Neuro (Subject) / Begriffe (Lesson)
There are 18 cards in this lesson
Begriffe aus der Neurologie
This lesson was created by Katha1209.
- Neglect = Störung der Aufmerksamkeit, bei der ein bestimmter Teil (bspw. eine Raum- oder Körperhälfte) aus der Wahrnehmung (bisweilen komplett) ausgeblendet bzw. vernachlässigt wird-> Störung der Integration der Inhalte der verschiedenen Hirnhälften, sodass nur Information einer Hirnhälfte abgerufen werden können - genauen Ursachen noch nicht geklärt - Motorischer Neglect: spontane Bewegung einer Körperhälfte bleibt aus (durch Konzentration auf die betroffene Seite ist aber eine Bewegung möglich)- Sensibler Neglect: Berührungsreize einer Körperhälfte werden (spontan) nicht wahrgenommen (durch Fokussierung der Aufmerksamkeit ist eine Wahrnehmung möglich)- auditorischer, visueller, olfaktorischer Neglect
- Amnesie = Form der Gedächtnisstörung -> zeitliche oder inhaltliche Beeinträchtigung der Erinnerung - Retrograde Amnesie: Erinnerungslosigkeit für die Zeit vor einem Ereignis- Anterograde Amnesie: Erinnerungslosigkeit für die Zeit nach einem Ereignis- Globale Amnesie: Erinnerungslosigkeit für die Zeit vor (retrograd) und nach einem Ereignis (anterograd)- Katathyme Amnesie: Gedächtnisstörung aufgrund unbewusster innerpsychischer Vorgänge, bei der Patienten einzelne Gedächtnisinhalte vergessen -> z.B. können sich Betroffene an ein Ereignis, aber nicht an die anwesenden Personen erinnern (dissoziative Amnesie nach DSM- und ICD-Klassifikation abzugrenzen, die sich speziell auf das Vergessen traumatischer oder belastender Erinnerungen aufgrund eines traumatischen Ereignisses bezieht)- Dissoziative Amnesie (F44.0): Erinnerungsverlust traumatischer oder belastender Informationen und Ereignisse insbesondere nach Kampfhandlungen und anderen Traumata
- Ekmnesie = Störung des Zeiterlebens und des Zeitgitters = Form der Gedächtnisstörung -> zeitlich falsche Zuordnung von Gedächtnisinhalten -> Geschehnisse aus der Vergangenheit als Gegenwart interpretiert Vorkommen (Bsp.): im Rahmen eines Delirs
- Aphasie = Unfähigkeit zu sprechen-> Sprachverständnis oder die Sprachproduktion können gestört sein Unterteilung:- Broca-Aphasie (motorische Aphasie)- Wernicke-Aphasie (sensorische Aphasie)- Globale Aphasie- Amnestische Aphasie- Transkortikale Aphasie - motorisch oder sensorisch
- Broca-Aphasie - Ort der Läsion + Leitsymptome = motorische Aphasie Ort der Läsion: Broca-Areal (= motorisches Sprachzentrum, Initiierung und Koordinierung des komplexen Sprechvorgangs), Frontallappen (Planung und Steuerung von Bewegungen, höhere kognitive Prozesse) Leitsymptome:- Sprachproduktion - Expressive Sprachstörung mit telegrammartiger, agrammatikalischer Sprache und verzögertem Sprachduktus (Sprachstil - Art zu sprechen) - Sprachverständnis meist intakt
- Wernicke-Aphasie - Ort der Läsion + Leitsymptome = sensorische Aphasie Ort der Läsion: Wernicke-Areal (= sensorisches Sprachzentrum, Hörsignale werden interpretiert - Grundlage des Sprachverständnisses), Temporallappen (Sprachverständnis, Hören, Riechen) Leitsymptome:- fließende Rede ohne sinnhaften Zusammenhalt - häufig Neologismen - Paraphasien (Wortverwechslungsstörung)
- Globale Aphasie - Ort der Läsion + Leitsymptome Ort der Läsion: Broca-Areal (= motorisches Sprachzentrum, Initiierung und Koordinierung des komplexen Sprechvorgangs)+ Wernicke-Areal (= sensorisches Sprachzentrum, Hörsignale werden interpretiert - Grundlage des Sprachverständnisses)+ Fasciculus arcuatus (Verbindung zwischen beiden Arealen) Leitsymptome: Sprachproduktion und Sprachverständnis stark reduziert
- Amnestische Aphasie - Ort der Läsion + Leitsymptome Ort der Läsion: Genaue Lokalisation i.d.R. nicht möglich Leitsymptome: - Sprachverständnis intakt - Wortfindungsstörungen - Umschreibungen mit ähnlichen Begriffen
- Transkortikale Aphasie - Ort der Läsion + Leitsymptome - entsteht bei Trennung der Sprachzentren von anderen Kortexarealen, die ebenfalls an Sprachfunktionen beteiligt sind MotorischOrt der Läsion: Supplementär-motorischer Kortex bei intaktem Broca-ArealLeitsymptome: Nachsprechen möglich, Sprachverständnis erhalten, aber kaum eigenständige Formulierungen SensorischOrt der Läsion: verschiedene Temporallappenbezirke bei intaktem Wernicke-ArealLeitsymptome: Nachsprechen ohne Sprachverständnis möglich, kaum Sprachverständnis, wenig Spontansprache
- Paraphasien = Wortverwechslungsstörung Vorkommen (Bsp.): im Rahmen von Demenz, Aphasie oder Schizophrenie Unterscheidung:- Phonematische Paraphasie: Erschaffung neuer Wörter, die von der Lautfolge her nicht existieren, dem Ursprungswort aber sehr ähnlich sein können (z.B. Bulme statt Blume)- Semantische Paraphasie: statt korrekter Wörter werden verwandte (bei der entfernt semantischen auch nicht-verwandte), aber im Deutschen existente Wörter verwendet (z.B. Hund statt Katze)
- Apraxie von griech. apraxia = "Untätigkeit" = Störung der Ausführung willkürlicher zielgerichteter Bewegungen trotz intakter motorischer Funktion Unterteilung:- Ideomotorische Apraxie: Anwendung unpassender körperlicher Ausdrucksformen und Gesten bei Imitation, vorgeführte Handlungsabläufe können nicht korrekt nachgeahmt werden (z.B. Winken wird nicht reproduziert, stattdessen Kratzen am Ohr), spontan können Bewegungen dagegen korrekt durchgeführt werden. häufig Perseverationen (ständige Wiederholung eines Bewegungsablaufs) - Ideatorische Apraxie: Patient kann keine komplexen Handlungsabfolgen durchführen -> "Idee" für eine Handlungsabfolge fehlt- Visuo-motorische Apraxie: Danebengreifen beim Versuch, Gegenstände im kontraläsionalen Gesichtsfeld zu greifen
- Agnosie - Ätiologie + Unterteilung von griech. a = Verneinung, gnosis = "Erkenntnis" = Störung eines modalitätsspezifischen (visuell, auditiv) Erkennens, ohne Vorliegen elementarer Defizite der Sensorik Ätiologie: Läsionen bestimmter Gebiete des Großhirns, die meist infolge eines ischämischen Schlaganfalls auftreten Unterteilung:- Stereoagnosie (oder Astereognosie, taktile Agnosie): Unfähigkeit, Gegenstände durch alleiniges Tasten zu erkennen („Tastblindheit“), visuelle Erkennung nicht beeinträchtigt- Räumliche Agnosie: Unfähigkeit, sich im Raum zu orientieren- Prosopagnosie: Unfähigkeit, bekanntes Gesicht zu erkennen ( „Gesichtsblindheit“)- Autotopagnosie: Körperschemastörung - Betroffene mit Schwierigkeiten, nach Aufforderung Teile des eigenen Körpers zu zeigen
- Anosognosie von griech. a = „Verneinung“; nosos = „Krankheit“ und gnosis = „Erkenntnis“ = Nichterkennenkönnen neurologischer Störungen Beispiel: Patient mit einem Schlaganfall behauptet, keinerlei Lähmungserscheinungen zu haben, obwohl eine Hemiparese vorliegt. Bittet man ihn dann, die gelähmte Extremität zu bewegen, antwortet er bspw. mit "Dazu habe ich gerade keine Lust", erkennt aber weiterhin nicht, dass eine Störung vorliegt Ursache der Erkrankung: nicht sicher geklärt, scheint sich jedoch um eine neurologisch bedingte Störung zu handeln und nicht um eine psychische Abwehrreaktion
- Alexie von griech. a = „Verneinung“; lexein = „lesen“ = Form der visuellen Agnosie, die zum Verlust der Lesefähigkeit führt Ätiologie: Unterbrechung der Bahnen zwischen visuellem Kortex und Sprachverständnis-Arealen
- Akalkulie von griech. a- = "nicht"; von lat. calculus = "Rechnung" = erworbene Unfähigkeit im Umgang mit Zahlen mit heterogener Ausprägung (z.B. Störung des Zählens, Rechnens u.a.) Ätiologie: Neurologische Störung durch Hirnläsion
- Agraphie von griech. a- = "nicht" und graphein = "schreiben" = Unfähigkeit des Schreibens Ätiologie: Neurologische Störung der Sprachverarbeitung in Folge einer Hirnschädigung
-
- Ekmnesien = Störungen des Zeiterlebens bzw. der zeitlichen Einordnung, wobei die Vergangenheit als Gegenwart erlebt wird
- Hypermnesien = Steigerung der Erinnerungsfähigkeit, z.B. fotografisches Gedächtnis
