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Persönlichkeitspsychologie (Subject) / Persönlichkeit (Lesson)
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- Mischel: Fünf-Personvariablen-Modell Verhaltensbestimmende Faktoren: Korrespondenzen zu anderen Theorien 1)kognitive und behaviorale Konstruktionskompetenzen > Fähigkeiten (z.B. akademische und praktische Intelligenz) 2) Kodierstrategien und persönliche Konstrukte > Persönlichkeitseigenschaften i.e.S., Kellys persönliche Konstrukte 3) Verhaltens-Ergebnis-Erwartungen und Reiz-Ergebnis-Erwartungen > operantes und klassisches Konditionieren 4) subjektive Reizwerte > Bedürfnisse und Motive 5) Selbst-regulative Systeme und Pläne > Selbstverstärkung, Selbstwirksamkeit, Ziele
- Mischel: Fünf-Personvariablen-Modell als Meta-Theorie fasst diejenigen Situations-und Personvariablen aus unterschiedlichen Theorien/Paradigmen zusammen, zu denen eine jede psychologische Theorie Aussagen (auch über deren Interaktion) treffen muss, um Verhalten angemessen beschreiben, erklären, vorhersagen und modifizieren zu können.
- Mischel: Caps Cognitive-Affective Personality System: als Weiterentwicklung des Systems der Person-Variablen Neue Unterteilung 1)Kodierstrategien und persönliche Konstrukte 2)Verhaltens-Ergebnis- und Reiz-Ergebnis-Erwartungen 3)Affekte 4)Ziele und subjektive Reizwerte 5)Selbstregulative Pläne und Kompetenzen Bild siehe Skript Interaktionismus
- Fazit: Interaktionismus adäquate Beschreibung, Erklärung, Vorhersage und Modifikation von Verhalten nur möglich unter Rückgriff auf Personvariablen u.a. Fähigkeiten, Temperamentseigenschaften, Bedürfnisse, Ziele ... Situationsvariablen u.a. starke und schwache Situationen deren Interaktion z.B. synergistische Interaktionseffekte von Trait und Situation auf Stateausprägungen bei Endler und Spielberger, Wenn-Dann-Verhaltensschemata bei Mischel - aktuelle Anwendungen, u.a. in Personalauswahl, betonen explizit Interaktionsgedanken; Eignung einer Person bestimmt sich aus Interaktion von (personellem) Kompetenzprofil und (situativem) Anforderungsprofil
- Fazit: Interaktionismus Aktuelle Entwicklungen im Kontext der Situationsbetrachtung Ansatz, dass Verhalten nur dann umfassend verstanden werden kann, wenn Merkmale von Person und Situation gleichermaßen betrachtet werden. Während Merkmale der Personmittlerweile differenziert beschrieben wurden, gibt es weit weniger Zugänge zur Situationsklassifikation bzw. –beschreibung. umfassende Taxonomie wahrgenommener Situationsmerkmale Acht Dimensionen: Duty, Intellect, Adversity, Mating, Positivity, Negativity, Deception, Sociality
- In welchen anderen Theorien finden sich Konzepte von Mischel? 1) kogn und behaviorale Konstruktionskompetenzen > Fähigkeiten 2) Kodierstrategien und persönl Konstrukte > Persönlichkeitseigenschaften i.e.S. Kellys persönl Konstrukte 3) Verhalten-Ergebnis-Erwartungen und Reiz-Ergebnis-Erwartungen > operantes und klassisches Konditionieren 4) subjektive Reizwerte > Bedürfnisse und Motive 5) Selbstregulative Systeme und Pläne > Selbstverstärkung, Selbstwirksamkeit, Ziele
- Welche Arten von Person-Situation-Interaktionen lassen sich unterscheiden? Reaktive Interaktionen: versch Situationswahrnehmung - versch Verhalten evokative Interaktionen: indirekte/ automatische Gestaltung der Situation durch Interpretation, die von anderen Personen übernommen wird proaktive Interaktionen: aktives Aufsuchen von Situationen manipulative Interaktionen: aktives Gestalten von Situationen
- Worum ging es in der Konsistenzdebatte? Hartshorne und May (1928): durchschnittl Korrelation von einzelnen Verhaltensweisen in traitspezifischen Situationen sehr gering (r=.23), dh transsituative Konsistenz gering Mischel (1968): Fazit zur Vorhersagbarkeit von Verhalten anhand von Persönlichkeitseigenschaften: durchschnittl Korrelation Trait x Verhalten überschreitet nur selten r=.3 (Ausnahme = Intelligenz)
- Def Intelligenz Binet und Simon: Art der Bewältigung einer aktuellen Situation … gut urteilen, gut verstehen und gut denken Wechsler: die zusammengesetzte oder globale Fähigkeit eines Individuums, zweckvoll zu handeln, vernünftig zu denken und sich mit seiner Umgebung wirkungsvoll auseinander zu setzen Boring: ist das, was ein Intelligenztest misst Arbeitsgruppe der American Psychological Association: Individuen unterscheiden sich voneinander in ihrer Fähigkeit komplexe Ideen zu verstehen, sich efektiv an die Umwelt anzupassen, von Erfahrungen zu lernen, auf versch Formen des schlussfolgerndes Denken einzugehen und Hindernisse durch Nachdenken zu überwinden
- Bedeutungsbereiche der Intelligenz abstrakte Probleme: akademische Intelligenz praktische Probleme: praktische Intelligenz zw.menschl. Probleme: soz Intelligenz emotionsbezogene Probleme: emotionale Intelligenz komplexe Probleme: operative Intelligenz "unzureichend gelöste" Probleme: kreative Intelligenz >> Intelligenz als Problemlösefähigkeit kann sich in unterschiedlichen Problembereichen je unterschiedlich manifestieren > Schlussfolgern aus Verhalten auf dahinterliegende Konstrukte (Intelligenz)
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- Def Intelligenz nach Block 1995 Die Menge aller Spezifikationen, die für das komplexe Konstrukt Intelligenz zu einem best Zeitpunkt akzeptiert werden, bestimmen seinen augenblicklich ausgewiesenen Bedeutungsgehalt
- Bedeutungsbereiche von Intelligenz: Akademische Intelligenz + Intelligenztest-Bsp Intelligenzaspekte, die für schulische Anforderungen als besonders wichtig angesehen werden (nicht nur das, was in der Schule gefördert, sondern auch das, was dort gefordert wird) wird mit den gängigen Intelligenztests erfasst: Intelligenz-Struktur-Test 2000 R (I-S-T 2000 R) –verbale, numerische und figurale Fähigkeiten sowie Schlussfolgerndes Denken als integratives Maß (optional Merkfähigkeit und Wissen) Berliner Intelligenz-Struktur-Test (BIS 4) –verbale, numerische und figurale Fähigkeiten in den Bereichen Bearbeitungsgeschwindigkeit, Verarbeitungskapazität, Gedächtnis und Einfallsreichtum Wilde Intelligenz-Test (WIT 2) –Vielzahl unterschiedlicher Fähigkeiten, Integration verschiedener theoretischer Zugänge
- Bedeutungsbereiche von Intelligenz: Praktische Intelligenz Problemlösefähigkeiten im Alltag und im Beruf: Technisch-mechanisch ("Handwerker-Intelligenz"): Technisch-mechanische Problemlösungen effektiv und effizient realisieren; Bsp.: Rad wechseln, Bad fliesen, Vergaser reparieren; Erfassung mit Arbeitsproben (je nach Tätigkeitsfeld unterschiedlich und jeweils neu zu entwickeln); typ Aufg: welches Rad dreht sich am langsamsten? Planerisch-organisatorisch ("Manager-Intelligenz"): Alltags-und Arbeitsabläufe effektiv und effizient planen und organisieren; Bsp.: Kindergeburtstag, Büroorganisation; Erfassung mit Simulationen (z.B. Postkorb-Aufgabe: unter Zeitdruck Posteingang durcharbeiten, Anforderungen: Problemstellungen analysieren, Prioritäten setzen, organisieren, delegieren und schriftlich reagieren)
- Bedeutungsbereiche von Intelligenz: Operative Intelligenz Fähigkeiten zum Lösen komplexer Probleme (d.h. multidimensionaler, vernetzter (gegenseitige Beeinflussung), dynamischer, partiell intransparenter (nicht bekannt), polytelischer (mehrere konkurrierende Ziele) und offener (nicht klar definierte) Probleme) Erfassung z.B. über Simulationen Bsp: Steuern komplexer Systeme - Lohhausen (Dörner)
- Bedeutungsbereiche von Intelligenz: Kreativität Fähigkeiten zur Schaffung origineller und brauchbarer/praktikabler sowie möglichst vieler Lösungen für ein Problem Erfassung über biografische Methoden und Tests
- Charakteristika kreativer Individuen Sensitivität gegenüber Problemen: Erkennen von Problemen Flüssigkeit des Denkens: Menge der Ideen, Worte, Assoziationen und Bilder, die jemand in einer Zeiteinheit produzieren kann (quantitativer Aspekt der Produktivität) Ideenflexibilität: Leichtigkeit andere Bezugssysteme zu finden; nicht nur einseitige Betrachtung von Problemen (qualitative Unterschiedlichkeit der Ideen) Originalität im Denken: Neuheit oder Seltenheit von Ideen im sozialen Vergleich, ermittelt über Ratings bzw. statistische Seltenheit
- Bedeutungsbereiche von Intelligenz: Soziale Intelligenz (Thorndike) Thorndike: Komponenten sozialer Intelligenz the ability to understand and manage men and women, boys and girls ... to understand: Soziale Sensitivität, to manage: Handlungskompetenz ... to act wisely in human relations: impliziert Balance zwischen selbst und fremdbezogenen Verhaltenszielen bzw. Durchsetzungsfähigkeit und Beziehungsfähigkeit = Fähigkeiten zur Bewältigung zwischenmenschl Probleme; Thorndike: soz Sensitivität vs Handlungskompetenz; kann mit Simulationen/ Rollenspielen erfasst werden Bsp: Gruppendiskussion mit vorgegebenem Thema; Anforderungen: auf andere eingehen können, zuhören können, sich zurücknehmen, aber auch behaupten können (situationsspezifisch zu definieren)
- Bedeutungsbereiche von Intelligenz: Emotionale Intelligenz > Mayer und Salovey (1997): Four Branch Model emotionaler Intelligenz Emotionale Intelligenz = Branch 1: Emotion Perception, Branch 2: Emotion facilitation (Erleichterung) of thought, Branch 3: Emotion understanding, Branch 4: Emotion regulation Branch 1 und 2: experimentelle emotionale Intelligenz; Branch 3 und 4: strategische emotionale Intelligenz
- Bedeutungsbereiche von Intelligenz: Emotionale Intelligenz + 1 Verfahren Fähigkeiten zur Erkennung/Bewertung und Ausdruck sowie Nutzbarmachung von (eigenen und fremden) Emotionen für Denken und Handeln Beispiel: Fähigkeit zur Emotionserkennung –Selbstberichtsmaße: I have feelings that I can’t quite identify.... vielfältige, aber wenig allgemein akzeptierte Messmethoden; ein gut geprüftes Verfahren = MSCEIT (Mayer et al): Emotionswahrnehmung (Emotionen in Gesichtern benennen), Emotionsnutzung (zielförderl Emotionen identifizieren), Emotionswissen (komplexe Emotionen beschreiben), Emotionsregulation (emotionale Reaktionen bewerten)
- Intelligenz ist mehr als das, was Intelligenztests messen Intelligenz zwar operationalisiert über Messverfahren zur Erfassung von (verschiedenen aktuell akzeptierten) Intelligenzbereichen -akademische Intelligenz -praktische Intelligenz -soziale/emotionale Intelligenz -operative Intelligenz -Kreativität besitzt jedoch Überschussbedeutung, wenn anhand der Testleistung Verhalten in anderen Bereichen vorhergesagt werden kann Entwicklung von Messverfahren in verschiedenen Intelligenzbereichen unterschiedlich fortgeschritten und unterschiedlich valide und reliabel dadurch Aussage-/Vorhersagekraft entsprechender Messergebnisse unterschiedlich stark ausgeprägt
- Anliegen von Strukturtheorien der Intelligenz (akademische) + Forschungsfragen Untersuchung von Intelligenz-(Teil-)Leistungen und deren Ausprägungen Forschungsfragen: Ist Intelligenz eine einheitliche Fähigkeit oder aus Teilleistungen zusammengesetzt?- Spearman und Thurstone Lassen sich über- von untergeordneten Fähigkeitsbereichen abgrenzen?- Cattell und Carroll Können a priori Dimensionen von Intelligenzleistungen definiert werden?- Guilford und Jäger Wie sind Intelligenzmessungen adäquat durchzuführen?- Intelligenzmessung Wozu sind Intelligenztestergebnisse überhaupt gut?- Korrelate von Intelligenz Was beeinflusst Intelligenzunterschiede? - Determinanten von Intelligenz
- Intelligenz als einheitliche Fähigkeit vs. Fähigkeitsbündel Spearman: Zwei-Faktoren-Theorie > Ausgang, zentrale Annahme Ausgangsbefund: Intelligenzleistungen korrelieren sehr hoch miteinander bzw. ergeben einen gemeinsamen Faktor zentrale Annahme (einheitl Fähigkeit!): jedes Maß für Intelligenz beruht auf zwei Faktoren: • ein allgemeiner, sog. Generalfaktor (g-Faktor) der Intelligenz, der an allen Intelligenzleistungen beteiligt ist (Bearbeitung von Aufg) • verschiedene aufgabenspezifische Spezialfaktoren (s-Faktoren) • (sowie Messfehler e) jede Art intelligenten Verhaltens auf einheitliche Begabung rückführbar (daher g-Modell (für general intelligence))
- Intelligenz als einheitliche Fähigkeit vs. Fähigkeitsbündel Spearman: Zwei-Faktoren-Theorie > Modell Leistung in Aufgabengruppe abh von generellen Einflüssen (g-Faktor), aufg.spezif. Einflüssen sowie den Leistungen in Einzelaufg, die wiederum Messfehler enthalten Leistungen in einer Intelligenzaufgabe beeinflusst durch generelle geistige Leistungsfähigkeit gund aufgabenspezifische Einflüsse s (sowie Messfehler e) > s. Skript Strukturtheorien Testleistungen korrelieren hoch miteinander und ergeben einen gemeinsamen Faktor: jede Art intelligenten Verhaltens auf einheitliche Begabung rückführbar Generalfaktor g erklärt das Gemeinsame aller Messungen Spezialfaktoren serklären aufgabenspezifische Unterschiede
- Intelligenz als einheitliche Fähigkeit vs. Fähigkeitsbündel Thurstone: Primärfaktoren-Theorie + Nennung Faktoren (Fähigkeitsbündel!) Testleistungen korrelieren pro Aufgabentyp • ergeben mehrere mehr oder minder unabhängige gemeinsame Faktoren (7 Primär-Faktoren) • intelligentes Verhalten erklärbar durch sieben unabhängige Primärfaktoren perceptual speed, reasoning, word fluency, memory, verbal comprehension, number, space
- Intelligenz als einheitliche Fähigkeit vs. Fähigkeitsbündel Thurstone: Primärfaktoren-Theorie >> perceptual speed Wahrnehmungsgeschwindigkeit Aufgabenbeispiel: Sind zwei Buchstabenreihen gleich? Leistung: Fähigkeit zur schnellen und richtigen Erkennung von Ähnlichkeiten/Unterschieden
- Intelligenz als einheitliche Fähigkeit vs. Fähigkeitsbündel Thurstone: Primärfaktoren-Theorie >> reasoning/induction Schlussfolgerndes Denken Aufgabenbeispiel: Figuren-, Zahlen-, Buchstabenreihen fortsetzen Leistung: Erkennen von Zusammenhängen und logischen Gesetzmäßigkeiten
- Intelligenz als einheitliche Fähigkeit vs. Fähigkeitsbündel Thurstone: Primärfaktoren-Theorie >> word fluency Wortflüssigkeit Aufgabenbeispiel: Möglichst viele Wörter mit dem Anfangsbuchstaben A finden Leistung: Sprachfertigkeit, Flexibilität
- Intelligenz als einheitliche Fähigkeit vs. Fähigkeitsbündel Thurstone: Primärfaktoren-Theorie >> memory Gedächtnis Aufgabenbeispiel: kurz dargebotene Symbole wiedergeben Leistung: Merkfähigkeit
- Intelligenz als einheitliche Fähigkeit vs. Fähigkeitsbündel Thurstone: Primärfaktoren-Theorie >> verbal comprehension Sprachverständnis Aufgabenbeispiel: Synonyme/Antonyme finden Leistung: Verständnis für in Worte gefasste Konzepte
- Intelligenz als einheitliche Fähigkeit vs. Fähigkeitsbündel Thurstone: Primärfaktoren-Theorie >> number Rechenfertigkeit Aufgabenbeispiel: Rechenaufgaben Leistung: Rechenfertigkeit, Erkennung und Verstehen quantitativer Unterschiede
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- Intelligenz als einheitliche Fähigkeit vs. Fähigkeitsbündel Thurstone: Primärfaktoren-Theorie >> space Raumvorstellung Aufgabenbeispiel: Sind zwei im Raum gedrehte Körper gleich? Leistung: Veranschaulichung von Beziehungen von Teilen von Objekten
- Intelligenz als einheitliche Fähigkeit vs. Fähigkeitsbündel: Zentrale Frage und Lsgmgl Ist Intelligenz eine einheitliche Fähigkeit oder ein aus Teilleistungen zusammengesetztes Fähigkeitsbündel? Lösungsmöglichkeiten? Aufeinanderzugehen der Vertreter: Spearman: Anerkennung sog. Gruppenfaktoren Thurstone: Anerkennung von Interkorrelationen zw. Primärfaktoren Vernon/Cattell/Carroll: Hierarchische Modelle
- *Was ist Intelligenz? umfasst Problemlösefähigkeiten in versch, aktuell akzeptierten Bereichen: akademische, praktische, soz/ emotionale, operative Intelligenz sowie Kreativität
- *Grundannahmen von Spearman und Thurstone Spearman: Intelligenz als einheitliche Fähigkeit vs Thurstone: Intelligenz als Bündel spezieller Fähigkeiten
- * Was sind die Hauptaussagen der hierarchischen und mehrmodalen Intelligenztheorien? hierarchische Natur von Intelligenzleistungen (z.B. Cattell): Thurstones Primärfaktoren fallen auf höheren Abstraktionsebenen zusammen in die generelleren Intelligenzfaktoren fluide Intelligenz (= Potenzial) und kristallisierte Intelligenz (= Wissen), die wiederum zusammenfallen in Spearmans g-Faktor mehrmodale Natur von Intelligenzleistungen (Guilford/Jäger): Intelligenzleistungen werden durch mehrere Modi bestimmt (z.B. bei Jäger Inhalte vs. Operationen), wobei die einzelnen Teilbereiche Thurstones Faktoren repräsentieren und die Gesamtleistung Spearmans g-Faktor
- *Was ist fluide, was kristallisierte Intelligenz? nach Cattell:Fluide Int (Potenzial): Fähigkeit, unbekannte Probleme und neue Situationen zu meistern; angeboren oder durch beiläufiges (inzidentelles/ unabsichtliches) Lernen erworben, im Alter tendenziell Abnahme; kulturunabh; tendenziell Abnahme im Alter > Höhepunkt Mitte 20er Jahre kristallisierte Int (Wissen): Fähigkeit, erworbenes Wissen auf (bekannte) Probleme anzuwenden; kulturell vermittelt (kulturspezifisch) und durch gezieltes (intentionales) Lernen erworben, stetige Zunahme; stetige Zunahme über Lebensspanne
- *Welche Arten der Intelligenzmessung akademischer Intelligenz kennen Sie? Spezifische TestsErfassung bereichsspezifischer Intelligenzleistungen, die für eine konkrete Fragestellung relevant sindBsp.: Mehrfachwahl-Wortschatztest „Markiertests“: Erfassung von Intelligenzleistungen, die ausreichend hoch mit genereller kognitiver Fähigkeit (g) korrelieren, um als Kurztest für umfassendere Intelligenzmaße eingesetzt werden zu können Bsp.: Matrizentests (z.B. Ravens APM/SPM), Zahlen-Verbindungs-Test Umfassende Intelligenztests: Erfassung mehrerer Intelligenzleistungen, die innerhalb einer Intelligenztheorie postuliert werden und einen oder mehrere Bedeutungsbereiche von Intelligenz exemplarisch abdecken Bsp.: I-S-T 2000 R, BIS-4, WIT-2
- Spearman vs. Thurstone: Wer hat Recht? > Beginn welcher Modellart Intelligenz als einheitliche Fähigkeit vs. Fähigkeitsbündel >> Spearman: Anerkennung sog. Gruppenfaktoren (g-Faktor); Thurstone: Anerkennung von Faktorinterkorrelationen ( p (perceptual speed) r (reasoning) w (word fluency) m (memory) v (verbal comprehension) n (number) s (space) )vs. Integration/ Weiterentw: Vernon/ Cattell/ Carroll - Hierarchische Modelle
- Allg >> hierarchische Modelle: Cattell Annahme zweier den Primärfaktoren übergeordneter genereller Faktoren g(f) (fluide Int (Potenzial)) >> g(f) - kein perceptual speed im Modell, da speed nach Cattell überall eingeht, sondern als weiterer Primärfaktor g(f), als konkret in kulturfairen Tests erfasste fluide Leistungsfähigkeit g(c) (kristallisierte Inf(Wissen)) >> r (reasoning), f (ideational fluency = breiteres Konzept als word fluency), m (memory), v (verbal comprehension), n (number), s (space) g(f(h)) = fluide Intelligenz (historisch; übergreifender g-Faktor, Grundpotenzial) beeinflusst g(f) sowie g(c) s(e) = Schule und Erziehung (historisch) beeinflusst g(c)
- Was besagt die Investmenttheorie der Intelligenz? angeborenes Potenzial (g(f)) wird im Laufe der Sozialisation in den Aufbau bereichsspezifischen Wissens (g(c)) „investiert“
- Hierarchische Modelle: zentrale Frage, Fazit, Problem Lassen sich übergeordnete Fähigkeitsbereiche von untergeordneten abgrenzen? Gegenwärtiges Fazit: Unterscheidung fluide (g(f)) vs. kristallisierte (g(c)) Intelligenz sowie Existenz eines übergeordneten Faktors allgemeiner geistiger Fähigkeit (g) gut bestätigt Problem: Ergebnis von im Wesentlichen induktiven, exploratorischen Analysen, keine Aussage möglich zum Universum möglicher Intelligenzaufgaben
- mehrmodale Modelle > zentrale Frage Können a priori Dimensionen (oder: Modi) von Intelligenzleistungen definiert werden? Frage der Inhaltsvalidität von Intelligenztests/-theorien: Reflektieren Intelligenztests und -theorien das Universum möglicher Intelligenzleistungen? möglicher Zugang: Intelligenz = Problemlösen = Informationsverarbeitung, charakterisiert durch Schema Input > Operation > Output
- Mehrmodale Modelle: Guilfords "Structure of Intellect" Modell >> grober Aufbau Inhalte > Operationen > Produkte Inhalte: Figural Symbolisch Semantisch Verhaltensmäßig Operationen: Evaluation, Konvergente Produktion, Divergente Produktion, Gedächtnis, Kognition Produkte: Einheiten, Klassen, Beziehungen, Systeme, Transformationen, Implikationen
- Mehrmodale Modelle: Guilfords "Structure of Intellect" Modell >> Inhalte genauer spezifizieren figural: konkrete Informationen (visuell, auditiv etc.) symbolisch: Zeichen (Buchstaben, Ziffern etc.) semantisch: Begriffe, Konstrukte (Wörter, Bilder etc.) verhaltensmäßig: nicht-figurale, nicht-verbale Informationen, die bei menschlichen Interaktionen eine Rolle spielen (Gedanken, Absichten etc.)
- Mehrmodale Modelle: Guilfords "Structure of Intellect" Modell >> Operationen genauer spezifizieren Evaluation: Vergleich von Info, ob Kriterium erreicht etc. Konvergente Produktion: Erreichen der besten Lösung Divergente Produktion: Entwicklung logischer Alternativen Gedächtnis: Fixierung im Speicher Kognition: Entdecken, Begreifen, Wiedererkennen
- Mehrmodale Modelle: Guilfords „Structure of Intellect“ Modell >> ein Beispiel-Teil Kognition semantischer Einheiten >> verbales Verständnis
- Mehrmodale Modelle: Jägers Berliner Intelligenz-Strukturmodell >> Anliegen und Vorgehen Schaffung eines integrativen Modells; BIS vereinigt Elemente von Guilford, Thurstone und Spearman Vorgehen: Verzicht auf die Produktdimension; Annahme von drei Inhalten und vier Operationen, die den Thurstone-Primärfaktoren ähneln; übergeordneter g-Faktor
- Mehrmodale Modelle: Jägers Berliner Intelligenz-Strukturmodell > Inhalte Anschauungsgebundenes Denken (F) figural-bildhaftes Vorstellungsvermögen und räumliche Fähigkeiten - Thurstone: space Zahlengebundenes Denken (N) Umfang und Verfügbarkeit des Zahlensystems und arithmetischer Operationen - number Sprachgebundenes Denken (V) Umfang und Verfügbarkeit von Sprache beim Bearbeiten verbaler Aufgaben - verbal comprehension
- Mehrmodale Modelle: Jägers Berliner Intelligenz-Strukturmodell >> Operationen Verarbeitungs-Kapazität (K): formallogisches Denken und Urteilsfähigkeit, Verarbeitung komplexer Informationen, logisches Denken und Urteilen - Thurstone: reasoning Einfallsreichtum und Produktivität (E): flexible Ideenproduktion, Vorstellungsreichtum - ideational fluency Merkfähigkeit (M): aktives Einprägen und kurzfristiges Wiedererkennen oder Reproduzieren - memory Bearbeitungsgeschwindigkeit (B): einfache, leichte Aufgaben, die Konzentration und rasche Auffassung fordern - perceptual speed
- I-S-T 2000 R - grober Aufbau und Korrelationen folgt Hierarchischem Protomodell der Intelligenzstrukturforschung, das Annahmen von Spearman, Thurstone und Cattell vereint Modularer Aufbau und sehr breite Normbasis (15-60 Jahre) erlauben vielfältigen Einsatz Grundmodul: schlussfolgerndes Denken g(f); Erweiterungsmodul: Wissen g(c); Ergänzungsmodul: Merkfähigkeit >> Grund-, Erweiterungsmodul nach Merkmalen (verbale, numerische, figurale Int) abgefragt Schlussfolgerndes Denken und Wissen: r=.7 >> Faktorwert-Bestimmung >> g(f) und g(c): r=.48