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Sozialpsychologie (Subject) / Einführung in die Sozialpsychologie (Lesson)
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- Was sind typische sozialpsychologische Forschungsthemen? Sozialpsychologie befasst sich mit vielen verschiedenen Alltagsphänomenen des menschlichen Erlebens und Verhaltens in Interaktion mit der sozialen Umwelt, z. B. - Aggression- Konflikt und Krieg- Hilfeverhalten und Zivilcourage- Urteilen und Entscheiden- Eigenschaften des Selbst und Selbstwerterhöhung- Gruppen und Massenphänomene sowie Stereotype- Vorurteile und Rassismus
- Wie wird Sozialpsychologie definiert? (2) Sozialpsychologie erforscht das Erleben und Verhalten von Menschen in Interaktion mit ihrer sozialen Umwelt. Gegenstand ist zum einen das Individuum alleine und zum anderen der Einzelne im Kontext der Gruppe. (Fischer et al., 2013) Sozialpsychologie versucht, die sozialen Prozesse zu verstehen, zu erklären, zu prognostizieren und zu verändern. (Witte, 2013)
- Erkläre den Unterschied zwischen Philosophie und Sozialpsychologie. Die Sozialpsychologie befasst sich mit vielen philosophischen Themen allerdings auf eine empirisch-quantitative Art und Weise.
- Erkläre den Unterschied zwischen Soziologie und Sozialpsychologie. Soziologie und Sozialpsychologie befassen sich mit ähnlichen Themen, aber auf unterschiedlichen Ebenen. Soziologie: gesamtgesellschaftliche bzw. institutionelle Ebene(z. B. "Warum gibt es in bestimmten sozialen Schichten mehr Agression?") Sozialpsychologie: individuelle bzw. kleingruppenorientierte Ebene(z. B. "Welche situativen Eigenschaften beeinflussen die Aggressivität aller Menschen?")
- Erkläre den Unterschied zwischen Persönlichkeitspsychologie und Sozialpsychologie. Die Persönlichkeitspsychologie erklärt Verhalten überwiegend auf Basis von Persönlichkeitsdispositionen, während die Sozialpsychologie von einer komplexen Interaktion zwischen Person und Umwelt ausgeht.
- Was ist Gegenstand der Sozialpsychologie? Gegenstand der Sozialpsychologie ist die situative oder persönliche Erklärung menschlichen Verhaltens.
- Nenne grundsätzliche Annahmen/Erkenntnisse der Sozialpsychologie. Kognitionen und Emotionen sind wichtige Determinanten (Faktoren) menschlichen Verhaltens. Menschliches Verhalten ist eine komplexe Interaktion aus Kontextmerkmalen und Persönlichkeitseigenschaften. Die Wechselwirkung zwischen Situations- und Persönlichkeitseigenschaften kann menschliches Erleben und Verhalten am zutreffendsten erklären. Ob sich ein Mensch gut oder böse verhält, kann durch situative Faktoren beeinflusst werden. Wie stark der Einfluss einer Situation auf das Verhalten ist, scheint durch spezifische Personenmerkmale moderiert zu werden.
- Nenne 5 Aufgaben der Sozialpsychologie. - Betrachtung des durchschnittlichen Individuums - Intersubjektiv nachvollziehbare Beschreibung der Prozesse - Erklärung der Bedingungen und Einflussfaktoren der beobachtbaren Phänomene- Ableitung überprüfbarer Vorhersagen über menschliches Erleben und Verhalten unter spezifischen Bedingungen - Ableitung begründeter Empfehlungen für psychosoziale, pädagogische und politische Interventionen, Initiativen und Maßnahmen
- Was ist Laien- oder Alltagspsychologie? Laien- oder Alltagspsychologie beurteilt Beziehungen nach dem "gesunden Menschenverstand". Diese Ratschläge haben aber keine Allgemeingültigkeit und erscheinen nur im Einzelfall plausibel.
- Welche Schwächen hat Laien- oder Alltagspsychologie? Es fehlt das Verständnis des psychologischen Gesamtzusammenhanges: Übersehen von Ursache-Wirkungs-ZusammenhängenVernachlässigung des sozialen KontextesUnkenntnis des eigenen Einflusses auf die Wahrnehmung
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- Wann war die "Geburtsstunde" der wissenschaftlichen Sozialpsychologie? Ende des 19. Jahrhunderts
- Wofür steht der Begriff "Conditio Humanae"? "Conditio Humanae" (Situation des Menschen) war eine Studienrichtung der Philosophie im antiken Griechenland.
- Wer war Platon (latinisiert Plato) und worüber hat er im Hinblick auf Massenbewusstsein spekuliert? Platon war ein antiker griechischer Philosoph, Schüler des Sokrates, Lehrer des Aristoteles. Er spekulierte darüber, dass sich auch der weiseste Mensch in einer Massenveranstaltung in einen völlig "irrationalen Mob" verwandeln kann.
- Wovon ging man im methodologischen Individualismus aus? Kollektives Verhalten resultiert aus individuellen Entscheidungen und individuellem Verhalten und ist demnach identisch mit dem Verhalten der Individuen, die das Kollektiv bilden.
- Worin sieht die Sozialpsychologie (im Gegensatz zum methodologischen Individualismus) den höchsten Erklärungs- und Vorhersagewert von allgemeinem menschlichen Erleben und Verhalten? Im durchschnittlichen Erleben und Verhalten einer Stichprobe von Personen.
- Wie definierte Allport 1954 die Sozialpsychologie? "Sozialpsychologie ist der Versuch, zu verstehen und zu erklären, wie die Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen von Personen durch tatsächliche, vorgestellte oder erschlossene Anwesenheit anderer Menschen beeinflusst werden."
- Wer war Allport und was waren seine Schwerpunkte in der Sozialpsychologie? Gordon Allport (1897 - 1967) war ein US-amerikanischer Psychologe und Begründer der Allport-Skala. > Naturwissenschaftliche Methoden> Sozialer Einfluss> Einfluss von Gruppen auf Individuen
- Wer war Triplett und was beobachtete er 1898 bei seiner klassischen Studie zu Effekten der sozialen Erleichterung? Norman D. Triplett (1861 - 1934) war ein US-amerikanischer Psychologe. Sportler zeigen gravierende Leistungssteigerungen, wenn sie sich im Wettbewerb mit anderen befinden.
- Worin unterscheiden sich europäische und amerikanische Sozialpsychologie? Europäisch: Befasst sich stark mit Gruppenphänomenen Amerikanisch: Fokussiert stärker auf individuelle Aspekte
- Nenne die 8 grundlegenen Prozesse (Prinzipien) der Sozialpsychologie. 2 Grundaxiome: 1: Soziale Einflüsse sind allgegenwärtig, 2: Menschen schaffen sich ihre eigene Realität (Konstruktivismus) 3 Motivational Principles (motivationale Prinzipien):Mastery, Connectedness, Valuing Me & Mine 3 Processing Principles (Informationsverarbeitungsprozesse):Conservatism, Accessibility, Superficial vs. Depth
- Welche zwei Grundaxiome gibt es und was sagen sie aus? Axiom 1: Soziale Einflüsse sind allgegenwärtig Gedanken, Gefühle und Verhalten von Individuen werden durch andere Menschen beeinflusst, ob diese physikalisch anwesend sind oder nicht.(Pervasiveness of social influence) Axiom 2: Menschen schaffen sich ihre eigene Realität (Konstruktivismus) Die Sicht der Realität ist bei jedem eine subjektive Konstruktion, geformt von kognitiven und sozialen Prozessen.(Construction of reality)
- Was ist mit dem Begriff Mastery gemeint? Mastery ist eines der drei Motivationalen Prinzipien. - Streben nach Herrschaft, Kontrolle und Verständnis - Versuch, die soziale Welt zu verstehen und vorherzusehen (kognitiver Kompass)- Bedürfnis, akkurat zu sein (Normen zu befolgen)- Durch Befolgen von Normen meist angemessenes Verhalten, das von anderen belohnt wird
- Was ist mit dem Begriff Connectedness gemeint? Was ist mit dem Begriff Connectedness gemeint? RückseiteConnectedness ist eines der drei Motivationalen Prinzipien. - Streben nach Verbundenheit mit / Anschluss zu anderen- Soziale Heimat finden (wo gehöre ich hin?)- Suchen nach Unterstützung, Zugehörigkeit, Schutz, Gefallen und Akzeptanz von Personen und Gruppen, die man mag und wertschätzt
- Was ist mit "Valuing Me & Mine" gemeint? Valuing Me & Mine ist eines der drei Motivationalen Prinzipien. - Bewertung des Selbst + relevanter Anderer- Streben nach hohem Selbstwert- Wunsch, sich selbst und Gruppen, denen man sich zugehörig fühlt, in positivem Licht zu sehen
- Was ist mit dem Begriff Konstruktivismus gemeint? Die subjektive Konstruktion der eigenen Sicht der Realität.
- Was ist mit dem Begriff Conservatism / Konservativismus gemeint? Conservatism ist einer der drei Informationsverarbeitungsprozesse. - Selektive und bestärkende Informationsverarbeitung- Bestreben, bestehende Ansichten aufrecht zu erhalten- Neigung zu konservativem Verhalten (Bewährte Routinen und Ansichten beibehalten, Stabilität)
- Was ist mit dem Begriff Accessability / Zugänglichkeit gemeint? Accessability ist einer der drei Informationsverarbeitungsprozesse - Schnell / direkt verfügbare Informationen haben generell den stärksten Einfluss auf Gedanken, Gefühle und Verhalten
- Was ist mit "Superficial vs. Depth" / "Kontinuum der Verarbeitung" gemeint? Superficial vs. Depth ist eines der drei Informationsverarbeitungsprinzipien. - Menschen wechseln zwischen heuristischer (oberflächlicher) und systematischer (gründlicher) Verarbeitung- Oberflächliche Verarbeitung ohne Anstrengung = "Autopilot"-Modus- Wechsel zu tiefer Verarbeitung bei Bedrohung wichtiger Ziele
- Nenne 6 exemplarische Anwendungsfelder der Sozialpsychologie. - Arbeits- und Organisationspsychologie- Gesundheitspsychologie- Pädagogische Psychologie- Rechtspsychologie- Markt- und Werbepsychologie- Umwelt
- Nenne die Beobachtungsfelder der Sozialpsychologie + Beispiele. - Individual: Innerhalb eines Individuums Beispiele: Kognitive Dissonanz, Denkprozesse, Bewertungsangst - Interpersonal: Zwischen Individuen Beispiele: Aggression, Beeinflussung, nonverbale Kommunikation - Intragroup: Innerhalb einer Gruppe Beispiel: Sozialisationsprozess (Welches Verhalten ist hier erwünscht? ) - Intergroup: Zwischen Gruppen Beispiel: Gruppendenken; Koalitionsbildung - Crowds & Masses Beispiel: Massenphänomen (Love Parade)
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- Nenne 9 für die Sozialpsychologie wichtige Personen und ihre Experimente / Projekte. Gordon W. Allport: Allport-Skala (Skala zur Erfassung von Vorurteilen in einer Gesellschaft in einer Unterscheidung der Diskriminierung nach Stufen) Solomon Asch: Konformitätsexperiment (Länge von Strichen benennen, Einfluss der Gruppenantworten auf die eigene Antwort) Albert Bandura: Bobo Doll Study (Agression - Lernen durch Beobachtung) Susan Fiske: Kontinuum-Modell (Erklärung der Rolle automatischer und kontrollierter Prozesse bei der Eindrucksbildung) Stanley Milgram: Milgram-Experiment (Gehorsam, Stromstöße) Serge Moscovici: Dia-Experiment (Verschiedene Farben benennen, Einfluss der Gruppenantworten auf die eigene Antwort) Muzafer Sherif: Experiment zum informationalen sozialen Einfluss (autokinetischer Effekt) Norman D. Triplett: Studie zu Effekten der sozialen Erleichterung (Leistung von Sportlern einzeln geringer als im Wettbewerb mit anderen) Philip Zimbardo: Stanford-Prism-Experiment (Gefängniswärter und Gefangene, Einfluss von Rollen)