Differentielle Psychologie & Persönlichkeitspsychologie (Subject) / Lernkontrolle 5 - Intelligenz u. Intelligenzmodelle (Lesson)

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1. Warum stimmt die folgende Aussage? "Intelligenz ist das, was der Intelligenztest misst."

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  • LK 5 1. Warum stimmt die folgende Aussage? Intelligenz ist das, was der Intelligenz-Test misst." Intelligenz-Tests werden auf Basis von Intelligenz-Theorien entwickelt. Es kann nur gemessen werden, was der jeweiligen Theorie zugrunde liegt. (Oder: Hinter jedem Intelligenz-Test steht eine Intelligenz-Theorie, und nur diese kann gemessen werden.)
  • LK 5 2. Wie wir das Intelligenzalter (nach Binet und Simon) berechnet? Buch: ab Seite 199 Intelligenzalter = Grundlalter in Monaten + K x 12/n Grundlalter = Altersstufe, bis zu der ein Kind alle Aufgaben richtig gelöst hat K = Anzahl der zusätzlich zum Grundalter gelösten Aufgaben aus höheren Altersstufen. Es wird solange getestet, bis das ein Kind in einer Altersstufe keine einzige Aufgabe mehr lösen kann. n = Anzahl der Aufgaben, die ein Test pro Altersstufe enthält 12 = jede Altersstufe umfasst 12 Monate ⇒ 12/n = Monatsäquivalent Beispiel: Bestimmung des Intelligenzalters eines 9-jährigen Kindes                               Altersstufen in Jahren Aufgaben              8          9          10          11          12 1                           +          +           +            -             -                                     2                           +          +           +            -             -                                                3                           +          +           -             +            -                                                   4                           +          +           +            +            -                                               5                           +          +           +            -             - Grundalter = 9 Jahre                                                                                                                   K = 6                                                                                                                                             n = 5 Aufgaben pro Altersstufen                                                                                    Monatsäquivalent = 12/n ⇒ 12/5 = 2,4 Grundalter = 9 Jahre x 12 Monate      = 108 Monate                                                                 +         5 x Monatsäquivalent à 2,4      =   12 Monate _____________________________________________________ Intelligenzalter (IA)                           = 120 Monate = 10,0 Jahre                                     Lebensalter (LA)                              = 108 Monate =  9,0 Jahre
  • LK 5 3. Benennen Sie den Grund/die Gründe, warum das Stufenleitermodell von Binet und Simon nicht über die komplette Lebensspanne die Messung des IQs ermöglicht. Verlauf der Intelligenzentwicklung ist nicht linear. Intelligenzalter steigt im Erwachsenalter nicht stetig. Ab einem gewissen Alter nimmt die Intelligenz wieder ab.
  • LK 5 4. Welche Aussage macht der IQ nach W. Stern und wie wird er berechnet? Buch: ab Seite 202 Quotientenbildung ⇒ um ein Maß zu erhalten, das die Vergleichbarkeit der Intelligenz auch über verschiedene Altersgruppen hinweg gewährleisten kann, wird Intelligenzalter in Bezug zum Lebensalter gesetzt. Berechnung: Intelligenzalter (IA) : Lebensalter (LA) x 100 Bewertet intellektuelle Leistungsfähigkeit im Vergleich zu einer Referenzgruppe (⇒Altersgruppe) Entspricht das Intelligenzalter dem Lebensalter, resultiert daraus ein IQ von 100. IQ-Werte kleiner bzw. größer als 100 weisen auf eine altersbezogene niedrigere oder höhere Intelligenz hin. Problematik: Intellgienzleistung nimmt nicht linear mit dem Lebensalter zu (weist einen negative beschleunigten Entwicklungsverlauf auf) ab dem frühen Erwachsenenalter ist keine quantitative Zunahme der Intelligenz mehr zu verzeichnen ⇒Bei ständiger Zunahme des Lebensalters im Nenner bleibt das Intelligenzalter im Zähler etwa konstant. Folge: mathematisch würde die Intelligenz mit Zuname des Alters immer geringer ausfallen, die getestete Person demnac also immer "dümmer". Daher wurde ein oberster Wert für das Lebensalter (14 bis 18 Jahre) festgelegt unter der Annahme, dass das Intelligenzalter über das gesamte Erwachsenenalter hinweg konstant bleibt.
  • LK 5 5. Benennen und beschreiben Sie detailliert das Intelligenz-Modell von Spearman. Buch: ab Seite 179 Zwei Faktore-Theorie der Intelligenz: g-Faktor (übergeordnet)                                                                                                    s-Faktoren (untergeordnet) Korrelation zwischen den Leistungen in verschiedenen Test: Wenn eine Person in einem Test, der eine bestimmte Fähigkeit (z. B. rechnerische) erfasst, gut abschneidet, ist ihre Leistung in Tests, die andere intellektuelle Fähigkeiten (z. B. verbale oder räumliche) erfassen, ebenfalls gut. ⇒ Schlussfolgerung Spearmean: Jedes Maß für Intelligenz basiert auf 2 Faktoren:        jeweils für den Test spezifische Faktoren ⇒ s-Faktorein Faktor für die generelle Intelligenz (general intelligence) ⇒ g-Faktor ⇒ Die Korrelation zwischen den Leistungen in verschiedenen Tests lassen sich damit auf  diejenige Kompomente zurückführen, die allen Testleistungen gemeinsam zugrunde liegt: dem g-Faktor. g-Faktor = mentale Energie, die in jede Messung einer intellektuellen Fähigkeit mit einfließt. Je nachdem, über wie viel dieser mentalen Intelligenz ein Individuum verfügt, besitzt es eine mer oder weniger stark ausgepägte Intelligenz.
  • LK 5 6. Mit welcher Art von Testverfahren erfolgt die Messung des IQ-Faktors "reasoning"? Buch: Seite 180 Reasoning = schlussfolgerndes Denken ⇒ Matrizentest: logisches Schließen in  Zeile und Spalte Ziel des Testverfahrens: g-Faktor möglichst sprachfrei und unabhängig von kulturellen Einflüssen erfassen
  • LK 5 7. Was versteht Spearman unter "Fähigkeit zur Reproduktion"? Fähigkeit, gelerntes Wissen so wiederzugeben, dass andere es verstehen komplexe Wissensinhalte präzise auszudrücken
  • LK 5 8. Benennen und beschreiben Sie das Intelligenz-Modell nach Thurstone. Buch: ab Seite 182 / Skript ab Folie 163 Modell mehrerer gemeinsamer Faktoren: Thurstone lehnt Vorstellung eines generellen, übergeordneten Intelligenzfaktors (g-Faktor) ab. Er betont die bereichsspezifische Organisation der Intelligenz und sieht diese als Zusammensetzung von verschieden Einzelfähkeiten an.                       Er unterscheidet 7 voneinander unabhängige Primärfaktoren der Intelligenz, die beim Lösen von Denkaufgaben in jeweils unterschiedlichem Ausmaß beteiligt sind. ⇒ edukative Faktoren 1. Merkfähigkeit                                                                                                                            2. numerische Fähigkeiten                                                                                                           3. Wahrnehmungsgeschwindigkeit                                                                                             4. schlussfolgerndes Denken (reasoning)                                                                                   5. räumliches Vorstellungsvermögen                                                                                           6. verbales Verständnis                                                                                                               7. Wortflüssigkeit ⇒ Aussage über das allgemeine Intelligenzniveau einer Person                                              ⇒ Auskunft über die Intelligenzstruktur einer Person Während für Spearman der g-Faktor die mentale Energie darstellt, die hinter allen kognitiven Leistungen steht, wäre aus Thurstones Sicht der g-Faktor lediglich ein Faktor höherer Ordnung, der seine Existenz den Korrelationen zwischen den Primärfaktoren verdankt.
  • LK 5 9. Grenzen Sie die Modelle von Spearman und Thurstone voneinander ab und benennen Sie mögliche Gemeinsamkeiten. Gemeinsamkeiten: Grundannahme, dass Intelligenz sich aus unterschiedlichen Faktoren zusammensetzt.     ⇒ g-Faktor Unterschiede: Spearman = genetisch bedingt g-Faktoren Thurstone = edukativ bedingt; lern- und bildungsabhängig, stellt Faktoren nebeneinander
  • LK 5 10. Beschreiben Sie das Intelligenz-Modell von Catell. Buch: ab Seite 185 / Skript ab Folie 171 Hierarchisches Intellegenz-Modell von Catell:                                                               Synthese von Spearmans Zwei-Faktoren-Theorie und Thurstones Modell mehrerer gemeinsamer Faktoren. g-Faktor setzt sich aus zwei getrennten Komponenten zusammen: fluide Intelligenz:                                                                                                               biologisch bzw. genetisch determiniert; unterliegen kaum kulturellem Einfluss; bereits im frühen Jugendalter voll ausgebildet; hierzu zählen Fähigkeiten zum schlussfolgernden Denken und Lösung abstrakter Probleme; nimmt im Laufe des Lebens ab                                            ⇒ z. B. geistige Kapazität, Auffassungsgabe, generelle Verarbeitungsniveau kristalline Intelligenz:                                                                                                            determiniert durch Lern- und Erziehungseinflüsse bzw. erworbenes Wissen; relativ kulturspezifisch; kann sich im Laufe des Lebens (durch Lernen) weiter ausbilden           ⇒ explizites Wissen (z. B. Faktenwissen etc.) und implizites Wissen (z. B. Verhaltensweisen wie Fahrradfahren etc.); Intelligenz bezieht sich auf die Fähigkeit, das gelernte Wissen anzuwenden
  • LK 5 11. Beschreiben Sie das Intelligenz-Modell von Guilford. Skript: ab Folie 179 Strukturmodell der Intelligenz (Würfelmodell) ⇒ prozessbezogene Intelligenzmessung unterscheidet 3 Dimensionen der Intelligenz: Denkinhalte: 4 Einteilungen (z. B. abtrakte oder figurale Denkinhalte) Denkoperationen: 5 Abstufungen (z. B. konvergentes oder divergentes Vorgehen) Denkprodukte (-resultate): 6 Kategorien (z. B. Übertragung von Lösungen) ⇒ ergibt 120 Kombination (4 x 5 x 6) = jeweils einzelne Intelligenzbereiche; alle Kombinationen der drei Dimensionen möglich ⇒ Nicht nur das Ergebnis, sondern auch der Denkprozess zur Lösung ist ausschlaggabend.
  • LK 5 12. Benennen Sie die Faktoren, die als verantwortlich für differentielle Effekte der Intelligenz aufgefasst werden. (8 Faktoren) Skript: ab Folie 188 Alter Verarbeitungsgeschwindigkeit des Gehirn/Gehirne denken unterschiedlich schnell             (⇒ mental speed) spezifische Verarbeitungsmechanismen des Gehirns Kapazität des Arbeitsgedächtnisses (Workload) neuronale Effizienz Denkmuster unterschiedliche degenerative Effekte unterschiedliches Wissen in verschiedenen Bereichen
  • LK 5 13. Definieren Sie den Mental-Speed-Ansatz und die Beziehung zur Intelligenz. Skript: ab Folie 202 Mental-Speed-Ansatz = Zeit, die das Gehirn benötigt, um Informationen verarbeiten zu können. ⇒ Je schneller Reizaufnamen und Reizverarbeitung erfolgen, desto höher die Intelligenz. Macht jedoch nur ca. 25% der gesamten Intelligenz aus. Aufgaben zur Messungen: leicht + schnell
  • LK 5 14. Beschreiben Sie die Annahme des Ansatzes "neuronale Effizienz". (Haier) Skript: ab Folie 206 Die "neuronale Effizienz"-Hypothese der menschlichen Intelligenz besagt, dass intelligentere Gehirne zur Verarbeitung von kognitiven Aufgaben Energie schonender arbeiten.                     Sie weisen sowohl während der Aufgabenbearbeitung als auch in der Ruhephase eine niedrigere Hirnaktivität auf. Als Grundlage dieser höheren neuronalen Effizienz werden generelle Gehirneigenschaften (u.a. synaptische Dichte, Anzahl dendritischer Verzweigungen etc.) diskutiert. FAZIT: Je effizienter (Energie schonend) das Gehirn arbeitet, desto höher ist die Intelligenz.   ⇒ NICHT: Je "härter" bzw. angestrengter das Gehirn arbeitet!
  • LK 5 15. Beschreiben Sie den Ansatz der "kortikalen Verortung". Skript: ab Folie 214 Intelligente (Nicht-Experte) und Experten (darunter auch Nicht-Intelligente):                verarbeiten eher mit frontalen und parietalen Hirnregion (Stirn- und Scheitellappen)   ⇒ niedriger Energieverbrauch; wie beim Experten ist vorhandenes Wissen schnell abrufbar bei Intelligenten; schnellere Entwicklung zum Experten                                ⇒ Intelligente können bei Bedarf andere Hirnregionen ergänzend hinzuschalten weniger Intelligente (Nicht-Experte) arbeiten mit allen Hirnregion                                   ⇒ hoher Energieverbrauch; langsamere Entwicklung zum Experten
  • LK 5 16. Welche praktischen Schlüsse können Personalentwickler aus den Ergebnissen der "neuronalen Effizienz und kortikalen Verordnung" ableiten? Intelligente Menschen können bessere Leistungen erzielen, da sie kognitive Aufgaben Energie schonender (mit geringerer Hirnaktivität) verarbeiten und bei Bedarf zusätzlich die hinteren Hirnregionen aktiviert werden können. Expertenwissen kann schneller ausgebildet werden. Weniger intelligente Menschen verarbeiten kognitive Aufgaben mit allen Hirnregionen und haben ihr Leistungslimit früher erreicht als intelligentere Menschen. Ausbildung von Expertenwissen dauert länger.
  • LK 5 17. Beschreiben Sie die wichtigsten Aussagen des CHC-Modells der Intelligenz. CHC-Modell der Intelligenz (Cattel-Horn-Carroll-Modell): mehrstufiges, hierarchisches Modell, unterteilt in 3 Stufen: Stratum 3 (höchste): allgemeine kognitive Fähigkeiten (g-Faktor), mit der alle untergeordneten Eigenschaften mehr oder weniger stark zusammenhängen Stratum 2 (mittlere): 10 komplexe Fähigkeiten (fluide oder kristalline Intelligenz),  Fähigkeiten z. B.zum Lesen und Schreiben, Umgang mit Zahlen, Schlußfolgern Stratum 1 (unterste): spezifische Aufgaben, Unterteilung der 10 Faktoren aus Stratum 2 in 70 spezifische Unterfaktoren g-Faktor nachweisen ⇒ Kurzzeitgedächtnis = fluide Intelligenz / Langzeitgedächtnis = kristalline Intelligenz
  • LK 5 18. Skizzieren Sie eine Normalverteilung und beschriften Sie die x-Achse mit der IQ-Skala. Normalverteilung der Intelligenz: ↑ Y-Achse (Häufigkeiten) → X-Achse (IQ) z-Skala: 55 bis 145.                             ⇒  1 z-Wert = 15% (Prozentrangwert) Mittelwert: 100 IQ (normale bzw. durchschnittliche Intelligenz) Standardabweichung: je 15% ober- und unterhalb des Mittelwerts 1. Standardabweichung: (2 x 34.1%)  68.2% der Bevölkerung befinden sich im Bereich zwischen 85 und 115 IQ-Punkten 2.Standardabweichung: 13.6% der Bevölkerung befinden sich im Bereich zwischen 70 und 85 bzw. zwischen 115 und 130 IQ-Punkten (insgesamt also 2 x 13.6% = 27.2%)                 ⇒ (68,2%+27,2%) 95.44% der gesamten Bevölkerung  befindet sich zwischen 85 und 130 IQ-Punkten 3. Standardabweichung: 2.1% der Bevölkerung befinden sich im Bereich zwischen 55 und 70 bzw. 130 und 145 IQ-Punkten (insgesamt also 2 x 2.1% = 4.2%) ⇒ 99.6% der gesamten Bevölkerung befindet sich zwischen 55 und 145 IQ-Punkten
  • LK 5 19. Die korrekte Interpretation von Normwerten erfolgt in Abhängigkeit des zu Grunde liegenden Skalenniveaus. Normwerte auf Intervallskalenniveau werden als Abweichung (Bezug zur Standardabweichung) vom Mittelwert beschrieben. Interpretieren Sie: a) - IQ-Test - IQ: 105 (Mittelwert = 100, Standardabweichung = 15) b) - IQ-Test - IQ: 130 (Mittelwert = 100, Standardabweichung = 15) a) Das Ergebnis liegt innerhalb der 1. Standardabweichung über dem Mittelwert b) Das Ergbnis liegt auf der 2.Standardabweichung über dem Mittelwert