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Einführung in die Pathologie (Subject) / 8 Ernährungskrankheiten (Lesson)
Ernährungskrankheiten 8 / 11
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- Essentiell (in Bezug auf Ernährung) kann nicht durch den Körper selbst hergestellt werden (Essentiell bedeutet "unabdingbar" oder "zum Wesen eines Dinges (= der Essenz) gehörend".Übertragen bedeutet essentiell auch "nicht kopierbar" oder "nicht herstellbar")
- Definition von "Ernährung"? Den Körper auf regelmässige und ausgewogene Weise mit allen essentiellen Nährstoffen zu versorgen, um dadurch die Bedürfnisse des Organismus zu decken. Dabei müssen Faktoren wie Alter, Geschlecht, Kalorienverbrauch berücksichtigt werden.
- Malassimilation verminderte Nährstoffausnutzung
- Im Allgemeinen entstehen Ernährungsstörungen durch eine unausgewogene Ernährung. Was bedeutet das? Die Nahrungszufuhr entspricht nicht den Bedürfnissen des Organismus. Zusätzliche Faktoren wie Malassimilationen (verminderte Nährstoffausnutzung) können solche Störungen ebenfals beeinflussen.
- Wie hoch ist der Energiebedarf des Körpers? Stoffwechselbasis: beträgt ca. 6000kJ pro Tag, deckt den Grundumsatz, also die Energiemenge, die der Körper im Ruhezustand (Atmung, Herztätigkeit usw.) wie auch bei physischen Aktivitäten, Verdauung, Thermoregulation, Wachstum, Schwangerschaft, Stillen usw. verbraucht. Nahrungsmittelbedarf: 50 bis 60% Kohlenhydrate, 30% Fett 12% Eiweiss Täglicher Bedarf beträgt: Frauen ca. 8000kJ/Tag Männer ca 11000kJ/Tag
- Was ist der BMI? BMI = Body Mass Index / Damit wird das optimale Körpergewicht berechnet. Formel: Gewicht dividiert durch (Grösse X Grösse) ab 25 leichtes Übergewichtüber 30 liegt schweres Übergewicht vor Beispiel: für 175 cm Körpergröße und 70 kg Gewicht: BMI = 70 / (1,75 * 1,75) = 22,86
- Die Nährstoffe werden in verschiedene Gruppen eingeteilt: Kohlenhydrate Lipide Eiweisse/Proteine Mineralsalze Getränke Vitamine
- Kohlenhydrate: Man unterscheidet: schnelle Kohlenhydraten (Zucker, Weissmehlprodukte) langsame Kohlenhydraten (Kartoffeln, Vollkornprodukte) Mengenverhältnis: 2/3 langsame und 1/3 schnelle Kohlenhydrate
- Lipide Fettsäuren: werden durch Lebensmittel, die Milchfett enthalten aufgenommen. (Vollmilch, Butter, gewisse Fleischsorten, Eier)
- Eiweisse / Proteine Das sind die Aminosäuren: von den ungefähr 20 sind 8 davon essentiell. Unterscheidung: Tierische Proteine: Fisch, Fleisch, Käse Pflanzliche Proteine: Getreide, Trockenfrüchte
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- Mineralsalze: Man unterscheidet: Mikroelemente (Spurenelemente): Eisen, Chrom, Kobalt, Kupfer, Zink, Selen, ManganMakroelemente (Hauptnährelemente): Natrium, Kalzium, Kalium, Phosphor, Magnesium In ausgewogenen Mengen sind alle wichtig für die Gesundheit!
- Getränke: Wasser ist das einzige natürliche Getränk - der Körper besteht zu 70% aus Wasser. Jede Zelle muss ausreichend mit Wasser versorgt werden. Transportiert die aufgenommenen Nährstoffe Scheidet Giftstoffe aus Bedarf: 1.5 Liter (Alkohol und alkoholische Getränke sind nicht lebensnotwendig)
- Vitamine: Sind lebensnotwendig, die meisten müssen mit der Nahrung aufgenommen werden Man unterscheidet: Fettlösliche Vitamine (A, D, E, K) Wasserlösliche Vitamine (B6, B12, C, Folsäure)
- Lebensmittelpyramide: (kann helfen, einen ausgewogenen Speiseplan zusammenzustellen) Getränke: oft und über den ganzen Tag verteilt Gemüse/Früchte: täglich 5 in verschiedenen Farben Stärkebeilagen (Getreide, Kartoffeln): zu jeder Hauptmalzeit Milch, Milchprodukte, Fleisch, Fisch, Eier: täglich genügend Öle, Fette, Nüsse: täglich mit Mass Süssigkeiten, Knabbereien: selten - mit Genuss
- Essrythmus kann je nach Alter variieren: 5 - 6 Schoppen beim Säugling 3 Mahlzeiten und 2 Imbisse beim Kind oder Jugendlichen 3 Hauptmahlzeiten beim Erwachsenen 4 - 6 kleinere Mahleiten bei älteren Personen
- Die Hauptursache für Essstörungen (Anorexie, Bulimie, Adipositas) ist eine falsche Ernährungsweise. Gründe: Engergiezufuhr: zu hoch → Überernährung zu tief → Mangelernährung Nährstoffe: Fehlernährung durch unausgewogene Nahrungszufuhr Andere Störungen: Im Zusammenhang mit anormaler Verdauung unzureichender Verwertung der Nährstoffe
- Falsches Essverhalten: Global zu hohe Zufuhr bedeutet: Ernährung ist ausgewogen aber masslos übertreiben und nicht den Bedürfnissen der Organismus angepasst. Überflüssige Energie setzt sich in Form von Fettgewebe an → Folge: starkes Übergewicht Ursache für gestörtes Essverhalten kann auch an einer psychischer Störung liegen. z.B. Bulimie (oft verbunden mit Depressionen und Angst)
- Konsequenzen grosser Gewichtszunahme? Störungen im Lipoproteinstoffwechsel Hyperlipidämie Diabetesrisiko Hyperglykämie Arterioskleroserisiko varikösen Veränderungen mit Ödemen an den unteren Gliedmassen Die Gewichtszunahme vermindert die körperliche Aktivität - die Fettüberlastung wirkt sich auf das Herz aus.
- Falsches Essverhalten: Global zu tiefe Zufuhr: betrifft alle Lebensmittel vorallem in Entwicklungsländern in denen Hungersnot herrscht Kann auch willentlich (Hungerstreik) oder bei Anorexia nervosa erfolgen, hier wird die Lebensmittelaufnahme verweigert Schwerkranke Menschen (z.B. Krebspatienten) oder ältere Menschen leiden oft ebenfalls an Anorexie
- Hyperlipidämie Vermehrter Gesamtlipidgehalt des Blutes
- Hyperglykämie pathologische Blutzuckererhöhung
- Varikös die Krampfadern betreffend
- Amenorrhoe Ausbleiben der Menstruation
- Anorektikum / Anorektika Appetithemmer
- Kachexie krankhafte, sehr starke Abmagerung
- Psychomotorik Die Bewegung betreffend (enge und wechselseitige Verbindung von psychischen Prozessen und Bewegung)
- Wie wirkt sich der freiwillige oder krankhafte Gewichtsverlust klinisch gesehen aus? Progressive Abmagerung: Organismus greift auf seine Reserven zurück, insbesondere Fettreserven in den Fettgeweben (keine Fettreserven mehr = Magermasse), danach auf Eiweissstoffe was zur Abnahme der Muskelmasse führt. Es kommt zur extremer Magerkeit (Kachexie) die zum Tod führen kann. Das Aussehen der Kranken: eingefallener Gesichtsausdruck herausstehende Wangenknochen extreme Magerkeit trockene Haut und Haare brüchige Nägel Bei Kindern und Jugendlichen zusätzlich: verlangsamtes Wachstum Störungen der Psychomotorik
- Falsches Essverhalten: Selektiv zu tiefe Zufuhr: Mangel an Kohlenhydraten:Störung der Glukoneogenese (Zuckerneubildung) Mangel an Eiweissstoffen: führt zur Myatrophie (Rückbildung der Muskeln) mit Ödemen (Mangelödeme / Ödem = Ansammlung von Wasser im Gewebe) In Entwicklungsländern tritt bei Proteinmangel (vorwiegend bei Kindern) die Krankheit, Kwashiorkor auf (Ödeme im Gesicht und grosse Schwellung des Bauchs = Hungerbauch, abgemagerte Gliedmassen und häufige Diarrhö) Mangel an Lipiden: führt zu Seh- und Nervernstörungen
- Falsches Essverhalten: Selektiv zu hohe Zufuhr: Die Nahrungsaufnahme ist schlecht verteilt. Verschiedene Möglichkeiten können auftreten: übermässige Zufuhr an Kohlenhydraten = Störung der Glykoregulation und Diabetes übermässige Zufuhr an Lipiden = Darmkrebs-Risiko erhöht, sowie Anstieg an LDL-Cholesterin was zu einer Arteriosklerose führen kann
- Welche Essstörungen sind auf Malassimilation zurückzuführen? Maldigestion (schlechte Verdauung) = Störung der enzymatischen Spaltung der Nahrung Malabsorption (schlechte Aufnahme) = chronisch krankhafter Zustand, verminderte Aufnahme von bereits vorverdauten Nahrungsbestandteilen durch die Darmwand in die Lymph- oder Blutbahn. Diese Erkrankungen werden als Malabsorptionssyndrome bezeichnet. Intoleranzen = allergisch bedingte Reaktionen, dazu gehören Laktose-, Gluten-, Fruktose-, Kuhmilchprotein-Intoleranz
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- Prävention für Ernährungskrankheiten? Ausgewogene und massvolle Ernährung, die bei veränderter Lebensweise angepasst werden muss.
- Maldigestion Schlechte Verdauung - Störung der enzymatischen Spaltung der Nahrung. Es treten Fettstühle auf, auch Steatorrhoe genannt. Ursachen können liegen bei: Magen Bauchspeicheldrüse Leber Möglich sind auch angeborene Enzymdefekte wie Laktose-Intoleranz.
- Malabsorption Schlechte Aufnahme - chronisch krankhafter Zustand: Aufnahme von bereits verdauten Nahrungsbestandteilen durch die Darmwand in die Lymph- oder Blutbahn ist vermindert Werden als Malabsorptionssyndrome bezeichnet (gestörte intestinale Aufnahme von Nahrungsbestandteilen)
- Definition: Diabetes mellitus Chronische Stoffwechselerkrankung, die durch einen erhöhten Blutzuckerspiegel gekenneichnet ist.
- Wieso ist ein zu hoher Blutzuckerspiegel schlecht? Weil die Glukose die Endothelien der Gefässe schädigt, vor allem in den kleinen Arterien wie Netzhaut und Glomeruli in der Niere. Das kann zu Schäden führen wie: Erblindung, Niereninsuffizienz
- Welche beiden Formen von Diabetes gibt es? Typ-1-Diabetes: insulinabhängier Diabetes (5 -10% aller Fälle) früher auch jugendlicher Diabetes genannt. Bestimmte Zellen in der Bauchspeicheldrüse werden zerstört, die das Hormon Insulin bilden. Beginnt meistens schon in der Jugend. Typ-2-Diabetes: nicht insulinabhängiger Diabetes (90 - 95% aller Fälle) auch Altersdiabetes genannt. Die Bauchspeicheldrüse schüttet zwar noch genügend Insulin aus, jedoch reagieren die Zellen, die es aufnehmen sollten zunehmend unempfindlicher auf das Insulin. Tritt bei erwachsenen, meist älteren Menschen auf.
- Was sind die klinischen Anzeichen für den Ty-1-Diabetes? Typ-1-Diabetes: 3 typische Symptome (Triade): Polyurie (krankhaft erhöhte Urinausscheidung) Polyphagie (übermässiger Hunger) Polydipsie (krankhaft gesteigertes Durstgefühl) Neben diesen Symptomen geht eine Abmagerung einher. Bei Laboruntersuchungen wird eine Hyperglykämie (hoher Blutzuckerspiegel) und eine Glukosurie (Zuckerausscheidung im Harn) festgestellt.
- Was sind die klinischen Anzeichen für den Ty-2-Diabetes? Typ-2-Diabetes: Störungen erfolgen metabolisch mit Hyperglykämie (hoher Blutzuckerspiegel), Hypertriglyceridämie (Erhöhung der Triacylglyceride) und Hypercholesterinämie (zu hoher Cholesterinspiegel im Blut) Die betroffenen Personen sind meist stark übergewichtig - Diabetes wird oft zufälligerweise bei einer Routineuntersuchung entdeckt.
- Diagnostik von Diabetes? Aufgrund der klinischen Anzeichen und komplementären Untersuchungen: Blutzucker, nüchtern und postprandial (nach dem Essen) Blutzucker- / Glykämie-Testzyklus: provozierte Hyperglykämie Messung des Glykohämoglobins (HbA1c) (spezifisch) Glukose-Toleranz-Test
- Welche Komplikationen können bei Diabetes auftreten? Betroffen sind vorallem die Gefässe: kleine Arterien: Retinitis diabetica mit Risiko einer Katarakt (grauer Star) und Blindheit Nierenarterien: Niereninsuffizienz grosse und mittlere Arterien: Arteriosklerose, koronaren Krankheiten, arterieller Hypertonie und das an den unteren Gliedmassen entstehende "feuchte" Gangrän des sogenannten Diabetischen Fusses Polyneuropathie: Sensibilitätsstörungen durch die Schädigung von Nerven Generell sind Diabetiker anfälliger auf Infektionen - besonders kutanische Infektionen. Furunkel (tiefe, schmerzhafte Entzündung des Haarbalgs) können auf einen Diabetiker hinweisen. Für Diabetiker soll eine strikte Hygiene zum Alltag gehören.
- Hyperglykämie Hoher Blutzuckerspiegel
- Glukosurie Zuckerausscheidung im Harn
- Hypertriglyceridämie Erhöhung der Triacylglyceride im Blut
- Hypercholesterinämie Zu hoher Cholesterinspiegel im Blut
- Glykohämoglobin Roter Blutfarbstoff, der an Glukose gebunden ist
- Furunkel tiefe, schmerzhafte Entzündung des Haarbalgs
- Behandlung des Typ-1-Diabetes: therapieren nur durch regelmässige Injektionen des Homons Insulin 3 Formen von Insulin: kurzwirkende Insulin, Verzögerungsinsulin und das Mischinsulin um das richtige Gleichgewicht zu finden, sollen Diabetiker am Anfang der Behandlung hospitalisiert werden
- Nenne die zwei Komplikationen, die auftreten können bei der Behandlung von Typ-1-Diabetes? Erhöhter Insulinspiegel mit Hypoglykämiekrisen, verursacht durch Insulinüberdosierung Symptome: Heisshungerattacken, Kaltschweiss, Tachykardie - treiben den Diabetiker dazu übermässig Zucker zu konsumieren (kann schwere Komas verursachen) Zu tiefer Insulinspiegel mit Ketoazidose, Auftreten von Übelkeit, Erbrechen, stark erhöhte Atemtäigkeit, Acetongeruch des Atems. Kann bis zum Diabetikerkoma führen.
- Wie wird die Dosierung des Insulins berechnet? Aufgrund des Blutzuckers. Der Patient muss lernen seinen Blutzucker selber zu messen und zu kontrollieren - das ist unerlässlich für die Einstellung der Insulintherapie. Zudem muss er sich das Insulin selber spritzen können.
- Ketoazidose Zu hohe Konzentration von Ketonkörpern im Blut