein Objektan einer bestimmten Stelle versteckt wird. Das Kind soll dieses Objekt wieder hervorholen (a) im Versuchraum (b) in einem verkleinerten Modell des Versuchsraums(identisch eingerichtet) 2,5 bis 3-jährige finden das Objekt im Versuchsraumkönnen dieses Wissen aber nicht auf dasModellzimmer übertragen. 3-4 jährige finden das Objekt auch im Modellzimmer
- Vorschulalter und Perspektivübernahme Versuch mit dem "Credible Shrinking Room“ Wird den Kindern suggeriert, eine Wundermaschine ache den gesamten Versuchsraum zu einem Puppenraum, dann gelingt es bereits 2 Jährigen, das Objekt auch im Modellzimmer zu finden. Interpretation:Jüngere Kinder haben Schwierigkeiten, „duale“ Repräsentationen zu bilden und zwischen Modell und Wirklichkeit Verbindungen herzustellen.
- Vorschulalter und Perspektivübernahme Appearance-Reality Tasks „ Ist das in Wirklichkeit eine Kerze oder ein Apfel?“,Dreijährige können noch nicht angeben, dass diesesObjekt zwar aussieht wie ein Apfel, in Wirklichkeitaber eine Kerze ist. phänomenalism-error („das ist ein Apfel“) realism-error („das ist eine Kerze“)5-6 Jährige sind erfolgreich
- Vorschulalter und Perspektivübernahme Ambigue Figuren Kindergartenkinder können nur eineInterpretation erkennen und nichtflexibel umschalten (selbst wenn mansie darauf hinweist);Grundschüler lernen, beide Alternativenzu benennen.
- ToM – Das Verständnis von Überzeugungen Repräsentationale Theory of Mind ab wann? Traditionelle Annahme: Kinder haben zwar ein frühes Verständnis mentaler Vorgänge(Verständnis intentionaler Handlungen, Verständnis vonWünschen… …aber ein repräsentationales Verständnis mentaler Zustände(d.h., Verständnis, dass Überzeugungen nur Repräsentationender Welt darstellen, die wahr oder falsch sein können)entwickelt sich erst im Vorschulalter (zwischen 4 und 5 Jahren).
- ToM – Das Verständnis von Überzeugungen Repräsentationale Theory of Mind ab wann? Neue Befunde aus dem Säuglingsalter Onishi & Baillargeon (2005). Science, 308, 255-258. 15-Monate alte Kinder verstehen Falsche Überzeugungen(Zeichen für repräsentationale Theory of Mind)
- ToM – Das Verständnis von Überzeugungen Nonverbale False Belief (falsche Überzeugung) Aufgabe - Ein Agent legt ein Objekt in eine von 2 Boxen (Box A) True Belief Bedingung: Der Agent sieht wie das Objekt in dieandere Box (Box B) transferiert wird. 15 Monate alte Kinder wundern sich (schauen länger) wenn der Agent in Box A nach dem Objekt sucht. False Belief Bedingung: Der Agent verlässt den Raum undsieht nicht wie das Objekt in die andere Box transferiert wird. 15 Monate alte Kinder wundern sich (schauen länger) wenn der Agent in Box B nach dem Objekt sucht. Interpretation: Kinder beachten den mentalen Belief-Zustandeiner anderen Person und verstehen, dass dieser die Realitätmissrepräsentieren kann. Interpretationsalternativen Onishi & Baillargeon (2005) Bereits Säuglinge verstehen, dass es sich bei Überzeugungen umRepräsentationen der Realität handelt die wahr oder falsch seinkönnen. = Mentalistische Annahme Perner & Ruffman (2005) Säuglinge könnten gelernt haben (oder prädisponiert sein)dass Personen dort nach einem Objekt suchen, wo sie es zuletztgesehen haben. Kein Verständnis der mental kausalen Relation zwischen Sehen und Handeln Verhaltensregel
- Theory of Mind Entwicklung Theoretische Annahmen Simulationstheorie (Harris, Tomasello) Herstellung von Korrespondenzen zwischen Selbst und anderendurch Simulation ist angeboren. Weil ich Intentionen habe und anderemir ähnlich sind, kann ich auch ihnen Intentionen unterstellen.Wir stellen uns vor, was wir wie in der Situation einer anderen Personwahrnehmen, fühlen oder denken würden, und schreiben diesesimulierte Erfahrung der anderen Person zu. Vorannahme: Es gibt einen unmittelbaren Zugang zum eigenenpsychischen Geschehen Voraussage: Je mehr Voreinstellungen verändert werden müssen, (je mehr von den eigenen aktuellenWahrnehmungen, Gedanken und Gefühlen abstrahiert werden muss, desto schwieriger ist dieSimulation) False Belief benötigt mehr Veränderungen als z.B. Wunschzuschreibungen
- Theory of Mind Entwicklung Theoretische Annahmen Modularitätstheorie (Leslie, Baron-Cohen) Es gibt spezialisierte Mechanismen zur Repräsentation undVerarbeitung sozialer Information. Diese Module bilden die Grundlage zum Wissenserwerb über Alltagspsychologie Beispiele für angeborene Module, die im Laufe des ersten Lebensjahres ihreWirksamkeit entfalten und die Entwicklung einer ToM erst ermöglichen: Intentionalitäts-Detektor ID (intentionality detector) Augenbewegungs-Detektor EDD (eye direction detector)ID und EDD arbeiten schon mit Beginn des 1 LJ intentionale Relation zu einemReferenzobjekt kann repräsentiert werden. Mechanismus gemeinsamer Aufmerksamkeit SAM (shared attention mechanism) arbeitet ab Ende des 1LJ. Verarbeitet Information aus ID und EDD gemeinsameintentionale Relation von Selbst, anderer Person und Referenzobjekt kann repräsentiertwerden. Entwicklungsprozesse sind weitgehend reifungsabhängig.Input aus der Umwelt ist aber notwendig.
- Theory of Mind Entwicklung Theoretische Annahmen Theorie-Theorie (Gopnik & Wellman, Perner) Theory of Mind als Intuitive Theorie zu psychologischen Ursachen.Zwischen 3 und 4 Jahren kommt es zu einem Theorienwandel (ConceptualChange) von einer Wunschpsychologie zu einer Überzeugungspsychologie. Wunschpsychologie: Das Kind versteht, dass es innere subjektiveZustände gibt (etwas wünschen, vor etwas Angst haben Überzeugungspsychologie: Das Kind versteht, dass psychischeZustände mentale Repräsentationen der Realität sind, die wahroder falsch sein können. (z.B. eine falsche Überzeugung über einenSachverhalt haben heißt, etwas Falsches für wahr halten) Das Verständnis (falscher) Überzeugungen markiert den Übergang voneiner „non-repräsentationalen“ zu einer „repräsentationalen ToM“
- ToM – Das Verständnis von Überzeugungen Repräsentationale Theory of Mind ab wann? Neue Befunde aus dem Säuglingsalter O nishi & Baillargeon (2005). Science, 308, 255-258. 15-Monate alte Kinder verstehen Falsche Überzeugungen(Zeichen für repräsentationale Theory of Mind)
- ToM – Das Verständnis von Überzeugungen Nonverbale False Belief (falsche Überzeugung) Aufgabe - Ein Agent legt ein Objekt in eine von 2 Boxen (Box A) True Belief Bedingung: Der Agent sieht wie das Objekt in die andere Box (Box B) transferiert wird. 15 Monate alte Kinder wundern sich (schauen länger) wenn der Agent in Box A nach dem Objekt sucht. False Belief Bedingung: Der Agent verlässt den Raum und sieht nicht wie das Objekt in die andere Box transferiert wird. 15 Monate alte Kinder wundern sich (schauen länger) wenn derAgent in Box B nach dem Objekt sucht. Interpretation: Kinder beachten den mentalen Belief-Zustandeiner anderen Person und verstehen, dass dieser die Realitätmissrepräsentieren kann.
- ToM – Das Verständnis von Überzeugungen Nonverbale False Belief (falsche Überzeugung) Aufgabe Interpretationsalternativen Onishi & Baillargeon (2005) Bereits Säuglinge verstehen, dass es sich bei Überzeugungen umRepräsentationen der Realität handelt die wahr oder falsch seinkönnen. Mentalistische Annahme Perner & Ruffman (2005) Säuglinge könnten gelernt haben (oder prädisponiert sein)dass Personen dort nach einem Objekt suchen, wo sie es zuletztgesehen haben. Kein Verständnis der mental kausalen Relation zwischenSehen und Handeln Verhaltensregel
- Theory of Mind Entwicklung Theoretische Annahmen Simulationstheorie (Harris, Tomasello) Modularitätstheorie (Leslie, Baron-Cohen) Theorie-Theorie (Gopnik & Wellman, Perner)
- Theory of Mind Entwicklung Theoretische Annahmen Simulationstheorie (Harris, Tomasello Herstellung von Korrespondenzen zwischen Selbst und anderendurch Simulation ist angeboren. Weil ich Intentionen habe und anderemir ähnlich sind, kann ich auch ihnen Intentionen unterstellen. Wir stellen uns vor, was wir wie in der Situation einer anderen Personwahrnehmen, fühlen oder denken würden, und schreiben diesesimulierte Erfahrung der anderen Person zu. Vorannahme: Es gibt einen unmittelbaren Zugang zum eigenenpsychischen Geschehen Voraussage: Je mehr Voreinstellungen verändert werden müssen,(je mehr von den eigenen aktuellenWahrnehmungen, Gedanken und Gefühlenabstrahiert werden muss, desto schwieriger ist dieSimulation) = False Belief benötigt mehrVeränderungen als z.B. Wunschzuschreibungen
- Theory of Mind Entwicklung Theoretische Annahmen Modularitätstheorie (Leslie, Baron-Cohen) Es gibt spezialisierte Mechanismen zur Repräsentation undVerarbeitung sozialer Information. Diese Module bilden die Grundlage zum Wissenserwerb über Alltagspsychologie Beispiele für angeborene Module, die im Laufe des ersten Lebensjahres ihreWirksamkeit entfalten und die Entwicklung einer ToM erst ermöglichen: Intentionalitäts-Detektor ID = (intentionality detector) Augenbewegungs-Detektor EDD = (eye direction detector)ID und EDD arbeiten schon mit Beginn des 1 LJ = intentionale Relation zu einemReferenzobjekt kann repräsentiert werden. Mechanismus gemeinsamer Aufmerksamkeit SAM = (shared attention mechanism) arbeitet ab Ende des 1LJ. Verarbeitet Information aus ID und EDD gemeinsameintentionale Relation von Selbst, anderer Person und Referenzobjekt kann repräsentiertwerden. Entwicklungsprozesse sind weitgehend reifungsabhängig.Input aus der Umwelt ist aber notwendig.
- Theory of Mind Entwicklung Theoretische Annahmen Theorie-Theorie (Gopnik & Wellman, Perner) Theory of Mind als Intuitive Theorie zu psychologischen Ursachen. Zwischen 3 und 4 Jahren kommt es zu einem Theorienwandel (Conceptual Change) von einer Wunschpsychologie zu einer Überzeugungspsychologie. Theory of Mind als Intuitive Theorie zu psychologischen Ursachen. Zwischen 3 und 4 Jahren kommt es zu einem Theorienwandel (ConceptualChange) von einer Wunschpsychologie zu einer Überzeugungspsychologie. Wunschpsychologie: Das Kind versteht, dass es innere subjektive Zustände gibt (etwas wünschen, vor etwas Angst haben). Überzeugungspsychologie: Das Kind versteht, dass psychischeZustände mentale Repräsentationen der Realität sind, die wahroder falsch sein können. (z.B. eine falsche Überzeugung über einenSachverhalt haben heißt, etwas Falsches für wahr halten) Das Verständnis (falscher) Überzeugungen markiert den Übergang voneiner „non-repräsentationalen“ zu einer „repräsentationalen ToM“
- Soziale Kognition und Spielverhalten in der Kindheit Parallelspiel Begrenzte soziale Partizipation: Das Kind spielt in der Nähe anderer ähnlichem Spielzeug, versucht aber nicht, sich in das Spiel der anderen einzumischen. Häufigste Spielform bis 3 Jahre;Nimmt danach ab
- Soziale Kognition und Spielverhalten in der Kindheit Assoziatives Spiel Obwohl jedes Kind für sich spielt, unterhalten sich die Kinder, tauschen Spielzeuge und kommentieren das, was der/die andere macht. Nimmt zwischen 2 und 5Jahren leicht zu
- Soziale Kognition und Spielverhalten in der Kindheit Kooperatives Spiel Kinder spielen mit und nicht nebeneinander. Ihre Aktivitäten sind auf ein gemeinsames Ziel gerichtet. Nimmt zwischen 3 und 5Jahren massiv zu