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Gesundheits- und Krankenpflegerin (Subject) / Mobilisation (Lesson)
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- Definition Dekubitus Lokal begrenzte Schädigung der Haut und / oder des darunter liegenden Gewebes in der Regel über knöchernen Vorsprüngen infolge von Druck oder von Druck in Kombination mit Scherkräften. Es gibt eine Reihe weiterer Faktoren, welche tatsächlich oder mutmaßlichen mit Dekubitus assoziiert sind, deren Bedeutung ist aber noch zu klären.
- Faktoren der Dekubitusentstehung Druck Druckdauer und Intensität Disposition (Gewebetoleranz) 30 Minuten Druck auf ein Hautareal ist stärker als der Druck in den Hautkapillaren Kompression der Hautkapillaren → Unterbrechung der O2 Versorgung und CO2 Entsorgung Schmerz → Druckentlastung, bei keiner Druckentlastung Druckdauer → Verstärkung der Ischämie Hautschäden (Dekubitus) durch Absterben der Hautzellen nach maximal zwei Stunden
- Druck Komprimierende Kräfte (wirken senkrecht auf den Körper) von außen & von innen Scherkräfte (wirken parallel zum Gewebe)
- Gewebetoleranz Druckempfindlichkeit Gewebemasse (schlecht ausgebildetes Unterhautfettgewebe und Muskulatur) = Untergewicht → schnellere Erreichung des Spitzendrucks Hohes Alter (Veränderte Zusammensetzung des Bindegewebes, nachlassen des Muskeltonus, verlangsamte Regeneration der Hautzellen) Dehydration (Exsikkose → Verminderte Hautelastizität) Glykokortikoidtherapie – behindert Kollagenbildung und Regeneration der Kapillargefäße Eiweiß/ Vitamin-C-Defizit: Regenerationsstörung von Körperzellen mit Auswirkung auf die Wundheilungsprozesse Hautmazeration durch Hautfeuchtigkeit
- Sauerstoff Fieber trocknet aus und erhöht Sauerstoffbedarf Ebenso hohe Umgebungstemperatur Arzneimittel: können Hautdurchblutung reduzieren Eiweißmangel: führt zu Ödemen und mangelnder Sauerstoffversorgung der Haut Nikotin: Arteriosklerose, Gefäßverengung, Minderdurchblutung, verminderte Sauerstoffversorgung Krankheiten die die Sauerstoffversorgung vermindern Hypotonie: negative Auswirkungen auf die Kapillaren & Sauerstoffversorgung
- Braden Skala Kriterien: Sensorische Wahrnehmung Feuchtigkeit Aktivität Mobilität Ernährung Reibungs- und Scherkräfte Einteilung 17-15 Punkte = allgemeines Risiko 14-13 Punkte = mittleres Risiko 12-10 Punkte = hohes Risiko <9 Punkte = sehr hohes Risiko
- Fingertest Mit dem Zeigefinger wird 2 Sekunden auf einen geröteten Bereich gedrückt Direkt nachdem der Finger wieder weggenommen wurde, betrachtet man die Haut: Ergebnis A: Die Haut bleibt rot = positiver Fingertest — ein Dekubitus liegt vor Ergebnis B: Die Haut ist am Punkt des Fingereindrücken weiß verfärbt = negativer Fingertest — kein Dekubitus
- Dekubitusgrad 1 Kategorie 1 Haut intakt Nicht wegdrückbare Rötung eines lokalen Bereichs über knöchernen Vorsprüngen. Bereich kann: schmerzhaft, härter, weicher, wärmer oder kälter als Umgebendes Gewebe sein
- Dekubitusgrad 2 Teilzerstörung der Haut, bis Dermis Flaches, glänzendes oder trockenes, offenes Ulcus mit rot bis rosafarbenen Wundbett ohne Beläge Kann auch intakte oder offene/ruptierte serumgefüllte Blase sein
- Dekubitusgrad 3 Vollständiger Gewebeverlust Subkutanes Fett kann sichtbar sein Keine Knochen, Sehnen oder Muskeln liegen offen Es kann Beläge geben, aber Tiefe ist erkennbar Taschenbildungen (große Differenz zwischen Tiefe und Rand) Unterminierung (Wundhöhle)
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- Dekubitusgrad 4 Vollständiger Gewebeverlust mit freiliegenden Knochen, Sehnen oder Muskeln Belege oder Schorf können am Wundbett sein Taschenbildungen und Unterminierungen können vorhanden sein
- Prozessablauf Dekubitusprophylaxe Risikoeinschätzung spätestens vier Stunden nach Aufnahme des Patienten → Bradenskala, Änderung je nach Veränderung des Zustandes Bewegungsplan erstellen bei Gefährdung ggf. Fingertest Normale Matratze ausreichend? Ernährungszustand prüfen und ggf. Ernährungsberatungsteam anfordern Beratung zur Dekubitusgefährdung und prophylaktischen Maßnahmen Andere Stationen informieren bei Verlegung Tägliche Kontrolle der Maßnahmen Entlassung
- Lagerungsformen Rückenlage Bauchlage 135° Lagerung 30° Lagerung 30° Schieflagerung 90° Seitenlagerung Halbsitzende Lagerung
- Rückenlage Schonung: Wirbelsäule und Becken Negative Aspekte: Verstärkung des Krankseinsgefühls, Verschlechterte Kommunikationsmöglichkeiten → Herabsehen auf den Patienten, Eingeschränktes Gesichtsfeld Fußstütze gegen Herabrutschen Freilagerung der Fersen gegen Dekubitus Kopfkissen gegen Überstreckung des Halses Gefährdete Bereiche: Hinterkopf, Ohrmuscheln, Schulterblätter, Hüftknochen, Ellbogen, Steiß und Fersen
- Bauchlage Meist ungerne, da Kommunikation, Atmung und Gesichtsfeld eingeschränkt sind Entlasstung: Wirbelsäule, Hüftkontrakturen Gefährdete Bereiche: Ohrmuscheln, Hüftknochen, Ellbogen, Knie, Zehenspitzen
- 135° Lagerung Wird meist als bequem und patientenfreundlich empfunden Druckentlastung von Rücken und Gesäß Patient wird auf Decke gerollt Gefährdete Bereiche: Knie, Hüfte, Ellbogen, Schulterblätter
- 30° Lagerung Entlasstung Steißbein und Hüfte Belastung einer Gesäßhälfte Gefährdete Bereiche: Ellbogen, Fersen, Schulterblätter, Hinterkopf 30° Schiefe Ebene dasselbe, nur, dass Decke unter Mattraze, Mattraze aber härter und daher schneller höherer Spitzendrucks erreicht
- 90° Lagerung Maximal 3 Mal 15 Minuten täglich Wird als angenehm und entspannend empfunden Meist bei Apoplex, Wunde wird entlasstung Aspirationsprophylaxe Zwei Kissen im Rücken für Schulter, oberer Rumpf Hüften und Steiß Gefährdete Bereiche: Beckenknochen, Ohrmuschel, Schulter, Hüfte, Knie, Sprunggelenk
- Halbsitzende Lagerung Beuge muss im Hüftgelenk sein Erleichtert Kommunikation Fühlt sich aktiv, viele Tätigkeiten möglich Hohe Gefahrstellen: Steiß, Gesäß, Fersen
- Mikrobewegungen Kleinste Veränderungen der Körperposition, die auch druckreduzierend auf die Haut wirken. Solche kleinste Lagerveränderungen werden in der Nacht automatisch durchgeführt. Pflegerische Vermeidung von Dekubitus mit Mikrobewegungen ist nicht möglich.
- Bewegungsförderung und Sitzen? Druck im Sitzen an den gefährdeten Stellen bis zu sieben Mal höher als im Liegen Sitzen bei Dekubitus gefährdeten Personen daher maximal zwei Stunden mit mindestens einer Stunde Entlasstung Füße müssen beim Sitzen fest auf den Boden und Patient darf nicht von Stuhl rutschen Nach dem Sitzen keine Rückenlage, da selbe stellen belastet werden
- Matraten Tempur: Bewegungsfähigkeit wird nur wenig eingeschränkt Für Prophylaxe und Dekubitus Grad 1-2 Matraten Auflage Air Flex 4 Wechseldruck oder Weichlagerung Starke Bewegungseinschränkung Dekubitusgrad 2-3 Sure Float Wechseldruck Weichlagerung Dekubitusgrad 3-4 Air 7.500 Wechseldruck und Weichlagerung Dekubitusgrad 3-4
- Reaktion auch Wechseldruckmatraze Negative Gewöhnung aufgrund ständig wiederkehrender, gleichförmiger Reize Störung des Körperbildes und der Körperwahrnehmung Koordinationsstörungen Räumliche und Zeitliche Desorientierung Kommunikationsstörungen Verhaltens und emotionale Störungen Verstärkung der Schmerzsymptomatik durch temporäre Spitzendrücke Beeinträchtigung der Schlafqualität: Geräusche, Vibrationen, unphysiologische Liegeposition Negative Veränderung des Haut- und Bettklimas Bewegungseinschränkung und Kontrakturen Förderung Wohlbefinden Lagerung und Bewegungsförderung vom Patienten ist erschwert Schwierigkeiten beim Patiententransfer Hohe Störanfälligkeit des Systems Bei defekt sofortiger Funktionsverlust
- Hilfsmittel die nicht ausreichend Druck verteilen Lagerungsringe Felle → Hitze und Schweiß sowie unebene Flächen fördern Dekubiti Watteverbände an den Fersen Wasserkissen und -matrazen Hydrokolloide an gefährdeten Stellen
- Bedeutung von Dekubitus für die Betroffenen Verlust der körperlichen Unversehrtheit (Haut) Schmerzen Einschränkung der Mobilität Kompetenzverlust in den ATLs Hilflosigkeit und Abhängigkeit Sozialer Rückzug
- Bedeutung von Dekubitus für die Berufsgruppe der Pflegenden Zeichen für gute Pflege wenn nicht da Zeichen für schlechte pflegerische Behandlung wenn vorhanden
- Gesellschaftliche Bedeutung von Dekubitus 1.5 Millionen Menschen in Deutschland haben Dekubitus Ca. 2 Milliarden Euro kosten Kosten steigen aufgrund des Demografischen Wandels → Alte Menschen sind eher betroffen