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Approbationsprüfung Psychotherapie (Fach) / Herbst 2009 (Lektion)

Herbst 2009

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  • 1 ln der Verhaltenstherapie wird ein Konzept zur Erklärung der Entstehung von Pho- bien herangezogen, welches sich wie folgt formulieren lässt: Bei Organismen besteht eine Prädisposition, Konditionierungsreaktionen eher auf biologisch-evolutionär relevante als auf biologisch-evolutionär weniger relevante Hinweisreize hin auszubilden. Diese Prädisposition ist zum einen genetisch bedingt, wird jedoch durch die Lerngeschichte und Sozialisation individuell moduliert. Dieses von Seligman eingeführte Konzept heißt (englischer Begriff): Preparedness
  • 2 Im anamnestischen Gespräch konnte herausgearbeitet werden, dass der Patient, ein 45-jähriger Angestellter mit Verantwortung für den betrieblichen Umweltschutz in einer mittelständischen Firma, angesichts belastender Situationen zu einer negati- ven Sichtweise neigt. Beispielsweise sagt er sich: „Das schaffe ich doch nie, in der heutigen Welt werden die Rahmenbedingungen auch immer schlechter, daran wird sich nichts mehr ändern!“ Die negativen Gedanken stellen sich in Belastungssituati- onen, z. B. bei einem bevorstehenden Öko-Audit, quasi automatisch ein. Die hier zum Ausdruck kommende Konstellation von Denkmustern, der ätiologische Bedeutung für die Entstehung depressiver Störungen beigemessen wird, bezeichnet man nach A.T. Beck als: kognitive Triade
  • 3 Eine 32-jährige Patientin berichtet, dass sie sich immer wieder in die „falschen“ Männer verliebe und mit ihnen intensive Beziehungen eingehe. In diesen Beziehun- gen sei es dann aber meist nach kurzer Zeit schon zu sehr heftigen Konflikten ge- kommen, bei denen sie schnell äußerst wütend werde, „explodiere“ und auch zu Gewalt neige. Die Männer hätten sich in der Folge häufig von ihr abgewendet. Sie sei ein gefühlsbetonter Mensch und ertrage keine Zurückweisungen. Sie würde dann alles für den Partner tun. Es sei auch schon vorgekommen, dass sie innerlich so an- gespannt gewesen sei, dass sie sich Haare ausgerissen habe. Suizidgedanken würden in solchen Krisen immer wieder auftreten, eigentlich schon seit der Pubertät. Auf welche Persönlichkeitsstörung nach ICD-10 trifft diese Schilderung am besten zu? [Hinweis: Geben Sie bitte die Bezeichnung der Persönlichkeitsstörung einschließlich des in der Schilderung zum Ausdruck kommenden spezifischen Typus dieser Störung an!] emotional-instabile Persönlichkeitsstörung Bordeline Typus F60.31  Emotional instabile Persönlichkeitsstörung - Borderline Typus Mindestens drei der folgenden Eigenschaften oder Verhaltensweisen müssen vorliegen, deutliche Tendenz unerwartet und ohne Berücksichtigung der Konsequenzen zu handeln;deutliche Tendenz zu Streitereien und Konflikten mit anderen, vor allem dann, wenn impulsive Handlungen unterbunden oder getadelt werden;Neigung zu Ausbrüchen von Wut oder Gewalt mit Unfähigkeit zur Kontrolle explosiven Verhaltens;Schwierigkeiten in der Beibehaltung von Handlungen, die nicht unmittelbar belohnt werden;unbeständige und unberechenbare Stimmung.Weiters müssen mindestens zwei der folgenden Eigenschaften und Verhaltensweisen vorhanden sein: Störungen und Unsicherheit bezüglich Selbstbild, Zielen und "inneren Präferenzen" (einschließlich sexueller);Neigung sich in intensive aber instabile Beziehungen einzulassen, oft mit der Folge von emotionalen Krisen;übertriebene Bemühungen, das Verlassenwerden zu vermeiden;wiederholt Drohungen oder Handlungen mit Selbstbeschädigung;anhaltende Gefühle von Leere. F60.3-Emotional instabile Persönlichkeitsstörung Info:Eine Persönlichkeitsstörung mit deutlicher Tendenz, Impulse ohne Berücksichtigung von Konsequenzen auszuagieren, verbunden mit unvorhersehbarer und launenhafter Stimmung. Es besteht eine Neigung zu emotionalen Ausbrüchen und eine Unfähigkeit, impulshaftes Verhalten zu kontrollieren. Ferner besteht eine Tendenz zu streitsüchtigem Verhalten und zu Konflikten mit anderen, insbesondere wenn impulsive Handlungen durchkreuzt oder behindert werden. Zwei Erscheinungsformen können unterschieden werden: Ein impulsiver Typus, vorwiegend gekennzeichnet durch emotionale Instabilität und mangelnde Impulskontrolle; und ein Borderline- Typus, zusätzlich gekennzeichnet durch Störungen des Selbstbildes, der Ziele und der inneren Präferenzen, durch ein chronisches Gefühl von Leere, durch intensive, aber unbeständige Beziehungen und eine Neigung zu selbstdestruktivem Verhalten mit parasuizidalen Handlungen und Suizidversuchen. Exkl.:Dissoziale Persönlichkeitsstörung (F60.2)F60.30Impulsiver Typ Inkl.:Persönlichkeit(sstörung): aggressivPersönlichkeit(sstörung): reizbar (explosiv)F60.31Borderline-Typ
  • 4 in der ICD-10, Kapitel V (F), wird ein Störungsbild aufgeführt, dass sich u. a. durch folgende Merkmale beschreiben lässt: Teilweiser oder völliger Verlust der normalen Integration von Erinnerungen, des identitätsbewusstseins und der (sensorischen) Empfindungen sowie der Kontrolle über Körperbewegungen; überzeugender zeitlicher Zusammenhang zwischen den Symptomen und belastenden Ereignissen oder Problemen. Die Symptome entspre- chen oft eher den Vorstellungen der betroffenen Person, wie eine entsprechende körperliche Krankheit sich zeigen müsste, als etablierten medizinischen Krankheits- beschreibungen. Welches Störungsbild ist damit charakterisiert? dissoziative Störung
  • 5 In der Psychoanalyse werden verschiedene Charaktertypen postuliert. Einer davon ist charakterisiert durch Ordentlichkeit, Sparsamkeit, Eigensinn, Pedanterie und verbissene Zielorientierung. Weicher Phase der psychosexuelien Entwicklung ist dieser Charaktertyp am ehesten zuzuordnen? anale Phase
  • 6 Wie nennt man in der psychoanalytisch begründeten Psychotherapie Verhaltenswei- sen, mit denen der Patient einen unbewussten Konflikt handelnd zum Ausdruck bringt, was gelegentlich als eine Form des Widerstands oder als Inszenieren aufge- fasst wird? agieren
  • 7 Bei paar- und familientherapeutischen Interventionen wird u. a. angestrebt, dass Paare bzw. Eltern und Kinder miteinander wieder positiv interagieren, dass das Re- pertoire an verstärkendem Verhalten gegenüber dem Partner auf- und ausgebaut wird und dass negative Aufschaukelungsprozesse vermieden werden. Mit diesen Maßnahmen des Verhaltensaustauschs soll ein Interaktionsverhalten ge- fördert werden, das in der Therapie von Familien und Paaren bezeichnet wird als: positive Reziprozität
  • 8 In psychodynamisch orientierten familientherapeutischen Ansätzen werden familiä- re Prozesse beschrieben, bei denen Kindern von ihren Eltern Aufträge bzw. Rollen in der Familie zugewiesen werden (Rollenzuweisung), z. B. die Sorge- oder Partnerrol- le für die Eltern oder die Mutterrolle gegenüber den Geschwistern. Eine solche Rollenumkehr, bei der Kinder Eltern- oder Partnerfunktion übernehmen, wird bezeichnet als: Parentifizierung
  • 9 Wie bezeichnet man die unwillkürlichen, insbesondere unter Langzeitmedikation mit Antipsychotika (Neuroleptika) auftretenden hyperkinetischen Extrapyramidal- syndrome, die potenziell irreversibel sind und vor allem im Gesichtsbereich (Schmatzen, Kaubewegungen) und an Händen und Füßen auftreten? Spätdyskinesien
  • 10 . Auf der Basis von Psychotherapievergleichsstudien wurden von Grawe vier Wirkprin- zipien erfolgreicher Psychotherapien unterschieden. Welches sind diese Wirkprinzipien? Wählen Sie 4 Antworten! (A) aktive Hilfe zur Problembewältigung (B) Empathie und bedingungslose Wertschätzung (C) konstruktive Arbeitshaltung (D) Problemaktualisierung (E) Ressourcenaktivierung (F) therapeutische Klärung (A) aktive Hilfe zur Problembewältigung(D) Problemaktualisierung(E) Ressourcenaktivierung(F) therapeutische Klärung
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  • 11 Psychotherapiestudien können mit der Zielsetzung durchgeführt werden, die Wirk- samkeit einer psychotherapeutischen Methode zu bewerten und eine Antwort auf die Frage zu erhalten, ob sich die Veränderungen kausal auf die Interventionen zu- rückführen lassen. Welche der folgenden Überlegungen zu einem angemessenen Studiendesign sind zu- treffend? Wählen Sie 2 Antworten! (A) Die Überprüfung der Signifikanz und Kausalität erfolgt am besten durch einen statistischen Vergleich der Störungswerte einer Patientengruppe vor und nach der Intervention (Prä-post-Messung). (B) Durch eine Randomisierung soll verhindert werden, dass andere, Faktoren als die eingesetzten Interventionen das Ergebnis systematisch beeinflussen. (C) Durch randomisierte kontrollierte Studien (RCT-Studien) können eher als durch Feldstudien kausale Aussagen zu einer Therapiemethode getroffen werden. (D) In Feldstudien ist die interne Validität eher gesichert als in randomisierten kon- trollierten Studien (RCT-Studien). (E) Psychotherapiestudien in der Alltagspraxis unter naturalistischen Bedingungen sind am ehesten geeignet, derartige kausale Aussagen treffen zu können. (B) Durch eine Randomisierung soll verhindert werden, dass andere, Faktoren alsdie eingesetzten Interventionen das Ergebnis systematisch beeinflussen.(C) Durch randomisierte kontrollierte Studien (RCT-Studien) können eher als durchFeldstudien kausale Aussagen zu einer Therapiemethode getroffen werden.
  • 12 Welche der folgenden Aussagen charakterisieren die Instanz des „Ich“ im Struktur- modell des psychischen Apparates (Es, Ich und Über-Ich) am zutreffendsten? Wählen Sie 3 Antworten! (A) Das Ich beinhaltet die verinnerlichten Normen und Werte. (B) Das Ich dient der Regulation und Adaptation an die Realität. (C) Das Ich enthält das große Reservoir der Libido. (D) Das Ich ist für Abwehrprozesse zuständig. (E) Das Ich verkörpert das Lustprinzip. (F) Die Prozesse des Ich können bewusst oder unbewusst sein. (B) Das Ich dient der Regulation und Adaptation an die Realität.(D) Das Ich ist für Abwehrprozesse zuständig.(F) Die Prozesse des Ich können bewusst oder unbewusst sein.
  • 13 Werden unangenehme Wünsche und Affekte vom Bewusstsein ferngehalten, spre- chen psychoanalytisch orientierte Therapeuten häufig von Abwehr. Welche der folgenden Aussagen zu Abwehrmechanismen treffen am ehesten zu? Wählen Sie 2 Antworten! (A) Der zeitlich dauerhafte Einsatz von Abwehrmechanismen über die Zeit der ei- gentlichen Bedrohung durch Unlust erregende Impulse und Affekte hinaus weist auf eine besonders gelungene, reife Abwehr hin. (B) Reife Abwehrmechanismen (z. B. Sublimierung) weisen wie unreifere Abwehr- mechanismen auf pathogene, psychodynamische Konflikte und damit darauf hin, dass eine Psychotherapie indiziert ist. (C) Reife Abwehrmechanismen unterscheiden sich von unreifer Abwehr u. a. im Hinblick auf die Realitätswahrnehmung - bei unreifer Abwehr wird die Reali- tätswahrnehmung massiver verzerrt. (D) Reifere Abwehrmechanismen kommen vorwiegend bei Konfliktpathologien vor, während unreife Abwehrmechanismen vor allem bei ich-strukturellen Störungen angetroffen werden. (E) Werden in einer psychotherapeutischen Behandlung vom Therapeuten Abwehr- mechanismen beim Patienten erkannt, sind diese zu bearbeiten. (C) Reife Abwehrmechanismen unterscheiden sich von unreifer Abwehr u. a. imHinblick auf die Realitätswahrnehmung - bei unreifer Abwehr wird die Reali-tätswahrnehmung massiver verzerrt.(D) Reifere Abwehrmechanismen kommen vorwiegend bei Konfliktpathologien vor,während unreife Abwehrmechanismen vor allem bei ich-strukturellen Störungenangetroffen werden.
  • 14 Ein 36-jähriger Mann leidet seit ca. einem Jahr unter einer schweren Agoraphobie. Er lebt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern zusammen. Nachdem er wegen der langen Erkrankung zunächst seine Arbeitsstelle verloren hatte, hat er inzwischen eine Arbeit angenommen, die er überwiegend von zuhause aus erledigen kann. Die Symptomatik hatte sich entwickelt, als deutlich wurde, dass seine Frau sich von ihm trennen wollte. Um ihn wegen seiner Krankheit zu unterstützen, ist sie dann doch bei ihm geblieben. Vor allem begleitet sie ihn, wenn er es aus einem dringenden Anlass nicht vermeiden kann, das Haus zu verlassen. Sie denkt: „Ich kann ihn doch nicht verlassen, wenn er so hilflos und krank ist.“ Es ist anzunehmen, dass die Reak- tion der Ehefrau zur Aufrechterhaltung der Symptomatik beiträgt. Welche Bedeutung hat die Reaktion der Ehefrau (keine Trennung, sondern Unter- stützung) im Hinblick auf die Symptomatik? Wählen Sie 2 Antworten! (A) Auslösesituation (B) negative Verstärkung (C) sekundärer Krankheitsgewinn (D) Versagungssituation (E) Versuchungssituation (F) Zwangsprozess (B) negative Verstärkung(C) sekundärer Krankheitsgewinn
  • 15 Welche der folgenden Aussagen beschreiben Aspekte des Aufmerksamkeitsdefizit- Hyperaktivitätssyndroms (ADHS) im Erwachsenenalter, die diagnostisch zu berück- sichtigen sind, zutreffend? Wählen Sie 3 Antworten!. (A) ADHS kann im Erwachsenenalter nur dann diagnostiziert werden, wenn die Symptomatik bereits in der Kindheit vorhanden war. (B) Es gibt in der iCD-10 keine spezifischen diagnostischen Kriterien für Erwachse- ne. (C) Es treten häufig komorbid andere psychische Störungen auf. (D) Im Erwachsenenalter dominiert die Hyperaktivität, Aufmerksamkeitsdefizite treten kaum noch auf. (E) Konzentrations- und Aufmerksamkeitstests liefern sichere diagnostische Infor- mationen, um erwachsene Personen mit ADHS zu erkennen. (A) ADHS kann im Erwachsenenalter nur dann diagnostiziert werden, wenn dieSymptomatik bereits in der Kindheit vorhanden war.(B) Es gibt in der iCD-10 keine spezifischen diagnostischen Kriterien für Erwachse-ne.(C) Es treten häufig komorbid andere psychische Störungen auf.
  • 16 Ein Patient berichtet über chronische Kopfschmerzen, die schon seit über 10 Jahren bestünden und die oft zu Krankschreibungen führten. Eine körperliche Verursachung ist ausgeschlossen worden. Gleichzeitig leidet er unter Schlaf- und Appetitstörungen und hat den Eindruck, dass ihm kaum noch etwas Freude mache. Welche der folgenden Aspekte spielen für die Diagnosestellung nach ICD-10, Kapitel V (F), eine wesentliche Rolle? Wählen Sie 2 Antworten! (A) Frage, welche von mehreren Störungen zuerst bestand (B) Ressourcen des Patienten (C) Therapiemotivation (D) Vorliegen bestimmter Symptome (E) Zeit- und Verlaufsmerkmale der Symptomatik (D) Vorliegen bestimmter Symptome(E) Zeit- und Verlaufsmerkmale der Symptomatik
  • 17 Welche der folgenden Vorgehensweisen entsprechen dem Konzept der tiefenpsycho- logisch fundierten Psychotherapie? ~ ' Wählen Sie 2 Antworten! (A) Der Therapeut legt den Schwerpunkt auf die Rekonstruktion der frühen Psycho- genese und die Persönlichkeitsveränderung des Patienten. (B) Der Therapeut nimmt seine Gegenübertragungsreaktion wahr und reflektiert sie. (C) Die Entwicklung einer Übertragungsneurose hat Vorrang vor der Fokussierung auf den aktuell wirksamen neurotischen Konflikt. (D) Regressive Wünsche des Patienten werden wahrgenommen, aber nicht geför- dert. (E) Übertragungsphänomene werden gefördert. (B) Der Therapeut nimmt seine Gegenübertragungsreaktion wahr und reflektiertsie. (D) Regressive Wünsche des Patienten werden wahrgenommen, aber nicht gefördert.
  • 18 Die Verlaufsdokumentation hat eine wichtige Funktion in der Qualitätssicherung der Therapie. Sie kann von der Struktur- oder der Basisdokumentation abgegrenzt wer- den. Welche der nachfolgenden Daten sind vorrangig der Verlaufsdokumentation zuzu- ordnen? Wählen Sie 3 Antworten! (A) Anschriften der zuweisenden Arztpraxen (B) Entwicklung der Therapeut-Klient-Beziehung (C) -Personendaten (D) Protokollierung der Interventionen (E) sozialanamnestische Daten (F) Veränderungen in der Symptomatik (B) Entwicklung der Therapeut-Klient-Beziehung(D) Protokollierung der Interventionen(F) Veränderungen in der Symptomatik
  • 19 Ambulante Psychotherapien, die im Rahmen der Psychotherapie-Richtlinien zu Las- ten der Krankenkasse durchgeführt werden, sind in der Regel gutachterpflichtig (sog. Gutachterverfahren). Welche der folgenden Voraussetzungen hat der Gutachter gemäß den Psychothera- pie-Richtlinien zu prüfen? Wählen Sie 3 Antworten! (A) den Nachweis der fachlichen Befähigung des Behandlers (B) die Erfüllung der Fortbildungspflicht durch den Behandler (C) die Indikation zur Anwendung von Psychotherapie (D) die Wirtschaftlichkeit der Behandlung (E) die Zulassung des Behandlers zur vertragsärztlichen Versorgung (F) die Zweckmäßigkeit der Behandlung (C) die Indikation zur Anwendung von Psychotherapie(D) die Wirtschaftlichkeit der Behandlung(F) die Zweckmäßigkeit der Behandlung
  • 20 Aufgabenfolge „Ambulante Psychotherapie hach Klinikaufenthalt“ - Teil 1 (Einfachauswahlaufgabe) Eine Patientin sucht drei Wochen nach einem Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik eine psychotherapeutische Praxis auf. Ihr wurde bei der Entlassung eine am- bulante psychotherapeutische Behandlung empfohlen. Sie berichtet, dass sie in den Wochen vor dem Klinikaufenthalt das Interesse an fast allen Dingen verloren habe, die ihr zuvor Freude gemacht hatten. Sie habe kaum noch Appetit gehabt und deut- lich abgenommen. Auch sei sie bei der kleinsten Anstrengung sehr schnell ermüdet. Sie habe viel gegrübelt und sich geängstigt. Alles sei ihr zuviel geworden. Häufig seien auch Kopfschmerzen auf getreten. Welche Diagnose (ICD-10) kommt in der Schilderung am ehesten zum Ausdruck? (A) Anorexia nervosa (B) depressive Episode (C) dissoziative Störung (D) psychologische Faktoren oder Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizierten Krankheiten (E) Somatisierungsstörung (B) depressive Episode
  • 21 Aufgabenfolge „Ambulante Psychotherapie nach Klinikaufenthalt“ - Teil 2 (Einfachauswahlaufgabe) Zu dem Klinikaufenthalt sei es nach einem Suizidversuch mit Schlafmitteln gekom- men. Vorausgegangen sei eine schwierige Situation in der Familie. Das Medikament, das sie in der Klinik verordnet bekommen habe, habe sie gleich nach der Entlassung abgesetzt, da sie davon nicht viel halte. Im Gespräch berichtet die Patientin von wieder auftretenden Suizidgedanken. Welches weitere Vorgehen ist am ehesten angezeigt? (A) Auf die Suizidgedanken sollte zunächst nicht eingegangen werden, sondern auf die Familienproblematik und die genauen Umstände, die zum Suizidversuch ge- führt hatten. (ß) Bei Suizidgedanken ist grundsätzlich eine sofortige stationäre Aufnahme not- wendig. (C) Das Thema „Medikamente“ wird nicht aufgegriffen, um die therapeutische Be- ziehung nicht zu gefährden. (D) Die Suizidgefährdung wird exploriert und eingeschätzt sowie die Patientin moti- viert, für eine eventuelle medikamentöse Behandlung einen Arzt aufzusuchen. (E) Eine ambulante psychotherapeutische Behandlung ist abzulehnen, da diese bei Suizidgedanken nicht indiziert ist. (D) Die Suizidgefährdung wird exploriert und eingeschätzt sowie die Patientin moti-viert, für eine eventuelle medikamentöse Behandlung einen Arzt aufzusuchen.
  • 22 Aufgabenfolge „Ambulante Psychotherapie nach Klinikaufenthalt“ - Teil 3 (Ende) (Einfachauswahlaufgabe) Die Patientin berichtet weiterhin, dass sie schon seit sie denken kann immer äu- ßerst angespannt und besorgt gewesen sei, etwas falsch zu machen. Sie könne sehr schlecht mit Kritik umgehen und fühle sich unbeholfen und minderwertig im Ver- gleich zu anderen. Sie habe sich aus Angst vor Zurückweisung nicht getraut, Prob- leme in der Familie anzusprechen. Welche der folgenden Störungen ist als komorbide Diagnose am ehesten in Betracht zu ziehen? (A) anankastische Persönlichkeitsstörung (B) ängstliche (vermeidende) Persönlichkeitsstörung (C) emotional instabile Persönlichkeitsstörung (D) schizoaffektive Störung (E) schizoide Persönlichkeitsstörung' (B) ängstliche (vermeidende) Persönlichkeitsstörung
  • 23 Aufgabenfolge .,37-jähriger Patient“ - Teil 1 (Einfachauswahlaufgabe) Ein 37-jähriger Patient sucht einen Psychotherapeuten auf, weil er unter schweren Versagensgefühlen leide. Seine Arbeitsstelle als Fahrradkurier habe er vor 4 Jahren verloren, weil der Chef ihm zu viele Aufträge gegeben habe, die er nicht mehr er- füllen konnte. Seitdem bekäme er „kaum noch etwas auf die Reihe“ und fühle sich immer wieder so schlecht, dass er häufig für mehrere Wochen krankgeschrieben und mehrfach in Kliniken behandelt werden musste. In diesen Phasen leide er unter in- tensiver Niedergeschlagenheit, Erschöpfung und Schlafproblemen, fühle sich meis- tens müde und nicht in der Lage und in der Stimmung, sich zu irgendetwas aufzuraffen, grüble viel und sähe für sich überhaupt keine Perspektive. Öfter, ca. einmal pro Woche, habe er auch Magen-, Kopf- oder Rückenschmerzen. Er gehe seit ca. einem Jahr kaum noch unter Menschen, da er nicht wisse, worüber er sprechen solle, und nicht möchte, dass andere merken, wie schlecht es ihm gehe. Welche Diagnose erscheint aufgrund dieser Informationen am ehesten zutreffend? (A) anhaltende somatoforme Schmerzstörung (B) Dysthymia (C) rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (D) Somatisierungsstörung. (E) soziale Phobie (C) rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
  • 24 Aufgabenfolge „37-jähriger Patient“ - Teil 2 (Mehrfachauswahlaufgabe) Sie planen eine kognitiv-verhaltenstherapeutische Behandlung und führen zunächst eine Verhaltensanalyse durch. In der Exploration wird deutlich, dass sich der Pati- ent in aktuellem Konfliktsituationen mit der Familie, die ihn zur Wiederaufnahme beruflicher Tätigkeiten drängt, sehr angespannt fühlt und starke somatische Sym-- ptome erlebt, jedoch passiv reagiert und sich Vorwürfe macht, dass er es nicht schafft, mit seiner Familie „vernünftig zu reden“. Welche der folgenden Problembereiche sind gemäß dieser Situationsschilderung als wesentlich zu bezeichnen? , Wählen Sie 2 Antworten! (A) Circulus vitiosus: körperliche Missempfindungen - Vermeidung körperlicher Ak- tivität - schlechter körperlicher Trainingszustand - körperliche Missempfindugen - usf, (B) Defizite in sozialen Kompetenzen (nicht „nein“ sagen können, sich von Forde- rungen anderer nicht abgrenzen können) (C) Neigung zur Katastrophisierung (D) selbstabwertende automatische Gedanken bei belastenden Situationen (E) soziale Vermeidung von stark angstbesetzten Kontaktsituationen (im Mittel- punkt der Aufmerksamkeit stehen) (B) Defizite in sozialen Kompetenzen (nicht „nein“ sagen können, sich von Forde-rungen anderer nicht abgrenzen können)(D) selbstabwertende automatische Gedanken bei belastenden Situationen
  • 25 Aufgabenfolge „37-jähriger Patient“.- Teil 3 (Einfachauswahlaufgabe) Sie besprechen mit dem Patienten vor dem Hintergrund der zentralen Problembe- reiche (vgl. Teil 2 der Aufgabenfolge) die möglichen Ziele der verhaltenstherapeuti- schen Behandlung. Der Patient erscheint jedoch sehr antriebslos und demoralisiert. Auf welche der folgenden Interventionen sollte in Anbetracht dieser aktuellen Sym- ptomatik der Schwerpunkt zu Beginn der Therapie gesetzt werden? (A) Aktivitätsaufbau (B) kognitive Umstrukturierung der Grundüberzeugungen (C) Kommunikationstraining (D) motivierende Gesprächsführung (E) systematische Desensibilisierung (A) Aktivitätsaufbau
  • 26 Aufgabenfolge „37-jähriger Patient“ - Teil 4 (Ende) (Mehrfachauswahlaufgabe) Nach einer deutlichen Besserung der Befindlichkeit und Stimmung des Patienten in der ersten Phase der Therapie konzentrieren Sie sich verstärkt auf die Veränderung der dysfunktionalen Grundannahmen des Patienten (z. B. „ich mache alles falsch“). Welche der nachfolgenden Interventionen sind zur Erreichung dieses Ziels am ehes- ten angemessen? Wählen Sie 2 Antworten! (A) Durchführung von Verhaltensexperimenten (B) Entspannungstraining (C) Kommunikationstraining (D) Protokolle zur Selbstbeobachtung negativer Gedanken (E) verdeckte Sensibilisierung (A) Durchführung von Verhaltensexperimenten(D) Protokolle zur Selbstbeobachtung negativer Gedanken  verdeckte Sensibilisierung [engl. covert sensitization; lat. sensibilis empfindbar], [KLI], dient als Selbstkontrollverfahren dazu, übermäßig starke Auslöser zu neutralisieren (z. B. Alkoholismus oder anderen Abhängigkeiten; Substanzabhängigkeit). In der Fantasie paart der Klient den bislang als übermäßig pos. eingeschätzten Auslöser mit neg. Ereignissen bzw. das Konsumationsverhalten wie Trinken mit neg. Konsequenzen (z. B. sich erbrechen), wodurch Vermeidungs- bzw. Fluchtreaktionen begünstigt werden (Alkohol wegschütten). Dies wird oft in der Fantasie belohnt (v. Verstärkung). V. S. hat sich als Selbstkontrollverfahren insofern bewährt, als oft externe Aversionstherapien ersetzt werden können.
  • 27 Aufgabenfolge „17-jährige Patientin in psychoanalytisch orientierter Therapie“ - Teil 1 (Einfachauswahlaufgabe) Eine 17-jährige Patientin kommt nach einer stationären Behandlung in der Psychiat- rie, der ein Suizidversuch vorausging, mit der Entlassungsdiagnose einer Persönlich- keitsstörung in Ihre Praxis zur ambulanten Psychotherapie, ln den probatorischen Sitzungen erheben Sie den psychodynamischen Befund mit Hilfe der Operationali- sierten Psychodynamischen Diagnostik, OPD. Die Auswertung der OPD bezüglich der Fähigkeit zur Selbstreflexion, Affektdifferen- zierung, realistischen Objektwahrnehmung und Selbststeuerung kann Hinweise auf zu treffende therapeutische Entscheidungen geben, so z. B. auf die Frage, ob zu- nächst eher ein deutendes, Affekte mobilisierendes und regressionsförderndes Vor- gehen oder eher ein „antwortendes“, stützendes und Grenzen setzendes Vorgehen indiziert ist. Welche Achse der OPD wäre hier zur Klärung dieser Fragestellung am ehesten he- ranzuziehen? (A) Beziehung (B) Konflikt (C) Krankheitserleben und-Behandlungsvoraussetzungen (D) psychische und psychosomatische Störungen (E) Struktur (E) Struktur
  • 28 Aufgabenfolge „17-jährige Patientin in psychoanalytisch orientierter Therapie“ - Teil 2 (Kurzantwortaufgabe) Die Patientin, Auszubildende in einem sozialen Beruf, imponiert durch emotionale Ausbrüche und eine Unfähigkeit, impulshaftes Verhalten zu kontrollieren. Sie klagt über Gefühle innerer Leere sowie über Beziehungsprobleme. Ihre anfängliche Be- geisterung für das berufliche Aufgabenfeld hat sich wegen diverser Konflikte mit Kollegen und dem Leitungspersonal rasch eingetrübt. Allgemein besteht in zwi- schenmenschlichen Beziehungen eine Tendenz zur Idealisierung und Entwertung, oft im Wechsel. Welcher psychoanalytische Abwehrmechanismus kommt in dem problematischen Beziehungsverhalten der Patientin am ehesten zum Ausdruck? Spaltung
  • 29 Aufgabenfolge „17-jährige Patientin in psychoanalytisch orientierter Therapie“ - Teil 3 (Ende) (Einfachauswahlaufgabe) Sie fassen zur Behandlung der sich in der Diagnostikphase bei der Patientin abzeich- nenden persönlichkeitsgestörten Züge die psychoanalytisch-interaktionelle Therapie ins Auge. Welches der folgenden Therapieelemente ist in Abgrenzung zur analytischen Psy- chotherapie charakteristisch für ein solches Vorgehen? (A) Fokussierung auf die Deutung unbewusster Konflikte (B) frühe genetische Deutungen im therapeutischen Prozess (C) Orientierung an der Haltung der technischen Neutralität (D) Regressionsorientierung (E) Verfügbarkeit des Therapeuten als verlässliches „Objekt“ (E) Verfügbarkeit des Therapeuten als verlässliches „Objekt“
  • 30 ln einer randomisierten Psychotherapiestudie wurde ein neues psychotherapeuti- sches Verfahren im Vergleich zu einem herkömmlichen in der Kontrollgruppe über- prüft. Für das neue Verfahren ergab sich eine Effektstärke d (nach Cohen) von 0,89. Wie ist dieses Ergebnis einzuschätzen? (A) Die berechnete Höhe der Effektstärke von 0,89 zeigt, dass die aufgrund der In- tervention erzielten Veränderungen bei den einzelnen Patienten klinisch signi- fikant sind. (B) Die Effektstärke wäre nur dann aussagekräftig, wenn das neue Psychotherapie- verfahren mit einer Wartebedingung in der Kontrollgruppe verglichen worden wäre. (C) Die Effektstärke wäre nur dann aussagekräftig, wenn mindestens zwei Kontroll- bedingungen einbezogen worden wären. (D) Die über die Effektstärke berechnete Veränderung durch das neue Verfahren ist als hoch zu bezeichnen. (E) Es liegt ein Berechnungsfehler vor. Effektstärken gemäß Cohen's d können ma- ximal einen Wert von 0,5 annehmen. (D) Die über die Effektstärke berechnete Veränderung durch das neue Verfahren istals hoch zu bezeichnen.
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  • 31 Aus epidemiologischen Untersuchungen lässt sich ableiten, dass depressive Erkran- kungen in den letzten Jahrzehnten erheblich zugenommen haben und das Erster- krankungsalter bei Depressionen abgenommen hat. Für die bis zu 25-Jährigen war früher das Risiko, an einer Depression zu erkranken, noch geringer als für bis zu 25- Jährige heutzutage. Wie bezeichnet man das Phänomen, dass sich Menschen gleichen chronologischen Alters (im Beispiel die Gruppe der jeweils bis zu 25-Jährigen) je nach Geburtszeit- raum z. B. hinsichtlich des Risikos, an einer Depression zu erkranken, erheblich voneinander unterscheiden können? (A) Alterseffekt (B) Haloeffekt ' . . (C) Kohorteneffekt (D) Messzeitpunkteffekt (E) Positionseffekt (C) Kohorteneffekt
  • 32 Sie behandeln gemeinsam mit einem Internisten eine Patientin, die unter Bluthoch- druck leidet. Da Zusammenhänge zwischen dem Bluthochdruck und Belastungen am Arbeitsplatz, z. B. durch die häufig von ihr zu führenden Telefonate, bestehen, er- arbeiten Sie gemeinsam mit der Patientin beruhigende Selbstverbalisationen. Sie vereinbaren, dass sich die Patientin diese Sätze jedes Mal sagt, ehe sie telefoniert. Die beschriebene Technik, wonach eine zu .erlernende mit einer häufig auftreten- den Verhaltensweise gekoppelt wird, bezeichnet man als (A) intermittierende Verstärkung (B) Habituation (C) Modelllernen (D) Premack-Prinzip (E) Reattribution (D) Premack-Prinzip Premack-PrinzipIm Bemühen, eine nicht-zirkuläre Definition von Verstärker zu finden, hatte F. D. Sheffield (1948) darauf aufmerksam gemacht, dass die verhaltensmodifizierende Verstärkung oder Bestrafung nicht nur eine Wahrnehmung, sondern immer auch ein Verhalten auslöst. So kann man argumentieren, dass nicht Wasser, sondern das Trinken des Wassers, nicht Spielzeug, sondern das Spielen die eigentlichen Verstärker sind. In der herkömmlichen Terminologie war Verstärker immer als (appetitiver oder aversiver) Stimulus (Wahrnehmung) definiert worden. David Premack postulierte nun, dass ein Verhalten A ein Verstärker für ein anderes Verhalten B sein kann, nämlich genau dann, wenn A spontan häufiger gezeigt wird als B (im Original: "Given two responses of the different likelihood h and l, the opportunity to perform the higher probability response H after the lower probability response L will result in reinforcement of response L."). Um einen Verstärker zu identifizieren, ist es notwendig, die Verhaltenshäufigkeit frei von jeglicher Restriktion über eine gewisse Zeit zu erfassen (base-line-Verhaltensverteilung). So erhält man eine Skala, die angibt, wie wahrscheinlich das spontane Auftreten der erfassten Verhaltensweisen ist. Das weniger wahrscheinliche Verhalten kann man dann mit dem höherwahrscheinlichen verstärken, d. h. dessen Auftretenswahrscheinlichkeit steigern. Premack setzte Kapuzineraffen in einen Experimentier-Käfig mit drei möglichen Verhaltensweisen und stellte fest, dass sie spontan am häufigsten den Hebel bewegten, am zweithäufigsten die Tür öffneten und am seltensten den Kolben bewegten (baseline-Erfassung, Skala der Verhaltenswahrscheinlichkeiten). In der Testphase konnte eines dieser Verhalten erst ausgeführt werden, nachdem eines der anderen gezeigt wurde. Wie vom Premack-Prinzip vorhergesagt, ergab sich folgendes Muster: Die Affen bewegten häufiger den Kolben, wenn sie deshalb anschließend die Tür öffnen oder den Hebel bewegen konnten. Sie öffneten häufiger die Tür, wenn sie deshalb anschließend den Hebel bewegen konnten. Angenommen, wir beobachten eine Ratte, die freien Zugang zu Wasser hat und nach Lust und Laune in einem Laufrad rennen kann. Wir messen, dass die Ratte während einer Stunde 50 min im Laufrad rennt und 10 min trinkt. Trinken weist also eine geringere Auftretenswahrscheinlichkeit als Laufradrennen auf. Wenn diese Ratte nun erst ins Laufrad darf, nachdem sie getrunken hat, erhöht dies die Zeit, die sie mit Trinken verbringt. Der umgekehrte Weg funktioniert nicht: Wenn sie erst trinken darf, nachdem sie im Laufrad war, trinkt sie deshalb nicht mehr als vorher. Bei einer durstigen Ratte hingegen, die lieber trinkt als läuft, ist es genau umgekehrt: Wir können die Wahrscheinlichkeit des Laufradrennens erhöhen, indem wir es zur Bedingung für Trinken machen. Premack führte ein Experiment mit Kindergartenkindern durch. Zuerst wurden die Kinder ohne Einschränkungen beobachtet. Einige Kinder spielten in dieser Zeit lieber mit einem Spielautomaten, andere aßen lieber Bonbons. Man teilte sie in zwei Gruppen nach ihren Vorlieben ein. Nachfolgend konnte man in der Spielautomatengruppe das Bonbonessen mit dem Spielen verstärken und in der Bonbongruppe das Spielen mit dem Bonbonessen verstärken. Man konnte jedoch in keiner der Gruppen mit dem niederwahrscheinlichen Verhalten das höherwahrscheinliche verstärken.
  • 33 Welchem Persönlichkeitsfaktor im Sinne der „Big Five“ ordnet man Menschen, die die Eigenschaften - emotionale Labilität - häufiges Klagen über körperlichen Schmerz, Ärger und Ängste - schnelle Reaktion auf Stress aufweisen, am ehesten zu? (A) Extraversion (B) Gewissenhaftigkeit (C) (interpersonelle) Verträglichkeit (D) Neurotizismus (E) Offenheit (D) Neurotizismus
  • 34 Bei einem Screeninginstrument zur Erkennung an einer psychischen Störung (z. B. Depression) erkrankter Personen liegt eine positive Polung vor, d. h. hohe Werte des Screeningergebnisses weisen auf die Erkrankung hin. Die Sensitivität des Screeninginstruments kann erhöht werden, indem man (A) den Cut-off in einem mittleren Bereich wählt (B) den Cut-off möglichst hoch wählt (C) den Cut-off möglichst niedrig wählt (D) den Cut-off variabel wählt (E) die Spezifität erhöht (C) den Cut-off möglichst niedrig wählt
  • 35 Wie bezeichnet man in der’Epidemiologie dasjenige Häufigkeitsmaß, das angibt, wie viele Menschen einer Population in einem bestimmten Zeitraum krank sind? (A) attributables Risiko (B) Inzidenz (C) Odds ratio (D) Prävalenz (E) relatives Risiko (D) Prävalenz
  • 36 ln epidemiologischen Untersuchungen zur Anorexia nervosa hat sich gezeigt, dass die Prävalenzrate der Anorexia nervosa bzw. das Risiko, an Anorexia nervosa zu er- kranken, (A) bei Mädchen bzw. Frauen ca. dreimal höher als bei Jungen bzw. Männern ist (B) im westlichen Kulturkreis gegenüber anderen Kulturkreisen in der Regel erhöht ist (C) in den letzten Jahrzehnten weitgehend unverändert geblieben ist (D) in der Gruppe der Sportler eher niedriger als im Bevölkerungsdurchschnitt ist (E) in niedrigeren sozialen Schichten gegenüber der Mittel- und Oberschicht erhöht ist (B) im westlichen Kulturkreis gegenüber anderen Kulturkreisen in der Regel erhöhtist EpidemiologieDie Inzidenz der AN bei 15- bis 24-jährigen jungen Frauen hat in den letzten Jahrzehnten zugenommen. Die Prävalenzrate in dieser Altersgruppe wird derzeit zwischen 0,3 und 1 Prozent geschätzt. Seit den 50er-Jahren wird zudem ein Anstieg bei der kindlichen Magersucht (10 bis 14 Jahre) beobachtet (12). Das Geschlechterverhältnis liegt bei etwa 1:10 (m:w). Die Prävalenz der BN beträgt für weibliche Jugendliche ein bis zwei Prozent, für männliche etwa 0,3 Prozent (2). Bestimmte Risikogruppen weisen eine deutlich höhere Prävalenz an Essstörungen auf. Hierzu gehören Mädchen, die besonders mit dem Schlankheitsideal konfrontiert sind (zum Beispiel Models, Tänzerinnen, Leistungssportlerinnen) Während die Anorexia nervosa, auch als Magersucht bezeichnet, in der Normalbevölkerung bei 0,5 – 1 % der 15- bis 25-jährigen Frauen (Erkrankungsgipfel 14. und 18. Lebensjahr) diagnostiziert wird, beträgt die Prävalenz in Risikogruppen (Balletttänzerinnen, Sportler, Models) 7 %. Außerdem tritt sie gehäuft in höheren sozialen Schichten auf.
  • 37 Für welche der folgenden Vorgehensweisen im Rahmen der verhaltenstherapeuti- schen Behandlung von Angststörungen, z. B. Panikstörung oder Agoraphobie, stellt das „psychophysiologische Modell“ (Teufelskreismodell) am ehesten die Basis dar? (A) Abbruch einer Expositionsbehandlung bei Auftreten von starken Angstgefühlen oder starken körperlichen Angstsymptomen (B) Kombination einer verhaltenstherapeutischen mit einer medikamentösen, psy- chopharmakologischen Behandlung (C) Psychoedukation über den Zusammenhang von Gedanken, Gefühlen, Körper- wahrnehmungen und Körperprozessen (D) Überweisung zur medizinischen Abklärung körperlicher Ursachen und beglei- tender körperlicher Störungen vor einer Behandlung mit Expositionsverfahren (E) Vermittlung von Patienteninformationen zu Kontraindikationen und Nebenwir- kungen einer psychopharmakologischen Begleitbehandlung (C) Psychoedukation über den Zusammenhang von Gedanken, Gefühlen, Körper-wahrnehmungen und Körperprozessen
  • 38 ln der Traumatherapie ist die so genannte „Triggeranalyse“ von Bedeutung: Die Patienten sollen lernen, welche Reize objektiv bedrohlich und welche lediglich Teil des Traumagedächtnisses sind. Welche Form des Lernens ist hiermit am ehesten angesprochen? (A) Assoziationslernen (B) Diskriminationslernen (C) inzidentelles Lernen (D) prozedurales Lernen (E) sequenzielles Lernen (B) Diskriminationslernen
  • 39 Welches der folgenden Beispiele von Sorgen bei generalisierter Angststörung ist dem Typ der Metakognitionen (Meta-Sorgen, meta worry) zuzuordnen? (A) Hoffentlich wird meinem Partner nichts Schlimmes geschehen. (B) Ich befürchte, dass meine Familie bald ein furchtbares Unheil trifft. (C) Ich werde irgendwann wegen eines versehentlichen Fehlers meine Arbeitsstelle verlieren. (D) Nahrungsmittel könnten vergiftet sein. (E) Wegen meiner Sorgen drehe ich noch durch. (E) Wegen meiner Sorgen drehe ich noch durch.
  • 40 Einer jungen Frau passiert es immer wieder, dass sie sich in unerreichbare, z. B. bereits verheiratete Männer verliebt. Einerseits tut sie alles, um von diesen Män- nern umworben und für attraktiv gehalten zu werden, andererseits scheut sie den direkten erotischen oder sexuellen Kontakt. Welcher Konflikt liegt diesem Verhalten und Erleben nach der Operationalisierten Psychodynamischen Diagnostik (OPD) am wahrscheinlichsten zugrunde? (A) Konflikt Individuation vs. Abhängigkeit (Abhängigkeit vs. Autonomie) (B) Konflikt Unterwerfung vs. Kontrolle (C) Konflikt Versorgung vs. Autarkie (D) Ödipaler Konflikt (Ödipal-sexueller Konflikt) (E) Selbstwertkonflikt (D) Ödipaler Konflikt (Ödipal-sexueller Konflikt)
  • 41 Ein 29-jähriger Patient berichtet von plötzlich auftretenden Angstzuständen, ver- bunden mit Herzklopfen, Schweißausbrüchen, einem Gefühl von Benommenheit. Diese Schwierigkeiten bestünden, seit seine Freundin ihn vor einem Jahr verlassen habe. Er vermeide zunehmend mehr Situationen wie z. B. Menschenmengen. Auf weitere gezielte Nachfrage hin erfahren Sie von ihm, dass er häufig, phasenweise täglich, Marihuana konsumiert. Er gibt an, dass dies aber nicht der Behandlungsan- lass und für ihn auch unproblematisch sei. Welcher der folgenden Aussagen hinsichtlich der Behandlungsplanung ist am ehes- ten zuzustimmen? (A) Aus Gründen der möglichen Reaktanz und der Beziehungsgestaltung wird der Drogenkonsum zu einem späteren Zeitpunkt angesprochen. (B) Da in Bezug auf den Marihuanakonsum kein Behandlungsauftrag seitens des Pa- tienten besteht, erfolgt keine Intervention. (C) Das Thema Drogenkonsum ist bei dieser Therapie von Anfang an unverzichtbar. (D) Dem Patienten wird eine sofortige stationäre Behandlung als unabdingbare Vor- aussetzung für eine ambulante Behandlung empfohlen. (E) Nach einem ressourcenorientierten Ansatz wird der Drogenkonsum als eine zu mindest in manchen Situationen erfolgreiche Strategie der Angstbewältigung interpretiert und der Bereich Drogenkonsum erst dann thematisiert, wenn die Angst deutlich reduziert ist. (C) Das Thema Drogenkonsum ist bei dieser Therapie von Anfang an unverzichtbar.
  • 42 Die Symptome der Schizophrenie werden häufig in positive und negative Symptome eingeteilt. Welches der folgenden Symptome ist den Positivsymptomen zuzuordnen? (A) Affektverflachung (B) Anhedonie (C) Apathie (D) Denkzerfahrenheit (E) Sprachverarmung (D) Denkzerfahrenheit
  • 43 Die Symptom-Checkliste (SCL-90-R) lässt sich am zutreffendsten wie folgt umschrei- ben: (A) Fragebogen zur Erfassung der subjektiv empfundenen Beeinträchtigung durch verschiedene körperliche und psychische Symptome (B) Fragebogen zur Erfassung körperlicher Symptome, auf die psychische Faktoren und Verhaltensweisen einen wesentlichen Einfluss haben (C) Selbstbeurteilungsverfahren zur Diagnosestellung von psychischen Störungen nach 1CD-10 Kapitel V (F) und damit in Verbindung stehender körperlicher Er- krankungen aus anderen Kapiteln der ICD-10 (D) strukturiertes klinisches Interview zur Diagnosestellung psychischer Störungen nach ICD-10 Kapitel V (F) (E) von den Angehörigen eines Patienten zu bearbeitendes Fremdbeurteilungsver- fahren zur Erfassung interpersonal relevanter Symptombereiche (A) Fragebogen zur Erfassung der subjektiv empfundenen Beeinträchtigung durchverschiedene körperliche und psychische Symptome
  • 44 - Welches der folgenden Ereignisse, die eine Traumatisierung verursachen können, gehört zu den Typ-I-Traumata? (A) Geiselhaft (B) Kriegserleben (C) politische Inhaftierung (D) schwerer Verkehrsunfall (E) sexuelle Missbrauchserfahrungen in der Kindheit (D) schwerer Verkehrsunfall
  • 45 In Anlehnung an die Typologie von Jellinek lassen sich verschiedene Formen einer Alkoholabhängigkeit unterscheiden. Was trifft auf den Typus des Delta-Trinkers nach dieser Typologie zu? (A) Das Trinken von Alkohol dient vorrangig als Versuch der Bewältigung von Stress oder Angst. . (B) Der Betroffene trinkt Alkohol unregelmäßig bei sich im Alltag bietenden Gele- genheiten, dann aber übermäßig. (C) Der Betroffene trinkt Alkohol, bis er einen starken Rausch entwickelt hat. (D) Der Betroffene trinkt über den Tag verteilt regelmäßig Alkohol. (E) Es kommt periodisch zu einem unkontrollierten Alkoholkonsum. (D) Der Betroffene trinkt über den Tag verteilt regelmäßig Alkohol.
  • 46 Welche der folgenden Sorgen oder Befürchtungen ist am ehesten typisch für Perso- nen mit generalisierter Angststörung? (A) Die anderen beobachten mich und erkennen, dass ich zittere. Das ist eine Ka- tastrophe. (B) Ich habe totale Angst; dass meinen Kindern etwas passiert. Man hört ja ständig von schlimmen Verbrechen und Unfällen. (C) Ich mag anderen Menschen ungern die Hand geben, weil man nie weiß, ob die Hände nicht verschmutzt sind. (D) Mein Herz hält diese Anspannung hier nicht aus. Ich falle wahrscheinlich gleich in Ohnmacht. (E) Wenn ich zu dieser Veranstaltung gehe, muss ich möglicherweise mit Menschen reden oder sie werden mich komisch finden. Das ist unerträglich. (B) Ich habe totale Angst; dass meinen Kindern etwas passiert. Man hört ja ständigvon schlimmen Verbrechen und Unfällen.
  • 47 Eine 35-jährige Patientin berichtet, dass sie bisher sexuelle Kontakte vermieden habe. Das sei für sie bislang kein Problem gewesen, da sie in ihrem Beruf engagiert und erfolgreich sei und auch viele Bekannte und Freunde habe, mit denen sie ihre Freizeit verbringe. Sexualität habe sie bisher nicht vermisst. Jetzt habe sie aber ei- nen Mann kennen gelernt, mit dem sie gerne eine enge Beziehung hätte, der mit ihr aber auch eine sexuelle Beziehung eingehen möchte. Davor habe sie große Angst, weshalb sie bisher sogar körperliche Zärtlichkeiten mit ihm weitgehend gemieden habe. Welche der folgenden Störungen ist am ehesten zu diagnostizieren? (A) ängstliche (vermeidende) Persönlichkeitsstörung (B) Dysthymia (C) schizoide Persönlichkeitsstörung (D) sexuelle Aversion (E) sexuelle Beziehungsstörung (D) sexuelle Aversion
  • 48 Der Hauptbehandlungsansatz einer Phenylketonurie besteht in (A) autogenem Training (B) einer kognitiv-behavioralen Psychotherapie (C) einer phenylalaninarmen Diät (D) einer sensorischen Integrationsbehandlung (E) gezielter Sprachförderung (C) einer phenylalaninarmen Diät
  • 49 Zu den Differenzialdiagnosen tiefgreifender Entwicklungsstörungen (frühkindlicher Autismus) gehört die reaktive Bindungsstörung. Welche der folgenden Aussagen zu Unterscheidungsmerkmalen zwischen tiefgrei- fenden Entwicklungsstörungen und reaktiver Bindungsstörung trifft nach ICD-10 zu? (A) Anhaltende kognitive Defizite, die auf Milieuveränderungen nicht ansprechen, sind bei der reaktiven Bindungsstörung häufiger anzutreffen als bei den tief- greifenden Entwicklungsstörungen. (B) Die abnormen sozialen Reaktionsmuster bilden sich bei den tiefgreifenden Ent- wicklungsstörungen in einer fördernden Umgebung eher zurück als bei der reak- tiven Bindungsstörung. (C) Kinder mit einer reaktiven Bindungsstörung zeigen selbst bei Vörliegen einer Sprachentwicklungsbeeinträchtigung nicht die Merkmale einer gestörten Kom- munikation, wie sie für tiefgreifende Entwicklungsstörungen (Autismus) charak- teristisch sind. (D) Kinder mit reaktiver Bindungsstörung sind in geringerem Umfang dazu in der Lage, soziale Beziehungen aufzunehmen, als Kinder mit einer tiefgreifenden Entwicklungsstörung. (E) Repetitive und stereotype Verhaltensmuster kommen deutlich häufiger bei Kin- dern mit reaktiver Bindungsstörung als bei Kindern mit tiefgreifender Entwick- lungsstörung vor. (C) Kinder mit einer reaktiven Bindungsstörung zeigen selbst bei Vörliegen einerSprachentwicklungsbeeinträchtigung nicht die Merkmale einer gestörten Kom-munikation, wie sie für tiefgreifende Entwicklungsstörungen (Autismus) charak-teristisch sind.
  • 50 In Studien z. B. zu schizophrenen oder depressiven Störungen wird u. a. versucht, Einflussvariablen der Interaktion und Kommunikation innerhalb der Familie und Partnerschaft zu identifizieren, die einen Risikofaktor für die Entstehung bzw. den Verlauf dieser Störungen darstellen. Welches der nachfolgenden Konzepte erlaubt nach solchen Studien am ehesten eine Voraussage der Wahrscheinlichkeit von Krankheitsrückfällen? (A) Double bind (B) Expressed emotion (C) Hardiness (D) Typ-A-Verhalten (E) Wärme, Wertschätzung (B) Expressed emotion [engl. type A/B personality], aufgrund klin. Beobachtungen definierten die  beiden Kardiologen Friedman und Rosenman (1959) die Typ-A-Persönlichkeit (= TAP.) als Risikofaktor und ungünstigen Prognosefaktor koronarer Herzerkrankung. Bei TAP. handelt es in erster Linie um ein best. Verhaltensmuster, das charakterisiert ist durch Ungeduld und Ruhelosigkeit, Ehrgeiz, Wettbewerbsstreben sowie Ärger und Feindseligkeit, die auch unterdrückt sein können, und weniger um ein theoretisch fundiertes Persönlichkeitsmodell mit Bezug zu etablierten Persönlichkeitsfaktoren. Personen, die kein Typ-A-Verhalten aufweisen, werden als Typ B kategorisiert und zeichnen sich durch mehr Zufriedenheit und Gelassenheit aus. Zahlreiche empirische und insbes. prospektive Studien konnten TAP. nicht als Risiko-/Prognosefaktor bei koronaren Herzerkrankungen bestätigen, allerdings gibt es Evidenz für die Risiko erhöhende Wirkung einzelner Typ-A-Facetten, und zwar speziell Ärger und Feindseligkeit.