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Forschungsmethodik (Subject) / Lektionen 1-6 (Lesson)
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- Definition: Wissenschaft methodisch geregeltes Erkenntnissystem eine Aussage wird dadurch wissenschaftlich dass sie aufgrund einer Methode gewonnen wurde die unabhängig vom Forschenden ist die Methode muss den wissenschaftlichen Standards entsprechen
- deduktiv-nomologischer Ansatz ein Phänomen ist erklärt wenn die Aussage, die es beschreibt, aus Gesetzesaussagen und Aussagen über Randbedingungen deduziert wird Gesetzesaussagen müssen allgemein und bestätigt sein Randbedingungen sind Begleitumstände, damit das Gesetz zur Anwendung kommt Erklärungsansatz nach Hempel und Oppenheimer
- empirisch-induktiver Erklärungsansatz durch eine manifeste Tatsache soll aus einer manifesten Materialsammlung (= Empirie) auf eine erklärende und abstrakte Aussage (= Gesetz) geschlossen werden
- Definitionen induktiv und deduktiv induktiv = vom Einzelnen auf das Allgemeine deduktiv = vom Allgemeinen auf das Einzelne
- Falsifikationismus zweifelt daran, dass nur durch Induktion auf die Erkenntnis wahrer Gesetzte geschlossen werden kann eine Ausnahme kann auch durch noch so viele Einzelbeobachtungen nie ausgeschlossen werden Worte sind keine objektiven Größen; Begriffe können meistens auf sprachlicher Ebene nicht konstant gehalten werden
- Probabilistische Aussage Aussagen denen eine bestimmte Wahrscheinlichkeit anhängt Falsifikation durch Hypothesentest jedes Wahrscheinlichkeitsmodell erlaubt es empirischen Beobachtungen eine bestimmte Wkt. zuzusprechen
- Kritischer Rationalismus nach Sir Popper Wissenschaftliche Aussagen lassen sich nie zu 100% verifizieren aber falsifizieren jede wissenschaftliche Aussage muss falsifizierbar sein eine einzige Ausnahme reicht aus, um die Aussage endgültig zu widerlegen mit jedem misslungenen Versuch einer Falsifikation wird die wissenschaftliche Aussage erhärtet wird die Falsifikation werden Basissätze benötigt
- Definitionsproblem Problem des kritischen Rationalismus es ist nicht immer klar, ob ein Satz als wissenschaftliche Aussage oder als Definition gemeint ist (Definitionen sind nicht falsifizierbar)
- Basissatzproblem Problem des kritischen Rationalismus auch der Basisplatz kann falsch sein (Basissatz = eigene oder fremde Beobachtung)
- Konstruktivismus Annahme, dass es keine passive Wahrnehmung - alle Eindrücke werden aktiv und somit subjektiv wahrgenommen Wahrnehmungen und Deutungen sind deutlich durch die Gesellschaft geprägt Aufgabe der Wissenschaft ist es unbewusste Wahrnehmungs- und Deutungsmechanismen aufzudecken für Konstruktivisten sind Poppers Basissätze von Wahrnehmungsregeln durchzogen, d.h. es gibt keine objektiv waren Falsifikationsbegründungen
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- methodischer Anarchismus nach Feyerabend Aussage: anything goes --> es sind die Methoden und Dinge wahr, die von der Gesellschaft akzeptiert werden und als richtig angesehen werden gefordert wird ein Methodenpluralismus kritische Rationalisten besitzen keine Einsicht in die Grenzen der Wissenschaft;
- Definition: Test = Messinstrument zur Untersuchung einer oder mehrerer Merkmale mit dem Ziel einer möglichst quantitativen Aussage über den Grad der individuellen Merkmalsausprägung meinst indirektes Messen eines latenten Merkmals durch manifeste Stimuli bzw. Indikatoren (=Operationalisierung)
- Messniveau = Skalierung (nominal, ordinal, rational, differenz)
- Definition: Messtheorie = Theorie, die erklärt wie das latente Merkmal die Verhaltensreaktion des Probanden beeinflusst d.h. Art der methodischen Erhebung der Indikatoren/Responses
- klassische Testtheorie auch: Messfehlertheorie Annahme, dass es einen wahren Parameter gibt, der ein latentes Merkmal vollkommen widerspiegelt (auch: Naturkonstante) --> Theta θ keine exakte Bestimmung aufgrund von zufälligen Messfehlern --> Epsilon ε Messfehler ist ohne Kenntnis von θ unbekannt und damit latent Messfehler muss quantifiziert werden, um ihn entfernen zu können
- Definition: Item = einzelne Elemente eines Tests; kleinste Stimulus-Einheit, die vom Probanden eine Verhaltensreaktion herausfordert
- Definition: Item-Responses = Verhaltensreaktionen des Probanden auf einzelne Items
- wahrscheinlichkeitstheoretische Gesetzmäßigkeit --> Formel klassische Testtheorie y = beobachtbarer Teil des Tests (z.B. Summenscore) y = θ + ε
- Stichprobenrealisation mehrere Realisationen desselben wahrscheinlichkeitstheoretischen Gesetzes bzw. Tests --> Theta bleibt dabei immer identisch; Epsilon kann differenzieren
- Existenzaxiom Axiom der klassischen Testtheorie Annahme, dass die individuelle Ausprägung eines Merkmals adäquat in Theta dargestellt werden jeder Mensch hat den wahren Parameter Theta
- Verknüpfungsaxiom Axiom der klassischen Testtheorie das Testergebnis setzt sich in der Form einer Addition aus Theta und Epsilon zusammen
- Axiom vom unparteiischen Fehler Axiom der klassischen Testtheorie Epsilon verzerrt das Testergebnis präferenzlos und ist eine Zufallsvariable mit dem E(ε) = 0, d.h. er löscht sich im Mittel selbst aus
- Axiom von der Unkorreliertheit der Messfehler Axiom der klassischen Testtheorie a) Epsilon und Theta sind unkorreliert b) Messfehler von zwei verschiedenen Tests sind unkorreliert
- Probabilistische Testtheorie auch: Latent Class Theory/Item Response Theorie Annahme: Theta und die Itemschwierigkeit (Sigma σ) legen zusammen die Wahrscheinlichkeit fest, mit der ein Proband ein Item erfolgreich löst grafische Darstellung mittels Itemkurven (Item Characteristic Curve (ICC)) in ogivenform
- Spezialfall der Testtheorien alle Fragen/Items sind für jedermann gleichermaßen schwer zu lösen, dadurch sind alle ICC identisch Folge: Klassische Testtheorie und probabilistische Testtheorie verschmelzen zu einem Modell
- Definition: Latent Class Analyse = nominale Personenparameter & dichotome Testantworten Versuch, systematische Beschreibungsmöglichkeiten zu finden; Beispiele: Item A ist über alle Klassen hinweg schwieriger als Item B Lösungswahrscheinlichkeit jedes Items sinkt monoton Verwendung von Itemprofien statt Itemkurven Das Ziel einer stat. Analyse mit der LCA besteht darin, die zw. den beobachteten und damit manifesten Variablen bestehenden Zusammenhänge (Kontingenz) mittels der Konstruktion latenter Variable (hypothetische Konstrukte) zu beschreiben und zu erklären
- Dichotom-logistisches Rasch-Modell probabilistisches Testmodell + (Rasch-)Skala besteht aus dichotomen Antwortformaten Auswertung des Test durch Aufsummieren der richtigen (oder bspw. mit "Ja" beantworteten) Antworten; anschließend Ablesen des Fähigkeitenwertes aus einer Tabelle Itemkurven verlaufen parallel zu einander in der stets gleichen ogivenform Beispiel: Minigolf
- Definition und Ablauf: Computer-Adaptives Testen nur möglich wenn Schwierigkeitsparameter bekannt durch Computerunterstützung besonders schnelle und genaue Messung, ob die Beantwortung einer Frage aufschlussreich ist (v.a. bei 50% Lösungswahrscheinlichkeit gegeben) Ablauf: zufällige Auswahl und Beantwortung einiger Fragen vorläufige Schätzung des Persönlichkeitsparameters Anpassen des Test und Auswahl neuer Fragen usw. sorgt für perfekte Itemreihenfolge nach der Beantwortung der ersten Fragen
- Definition: Testbatterie eine Reihe geeignerter Items zur Durchführung eines Tests
- Grunddilemma der probabilistischen Testtheorie der Ersteller einer Testbatterie muss durch eine Eichprobe ein Sigma für jedes Item bestimmen, um Theta gut schätzen zu können um das Sigma gut schätzen zu können, würde grundsätzlich das Theta des Probanden benötogt welcher die Eichprobe durchführt --> Teufelskreis Schätzung durch Computerprogramm mithilfe der bedingten Likelihood Schätzung)
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- Definition: Objektivität (erstes Gütekriterium der quantitativen Forschung) Ausmaß der Unabhängigkeit eines Tests vom Versuchsleiter --> d.h. bei perfekt objektivem Test, bei dem lediglich die wissenschaftliche Personalie alterniert darf keine überzufällige Schwankung entstehen eine nicht objektive Untersuchung ist nicht wissenschaftlich
- Signierobjektivität Signierung = Kategoriales Festhalten von manifesten Merkmalen durch zwei verschiedene Versuchsleiter wäre die Objektivität des Test perfekt, wären bis auf die Diagonale der Matrix lediglich Nullen vorhanden
- Cohens Kappa Maß für die Übereinstimmung bzw. der Signierobjektivität Bestimmung Anteil der übereinstimmenden Voten an allen Voten = Diagonalen = p Bestimmung welche Übereinstimmung bei willkürlicher Beurteilung entstehen würde = Randverteilungen = q q = Randziffer1 von Forschendem A/gesamte Voten * Randziffer 1 von Forschendem B/gesamte Voten + Randziffer 2 von Forschendem A/gesamte Voten * Randziffer 2 von Forschendem B/gesamte Voten usw. Bildung Cohens Kappa: k = (p - q) / (1 - q)
- Beurteilung Wert Cohens Kappa < 0,4 schlechte Signierobjektivität 0,4 - 0,6 akzeptable 0,6 - 0,75 gute > 0,75 ausgezeichnete
- vollständige worthafte Definition Cohens Kappa Anteil der beobachteten Übereinstimmung an der maximal möglichen Übereinstimmung (jeweils abzüglich einer durchschnittlich möglichen, rein zufälligen Übereinstimmung Ziel: Messung des überzufälligen Anteils der Übereinstimmung
- Problem der Objektivität zwei Forschende haben nicht immer die gleichen Forschungsmaterialien vorliegen z.B. durch zeitliche Diskrepanz oder andere Reaktionen der Probanden
- Validität (zweites Gütekriterium der quantitativen Forschung) = Ausmaß der Übereinstimmung zwischen dem was ein Test messen soll und dem was ein Test tatsächlich misst, d.h. Grad der Aussagekraft eines Testergebnisses bezogen auf die Messintention
- Inhaltsvalidität Aspekt des Gütekriterium Validität Kontrastierung von dem was ein Test an Messung erzeugt mit dem was die operationalisierende Definition eines Merkmals darstellt Bsp.: misst man das latente Merkmal sozialer Status durch das Einkommen und denBildungsgrad, so ist der Test inhaltlich valide wenn Einkommen und Bildung richtig gemessenwerden
- Konstruktvalidität Aspekt des Gütekriteriums Validität Kontrastierung von dem was der Test an Messung erzeugt mit dem was das latente Merkmal als Intention der Messung darstellt, d.h. ist die operationalisierende Definition des latenten Merkmals angemessen? Bsp. Zusammensetzung des Warenkorbs zur korrekten Abbildung des VPI unterteilt in Konvergenzvalidität und prognostische Konstruktvalidität
- Konvergenzvalidität Teilaspekt der Konstruktvalidität = Vergleich eines Messinstruments mit anderen Messinstrumenten, die das latente Merkmal messen sollen Messung durch Bilden des Korrelationskoeffizienten
- prognostische Konstruktvalidität Teilaspekt der Konstruktvalidität = Abgleich eines Messinstruments mit Vorhersagen die unmittelbar aus den Messungen abgeleitet werden
- Reliabilität (drittes Gütekriterium der quantitativen Forschung) = Zuverlässigkeit ein Test ist reliabel, wenn bei Messwiederholung unter ceteris paribus dieselbe Maßzahl ermitteln wird (abzüglich Epsilon) Quotient aus wahrer Varianz und beobachteter Varianz --> nahe 1 = gut
- operationale Definition latente Merkmale durch manifeste Merkmale / Indikatoren darstellen jeder Indikator soll durch einen Satz von geeigneten Items (Itembatterie) gemessen werden
- Leistungstest z.B. Klassenarbeiten oder IQ-Tests Voteil: Man kann nur in eine Richtung betrügen
- Testskala = Itemformat, das erklärt welche Messzahlen durch Reaktion erzeugt werden und welche Bedeutung und Eigenschaften diese Messzahlen haben d.h. gibt äußere Erscheinungsform der Items vor und welche Werte diese produzieren können, bzw. welche Eigenschaften mit diesen Zahlenwerten verbunden sind
- Thurstone-Skala v.a. für das Messen von Einstellungen konzipiert Ablauf: alle Items werden einer Gruppe von Experten vorgelegt, die den Items Scores zuweisen Items bei denen sich die Experten uneinig sind, werden aussortiert auf den Experten-Urteilen werden die Mittelwerte gebildet, die dem Item zugeordnet werden Probanden, die dem Item zustimmen erhalten den MW als Score
- Likert-Skala zu jedem Item werden unterschiedliche Antwortmöglichkeiten vorgegeben (z.B. Grad der Zustimmung) den Antwortmöglichkeiten werden Ordnungszahlen zugeordnet Testscore = Summe der Ordnungszahlen nur anwendbar bei Unterstellung, dass Ordnungszahlen äquidistant sind, d.h. die Probanden unterstellen ein intervallskaliertes Skalenniveau
- Guttmann-Skala Items stehen in einem hierarchischen Verhältnis zueinander die Bejahung eines Items bedeutet gleichzeitig die Bejahung aller untergeordneten Items Testscore = Anzahl der bejahten Items
- Index Item-Responses werden zu einer Zahl kombiniert (z.B. Testscore) auch eine verschiedene Gewichtung ist möglich (Bsp. multiplikativ)
- Multiplikativer Index v.a. wechselseitige Voraussetzungen müssen beachtet werden, d.h. ist ein Score 0, dann ist der gesamte Index 0 Index am größten wenn alle Einzelmerkmale ungefähr gleich groß sind