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VT (Subject) / Trauer in der Psychotherapie (Lesson)
Arten und Umgang
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- Arten von Trauer Früher : Normale; fehlende; verzögerte und chronische/komplizierte Trauer Heute: Pathologische; Komplizierte; Traumatische und prolongierte Trauer
- Trauer laut ICD-11 und DSM-5 ICD-11 - Diagnosevorschlag nach Pigerson - Komplizierte Trauer : Eine anhaltende Trauerstörung kann nur dann diagnostiziert werden, wenn die Trauerreaktion außerhalb der normativen Erwartungen des kulturellen Kontextes der Person liegen (mind. 6 Monate nach dem Tod) DSM -5 - komplizierte Trauer nicht aufgenommen - Weglassung des Exklusionskriteriums bei der Depression (2 Wochen) -> Pathologisierung der Trauer -> Gefahr von falsch- positiven Diagnosen
- Komplizierte Trauerreaktion Trennungsschmerz: das Gefühl von starker Sehnsucht und Suchen nach der verstorbenen Person, welches sowohl ein köperliches als auch emotionales Leiden fast täglich hervorruft Zeitkriterium: mind. 6 Monate post-loss kognitive, emotionale und behaviorale Symptome Kritik an der komplizierten Trauer als Diagnose - Cut-off von 6 Monaten nicht für alle Trauernden repräsentativ - Normaler Trauerverlauf kann bei Subgruppen länger und intensiver sein - es gibt keine qualitativen Unterschiede der Symptomatik der komplizierten Trauer und der normalen Trauer Vorteile der Diagnose - Frühe Identifizierung - verbesserte Hilfeangebote - Verbesserung der Diagnostik - Anerkennung durch das Gesundheitssystem
- Trauertheorien - Biologisches Modell Biologisches Modell: - erhöhte Mortalitätsrate von Witwern in den ersten 6 Monaten nach dem Tod (40%) - erhöhte Herzrate und Blutdruck in der Akutphase - erhöhte Freisetzung von Kortisol in den ersten 10 Tagen bis 6 Monate nach dem Tod - Immunbiologische Reaktion: 2--8 Tage nach dem Tod niedriges Niveau an T-Zellen
- Trauertheorien - Stressmodell Stressmodell - Der Tod einer nahestehenden Person ist eine Stressreaktion - Insbesondere in der Akutphase gleiche physiologische Reaktion wie die PTBS oder Angststörung - Symptomcluster - Vermeidungsverhalten - Intrusionen - Anpassungsstörungen
- Trauertheorien - Freud Freud- Trauer und Melancholie 1. Realisierung, dass das Objekt nicht mehr existiert 2. Abziehen aller emotionalen Verknüpfungen und Erinnerungen an das verlorene Objekt 3. Lösung der Libido von dem Objekt 4. Wiederaufnahme und Zuwendung zu neuen Bindungen -> kein empirischer Beweis
- Trauertheorien - Bowlby Bowlby - Bindungstheorie 1. Phase der Betäubung 2. Sehnsucht und Suche nach der verstorbenen Person 3. Phase der Desorganisation und Verzweiflung : Umbruchphase 4. Phase der Reorganisation: Akzeptanz des Verlustes
- Trauertheorien - Kübler- Ross Kübler- Ross - On Death and Dying 1. Nicht wahr haben wollen 2. Wut 3. Feilschen 4. Depression 5. Akzeptanz
- Mortalität trauernder Geschwister Studie von 1981 bis 2002 160.000 Probanden Alter 18-69 Jahre trauernde vs. nicht trauernde Geschwister alle Todesumstände in allen Altergruppen zeigten die trauernden Geschwister eine höhere Mortalität höher bei Verlust eines Kindes oder Elternteils Hohe Mortalität bei Suizid (erhöhter Stress; weniger Bewältigungsstrategien; weniger soziale Unterstützung; gesundheitliche Vulnerabilität)
- Duales Prozessmodell der Trauerbewältigung Verlust- orientiert --> prolongierte Trauer - Trauerarbeit; Intrusionen; Auflösung der Bindungen; Verleugnung/ Vermeidung von Veränderungen Wiederherstellungsorientiert --> Fehlende Trauer - Veränderungen aufmerksam verfolgen; Neue Dinge unternehmen; Sich von der Trauer ablenken; Trauer vermeiden; neue Rollen, Identitäten, Beziehungen aufnehmen
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- Hinterbliebene von Suizid Suizid - plötzlicher, unerwarteter Tod - schreckliche Bilder, die im Zusammenhang mit den Todesumständen stehen - Gewaltsamer Tod durch Selbsteinwirkung - Stigmatisierender Todesumstand Ängste - Sinnfrage - Dominierende Kognition - Insbesondere bei starker Gewalteinwirkung: Suche nach der Motivation Schuldgefühle - Angehörige werfen sich vor: die Situation nicht richtig eingeschätzt zu haben; der Person in der Krise nicht nahe genug gestanden zu haben; Grund für den Suizid gewesen zu sein
- KVT bei Trauernden Gute Wirksamkeit bei traumaähnlichen Symptomen Konfrontation: - Vermeidungsverhalten - In sensu / In vivo - Schreibaufgabe - Erinnerungsgegenstände im Bezug auf die verstorbene Person
- Interventionen zur Bindung an verstorbene Person Continuing Bonds - fortgeführte innere Beziehung mit der verstorbenen Person - Erinnerungsstücke werden genutzt um die Beziehung aktiv aufrecht zu erhalten Leere Stuhl Technik - 1. Beschreibung der Situation - 2. Spuren, welche die person hinterlassen hat - 3. Wünsche an die Zukunft - Perspektivenwechsel - Spurensuche und Aussortieren