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Politische Soziologie (Subject) / Sitzung 2 (Lesson)
- Was versteht man unter dem Begriff „Politische Legitimität“? Worin unterscheidet sich das Begriffsverständnis der normativen und der empirisch-analytisch Politikwissenschaft? Der Legitimitätsbegriff bezeichnet ein Konzept auf individueller, also Mikroebene Einstellung bezüglich der Rechtmäßigkeit (im Sinne von Akzeptanz, nicht Legalität) einer politischen Ordnung / Herrschaft auf zwei Dimensionen bezogen, an denen sich normative und empirisch-analytische Politikwissenschaft unterscheiden: ___Legimitätsanspruch: ______was soll legitime Herrschaft ausmachen? ______Rechtmäßigkeit durch allgemein verbindliche Prinzipien ___Legitimitätsüberzeugung: ______Mikrokonzept auf Makroeigenschaften des Systems übertragen ______empfinden Bürger die Herrschaftsordnung als rechtmäßig und verbindlich? _________System nur stabil, wenn Bürger von Legitimität des politischen Systems überzeugt, aber Demokratie nicht Voraussetzung Integratives Konzept nach Beethan: ___Legitimität hat drei Voraussetzungen ______1. Legalität – Übereinstimmung von etablierten Regeln wie Verfassung ______2. normative Rechtfertigung – Muss sich im Bezug auf allgemein geteilte Werte rechtfertigen lassen ______3. Legitimitätsüberzeugung – Herrschaftsunterworfene müssen der Herrschaft ausdrücklich zustimmen.
- Erläutern Sie bitte das Modell des politischen Systems von David Easton. Erläutern Sie dabei insbesondere die verschiedenen Arten von „Input“. Modell aufgeteilt in: ___Inputs: Forderungen an das politische System, Unterstützung für das politische System. Nach Easton aufgeteilt in: ______diffuse Systemunterstützung: Überzeugung, dass das politische System an sich rechtmäßig und effektiv ist ______spezifische Unterstützung: Überzeugung der aktuellen Effektivität / Problemlösefähigkeit der politischen Herrschaftsträger ___Politisches System: Organisationen und Institutionen des politischen Systems, aufgeteilt in: ______Politische Gemeinschaft: Staatsvolk als Ganzes (nicht nur politisch Partizipierende) ______Politisches Regime: Politisches System als Institution (z.B. Regierungssystem) ______Politische Herrschaftsträger: Diejenigen, die momentan die Entscheidungsgewalt innehaben ___Output: Entscheidungen, die das politische System hervorbringt ______Gesetzestexte Bürger reagiert auf politisches System: ____System erzeugt immer Unzufriedenheit bei Teil der Bevölkerung ______→ Politisches System muss Entscheidungen so treffen, dass die Legitimitätsüberzeugung der Bevölkerung weitgehend stabil beleibt
- Erläutern Sie bitte die Konzeptualisierung politischer Unterstützung nach Dieter Fuchs Fuchs macht politische Unterstützung anhand dreier Orientierungs-Modi politischer Unterstützung (expressiv, moralisch, instrumentell) bezüglich dreier Orientierungsobjekte (Politische Gemeinschaft, Regime, Autoritäten). ___Expressiv: „emotionale Bedürfnisse“ des Menschen, eigene Identifikation mit dem politischen System ___Moralisch: moralische Legitimität des Regimes, Regime mit eigenen moralischen Standards vereinbar ___Instrumentell: Überzeugung der Effektivität der politischen Herrschaftsträger / Autoritäten Expressive Orientierungen beziehen sich vor allem auf politische Gemeinschaft, moralische Orientierungen primär auf das politische System, instrumentelle Orientierungen auf die politischen Herrschaftsträger / Autoritäten