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Politische Soziologie (Subject) / Sitzung 5 (Lesson)
- Was versteht man unter dem Begriff „Politische Partizipation“? In welchem Verhältnis stehen die Begriffe „Demokratie“ und „politische Partizipation“? Als politische Partizipation bezeichnet man nach Kaase alle Tätigkeiten, die Bürger freiwillig mit dem Ziel, politische Entscheidungen auf verschiedenen Ebenen des politischen Systems zu beeinflussen. ___Die Bedingung der Freiwilligkeit ist teilweise problematisch, da z.B. ein Wahlakt in Ländern mit Wahlpflicht auch ein Akt der politischen Partizipation ist. Die politische Partizipation kann dabei konventionell und gesellschaftlich hochgradig legitimiert sein und im legalen Rahmen einer repräsentativen Demokratie geschehen (z.B. durch das Wählen, die Mitarbeit in Parteien etc.) und somit auf institutionelle Bereiche des politischen Systems gerichtet sein, oder sie kann unkonventionell sein und auf nicht institutionell verfasste unmittelbare Einflüsse auf politische Prozesse gerichtet sein (z.B. Demonstrationen, Petitionen etc.). ___Legale Möglichkeiten der konventionellen und unkonventionellen Form der politischen Partizipation stellen wichtige Merkmale demokratischer Systeme dar. Politische Partizipation (in unkonventioneller Form) ist nicht auf den legalen Rahmen demokratischer Systeme beschränkt, sondern auch dem Wertekanon demokratischer Gesellschaften widersprechende Formen der politischen Beteiligungen wie Terrorismus eine Form der politischen Partizipation darstellen.
- Wie lassen sich die verschiedenen Formen politischer Partizipation systematisieren? Erläutern Sie dabei bitte insbesondere die von Teorell, Torcal und Montero entwickelte Typologie Die politische Partizipation kann nach Kaase konventionell und gesellschaftlich hochgradig legitimiert sein und im legalen Rahmen einer repräsentativen Demokratie geschehen (z.B. durch das Wählen, die Mitarbeit in Parteien etc.) und somit auf institutionelle Bereiche des politischen Systems gerichtet sein, oder sie kann unkonventionell sein und auf nicht institutionell verfasste unmittelbare Einflüsse auf politische Prozesse gerichtet sein (z.B. Demonstrationen, Petitionen etc.). Politische Partizipation (in unkonventioneller Form) ist nicht auf den legalen Rahmen demokratischer Systeme beschränkt, sondern auch dem Wertekanon demokratischer Gesellschaften widersprechende Formen der politischen Beteiligungen wie Terrorismus eine Form der politischen Partizipation darstellen. Teorell, Torcal und Montero unterscheiden politische Partizipation in ihrer Typologie (welche sich auf die Unterscheidung politischer Partizipation in repräsentativen Demokratien richtet) nach exit-basierten (anonyme, inhaltlich vage Formen direkter politischer Einflussmöglichkeiten) und voice-basierten ( nicht anonyme, Aufmerksamkeit erzeugende, auf spezifische Inhalte gerichtete) Arten der politischen Partizipation, die auf repräsentative und extra-repräsentative Kanäle gerichtet ein können. Voice basierte Formen politischer Partizipation können dabei gezielt (auf gezielte politische Akteure gerichtet) oder nicht gezielt (auf die Gesamtgesellschaft gerichtet) sein. ___Unterscheidung von fünf Grundarten der Partizipation: ______Wahlen als auf repräsentative Bereiche gerichtete, exit-basierte Partizipation ______Parteiaktivität als auf repräsentative Bereiche gerichtete, Voice-basierte Partizipation, die nicht gezielt ist. ______Konsumbeteiligung (z.B. Boykott, planmäßige Käufe, etc.) als auf extra-repräsentative Bereiche gerichtete, exit-orientierte Partizipation ______Protestaktivität als auf extra-repräsentative Bereiche gerichtete, voice-basierte Partizipation, die nicht gezielt ist ______Kontaktieren von politischen Akteuren als voice-basierte, gezielte Partizipation, die sowohl auf repräsentative als auch auf extra-repräsentative Bereiche gerichtet sein kann
- In welchem Umfang machen die Bürgerinnen und Bürger Deutschlands von den unterschiedlichen Möglichkeiten politischer Partizipation Gebrauch? Welche Probleme sind mit dem empirisch beobachtbaren Partizipationsverhalten verbunden? Politische Partizipation ist in Deutschland ähnlich wie in anderen demokratischen Staaten nicht sehr weit ausgeprägt ___Wahlakt als Form der politischen Partizipation weit verbreitet (70-80%) ___öffentliche Meinungsäußerung (60-70%) und Petitionsbeteiligung (ca. 30%) nennenswert ___andere Formen der politischen Beteiligung wie z.B. Parteiaktivität (ca. 3-5%) nur von Bruchteil der Gesellschaft getätigt ___80-90% der Bürger einmal jährlich politisch aktiv, 5-7% einmal monatlich ______→ regelmäßige politische Aktivität nur von Bruchteil der Gesellschaft _________beobachtbar: politische Beteiligung vor allem bei hoch gebildeten, wohlhabenden Bürgern ___→ große Bevölkerungsgruppen finden kaum Gehör ______→ Gleichheitsgrundsatz der Demokratie?