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Politische Soziologie (Subject) / Sitzung 6 (Lesson)

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This lesson was created by JannikBruns.

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  • Warum gilt soziale Partizipation als so wichtiger Baustein demokratischer Systeme? Unter welchen Bedingungen können Vereine und Netzwerke auch undemokratisch wirken? Soziale Partizipation als öffentliches, kollektives Handeln ohne direkte politische Motivation ist viel weiter verbreitet als politische Partizipation (ca. 50% der Gesellschaft sind Vereinsmitglieder) Tocqueville bezeichnet freiwillige Vereinigungen als „Schulen der Demokratie“ ___in ihnen werden Menschen civic skills vermittelt (Sitzungen leiten, Organisationen etc.) ______diese skills sind auch für politischen Bereich wichtig → soziale Partizipation ist „vorbereitend“ für Politik  Vereine vermitteln demokratische Werte und Normen wie Toleranz, Kollektivgutorientierung, soziales Vertrauen etc. Menschen erleben durch Vereinsmitgliedschaft Wirksamkeit des eigenen Engagements und entwickeln so zivile Tugenden sowie efficacy-Überzeugungen Vereine ermöglichen es theoretisch allen Teilen der Gesellschaft zu partizipieren (während für große Teile der politischen Partizipation gewisse Fähigkeiten etc. notwendig sind) Sozial Partizipierende oft auch politisch aktiv – Vereine als politische Mobilisierungsplattform Vereine zumindest hin und wieder auch politisch aktiv um Interessen durchzusetzen  Vereine können bridging social Kapital - „Brücken bauendes“ und demokratieförderndes Sozialkapital, dass Vertrauen in Gesamtgesellschaft fördert, stärken ___ABER: ______Wenn Vereinigung undemokratische Ziele verfolgt (zum Beispiel extremistische Organisationen) und bonding social capital – Sozialkapital, dass zwar das gruppeninterne Vertrauen stärkt, aber exklusivistisch ist und die Vereinigung von der Gesellschaft abspaltet – stärkt, kann Vereinigung undemokratisch wirken
  • Erläutern Sie den Begriff des „doppelten Doppelcharakters“ des Sozialkapitals. In welchem Verhältnis sehen strukturelle und kulturelle Komponenten? Unterschiedliche Ansätze des Sozialkapitals betonen unterschiedliche Wirkungen sozialer Partizipationen ___→ Das Sozialkapital ist aufgeteilt auf die Individualebene, sowie die Systemebene. ___Sozialkapital ist Beziehungskapital und Systemkapital Darüber hinaus bestehen Beziehungskapital und Systemkapital aus strukturellen sowie kulturellen Komponenten Systemebene und Individualebene haben Reihe von Gemeinsamkeiten und Wechselwirkungen  Individualebene: ___Große Zahl an engen sozialen Beziehungen, Vereinsmitgliedschaften [Strukturebene] etc. „sorgen für“ ______Soziales Vertrauen, Kooperationsnormen und Solidaritätswerte [Kulturebene] ______Große Zahl an engen sozialen Beziehungen und hohes soziales Vertrauen „bringen“ demokratische Individuen hervor Systemebene: ___Hohe strukturelle Dichte (hohe Vereinsdichte, effiziente Netzwerkstrukturen etc.) „sorgt für“ ______großen gesellschaftlichen Fundus an sozialem Vertrauen ______individuelle Kooperationsnormen und Solidaritätswerte „diffundieren“ zu Systemebene und unterstützen gesamtgesellschaftliche Kooperationsnormen und Solidaritätswerte ______Große strukturelle Dichte sowie großer gesamtgesellschaftlicher Fundus an sozialem Vertrauen „bringt“ demokratische Gesellschaft / Institutionen hervor demokratische Gesellschaft und demokratische Individuen stärken sich gegenseitig 
  • Unterscheiden Sie verschieden Typen des Sozialkapitals und diskutieren Sie deren demokratische und gesellschaftliche Bedeutung Sozialkapital frag nach Bedeutung von Netzwerken, Kooperationsnormen und sozialem Vertrauen für die Gesellschaft Sozialkapital kann verschiedene Ausprägungen haben ___dichtes und dünnes Vertrauen: ______dichtes Vertrauen: Vertrauen gegenüber Personen im eigenen Kontaktkreis, zu denen Erfahrungen bestehen ______dünnes Vertrauen: Vertrauen gegenüber generalisierten Personen außerhalb des eigenen Kontaktkreises, zu denen keine Erfahrungen bestehen. Dünnes Vertrauen kann Folge von starkem dichten Vertrauen sein ___bridging social capital ______„Brücken bauendes“, inklusiv wirkendes Sozialkapital, dass auf individueller Ebene durch freiwillige Vereinigungen gebildet wird. _________Menschen mit unterschiedlicher sozialer, ethnischer und religiöser Herkunft → Förderung globaler Identität, Förderung von dünnem Vertrauen ______Hohes soziales Vertrauen innerhalb der Gruppe sorgt langfristig für hohes soziales Vertrauen gegenüber Gesamtgesellschaft _________→ Hohes Maß an bridging social capital ist demokratiefördernd und steigert gesellschaftliche Leistungsfähigkeit (da weniger Rückversicherungen nötig) und Solidaritätsgefühl ___bonding social capital ______exklusiv wirkendes Sozialkapital, dass ebenfalls durch freiwillige Vereinigungen gebildet wird _________Menschen mit extrem homogener sozialer, ethnischer und religiöser Herkunft → nur dichtes Vertrauen ______Zwar hohes Maß an sozialem Vertrauen innerhalb der Gruppe, dieses sorgt aber für Abgrenzung von Gesamtgesellschaft _________→ bonding social capital kann in zu starkem Maße demokratieschädlich wirken, da es die Effizienz einer Gesellschaft behindern kann und den Austausch verschiedener sozialer, ethnischer und religiöser Gruppen verhindert.  ___Hohe vs. Geringe Dichte des Sozialkapitals ______gibt an, wie intensiv eine soziale Beziehung ist (Freundschaft vs. Arbeitskollege etc.) _________Beziehungen mit geringer Dichte sind z.B. bei Jobsuche wichtiger _________Beziehungen mit hoher Dichte machen z.B. politische Mobilisierung möglich  ___Innenorientiertes vs. Außenorientiertes Sozialkapital ______Innenorientierte Netzwerke beschäftigen sich mit persönlichen sozialen, politischen und gesellschaftlichen Interessen der Mitglieder, sie beruhen oft auf Religion, Klassenzugehörigkeit etc. ______Außenorientierte Netzwerke beschäftigen sich mit öffentlichen Gütern und haben öffentlichen Nutzen, z.B. wohltätige Vereinigungen wie der Rotary Club