ACH-Robbers (Subject) / Transplantationsmedizin (Lesson)

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Definition, Spendearten, etc

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  • Wie wird Transplantation nach Transplantationsgesetz (TPG) definiert? - die Übertragung/ die Verwendung von Organen oder Geweben in oder an einem menschlischen Empfänger - kann nach Herkunft oder Transplantationsort unterteilt werden
  • Welche Unterteilungen nach Herkunft gibt es? Autogen: Spender und Empfänger sind dieselbe Person Isogen: Spender und Empfänger sind genetisch identisch (Zwillinge) Homogen: Spender und Empfänger sind genetisch verschieden Alloplastisch: Transplantation von Fremdmaterial (zB künstl. Herzklappen) Xenogen: Spender und Empfänger gehören unterschiedlicher Spezien an
  • Welche unterschiedlichen Transplantationsorte gibt es? Isotop: Ort und histologische Merkmale sind identisch (zB Leber) Orthothrop: örtliche Übereinstimmung, keine histologische Übereinstimmung (z.B. Herzklappen, Kreuzband) Heterotrop: keine örtliche Übereinstimmung (zB Niere)
  • Welche Möglichkeiten der Organspende gibt es? 1. Lebendspende = Spende von einem lebenden Körper 2. postmortale Spende = Spende von einem verstorbenen Körper
  • Was sind die Voraussetzungen für eine Lebendspende? - nur bei paarigen Organen möglich (zB die Nieren) oder als Segmenttranspplantation bei Organen mit hoher Regenerationsfähigkeit (zB Leber, Knochenmark) - nur unter Verwandten ersten und zweiten Grades (Verkauf von Organen verhindern) - zwischen Ehepartnern, eingetragenen Lebenspartnern, Personen, doe dem Spender persönlich verbunden sind - zurZeit der Spende gibt es kein geeignetes Leichenorgan - Spender muss volljährig sein - Aufklärung durch Arzt und schriftliche Einwilligung
  • Wie werden Organe bei der postmortalen Spende unterschieden? 1. vermittlungspflichtig: Herz, Leber, Lunge, Niere, Pankreas, Herzklappen, Teile des Darms 2. nicht Vermittlungspflichtig: Cornea, Gehörknöchelchen, Gefäße, Knochenmark
  • Was sind die Voraussetzungen einer postmortalen Organspende? 1. schriftliche Einwilligung des Spenders 2. festgestellter Hirntod 3. evtl Zustimmung der Angehörigen, Gespräch mit den Angehörigen
  • Erwähnenswertes zur Organspende/ zum Organspendeausweis? - Zur Zeit keine zentrale Erfassung von spendebereiten Personen - Entscheidung zur Organspende kann jederzeit revidiert werden - seit Sept. 2009: Patientenverfügung kann erklärten Willen dokumentieren -Entscheidung kann in einem Organspendeausweis dokumentiert werden - keine Altersbegrenzung für Organspender --> Funktionszustand der Organe entscheidend
  • Was sind die Kontraindikationen, die gegen eine Organspende sprechen? - aktive Tuberkulose - HIV-Infektion - nicht behandelte Sepsis - nicht behandelbare Infektionen (Creutzfeld-Jakob) - Schädigung oder Missbildung des Organs - Malignome
  • Definieren Sie den Begriff Hirntod! - Zustand des endgültigen, nicht behebbaren Ausfall der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstammes bei durch kontrollierte Beatmung künstlich aufrechterhaltenen Herz-Kreislauffunktion - Kriterium für den Verzicht auf eine weitere Therapie - juristische Voraussetzung der Organentnahme
  • Was können die Ursachen für einen Hirntod sein? 1. akute primäre Hirnschädigung (Schädel-Hirn-Trauma, direkte Gewalteinwirkung) 2. sekundäre Hirnschädigung (Herzstillstand)
  • Was sind die Symptome des Hirntodes? - Bewusstseinsverlus oder Koma - Ausfall der Spontanatmung oder Apnoe - Areflexie des Hirnstammes, zB fehlender Schluckreflex
  • Welche apparativen Untersuchungsmethoden können einen Hirntod feststellen? -Null-Linien-EKG - Dopper-Sonographie - Perfusionsszintigraphie
  • Wie muss der Hirntod festgestellt werden? - Diagnostik muss von zwei verschiedenen Ärzten zu verschiedenen Zeitpunkten durchgeführt und bestätigt werden
  • Was ist das Transplantationsgesetz? - Gesetz über Spende, Entnahme udn Übertragung von Organen und Geweben - Bundesgesetz - regelt die Zulässigkeit der Organspende, schließt Missbrauch aus, schafft Sicherheit für Spender und Empfänger - Ursprüngliche Fassung von 1997, 2012 abgeändert - bis 2012 erweiterte Zustimmungslösung, jetzt gilt die Entscheidungslösung
  • Wie unterscheidet sich die Pupillenreaktion bei nicht hirntoten und hirntoten Personen? -  nicht-Hinrtot: Pupillen verengen sich bei Lichteinfall, auch wenn Licht nur auf ein Auge fällt, verengen sich beide Pupillen -Hirntot: beide Augen zeigen keinerlei Reaktion auf Lichteinfall, weder direkt nioch indirekt --> Pupillen sind beim Hirntoten stets mittelweit bis weit und oft entrundet
  • Was ist das Puppenkopfphänomen? nicht Hirntoter: wird Kopf rasch hin und her bewegt, führen die Augen eine langsame Gegenbewegung durch Hirntoter: Augen bleiben starr in der Ausgangsstellung --> Okulozephaler Reflex
  • Was ist fer Hornhautreflex? bestrecih man bei einem nicht-hirntoten Patienten die Augenhornhaut, kommt es zu einem Zusammenkneifen von Ober. und Unterlid - beim Hirntoten keinerlei Reaktion
  • Wie kann man Schmerzreaktionen im Gesicht auslösen? - bei nicht-hirntoten Patienten führen starke Reize des Trigeminus Nervs im Gesichtsbereich im allgemeinen zu erkennbaren Muskelzuckungen oder Abwehrreaktionen - keine Reaktion bei Hirntoten
  • Was ist der Trachealreflex? - durch Reizung der Trachea kommt es bei nicht-hirntoten zu einem Hustenreflex - keine Reaktion bei Hirntoten
  • Welce Verantwortungsbereiche gibt es im TPG? - Spende - Vermittlung - Transplantation
  • Was sind die Grundsätzlichen Aussagen des TPG? postmortale Organspende: Feststellung des Hirntodes, schriftliche Einwilligung Organspende bei Lebenden: Volljährigkeit, Einwilligung, nur unter Verwandten/ Ehegatten/ Lebenspartnern Transplantationszentren: nur an zugelassenen Zentren, Wartelisten: Reihenfolge richtet sich nach medizinischen Kriterien wie Dringlichkeit und Erfolg Meldung, Dokumentation und Datenschutz: im Zusammenhang mit Transplantationen
  • Was sind die Aufgaben der Bundesärztekammer BÄK? - wird durch TPG verpflichtet Richtlinien in der Transplantationsmedizin zu erstellen - Orientierung am Stand der medizinischen Wissenschaft -erstellt Richtlinien  zur Feststellung des Hinrtod, zur Aufnahme in Wartelisten (Kriterien), zur Organdvermittlung, zum Schutz des Empfängers und zur Qualitätssicherung
  • Was für Erklärungsmodellen zur Organspende gibt es? Widerspruchsregelung: ein Verstorbener kommt jederzeit als Spender in Frage, außer er hat zu Lebzeiten widersprichen erweiterte Widerspruchslösung: Patienten werden automatisch als SPender angesehen, Angehörige sind Boten des erklärten Willens Zustimmungslösung: es muss eine ausdrückliche Willenserklärung zur SPende vorliegen erweiterte Zustimmung: Angehörige müssen Zustimmung geben Entscheidungslösung: erklärter Wille ( gilt in Deutschland)
  • wie ist die Situation im Ausland bezüglich Organspende? - andere Länder andere Sitten - evtl abweichende Regelungen - Ländergesetze gelten - Angehörige werden innerhalb Europas immer gefragt
  • Welche zwei Organisationen regeln in Deutschland die Organspende? Eurotransplant und Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO)
  • Was ist Eurotransplant? -Stiftung, Sitz in Leiden (NL) seit 1967 - Aufgabe: internationaler Austausch in Europa, Vermittlung, Koordination - Ziele: optimale Nutzung der Organe und Gewebe, objektive Auswahlverfahren, Werbeunterstützung, Förderung der medizinischen Forschung zur Verbesserung der Transplantationsergebnisse
  • Nach welchen Kriterien vermittelt Eurotransplant die Organe? - mediziniche Dringlichkeit, Länge der Wartezeit, Blutgruppe, Gewebemerkmale - Punktesystem garantiert Gerechtigkeit
  • Was ist die DSO? - Deutsche Stiftung Organtransplantation - seit 1984, Hauptsitz in Neu-Isenburg - Koordinierungsstelle, Bindeglied zwischen Spende und Transplantation . finanziell und organisatorisch eigenständig - Ziel: medizinisch und rechtlich zulässige Organspenden zu verwirklichen .-> organisiert Spenderanfragen- und Meldungen, informiert Krankenhauspersonal, unterstützt ärtzliches Personal bei Diagnostik, unterstützt bei Gesprächen mit Angehörigen, Übernimmt Untersuchungen des Spenders, Organisiert Organentnahme des Spenders, Organisiert Konservierung und Transport der Organe, Betreut die Angehörigen und das Klinikpersonal
  • Was ist das Hauptproblem nach einer Transplantation? - Immunreaktion des Empfängerorganismus - Transplantationsantigene: HLA-Antigene - immunsuppressive Therapie nach jeder Transplantation erforderlich - Abstoßungsreaktion unterschiedlich, bei KM am stärksten
  • Was für unterschiedliche Formen von Abstoßungsreaktionen bei einer Transplantation gibt es? . hyperakute Abstoßung: noch während OP, zerstört das Organ irreversibel durch Gerinnung - akute Abstoßung: häufigste Form, gut therapierbar - chronische Abstoßung: Langzeitproblem, schlecht therapierbar
  • Welche ethischen Aspekte bei der Lebendspende müssen beachtet werden? - setzt freiwillige Zustimmung des Spenders voraus - nur unter Verwandten und Personen die sich sehr nahe stehen - ohne psychischen und finanziellen Druck - Verkauf der eigenen Organe verboten - keine Lebendspende bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren
  • Welche ethischen Apsekte müssen bei der Spende nach dem Tod beachtet werden? - Prinzip der Selbstbestimmung über eigenen Körper - Prinzip der Hilfeleistung - Zustimmung des Spenders ist Voraussetzung - Schaden-Nutzen Abwägung auf der Seite des Empfängers - Wahrung der Totenruhe, respektvoller Umgang - kein Anspruch auf die Organe oder Körperteile eines anderen Menschen
  • Wie ist der Ablauf einer Organspende? - Kontaktaufnahme mit der DSO - Prüfung, ob eine Einwilligung vorliegt - Untersuchung des verstorbenen auf Kontraindikationen - Übermittlung der Untersuchungsdaten an ET - Allokation - Versorgung des Leichnam - Organtransport und Transplantation
  • Wovan hängt der Erfolg einer Organtransplantation ab? -schneller Wiederanschluss, Reperfusion des Organs, an einen Kreisauf --> straffe Organisation ist unabdingbar
  • Wie ist der Ablauf der Organspendeoperation? -Abdeckung und Desinfektion -Reihenfolge: Thorakale Organe vor den abdominellen Organen - beide Körperöffnungen werden regelrecht verschlossen
  • Wie erfolgt die abdominelle Präparation bei einer Organspsende? -anschlingen der Aorta abdominalis infrarenal und Bifurkation - Freilegung/ Anschlingen A. descendens ober halb Truncus Coeliacus - Anschlingen der Pfortader und der V. cava inf. - in situ Entnahme: gute Gefäßdarstellung möglich - en bloc Entnahme: schnelleres Verfahren - Back Table Präparation
  • Wie erfolgt die thorakale Präparation bei einer Organspende (Herz)? - Eröffnen des Pericard - Präparation und Anschlingen Aorta ascendens - Präparation und Anschlingen der V. Cava superior - Kanülierung Aorta asc. - Vorbereitung der Perfusion - Präparation und Anschlingen der A. Pulmonalis
  • Wie erfolgt die Präparation der Lunge? - Eröffnung der Pleura - Präparation des Truncus pulmonalis - Anschlingen der Trachea - Kanülierung des Truncus pulmonalis und Vorbereitung der Perfusion
  • Wie läuft die Perfusion ab? - nach Klemmung der Aorta (subphrenishc und am Pericard) werden beide Organsysteme perfundiert - Ablauf über V. cava -> Sauger - Organentnahme erst thorakal dann abdominell - evt. Gefäße - LK zur Gewebetypisierung - Splitleber
  • Was ist das Ziel der Organperfusion? - zu entnehmenden Organe werden mit einer Konservierungslösung gespült - Kühlung setzt die Stoffwechselleistung herab - Erythrozytenfreiheit - Versorgung mit Elektrolyten und Glukose - Perfusion mit ca. 4°C kalter UW-Lösung - Konservierung der Leber: Kanülierung der Pfortader - Konservierung des Herzens: intrathorakale Kanüle
  • Was passiert nach der Perfusion? - Entnahme der Organe mit zu und abführenden Gefäßen - Lagerung in der Perfusionslösung - Beginn: kalte Ichämie
  • Wie ist jeweils die Konservierungszeit von Herz, Lunge, Pankreas, Leber und Niere? Herztransplant: bis 4 h Lungentransplant: bis 6 h Pankreastransplant: bis 12 h Lebertranspant: bis 18 h Nierentransplant: bis 36 h
  • Was sind die Indikationen für eine Nierentransplantation? - keine Dialyse - Verbesserung der Lebensqualität? - Lebensverlängerung - Shuntprobleme - Therapieresistente renale Anämie - Suizidgefährdung
  • Was sind die Kontraindikationen, die gegen eine Nierentransplantation sprechen? - absolute Narkoseunfähigkeit - positiver "Cross-match" zwisschen Empfängerserum und Spenderlymphozyten - maligne Tumorerkrankungen -Lebensalter - bedingt bei Hypertonus - Diabetis mellitus
  • Wie ist die Operationstechnik bei einer Nierentransplantation? - Implantation in die rechte oder linke Fossa iliaca extraperitoneal, heterotrop - Druchtrennung des M. obl. ext und int. Sowie M. transversus abd. - Peritorneum nach medial abschieben - Präparation der Iliacalgefäße - End-zu-Seit Gefäßanastomose mit der A. und V. iliaca externa - Flushen der Niere - Kontrolle Urinproduktion - Uretereinplanzung im Sinne der Antirefluxplastik - Verschluss der Bauchdecke
  • Welche Instrumente und Materialien werden für eine Nierentransplantation benötigt? - Grund- und Laparotomieinstrumente - Gefäßinstrumente - Rahmen - Schüsseln - Eis - Katheter/ Ureterschienen - Blasenfüllung . Heparin
  • Was sind die Indikationen für eine Lebertranslantation? -cholesatische Lebererkrankung - hepatobiliäre Tumore - dekompensierte Leberzirrhose nach Hepatits B und C - Alkoholzirrhose
  • Was sind die Kontraindikationen einer Lebertransplantation? - Sepsis - cardiopulmonale Begleiterkrankungen - kololaterale Lebermetastasen
  • Wodurch wird der Zeitpunkt einer Lebertransplantation bestimmt? - Notfallindikation: akutes Leberversagen - dringliche Indikation: chronische Lebererkrankung mit Dekompensation anderer Organe - elektiv: chronische Lebererkrankungen mit und ihne Komplikation