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Forschungsmethodik (Subject) / Lektionen 7-9 (Lesson)

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  • Confirmation/Disconfirmation-Paradigma stellt Differenz zwischen erwarteter und tatsächlich erlebter Leistung Formel: Summe aus den gewichteten Differenzen zwischen tatsächlich erlebter Leistung und erwarteter Leistung
  • Probleme des Confirmation/Disconfirmationen-Paradigmas schwache Ergebnisse wg. starker Korrelation der Teilzufriedenheiten (es wurde mehrfach das gleiche gemessen) verschiedenen (Service-)Dimensionen häufig zu abstrakt, daher große Interpretationsspielräume
  • Stärken quantitativer Ansatz Messungen sind das zahlenmäßige Erfassen der Realität, d.h. die Abbilung der Realität erfolgt nach festgelegten Regeln --> statistische Werkzeuge müssen nur einmalig entwickelt werden
  • Schwächen quantitativer Ansatz Objektivität, da Forschender aussucht, welche Zahlen für eine Fragestellung das adäquate Material darstellen Durch das Formulieren klarer Abbildungsregeln gehen Qualitäten der Beobachtungen verloren, da immer nur ein Blickwinkel betrachtet wird 
  • Stärken qualitativer Ansatz Es wird mit Material selbst gearbeitet, verbales Material wird interpretiert --> erlaubt es, flexibel auf den jeweiligen Forschungsgegenstand einzugehen
  • Schwächen qualitativer Ansatz massive Anpassungsarbeit, da für jede Untersuchung ein eigener Werkzeugkasten erstellt werden muss niedrige Reliabilität durch schwache Übereinstimmung bei verschiedenen Forschenden oder zeitliche Diskrepanz
  • Definition: nomothetisch = Aufdecken von Regelmäßigkeiten in quantitativen Daten, d.h. Schaffung von regelhaftem Wissen über die zugrundeliegende Realität aber: nicht jede Stichprobe ist generalisierbar, häufig eingeschränkte raum-zeitliche Gültigkeit = Stichprobenrepräsentativität
  • Definition: Idiographisch = Sammeln von Kenntnissen über einzelne Fakten ohne Anspruch auf räumliche oder zeitliche Übertragbarkeit (Bsp. Archäologie) (meist in qualitativer Forschung)
  • Definition: Labor = künstliches Erschaffen eines Umfeldes, in dem eine Situation exakt nachgestellt und wiederholt werden kann --> leichte und zuverlässige Gewinnung von Erkenntnis, da das Abändern eines Parameters unter c.p. den Einfluss dieser Änderung deutlich werden lässt
  • Definition: Feld = Nutzung der "wahren" Welt als Foschungsumfeld grundsätzlich stark vom Kontext einer Beobachtungssituation, sowie vom Einfluss der teilnehmenden Beobachter gefärbt
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  • Definition: Erklären = Annahme eines regelhaften Weltbildes, in dem eine Aktion zu einer Reaktion führt (Kausalität)  erklärende Wissenschaft wenn es gelingt, ein Ergebnis als eine Reaktion auf eine Aktion zu deuten; Kausalzusammenhänge sollen aufgedeckt werden (v.a. quantitativ)
  • Definition: Verstehen = Motivation zeigen, die ein bestimmtes menschliches Verhalten hervorbringt Handlungsstränge nachvollziehbar machen und den SInn hinter Handlungen verstehen (v.a. qualitativ)
  • Zuordnung quantitativ - qualitativ quantitativ - qualitativ nomothetisch - idiographisch Labor - Feld Erklären - Verstehen
  • formloses Feldgespräch lockeres Gespräch bei dem die Rollen des Forschenden und des Befragten verwischen können
  • Definition: Interview Forscher kündigt seine Foschungsabsicht an und lädt zu einer künstlichen Gesprächssituation ein
  • Probleme von Interviews in jeder Art von Gesprächen sind die Foschenden direkt beteiligt --> Versuchsleitereffekte daher häufig geringere Reliabilität  Lösung: Forschende nehmen sich teilweise aus dem Gespräch heraus --> Klassifizierung der Interviewtypen
  • vollstandardisiertes Interview feste Antwortformate geschlossene Fragen keine Technik der qualitativen Forschung im eigentlichen Sinne
  • nicht-standardisierte Interviews außer dem Thema ist alle frei; vor allem durch Improvisationen geprägt freie Antwortmöglichkeiten meist sehr geringe Reliabilität
  • halb-standardisierte Interviews fester Fragebogen, der die Fragen thematisch festlegt Reihenfolge und Formulierung der Fragen muss aber nicht zwangsläufig fixiert sein Ziel: möglichst natürlicher Gesprächverlauf
  • Leitfadeninterview gängigste Form der halb-standardisierten Interviews fester Katalog mit Hauptfragen und zusätzlich optionale Detaillierungsfragen  je nach Gesprächsverlauf auch improvisierte Fragen denkbar
  • narrative Interviews zunächst (teils ausführliche) Erzählanstöße um dem Befragten die Gelegenheit dazu zu geben bestimmte Episonden aus der eigenen Lebensgeschichte zu erzählen besonders reichhaltig wenn ein zwangloser Zwang entsteht Erzählgestalten abzuschließen, z.B. durch die Aufforderung einer abschließenden Bewertung der erzählten Episoden Form des halb-standardisierten Interviews
  • Oral-History-Ansatz Interviewpartner wird gebeten die offizielle Geschichtsschreibungen mit eigenen Eindrücken zu ergänzen Form des halb-standardisierten Interviews
  • fokussiertes Interview Leitfadeninterview, das ein fokussiertes Objekt (z.B. Foto) als Reizvorlage hat, um welches sich das Gespräch drehen soll Form des halb-standardisierten Interviews
  • Ablauf Interview - Vorbereitung Wahl des Themas Festlegung von Befragungstechniken und Analysemethoden Identifikation und Kontaktierung von zu interviewenden Personen
  • Ablauf Interview - Gesprächsbeginn Small-Talk für vertrauensvolle Atmosphäre Forschungsanliegen grob skizzieren
  • Ablauf Interview - Gesprächsdurchführung der festgelegt Rahmen sollte möglichst eingehalten werden stichwortartige Dokumentation von (eigenen) Reaktionen, Gefühlen und nonverbalen Äußerungen
  • Ablauf Interview - Nachbereitung möglichst schnell nach Gesprächsende (ausführlichere) Notizen anfertigen Gesamteindruck und Interviewsituation festhalten (Ort, Aussehen des Partners, seelische Verfassung, Atmosphäre)
  • Transkript enthält das gesprochene Wort eines Interviews und informiert über prägnante Ereignisse im Gesprächsverlauf (z.B. Betonungen, Wortpausen etc.)
  • nonreaktive Verfahren Forschende und Unternehmungsobjekte treten nicht in direkten Kontakt zu einander --> keine Versuchsleitereffekte, hohe Reliabilität, aber Indikatoren häufig etwas grob z.B. Quadratmetermiete einer Bürofläche als Maßzahl für die ökonomische Kraft eines Unternehmens z.B. Lost-Letter Technik
  • Auswertung qualitative Daten mit quantitativen Methoden z.B. numerische Erfassung des Transkriptionstextes eines Interviews durch Einteilung der Aussagen auf einer Skala Übernahme von Routinearbeiten durch Computerprogramme (Bsp. Wortzählungen in Wortfamilien)
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  • Ziel der nichtnumerischen Analyse zwischen den Zeilen lesen; Bedeutungsgehalt von Aussagen interpretativ herausfiltern intersubjektiv (für mehrere Betrachter gleichermaßen nachvollziehbar) nachvollziehbare Interpretation --> gewünschtes Ergebnis: kosensfähige (von Experten und informierten Laien) Interpretation die akzeptiert werden kann
  • Definition und Ziel: Grounded Theory Analysemethode, deren Ziel darin besteht, eine unvoreingenommene Theorie aus einem zu analysierenden Text zu generieren Theorieentwicklung ist im Material begründet --> daher Grounded Theory (deutsch: gegenstandsverankerte Theoriebildung) Annahme: jede Aussage ist ein manifester Indikator für dahinter stehende, latente Kategorien
  • offenes Kodieren Bestandteil der Grounded Theory aus Textstellen werden Kategorien herausgelesen (häufig auch kurze Sätze, aufgrund klarer Definitionsnotwendigkeit) wichtige latente Aussagen werden im Text häufig wieder holt und können entsprechend zugeordnet werden
  • axiales Kodieren Bestandteil der Grounded Theory mehrere Kategorien können in einer verbalen Verflechtung auftreten, die ein Konstrukt bilden --> axiales Kodieren = Herausarbeiten von solchen Kategorieverknüpfungen
  • Kernkategorien Bestandteil der Grounded Theory je mehr Indikatoren auf dasselbe Kategoriengeflecht deuten, umso mehr ist das Konstrukt gesättigt --> besonders gesättigte Kategoriengeflechte werden zu Kernkategorien verdichtet = Hauptthema des Textes
  • Anwendung und Aufwand der Grounded Theory sehr arbeitsintensiv, daher zunächst nur Auswertung einiger Interviews, Herausarbeiten von Zusammenhängen und Anwenden auf weitere Interviews zur Erhärtung der Zusammenhänge (theoretical sampling) vor allem für Forschungsteams geeignet; Probleme der Voreingenommenheit treten stark in den Hintergrund
  • Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring Vorab Erstellung eines Kategoriensystems aus theoretischen Vorüberlegungen anschließend wird Ausgangstext auf Kurzversion reduziert (Bsp. Streichen von unwichtigen Inhalten, Sinndopplungen), unklare Textstellen werden durch andere Stellen verständlich gemacht; der Text wird insgesamt in kleine Sinneinheiten geteilt abschließend wird Kurzversion nach Kategoriensystem geordnet und gegliedert; starke Korrelation der Katergorien deutet auf Zusammenhänge hin
  • Anwendung und Aufwand qualitative Inhaltsanalyse mittlerer Arbeitsaufwand besonders für Einzelforscher geeignet
  • organisierende Stories Bestandteil der Diskursanalyse = Erzählungen, die dem Vollzug von Handlungen einen Sinn ergeben = sinnproduzierende Diskurse
  • organisationale Stories Bestandteil der Diskursanalyse = für allgemeines Publikum bestimmt und unterliegen Erzählzwang, Plots rund abzuschließen
  • Definition: Diskursanalyse manifeste Textstellen werden auf diskursive Figuren hin untersucht (= latente Aussagen) Untersuchung der Sprache im Text; Zusammenhang von sprachlichem Handeln und gesellschaftlicher Strukturen/Einflüsse Untersuchung auf institutionell stabilisierte gemeinsame Strukturmuster, Praktiken und Regeln der Bedeutungserzeugung Ziel: Welche Bedeutungen und Zusammenhänge weisen die Diskurse auf?
  • Objektivität bei qualitativen Analysen eine Aussage, Interpretation oder Deutung muss intersubjektiv nachvollziehbar sein, oder andere Forschende sind bereit mit der Aussage mitzugehen und können diese nachvollziehen (Intersubjektivität = ein Sachverhalt ist für mehrere Betrachter gleichermaßen erkennbar und nachvollziehbar) nur im Dialog mit anderen Forschenden/Menschen zu überprüfen Objektivität ist ein Kommunikationsbegriff
  • interne Validität bei qualitativen Analysen Gültig, wenn interpersonaler Konsens hochwertig ist Dies ist gegeben wenn auch externe Experten mit anderen methodischen oder paradigmatischen Vorlieben den Konsens mittragen zwanglose Zwang des besseren Argumentes --> Eine Störung der Wissenschaft liegt dann vor, wenn andere Machtmechanismen den zwanglosen Zwang des besseren Argumentes überdecken (z.B. durch Rangpositionen)
  • externe Validität bei qualitativen Analysen gibt an inwieweit Analyseergebnisse verallgemeinert werden können es muss angegeben werden für welchen räumlich-zeitlichen Zusammenhang und auf welche Vorbedingungen die Aussagen Gültigkeit beanspruchen Analyse muss repräsentativ sein. Dazu muss diskutiert werden, ob die Interviewpartner als „typische Vertreter einer Klasse ähnlicher Fälle" gelten können --> ist allerdings schwierig, da theoriegeleitet
  • Reliabilität bei qualitativen Analysen besonders kritisch, da Interviews meist einmalige Vorgänge (folgen oft starken Zufallspfad) Das Gleiche gilt aber auch für die Analyse, denn das Auffinden von latenten Kategorien oder Diskursen ist ein kreativer Akt Lösung: Verknüpfung von qualitativen und quantitativen Methoden --> Triangulation
  • Datentriangulation Methode zur Reliabilitätsprüfung Kombinationen von Belegen unterschiedlicher Art mittels Vielfalt im Datenmaterial sicherstellen, d.h. Einzel- und Gruppengespräche, vorhandene Unternehmensdaten etc. Daten aus verschiedenen Quellen oder verschiedenartige Daten aus derselben Quelle
  • Forschertriangulation Methode zur Reliabilitätsprüfung Untersuchung auf die Schultern mehrerer Forschenden verteilen --> Eliminierung persönlicher Vorurteile oder festgefahrener Deutungsmuster höheres Konfliktpotenzial wird in Kauf genommen
  • Methodentriangulation Methode zur Reliabilitätsprüfung Innerhalb einer Methode --> gleiche Methode wird auf verschiedene Art und Weisen angewendet z.B. verschiedene manifeste Merkmale für das gleiche latente Merkmal z.B mit der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring Untersuchungen mit unterschiedlichen Theoriefundierungen durchführen zwischen Methoden --> Sequenzierung, d.h. Umwandlung von qualitativ analysierten Daten in quantitative; ode andere qualitative Analysemethoden
  • Theorientriangulation Methode zur Reliabilitätsprüfung Beleuchten eines Phänomens unter verschiedenen theoretische Blickwinkeln; Widersprüchlichkeiten sind aufzuzeigen
  • Nominalskala keine natürliche Reihenfolge, Elemente stehen gleichberechtigt nebeneinander und können einer Kategorie zugeordnet werden Bsp. Geschlecht, Steuerklasse, Buslinien