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Klinische und Gesundheitspsychologie (Fach) / Angststörungen (Lektion)
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- Wie hoch lag ungefähr der Unterschied in den Angstwerten bei verschiedenen Angstfragebögen jeweils bei Erwachsenen und Kindern im Vergleich zwischen 1952 und 1993 laut einer Studie von Twenge (2000)? War der Unterschied für Männer oder Frauen/Mädchen oder Jungen höher? Ca. eine Standardabweichung Unterschied bei den Erwachsenen, noch etwas höher bei den Kindern. Bei Jungen und Männern jeweils höher
- In welchem Diagnosekatalog verwendet man den Begriff „soziale Angststörung“ und in welchem „soziale Phobie“? Soziale Angststörung im DSM-5 und Soziale Phobie im ICD-10 und DSM-4
- Was sind die 2 „Gründe“ der Angst in sozialen Situationen bei der sozialen Angststörung nach DSM 5 (was genau löst die Angst aus – Kriterien A und B)? (A) Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen oder sich peinlich/beschämend zu verhalten(B) Angstsymptome werden von anderen gesehen und negativ bewertet Zurückweisung und Ablehnung
- Die sozialen Situationen rufen bei der sozialen Angststörung fast immer Angst und Furcht hervor (Kriterium C)- wie wird daher mit den sozialen Situationen laut DSM 5 bei der sozialen Angststörung umgegangen (Kriterium D)? D: Die sozialen Situationen werden vermieden oder nur mit größter Anspannung und Angst durchgestanden
- Anhand von welchem Kriterium (E) wird nach DSM 5 festgestellt, dass die Angst bei der sozialen Angststörung „unnormal“ ist? E. Die Angst steht nicht im Verhältnis zu der tatsächlichen Bedrohung in der sozialen Situation
- Wie lange muss Angst oder Vermeidung bei der sozialen Angststörung laut DSM 5 für eine Diagnose bestanden haben (Kriterium F)? Mehr als 6 Monate
- Was sind die Ausschlusskriterien für eine soziale Angststörung laut DSM 5 (Kriterien H-J)? H. Störung ist nicht auf Substanzeinnahme zurückzuführen I. Störung ist nicht auf andere psychische Störung zurückzuführen J. Falls andere medizinisch/organische Krankheit vorhanden, ist die Angst unabhängig davon oder steht in keinem Verhältnis.
- Welche Konsequenz muss die soziale Angststörung laut DSM 5 mit sich ziehen (Kriterium G)? Klinisch bedeutsames Leiden in verschiedenen Lebensbereichen
- Nenne alle diagnostischen Kriterien für eine soziale Angststörung nach DSM-V! A. In einer oder mehreren sozialen Situationen: Deutliche Angst, im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen oder sich peinlich / beschämend zu verhalten (Bei Kindern: auch in Situationen mit Gleichaltrigen nicht nur mit Erwachsenen) B. Angst, dass Angstsymptome (z.B. Erröten oder Zittern, Angst zu Erbrechen) von anderen gesehen und negativ bewertet werden, bzw. zu Zurückweisung und Ablehnung führen. Bei Kindern: auch Schreien, Wutanfälle, „freezing“ etc. C: Die sozialen Situationen rufen fast immer Angst und Furcht hervor D: Die sozialen Situationen werden vermieden oder nur mit größter Anspannung und Angst Durchgestanden E. Die Angst steht nicht im Verhältnis zu der tatsächlichen Bedrohung in der sozialen Situation F. Angst oder Vermeidung sind lang anhaltend; mehr als 6 Monate G. Angst verursacht klinisch bedeutsames Leiden in verschiedenen Lebensbereichen H. Störung ist nicht auf Substanzeinnahme zurückzuführen I. Störung ist nicht auf andere psychische Störung zurückzuführen J. Falls andere medizinisch/organische Krankheit vorhanden, ist die Angst unabhängig davon oder steht in keinem Verhältnis.
- Erkläre das Störungsmodell der sozialen Angststörung nach Renneberg und Kollegen (2009) mit eigenen Worten und verwende dabei für jede Einflussgröße jeweils ein Beispiel anhand der fiktiven Angstpatientin Leonie! (Benenne die Einflussgröße trotzdem jeweils explizit mit dem Modellausdruck in Klammern) Leonie wurde in ihrer Vergangenheit gemobbt, da sie etwas pummelig ist (Lerngeschichte). Diese Lerngeschichte hat in ihr das kognitive Schema herausgebildet, dass weniger wert sei als andere. Wenn sie nun in der Uni einen Vortrag halten muss (soziale Situation) und jemand tuschelt, dann wird dieses kognitive Schema wieder wach gerufen und löst bei ihr dadurch Gedanken aus wie „niemand mag mich“. Außerdem hat sie durch ihre (biologische Vulnerabilität) schwitzige Hände, wird rot und stottert (somatische Symptome), was wiederum ihre negativen Gedanken verstärkt und diese verstärken ebenso das Erröten etc. Ihre Gedanken und die somatischen Symptome führen dazu, dass sie sich selbst stärker wahrnimmt (Selbstfokussierung, wechselseitiger Zsh). Der Fokus auf sich Selbst und die kognitiven und somatischen Symptome lösen Angst aus (wechselseitiger Zsh), die dazu führen, dass sie vor einem Referat zu 100% den Text auswendig lernt und sich am Tisch festhält (Sicherheitsverhalten, wechselseitiger Zsh zu Angst, somatischen und kognitiven Symptomen). Das Sicherheitsverhalten führt dazu, dass soziale Situationen immer furchtbarer für sie werden…
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- Nenne die Abstufungen sozialer Ängstlichkeit in einer zunehmenden Reihenfolge gemäß ihres Schweregrads. Betrachte soziale Ängstlichkeit dabei als Kontinuum und normalverteilt. Schüchternheit, subklinische soziale Ängste, spezifische soziale Phobie, generalisierte soziale Phobie, ängstlich-vermeidende Persönlichkeit
- Welche Patienten gehören in die Kategorie der „spezifischen sozialen Phobie“ und welche in die Kategorie der „generalisierten sozialen Phobie“? • Spezifisch: Patienten, die über die notwendigen sozialen Kompetenzen verfügen, aber in sozialen Situationen gehemmt sind, zeigen oft unpassende oder unzweckmäßige Verhaltensweisen, müssen nicht schüchtern sein • Generalisiert: Patienten haben ein Defizit an sozialen Kompetenzen können Gespräche nicht beginnen, aufrechterhalten und beenden, wissen nicht, wie man sich in bestimmten Situationen verhält, sind sehr schüchtern und haben allgemein Probleme im Umgang mit anderen Menschen
- Nenne die 6 Kriterien nach ICD10 für eine ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung. Wie viele der Kriterien müssen für die Diagnose erfüllt sein? 1. Andauernde und umfassende Gefühle von Anspannung und Besorgtheit 2. Übertriebene Sorge, in sozialen Situationen kritisiert oder abgelehnt zu werden. 3. Überzeugung, selbst sozial unbeholfen, unattraktiv oder minderwertig im Vergleich mit anderen zu sein 4. Persönliche Kontakte nur, wenn Sicherheit besteht, gemocht zu werden 5. Eingeschränkter Lebensstil wegen des Bedürfnisses nach körperlicher Sicherheit 6. Vermeidung beruflicher oder sozialer Aktivitäten, die intensiven zwischenmenschlichen Kontakt bedingen, aus Furcht vor Kritik, Missbilligung oder Ablehnung --> Mind. 4 der Kriterien müssen erfüllt sein
- Von welchen 6 psychischen Störungen sollte man die soziale Angststörung differentialdiagnostisch absichern? • Depressivität / affektive Störungen • Panikstörung • Alkoholmissbrauch / -abhängigkeit • Agoraphobie • Körperdysmorphe Störung • Schizophrenie, psychotische Störungen
- Was sind die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der sozialen Angststörung und der Depression? Gemeinsamkeit: Neg. Selbstbild, Sozialer Rückzug Unterschied bei Depression: Selbstabwertung unabhängig von anderen, Angst und Vermeidung stimmungsabhängig
- Was sind die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der sozialen Angststörung und der Agoraphobie? Gemeinsamkeit: Vermeiden von Situationen mit vielen Menschen Unterschied bei Agoraphobie: Angst ist auch da, wenn allein Angst vor Hilflosigkeit (nicht Ablehnung)
- Was sind die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der sozialen Angststörung und der Panikstörung? Gemeinsamkeit: Angst vor Kontrollverlust über Körperreaktion Unterschied bei Panikstörung: Symptome als vitale Bedrohung, Angst vor nicht sichtbaren Symptomen
- Was sind die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der sozialen Angststörung und der generalisierten Angststörung? Gemeinsamkeiten: Sorgen über soziale Situationen Unterschied bei der generalisierten Angststörung: Antizipation vieler nicht-sozialer Katastrophen
- Was sind die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der sozialen Angststörung und den psychotische Störungen? Gemeinsamkeit: Angst vor Interaktionen Unterschied bei den psychotischen Störungen: Wahnhaft, Halluzinationen, Desorganisiertheit
- In welchem Rahmen bewegten sich jeweils die Perioden- und Lebenszeitprävalenzen von Kindern/Jugendlichen, Erwachsenen und Patienten (aus klinischen Stichproben) bei der sozialen Angststörung laut den Studien von Fehm (2006) und Lieb und Müller (2002) nach DSM4-Kriterien? Kinder und Jugendliche: Periode 1.5 – 3%, Lebenszeit 1.5 – 4% Erwachsene: Periode 2 – 4%, Lebenszeit 7 bis zu 13% Klinische Stichprobe: Lebenszeit 15-60%
- Wann tritt eine soziale Angststörung typischerweise auf? Zwischen dem 10. Und 16. Lebensjahr (im Erwachsenenalter sehr selten)
- Mit welcher Krankheitsdauer sollte man bei einer sozialen Angststörung rechnen? 10-30 Jahre
- Welcher Anteil an Patienten remittiert nach 8 Jahren voll von ihrer sozialen Angststörung? 1/3
- Nenne die 4 bekanntesten Fragebögen zur Selbsteinschätzung bei sozialer Angststörung! • Soziale Phobie Skala (SPS) • Soziale Interaktions-Angst Skala (SIAS) • Fear of Negative Evaluation Scale (FNE) • Soziale Phobie und Angst Inventar (SPAI)
- Was wird bei der sozialen Interaktions-Angst Skala (SIAS) bewertet? Verhalten, Gedanken und körperlichen Reaktionen in Leistungs- (SPS) und Interaktions- (SIAS) Situationen
- Welche Typen von Symptomen (vor und in sozialen Situationen) erfasst das Soziale Phobie und Angst Inventar (SPAI)? Was sind 2 spezifische Merkmale des SPAI? • Kognitive und somatische • Die soziale Angst kann nach einzelnen verschiedenen Interaktionspartnern getrennt erfasst werden• Man kann eine Angsthierarchie für die Therapie erstellen
- Mit welchen 3 Fragebögen kann man jeweils eine spezifische Klasse an Symptomen der sozialen Angststörung erfassen? An welchem kognitiven Modell orientieren sich diese? • Fragebogen zu sozialphobischen Kognitionen (SPK) • Fragebogen zu sozialphobischen Einstellungen (SPE) • Fragebogen zu sozialphobischen Verhalten (SPV) • Orientieren sich am kognitiven Modell nach Clark und Wells
- Zu welchem Fragebogen gehören die Items „Ich halte Tassen oder Gläser sehr fest“, „Ich trinke Alkohol, um die Angst in den Griff zu bekommen“ und „Ich placiere mich so, dass ich nicht bemerkt werde“? Zu dem Fragebogen zu sozialphobischem Verhalten (SPV)
- Zu welchem Fragebogen gehören die Items „Ich werde nichts mehr sagen können“, Ich werde zittern, ohne es kontrollieren zu können“ und „Ich bin unzulänglich“ Zu dem Fragebogen zu sozialphobischen Kognitionen (SPK)
- Welche 3 Kategorien von Verhalten/Kompetenz erfasst man im Rahmen der behavioralen Diagnostik der sozialen Angststörung und mit welcher Untersuchungstechnik erfasst man diese jeweils? Vermeidungsverhalten: Befragung Sicherheitsverhalten: Beobachtung und Fragebogen (SPV) Soziale Kompetenz: U-Fragebogen, Beobachtung
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- Welche beiden Arten der Verhaltensbeobachtung gibt es bei der sozialen Angststörung? - In vivo: Im natürlichen Umfeld des Patienten, z.B. bei einem Restaurantbesuch- In künstlicher Umgebung: Rollenspiele
- Wie heißt ein klassischer standardisierter Test, mit dessen Hilfe man Rollenspiele zur Beobachtung von Sicherheitsverhalten einüben kann? Simulated Social Interaction Test (SSIT)
- Auf welchen 5 Dimensionen kann man das beobachtete Verhalten von sozialen Angstpatienten bei Videoaufnahmen mit der Social performance Rating Scale bewerten und was erfassen die Dimensionen jeweils inhaltlich? Blickkontakt: vermeiden vs. Anstarren Tonfall: Verbaler Ausdruck, Tonhöhe, Klarheit und Lautstärke, Monotonie Sprechdauer: Länge der Redeanteile (einsilbig bzw. schweigsam vs. Schnattern) Nervosität: extreme Bewegungen, Körperhaltung, Mimik und Gestik Gesprächsfluss: angemessene Selbstöffnung, Sprecherwechsel, Interesse an anderem zeigen, Gespräch aufrechterhalten
- Welche 4 Punkte machen die Verhaltenstherapie definitorisch nach Margraf (2008) aus? - Verfolgung von konkreten und operationalisierten Zielen auf den verschiedenen Ebenen des Verhaltens und Erlebens - Leiten sich aus einer Störungsdiagnostik und individuellen Problemanalyse ab - Setzen an prädisponierenden, auslösenden und oder aufrechterhaltenden Problembedingungen an - Effektivität empirisch absichern --> Verhaltenstherapie ständig in Entwicklung
- Fallbeispiel: Bestimme jeweils anhand des Textes die einzelnen Komponenten der Definition von Verhaltenstherapie nach Margraf (2008)! Achtung- einige Segmente wurden zur Verwirrung eingeführt und stellen keine Komponente der Definition dar (Punktabzug bei falscher Bezeichnung). Welches Element der Definition fehlt? Der Psychotherapeut Herr Winkler führt den DSM-5 mit seiner Patientin Lea durch und vergibt ihr nach der Auswertung eine soziale Angststörung. Sie berichtet von ihrem Problem, sodass ersichtlich wird, dass sie vor allem Probleme in universitären Leistungskontexten aufweist. Sie scheint dabei jedoch beachtliche kommunikative Fähigkeiten mitzubringen, die im Rahmen der Therapie noch sehr von Nutzen sein könnten. Da sie einen geringen Selbstwert zu haben scheint, welcher die soziale Angststörung begünstigt, setzen sie vor allem in der Therapie an dessen Verbesserung an. Es scheint außerdem schwierig, dass sich ihre Angst reduziert, da sie dauerhaft lispelt, weshalb ein Logopäde aufgesucht werden sollte, um ihr Lispeln zu reduzieren. Die Angst trat das erste Mal auf, als sie bei einem Referat so erkältet war, dass sie sich nicht konzentrieren konnte und daher einen totalen Blackout bekam, was ihr „extrem peinlich“ war. Die Patientin macht einen konzentrierten Eindruck, es bestehen keine merklichen kognitiven Beeinträchtigungen. Herr Winkler führt den DSM-5 auch nochmal am Ende der Therapie durch und vergleicht die Scores am Ende mit den Ausgangsscores. Außerdem berichtet Lea am Ende, was ihr an der Therapie gut und weniger gut gefallen hat. Der Psychotherapeut Herr Winkler führt den DSM-5 mit seiner Patientin Lea durch und vergibt ihr nach der Auswertung eine soziale Angststörung. --> Störungsdiagnostik Nach Selbstbericht wird ersichtlich, dass sie vor allem Schwierigkeiten in universitären Leistungskontexten aufweist. --> Problemanalyse Sie scheint dabei jedoch beachtliche kommunikative Fähigkeiten mitzubringen, die im Rahmen der Therapie noch sehr von Nutzen sein könnten. --> Falscher Freund: Ressourcen werden in der Definition nicht berücksichtigt Da sie einen geringen Selbstwert zu haben scheint, welcher die soziale Angststörung begünstigt, setzen sie vor allem in der Therapie an dessen Verbesserung an. --> prädisponierende Bedingung Es scheint außerdem schwierig, dass sich ihre Angst reduziert, da sie dauerhaft lispelt, weshalb ein Logopäde aufgesucht werden sollte, um ihr Lispeln zu reduzieren. --> aufrechterhaltende Bedingung Die Angst trat das erste Mal auf, als sie bei einem Referat so erkältet war, dass sie sich nicht konzentrieren konnte und daher einen totalen Blackout bekam, was ihr „extrem peinlich“ war. --> auslösende Bedingung Die Patientin kommt leider häufig zu spät zur Therapie, was dessen Erfolg vermindert.--> Zur Definition gehören nur die störungsspezifischen Problembedingungen, nicht die Bedingungen, welche für die Therapie problematisch sein könnten Herr Winkler führt den DSM-5 auch nochmal am Ende der Therapie durch und vergleicht die Scores am Ende mit den Ausgangsscores. --> Effektivität empirisch absichern Außerdem berichtet Lea am Ende, was ihr an der Therapie gut und weniger gut gefallen hat. --> Subjektive Evaluation der Ausgestaltung der Therapie spielt keine Rolle in der Definition, sondern nur deren Effektivität (die subjektive Evaluation der Symptomverbesserung würde also schon zur Definition gehören) Es fehlt die Komponente „Die Maßnahmen verfolgen konkrete und operationalisierte Zieleauf den verschiedenen Ebenen des Verhaltens und Erlebens“
- Was ist die zentrale Grundannahme der Verhaltenstherapie gemäß eines „Modells menschlichen Verhaltens“? Wie heißt die zentrale Technik, welche sich hieraus für die Therapie ergibt und dazu dient, psychische Probleme präzise zu beschreiben und zentrale Bedingungen zu eruieren, deren Veränderung zu Veränderungen des Problems führen? Auf welchen Ebenen sollte diese Technik angewandt werden? • „Störendes“, „dysfunktionales“ Verhalten kann nach den gleichen Gesetzmäßigkeiten erklärt und verändert werden wie „normales“ Verhalten • Technik: Funktionale Analyse • Auf der Mikro- und Makroebene sollte die funktionale Analyse angewandt werden
- Nenne 7 aus 9 Prinzipien der Verhaltenstherapie! • VT ist nicht auf das therapeutische Setting begrenzt • VT ist transparent • VT sollte Hilfe zur Selbsthilfe sein - Selbstmanagement Therapie (Kanfer, Reinecker und Schmelzer) • VT bemüht sich um ständige Weiterentwicklung • VT orientiert sich an der empirischen Psychologie • VT ist problemorientiert • VT setzt an den prädisponierenden, auslösenden und aufrechterhaltenden Problembedingungen an • VT ist zielorientiert • VT ist handlungsorientiert
- Gegen welches Prinzip der Verhaltenstherapie wird verstoßen, wenn dem Patienten vor Beginn der Therapie nicht erklärt wird, dass der Therapeut unter Schweigepflicht steht? Gegen das Prinzip der Transparenz
- Gegen welches Prinzip der Verhaltenstherapie wird verstoßen, wenn ein Therapeut mit einem Patienten ein Rollenspiel einübt und ihn dabei besonders dazu bewegen möchte, klarer und lauter mit ihm zu sprechen, jedoch am Ende der Sitzung nicht klarstellt, dass diese Gesprächsmerkmale auch in Gesprächen mit anderen beachtet werden sollten? VT ist nicht auf das therapeutische Setting begrenzt
- Gegen welches Prinzip der Verhaltenstherapie wird verstoßen, wenn ein Therapeut einen Patienten mit Spinnenphobie darin unterstützt, Räume vorher auf Spinnen zu untersuchen und diese bei Spinnengefahr zu meiden? • VT orientiert sich an der empirischen Psychologie
- Gegen welches Prinzip der Verhaltenstherapie wird verstoßen, wenn das Bundesgesundheitsministerium beschließt aufgrund von zahlreichen bereits bestehenden Befunden zur Therapie bei Depressiven (Bundesministerium spricht von „Sättigung“) nicht mehr weiter in die Depressionsforschung zu investieren? • VT bemüht sich um ständige Weiterentwicklung
- Gegen welches Prinzip der Verhaltenstherapie wird verstoßen, wenn sich ein Therapeut im Rahmen der Therapie vor allem die Stärken des Patienten fokussiert und mit ihm vorrangig in der Therapie freudige Themen und seine Erfolge behandelt? • VT ist problemorientiert
- Welches Prinzip der Verhaltenstherapie müsste ein Therapeut in Gefahr sehen, wenn ihm sein Patient erklärt, er sei ohne ihn total aufgeschmissen und weiß nach der Therapie nicht, wie es mit ihm weitergehen soll? • VT sollte Hilfe zur Selbsthilfe sein - Selbstmanagement Therapie
- Gegen welches Prinzip der Verhaltenstherapie wird verstoßen, wenn ein Therapeut mit seinem sozial angstbelasteten Patienten keine Rollenspiele durchführt, sondern nur eine kognitive Umstrukturierung mit ihm betreibt, die in einer sozialen Situation förderliche Gedanken in ihm aktivieren sollen? • VT ist handlungsorientiert
- Was ist laut dem kognitiven Modell von Clark und Wells der entscheidende Faktor, welche die soziale Angst aufrechterhält? Durch welche anderen Faktoren wird dieser Königsfaktor beeinflusst und welcher beeinflusst ihn indirekt mit (über eine Mediation durch einen anderen Faktor)? Entscheidender Faktor ist die SelbstaufmerksamkeitDirekt beeinflusst durch Sicherheitsverhalten, somatische und kognitive Angstsymptome und die Wahrnehmung sozialer BedrohungIndirekt beeinflusst durch die Aktivierung von Überzeugungen und Annahmen
- Welche 5 Bausteine sollten in der kognitiv-behavioralen Therapie bei sozialen Ängsten nicht fehlen? - Entwicklung eines Erklärungsmodells - Exposition/Verhaltensexperimente - Videofeedback - Kognitive Umstrukturierung - Hausaufgaben
- Welches Diagramm ist sehr nützlich, wenn es darum geht, dem Patienten klar zu machen, dass der Ausgang einer sozialen Situation nicht von ihm allein abhängt? Das Tortendiagramm
- Wie sieht der grobe Aufbau eines Verhaltensexperiments-Tagebuch aus/welche Schritte bauen aufeinander auf? - Patient soll eine Vorhersage für den Ausgang einer Situation treffen und die dazugehörige subjektive Wahrscheinlichkeitsüberzeugung von 0-100 raten. - Nach dem Stattfinden der sozialen Situation soll der Patient seine Verhaltensweisen zur Überprüfung der Vorhersage beschreiben und dann den tatsächlichen Ausgang der Situation beschreiben und mit seiner Vorhersage vergleichen. - Zum Schluss soll herausgearbeitet werden, inwiefern sich die Überzeugung in Bezug auf Ausgänge bei ähnlichen Situationen verändert hat.
- Nenne die 4 Komponenten der kognitiven Umstrukturierung (ohne Unterpunkte)! 1. Herausarbeiten/Identifizierung dysfunktionaler Gedanken und Konzepte 2. Disputation dysfunktionaler Gedanken 3. Aufbau alternativer Konzepte 4. Training der neuen Konzepte
- Wie werden dysfunktionale Gedanken und Konzepte im Rahmen der kognitiven Umstrukturierung herausgearbeitet (grobes Vorgehen, nicht die Techniken)? Es werden dysfunktionale Kognitionen und Wahrnehmungsmuster identifiziert, die anhand von konkreten situationsbezogenen Interpretationen vertiefend exploriert werden und zuletzt werden zugrundeliegende Denkmuster und Schemata herausgestellt