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Vet: Orthopädie (Subject) / WDK (Lesson)
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- Risikofaktoren Lahmheit Qualität der Liegefläche Nackenriegel unter 190 cm Spalten planbefestigt kein Auslauf Höhe der Kotschwelle über 22cm
- Wie viel Lahmheit ist erlaubt? über 90% der Kühe lahmfrei, d.h Score 1 unter 10% Grad 2 und Grad 3
- Folgen von Lahmheit Tier: Schmer erhöht; Kuh typisches Verhalten, Liege/Bewegungs/Brunstverhalten, Futteraufnahme verringert bei hochgradigen Lahmheiten ist die Milchleistung bis zu 17% (4) bzw. 36% (5) vermindert!
- Zeitraum mit höchster Milchleistung? = Zeitraum mit höchstem Risiko für Lahmheiten = Zeitraum in dem die Kühe trächtig werden sollen
- Wie kann man Lahmheiten erkennen? Lahme Küche zeigen einen gekrümmten Rücken und halten den Kopf tief
- Lahmheitsbeurteilung in Graden: Grad 1: Normal; Rücken im Stehen und beim Laufen ungekrümmt Grad 2: Leicht Lahm; Im Stehen ist der Rücken ungekrümmt, beim Laufen jedoch gekrümmt. Der Gang ist leicht abnormal Grad 3: Mittelmäßig lahm; Rücken im Stehen und beim Laufen gekrümmt; macht mit einem oder mehreren Beinen kürzere Schritte Grad 4: Lahm; Rücken im Stehen und beim Laufen gekrümmt; tritt auf einem oder mehreren Beinen nur noch teilweise auf Grad 5: Schwer Lahm: Gekrümmter Rücken; Belastet ein Bein nicht mehr; Steht nicht mehr oder nur unter großen Schwierigkeiten auf
- Diagnose der Klauenerkrankungen 85% aller Lahmheitsursachen an Klauen/Zehen Lahme Kühe sofort untersuchen!!! auch ggr. lahme d.h.: Reinigung der Klauen Sorgfälltige Untersuchung der Klauen auf Horn & Hautläsionen; Schmerz und erhöhte Temperatur und Schwellung Frischer Schnitt mit dem Sohlenmesser
- Klauenerkrankungen: nicht infektiöse Klauenrehe Sohlengeschwür Klauenspitzengeschwür Weiße - Linien Erkrankung Sohlenblutung Doppelsohle Hornspalt Limax Ballenfäule
- Klauenerkrankungen: infektiöse Interdigitalphlegmone (= Infektiöse Zwischenklauennekrose) Dermatitis digitalis (Mortellaro - E.) Ballenfäule
- Umschriebene Sohlenblutung = diffus, hellrote bis gelbliche Verfärbung des Sohlenhorns (Einblutung in das Sohlenhorn)
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- Sohlengeschwür = eitrige Entzündung der Lederhaut im Bereich Übergang Sohle - Ballen nahe am inneren Tragrand Defekt des Sohlenhorns und Ablösund des Sohlenhorns Lederhautvorfall häufig an hinteren Außenklauen Gefahr: Infektion von tiefer Beugesehne, Knochen, Gelenke und Sehnenscheide Ursache: Klauenrehe, mechanische äußere Einwirkung, Stallklauenbildung, höhere Außenklaue: Primär druckbedint!
- Sohlenspitzengeschwür Eitrige Entzündung der Sohlenlederhaut an der Klauenspitze Defekt des Sohlenlhorns mit Verlust der Epidermis Abstand zur Knochenoberfläche gering Ursachen: zu starker Hornabrieb (rauhe Böden), unsachgemäße Klauenpflege (zu dünn/kurz geschnitten)
- Weiße - Linien Erkrankung Lose Wand: Riss zwischen Wand und Sohlenhorn in weißer Linie eitrige Entzündung der Lederhaut, d.h Ablösung der Wand, Sohle und Doppelsohlenbindung sowohl Eiteraustritt am Saumband Gefahr: Infektion des Klauenbeines, Klauensesambeins, Klauengelenks und Sehenscheide
- Limax (= Zwischenklauenwulst) Entzündung der Haut im Zwischenklauenspalt mit hgr. Verdickung bis daumengroße, derbe Zubilung durch Quetschung --> Infektion Ursachen: Spreizklauen (gen./falsche Klauenpflege), chronische Reizung (Ballenfäule/Geschwür), Interdigitale dermatitis digitalis
- Dermatitis digitalis Infektion der Haut um die Klauen und/oder im Zwischenklauenspalt mit oberflächlichen geröteten Defekten (Erosionen), meist schmerzhaften tiefen Defekten (Geschwüren) und/oder chronischer warzenartiger Hautzubildung (Hyperkeratose/Proliferation)
- Mortellaro - Krankheit (= DD und Erdbeerkrankheit) abgegrenzte, ulzerative und infektiöse Entzündung der äußeren Hautschichten Haut über dem Weichballen (Klauenhinterstelle) Haut des Zwischenklauenspalts selten vorne, seitlich an den Klauen, um Afterklauen --> v.a an Hinterklauen = eine multifaktorielle Krankheit: bei aufgestallten Rindern durch Haltungsform, Betonspaltenböden, hohe Besatzdichte, Stress etc. und durch Spirochäten ("Schraubenbakterien)
- Mortellaro Krankheit: Stadien M1 Läsion: Frühstadium: unter 2 cm im Durchmesser M2 Läsion: akute, geschwürartige, schmerzhafte Läsion: über 2 cm Durchmesser, schmierig/stinkende Belege, leuchtend rotes Granulationsgewebe, keine/kaum Schwellung M3 Läsion M4 Läsion: chronisches Stadium: Hyperkeratose
- Interdigitalphlegmone: Zwischenklauenpanaratium akute, eitrige Entzündung von Haut und Unterhaut im Zwischenklauenspalt mit starker, fortschreitender Gewebeauflösung starke Schwellung und deutliche Lahmheit Voraussetzung: kleine Wunden durch Steine, Stroh etc. Aufweichung der Haut durch Wasser, Kot, Harn --> Fusobacterium necrophorum ("Nekrosebakterium) --> Dichelobacter nodosus
- Klauenrehe nicht - eitrige Entzündung der Klauenlederhaut des Wand & Sohlenabschnittes stoffwechselbedingte Erkrankung mit Veränderungen an Klauen multifaktorielle Erkrankung
- Klauenrehe nicht - eitrige Entzündung der Klauenlederhaut des Wand & Sohlenabschnittes stoffwechselbedingte Erkrankung mit Veränderungen an Klauen multifaktorielle Erkrankung
- Beziehung zwischen Pansenübersäuerung, Fütterung, bakt. Erkrankung und Entstehung von Klauenrehe Absinken des Pansen pH - Wertes --> Absterben gramnegativer Bakterien --> Endotoxinfreisetzung (Histamin) --> auch durch Umweltstress und eitrigen Entzündungen --> Verengung der kleinen Lederhautgefäße in den Klauen, Entzündung der Lederhautlamellen, Blutungen --> Klauenrehe
- Klauenrehe: Phasen Phase 1: Auflösung der corio - epidermalen Verbindung der Hornkapsel mit der Lederhaut Phase 2: Absenkung/Rotation des Klauenbeins in der Hornkapsel + Quetschung Phase 3: Mittel - und langfristige Veränderungen an der Hornkapsel; d.h gestörte Hornbildung, diffuse/umschriebene Sohlenblutungen, Doppelsohle und und Verbreiterung der weißen Linie Langfristige Folgen: Sohlengeschwür, SSG, WLD, Konkave Vorwand
- Druck - Überbelastung der Klaue ist die Folge von zu langen Klauenpflegeintervallen Trachte der lat. Klaue wird höher als medial Klaue mit chronischen Deformationen: krankhafte Klauenform: Rehe/Rollklaue ungleichmäßige Belastung: Quetschung
- Grundregeln der fkt. Klauenpflege Schritt 1: Kürzen der Vorderwand und Beschneiden der Sohlenfläche der Innenklaue Schritt 2: Anpassen der Außenklaue Schritt 3: Herausarbeitung einer Hohlkehlung Schritt 4: Freiliegen und Entlastung von Defekten im Sohlen- & Wandbereich Schritt 5: Entfernung von losem Horn, Kürzen der Afterklauen, Kontrolle des Zwischenklauenspaltens
- Schritt 4: Klauenpflege genauer Ausschneiden von Defekten flacher Übergang zum gesunden Bereich Korrekte Entlastung erkrankter Abschnitte hinterer Teil der Sohlenfläche wird niedriger geschnitten (die meisten Defekte leigen dort) Kleben eines Holz - oder Plastikklotzes Tierarzt: OP bei tiefreichenden Infektionen
- Hinweis für Infektionen tiefer Stützstrukturen charakteristische Lokalisation der Schwellung: wullstförmig an Krone + Balle Kippklauenbildung: völlige Nekrose der TBS eitriges Exsudat mit tiefem Wundkanal hgr. Lahmheit primäre ursächliche Klauenläsion: SG, WLD, etc.
- Diagnostik Sondierung und anatomische Kentnisse Sondierung um festzustellen wie tief und wohin eine Infektion ausgehend von einem SG, WLD... vorangeschritten ist
- Punktion mit 1, 6 mm Kanüle (rosa) trübe Synovia: eindeutiges klinisches Zeichen einer Infektion
- Synovialbefund bei septischer Arthritis, Tendovaginitis, Bursitis aktue septische, seröse und serofibrinöse Entzündung: vermehrte Menge; gelb - milchig/bräunlich, braunrot; trüb; mit Flocken; Gerinnung nach wenigen Minuten - 30 Minuten N.G.: über 10 000/mükrol; über 20 000/mükrol pathognom für Gelenkinfektion Gesamtproteingehalt: über 4g/100ml; physiologisch 1,5g/100ml eitrige Entzündung: typisches Exsudat fibrinöse und nekrotisierende Sysnovitis: Punktion negativ
- ZF: Wie erkenne ich tiefe Infektionen an Klaue/Zehe? Beurteilung des Lahmheitsgrades Suche nach typischer wulstförmiger Schwellung an Krone u. Ballen Sondierung Ultraschall Punktion und makroskopische US der Synovia Intra - operative Diagnosestellung
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- OP - Vorbereitung großzügiges Scheren gründliches Reinigen des OP - Feldes - mechanische Reinigung Klotz kleben Waschen des OP - Feldes mit Seifenlösung Desinfektion: 3x Braunol 3x Alkohol NSAIDS u. Antibiose perioperativ Lokalanästhesie (+ Sedierung)
- I.V Stauungsanästhesie an Zehen Anlegen eines Esmarch´schen Stauschlauches Punktion einer Zehenvene: V. digitalis dorsalis communis III oder Vv. digitalis plantares/palmares comm. II und IV Injektion 15 - 20ml 2% Procainhydrochlorislsg. purum Wirkungseintritt nach ca. 5 - 7 Minuten Wirkungsdauer: bis Entfernung des Stauschlauches
- Resektion der Klauenbeinspitze Indikation: Nekrose der Klauenbeinspitze Resektion mit Hammer und Meißel und Kürette Resektion mit Hilfe einer Messerscheibe am Winkelschleifer
- Septische Klauengelenksentzündung mgr. - hgr. Lahmheit deutlische Schwellung der Zehen Schmerzhaftigkeit Wulstförmige Schwellung an Krone und Ballen Vorliegen eines Sohlengeschwürs, WLD, Interdigitalphlegmone, penetrierende Wunde an Klaue
- Diagnosestellung: Schwellung gründliche, orthopädische Untersuchung: Ausdehnung der typischen Schwellung: vom Ballen bis ca. 10cm proximal der Afterklaue Lokalisation der Wunde Sondierung der Wunde/Klauenläsion US
- OP: Schwellung Hautschnitt ca.. 20cm lang über gesamte FBSS Eröffnung, Resektion Sehnen, Eiter und Fibrin Spülung, Drainage und KEINE Naht! Klotz, Kippklauenprophylaxe und Verband
- Peri und postoperatives Schmerzmanagement Sedierung: Xylazin: 0,05 - 0,1 mg/kg i.v; Detomidin: 10 -20 mükrog/kg i.v. IVSTAN für alle Zehenoperationen NSAID´s post op: Ketoprofen 3mg/kg i.m; Metamizol 20 - 40 mg/kg i.m. /i.v. Entlastung der op. Klaue mittels Klotz
- Frakturdiagnostik mittels klinischer US: plötzlich hgr. Lahmheit Kardinalsymptome: abnorme Beweglichkeit, abnorme Achsenbrechung, Krepitation Weichteilschwellung und Schmerzhaftigkeit
- Frakturdiagnostik in der Praxis eindeutige Diagnose bei Kardinalsymptonen schwierig bei gelenksnahen Frakturen und Fehlen der Kardinalsymptome RÖ: Aufnahmen in zwei Richtungen dor/plan und lat/med.
- Konservative Therapie von Frakturen Vorbereitung: Beurteilung Allgemeinzustand: P, T, A, Herzauskultation Fixierung des Patienten in Seitenlage: Tisch/manuelle Fixierung in Box; Sedierung mit Xylazin Frakturzone ausscheren, waschen und Desinfektion
- Therapie von Frakturen: Reposition der Fraktur Sedierung Lokalanästhesie IVSTAN Epidurale Anästhesie Löcher in Klauenspitze bohren, Drahtschlinge
- Antibiose, NSAIDS, TAT Wundbehandlung bei offenen Frakturen Antibiose bei offenen Frakturen NSAID: Ketoprofen oder Carprofen wichtig bei Schaf und Ziege: Tetanusprophylaxe 3000 I.E (= 3 ml s.c) tägliche Kontrolle Verband, Cast, IKT
- Moderhinke = Infektiöse Klauenentzündung (Panaratium des Schafes, Foot rot, dermatitis contagiosa interdigitalis) häufigste infektiöse Lahmheitursache beim Schaf; auch bei Ziegen, Wildwdk; Ursache: multifaktoriell infizierte Herden: Abmagerung, geringe Säugeleistung und verminderte Wollqualität/menge Faktoren: Herdenausbrüche sind Folgen einer Neueinschleppung durch Zukauf infizierter Tiere z.b Infektionsquellen: gemeinsame Triebwege, chronisch infizierte Tiere, Ansteckung durch Ziegen, Wildwdk; Umwelt - und Wetterbedingunen --> wichtig: alle Quellen brauchen Erreger dazu!!!!
- Moderhinke: Ätiologie Dichelobacter nodosus: in Zusammenwirkung mit weiteren Anaerobiern : Fusobacterium necrophorum , Prevotella melaninogenica: Nachweis durch PCR Dichelobacter nodosus: kann nur im Klauen und im Hornmaterial länger überleben: in Umwelt nicht länger als 2 Wochen bei Infektion nur mit F. necrophorum: milde Form (nur Entzündung der Interdigitalhaut ohne Ablösung des Horns
- Moderhinke: Symptome Milde Form: Entzündung der Haut im Zwischenklauenspalt, Rötung, Schwellung, ggr. lahm; Spontanheilung nach trockenem Wetter und lokaler Behandlung möglich Schwere, maligne Form: mgr. - hgr. Entzündung der Haut im Zwischenklauenspalt, Rötung, Schwellung, sehr schmerzhaft, süßlich riechendes und fauliges Exsudat, später Loslösung tritt meist an mehrern Gliedmaßen gleichzeitig auf hgr. Lahmheiten in chron. Fällen: diffuse Verdickung der Klauen, nach mehrwöchiger Dauer evtl. Infetkion des Klauengelenks
- Moderhinke: Therapieverfahren AB Vakzine (Footvax) Lokale Behandlung: lokal Applikation von OTC Spray; Klauenbad (Zinksulfat - Heptahydrat in 10 % Lsg.: 2min. bzw. 30min. Bad); Entfernung des Klauhorns mit Hufmesser (vorher AB) Ausmerzung (bei therapieresistenten, chron. infizierten Tieren)
- Moderhinke: Prophylaxe Klauenkontrolle, Quarantäneaufstallung und - behandlung zugekaufter Tiere Impfung aller Schafe: Footvax; 2x im Abstand von 4 Wochen, Wdh. alle 6 Monate Ausmerzen therapieresistenter Tiere regelm. Klauenpflege Separation befallener Schafe bis zwei aufeinanderfolgende Kontrollen keine Infektion mehr zeigen gemeinsamer Weidegang und Alpung nur für sanierte Bestände Instruktion der Tierhalter
- Arthrose bei Schaf und Ziege = degenaritve Gelenkserkrankung Ä: Übermaß an Belastung, angeborene/traumatische Ursachen, Fehlstellungen, knöcherne Deformierung durch Mineralstoffimbalanzen, Folge einer septischen Arthritis alle Gelenke können betroffen sein
- Arthrose: Klinik sehr variabel! typisch: anlauf und belastungsabhängiger Schmerz UV des Gelenkes und eingeschränkte Beweglichkeit in fortgeschrittenen Fällen --> Seitenvergleich bei Palpation durchführen, um UV eines Gelenkes klinisch zu erfassen!!!