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Vet: Orthopädie (Subject) / Hufrehe (Lesson)

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  • Low Palmar Foot Syndrom i.d.R. langsam progressive, bilaterale Vorderhandlahmheit bei adulten Reitpferden Pathophysiologie - verbunden mit Schmerz von Strahlbein Kollateralbänder des Strahlbeins Lig. sesamoideum distale impar Bursa podotrochleris Tiefe Beugesehne = Podotrochlose/ Hufrollenerkrankung
  • Podotrochlose - Pathogenese  Vaskuläre Ätiologie oder Degenerativer Alterungsprozess im Strahlbein (nicht bewiesen) !!!biomechanische Faktoren!!! Ursachen  Rasse: Quarter Horse, Warmblüter -->  Genetische Prädisposition Fehlstellungen der Gliedmaßen und/oder Hufe abnorme Hufformen fehlerhaftes Ausschneiden und/oder fehlerhafter Beschlag Fehlbelastung
  • Orthopädische Untersuchung: Podotrochlose Adspektion: Gliedmaßenstellung, Zehenstellung seitlich und vorne, Hufform Huf-Temperatur Pulsation der Hauptmittelfußarterie Reaktion auf Hufzangenuntersuchung: oft negativ 
  • Lahmheitsuntersuchung:: podotrochlose  Typisches Gangbild: Bilaterale Lahmheit – spießig, „kommt nicht aus der Schulter“, Wechselnd lahm und Wendeschmerz, Dorsaltragrandfußung  Positive Keilprobe  Häufig vermehrt gefülltes Hufgelenk
  • diagnostische Anästhesie: Podotrochlose + BGD Tiefe Palmaranästhesie = TPA In der Fesselbeuge In der Regel positiv bei Hufrollenerkrankung (ohne Beteiligung des Hufgelenks) Bilgebende Verfahren  Röntgen  Magnetresonanztomographie: Gute Beurteilbarkeit der Weichteilstrukturen und gute Beurteilbarkeit der Knochenstruktur sowie Darstellungen der Sehnengleitfläche/Adhäsionen  Szintigraphie: Häufig positiv bei radiologisch negativen Pferden und häufig positiv bei Veränderungen an der Sehnengleitfläche  Bursoskopie
  • Therapie: Podotrochlose  KEINE HEILUNG MÖGLICH!!!  Kontrollierte Bewegung: Möglichst frühzeitige Rückkehr zu normaler Bewegung, Abwechselnd geritten - ungeritten  Verbesserung der Biomechanik: Hufkorrektur, Beschlag  Medikamentelle Therapie: NSAIDs, Intrasynoviale Therapie  Neurektomie 
  • Therapie - Orthopädischer Beschlag: Podotrochlose  Stellungskorrektur  Plane Fußung  Zehenrichtung – Erleichterung des Abrollens  Verlängerte Eisenschenkel vs. Verdickte Schenkelenden  Geschlossene Eisen + Dämpfung
  • Therapie - Medikamentell: Podotrochleose  Therapie des Hufgelenks  Therapie der Bursa podotrochlearis  In der Regel mit Cortikosteroiden +/- Hyaluronsäurepräparaten Bei Lahmheiten < 6 Monaten  Bei Adhäsionen der TBS --> schlechte Antwort
  • Therapie - Neurektomie: Podotrochlose  Erfolg bei positiver TPA  Häufige post operative Komplikationen: Persistierende Lahmheit, Neurome und frühe Wiederkehr der Lahmheit  Bei Läsionen der Tiefen Beugesehne weniger lang lahmheitsfrei  Gefahr der Ruptur der Tiefen Beugesehne
  • Hufrehe = Schwere allgemeine Stoffwechselerkrankung, die zu Schäden in der Aufhängung des Hufbeines im Hornschuh führt.
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  • Stadien der Hufrehe  Prodromalphase: 12-48 Std, keine klinischen Symptome  Akute Hufrehe: bis 14 Tage, +/- Dislokation Hufbein  Chronische Hufrehe: nach Dislokation Hufbein akuter Schub: instabiles Hufbein, Schmerzenstabiles Stadium: wenig, wechselnde Schmerzen
  • Hufrehe: Ursachen Belastungsrehe: Überbelastung des Hufbeinträgers  Endotoxämie/SIRS: Koliken, Nachgeburtsverhalten, Futterrehe Endokrinologisch: Equines Metabolisches Syndrom (EMS), Cushing, Kortisongabe
  • Belastungsrehe - Ätiologie Schmerzhafte Erkrankungen einer Extremität führt zu  Permanente Belastung der kontralateralen Extremität Verminderte Durchblutung des lamellären Gewebes Ischämie das wiederum führt zu  Enzym-Aktivierung und Zerstörung der Basalmembran  und das führt zu  Überlastung des Hufbeinträgers
  • Endotoxämie/SIRS - Ätiologie Grunderkrankung -->  Resorption von entzündlichen Toxinen/TriggernDegradation der Basalmembran und Loslösung der epithelialen Zellen --> führt zu Infiltration mit Leukozyten und massive Entzüdungsreaktion
  • Equines Metabolisches Syndrom Symptomenkomplex aus vermehrten Fettgewebsdepots an Nacken, Rücken und Steiß  Insulinresistenz und einer Geschichte von oder Neigung zu Hufrehe Insulintoxizität --> endokrinologische Hufrehe vermehrte Empfindlichkeit für leicht verdauliche KH Therapie: gewichtsreduzierende Diät mit niedrigem glykämischen Index + Bewegung
  • Cushing/PPID PPID (pituitary pars intermedia dysfunction) --> ACTH, Kortisol, Glucose, Insulin im Blut mit Tages- und jahreszeitlichen Schwankungen --> Senkrücken, Infektionsneigung,… --> chronische Hufrehe möglich – meist therapieresistent lebenslange Therapie mit Pergolid per os
  • Endokrinologische Hufrehe - Ätiologie Grunderkrankung führt zur Insulinresistenz als Schlüsselelement --> Kaum Entzündungsreaktion und nur minimale MMP Aktivierung -->  Erhöhte mitotische Aktivität und abnorme Keratinisierung
  • Auswirkungen der Hufrehe Folge: Funktionsverlust des Hufbeinträgers  Loslösung der Zellverbindungen Partielle Zusammenhangstrennungen Rotation des Hufbeines Absenkung des Hufbeines (sinker) Ausschuhen
  • Diagnose Hufrehe 1. Anamnese: Vorerkrankungen, Beginn, frühere Reheerkrankung, Verlauf 2. Klinische Symptome: Rehetypische Körperhaltung, Spießiges Gangbild, „wie auf Eiern“, Festliegen 3. Hufuntersuchung: Huf-Temperatur, Pulsation der Hauptmittelfußarterie, Reaktion auf  Hufzangenuntersuchung (meistens positiv)  Form: Wand, Weiße Linie und SohleKronsaum: Eingesunken? Loslösung? Austritt seröser Flüssigkeit?
  • Klinische Graduierung: 4 Lahmheitsgrade nach OBEL 1 : im Trab steif, kurze Schritte, Im Stand hin und herwechseln des Gewichts 2 : Trab kaum mehr möglich, im Schritt steif vorsichtig, Fussaufheben gut möglich 3 : nur unwillig im Schritt, Fussaufheben nur mit Unterstützung möglich 4 : klebt am Boden, liegt fest
  • Röntgenuntersuchung: Hufrehe  Rotation: Winkelmessung zwischen dorsaler Hufwand und dorsaler Hufbeinkontur>12° deutliche Verschlechterung der Prognose Absenkung: Messung Distanz Saumband – Proc. Extensorius (fouder distance) sowie Messung der Hufwanddicke  Andere Abweichungen: Gaslinien, Atrophie Hufbein
  • Hufrehe - Therapie  Hufrehe ist ein NOTFALL!!! unbedingt so schnell wie möglich Therapie einleiten!!!  Besitzer (Telefon): Boxenruhe, tiefe Einstreu, Kühlung, kein Futter  TierärztIn: Antiphlogistische Therapie, Analgesie, Mechanik: Unterstützende Therapie am HufHaltung / Ernährung
  • Akute Hufrehe - Therapie Maßnahmen zur Entlastung der Dorsalwand: 1. Kürzen der Dorsalwand2. Weiche Einstreu3. Verband, Pad4. Rehegips5. (Aufhängung)6. Chirurgische Maßnahmen
  • Chronische Hufrehe - Therapie Stabile Phase --> Hufkorrektur 1. Schrittweise Stellungskorrektur (Röntgenkontrolle): Trachten kürzen 2. Korrektur der Druckverhältnisse an der Matrix: Druckreduktion Krone Dorsalwand und Sohlenkörper: Kürzen der Dorsalwand Entfernung möglicher Knollen Bolz‘sche Rinne