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psychiatrie (Subject) / VHB Allg. Psychopathologie (Lesson)

Übung- und Prüfungsfragen

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  • Antriebs- und psychomotorische Störungen (AAALMMMPT) Antriebsarm (SF)  Antriebsgehemmt (S)  Antriebsgesteigert (SF)  Logorrhoisch (F)  Manieriert/bizarr (F)  Motorisch unruhig (SF)  Mutistisch (F)  Parakinese (F)  Theatralisch (F) 
  • Zirkadiane Besonderheiten Morgens schlechter (SF)  Abends schlechter (SF)  Abends besser (SF) 
  • Andere Störungen Sozialer Rückzug (SF)  Soziale Umtriebigkeit (SF)  Aggressivität (SF)  Suizidalität (SF)  Selbstbeschädigung (SF)  Mangel an Krankheitsgefühl (S)  Mangel an Krankheitseinsicht (S)  Ablehnung der Behandlung (SF)  Pflegebedürftig (SF) 
  • BEWUSSTSEINSSTÖRUNGEN: Bewusstseinsverminderung (F) – Quantitativ = Störung der Wachheit bei diesem psychopathologischen Merkmal handelt es sich um ein quantitatives Vigilanz ist ein Begriff aus der Neuropsychologie und wird ähnlich wie Wachheit gebraucht Störungen der Vigilanz oder Wachheit reichen von Benommenheit und Somnolenz über Sopor bis zum Koma, wobei die Patienten in unterschiedlichen Maßen schläfrig und insgesamt verlangsamt sind Im Folgenden die Differenzierung nach Grad der Bewusstseinsverminderung: Benommenheit bedeutet eine leichte Beeinträchtigung von Vigilanz und Bewusstsein der Patient ist schläfrig, jedoch leicht weckbar (z.B. durch Ansprechen oder Anfassen). spontane sprachliche Äußerungen und Bewegungen sind reduziert, der Patient ist jedoch meist gut orientiert Muskeltonus und Reflexe sind unauffällig Benommenheit zeigt sich z.B. in Entspannung und Hypnose, bei höherem Fieber, starker körperlicher Erschöpfung und unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen ist der Patient somnolent, sind Apathie und Schläfrigkeit beobachtbar und er ist nur durch lautes Ansprechen oder Anfassen weckbar die Somnolenz ist jedoch nicht ganz scharf abgrenzbar von der Benommenheit spontane sprachliche Äußerungen liegen häufig nicht mehr vor oder sind kaum verständlich, Bewegungen zeigen sich kaum der Muskeltonus ist beim somnolenten Patienten etwas vermindert, Reflexe sind erhalten und die Reaktion auf Schmerzreize erfolgt gezielt Somnolenz kann in Trancezuständen und unter Hypnose, bei hohem Fieber, bei leichter bis mittlerer Intoxikation und bei beginnendem Hirndruck beobachtet werden ein soporöser Patient ist nur durch starke Weckreize (Schütteln, Zwicken) weckbar, nicht mehr orientiert und sprachliche Äußerungen werden nicht gezeigt werden Schmerzreize verabreicht, sind die Abwehrbewegungen ungezielt und matt die Reflexe sind erhalten, der Muskeltonus ist vermindert und die Atmung vertieft Sopor zeigt sich bei gesteigertem Hirndruck, Hirnentzündungen oder -blutungen, bei stärkerer Intoxikation und nach einem epileptischen Anfall ist der Patient selbst durch stärkste Schmerzreize nicht weckbar, spricht man von Koma Abwehreaktionen erfolgen auf Schmerzreize nicht mehr, die physiologischen Reflexe sind erloschen und es treten pathologische Reflexe auf Störungen bestehen außerdem bei zentralen vegetativen Funktionen wie Atmung, Temperaturregulation und Kreislauf beim Koma können vier Schweregrade unterschieden werden: Koma 1: Bewusstlosigkeit Koma 2: Bewusstlosigkeit mit zusätzlicher Lähmung oder anderen neurologischen Ausfällen Koma 3: Wie Koma 2 mit Streckreaktionen Koma 4: Bewusstlosigkeit mit reaktionslosen Pupillen Koma tritt ein bei schwerer akuter Hirnschädigung oder –blutung, infolge zerebraler Anoxie (Sauerstoffmangel) nach Kreislaufstillstand, bei schwersten Infektionen und im epileptischen Anfall bzw. postiktal (nach einem epileptischen Anfall) eine Sonderform des Komas ist das Coma vigile oder apallisches Syndrom
  • BEWUSSTSEINSSTÖRUNGEN: Bewusstseinstrübung (F) – Qualitativ = Qualitative Beeinträchtigungen der Bewusstseinsklarheit = die Fähigkeit ist gestört, verschiedene Aspekte der eigenen Person und Umwelt zu verstehen, sie sinnvoll miteinander zu verbinden, sich entsprechend mitzuteilen und sinnvoll zu handeln ist das Bewusstsein getrübt, führt dies zu einer Beeinträchtigung des gesamten Erlebens und Verhaltens und ist nicht auf einzelne Bereiche beschränkt Abkehr von der Außenwelt, schlechte Auffassungsgabe, Ablenkbarkeit und Schwerbesinnlichkeit sind Beispiele für Teilsymptome der Bewusstseinstrübung in der klinischen Medizin wird der Begriff häufig weit gefasst und auf fast alle Störungen (mit Ausnahme des Komas auch auf quantitative Störungen) angewandt gelegentlich kann die Unterscheidung zwischen Bewusstseinstrübung und Benommenheit problematisch sein, sollte jedoch prinzipiell aufrechterhalten werden Vorkommen  Beim deliranten Syndrom  Beim amentiellen Syndrom  Bei Intoxikationen  Bei zerebrovaskulären Erkrankungen 
  • BEWUSSTSEINSSTÖRUNGEN: Bewusstseinstrübung (F) – Qualitativ Qualitative Beeinträchtigungen der Bewusstseinsklarheit die Fähigkeit ist gestört, verschiedene Aspekte der eigenen Person und Umwelt zu verstehen, sie sinnvoll miteinander zu verbinden, sich entsprechend mitzuteilen und sinnvoll zu handeln  Vorkommen  Beim deliranten Syndrom  Beim amentiellen Syndrom  Bei Intoxikationen  Bei zerebrovaskulären Erkrankungen 
  • BEWUSSTSEINSSTÖRUNGEN: Bewusstseinstrübung (F) – Qualitativ Qualitative Beeinträchtigungen der Bewusstseinsklarheit die Fähigkeit ist gestört, verschiedene Aspekte der eigenen Person und Umwelt zu verstehen, sie sinnvoll miteinander zu verbinden, sich entsprechend mitzuteilen und sinnvoll zu handeln  Vorkommen  Beim deliranten Syndrom  Beim amentiellen Syndrom  Bei Intoxikationen  Bei zerebrovaskulären Erkrankungen 
  • BEWUSSTSEINSSTÖRUNGEN: Bewusstseinseinengung (SF) – Qualitativ = Einengung des gesamten Erlebens und Verhaltens auf wenige Themen Metapher des „Lichtkegels des Bewusstseins“ bietet sich für das Verständnis dieses qualitativen Merkmals an es ist danach von einem engen und wenig beweglichen Lichtkegel zu sprechen fixiert auf oder fasziniert von bestimmten inneren Erlebnissen oder auch äußeren Gegebenheiten ist der Patient nur vermindert ansprechbar andere Autoren sprechen von einer traumhaften Veränderung des Bewusstseins mit Verkleinerung des Bewusstseinsfeldes Vorkommen  Bei akuter Intoxikation  Bei Hirntraumen  Bei Enzephalitis  Bei Epilepsie (Dämmerzustand)  Gelegentlich bei starken Affekten (z.B. Schock, Panik)  Bei dissoziativen Syndromen 
  • BEWUSSTSEINSSTÖRUNGEN: Bewusstseinsverschiebung (S) – Qualitativ = fast völlig im Subjektiven bleibende qualitative Form der Bewusstseinsstörung, bei der die Patienten berichten, ihr gesamtes Erleben sei erweitert  der Patient erlebt sich als insgesamt lebendiger, wacher, offener und alle Gefühle werden als besonders intensiv erlebt gegenüber dem durchschnittlichen Tagesbewusstsein ist das Bewusstsein verändert, der Bewusstseinsraum ist vergrößert die Patienten haben ein Gefühl der Intensitäts- und Helligkeitssteigerung Vorkommen  Bei Intoxikationen (besonders bei Psychostimulanzien und Halluzinogenen)  Bei beginnender Psychose  Auch bei Gesunden in Meditation, Ekstase 
  • Sonderformen von Bewusstseinsstörungen Hypervigilität Wachkoma (Coma vigile, apallisches Syndrom)  Amentielles Syndrom, Verwirrtheit 
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  • ORIENTIERUNGSSTÖRUNGEN: Zeitliche Orientierungsstörung (S) = Datum (Tag, Monat und Jahr), Wochentag und/oder Jahreszeit werden nicht oder nur teilweise gewusst umfasst das Wissen um Datum, Tag, Tageszeit, Monat, Jahr und Jahreszeit relativ stabil ist das Wissen um Tages- und Jahreszeit generell ist die zeitliche Orientierung leicht störbar ohne Uhr haben die meisten Personen Schwierigkeiten mit der genaueren Schätzung der Tageszeit treten besondere Lebensbedingungen auf, können im Ausnahmefall Wochentag und Datum nicht genau reproduziert werden wird nur der genaue Kalendertag nicht gewusst, ist das noch nicht als Orientierungsstörung zu beurteilen das Datum darf um einen Tag abweichen, der Wochentag muss jedoch gewusst werden die zeitliche Orientierungsstörung ist von der Zeitgitterstörung zu unterscheiden hierbei handelt es sich um eine Gedächtnisstörung, gekennzeichnet durch die Unfähigkeit, Ereignisse in eine zeitliche Abfolge einzuordnen Vorkommen  Bei akuten Hirnfunktionsstörungen  Im alkoholischen oder  Bei Demenz  Bei ungewöhnlichen psychischen Belastungen 
  • ORIENTIERUNGSSTÖRUNGEN: Örtliche Orientierungsstörung (S) = gegenwärtige Aufenthaltsort wird nicht gewusst oder der Patient macht darüber sehr ungenaue Angaben Orientierung im Ort ist das „Wissen um den je gegebenen Ort in seiner geographischen Bestimmung“ die örtliche Orientierung in vertrauter Umgebung (der eigenen Wohnung oder dem Wohnviertel) ist ziemlich stabil, während die örtliche Orientierung in einer neuen Umgebung zunächst erworben werden muss und damit anfangs labil ist zu beachten ist, dass die Person natürlich eine Möglichkeit gehabt haben muss zu erfahren, wo sie sich befindet ist sie über ihren Aufenthaltsort nicht informiert und kann deshalb keine Angaben machen, wird keine örtliche Orientierungsstörung markiert das Ausmaß der örtlichen Desorientierung kann schwanken eine demente Person kann z.B. den Tag über wissen, dass sie sich in einem Krankenhaus befindet – jedoch nicht wo und in welchem – nachts jedoch glaubt sie, sie sei zu Hause auch ist die Unterscheidung zwischen praktischer und abstrakter Orientierung wichtig: z.B. findet sie sich auf dem Klinikgelände zurecht das Wissen über das Gebäude oder die Stadt in der sich die Klinik befindet, fehlt dieser Person jedoch. Damit ist die abstrakte Orientierung nicht gegeben die örtliche Desorientierung ist auch nach der Vertrautheit oder Fremde des Ortes einzuschätzen: es macht einen Unterschied ob eine Person in der eigenen Wohnung oder in unvertrauter Umgebung desorientiert ist findet sich ein Patient in seiner Umgebung nicht zurecht (z.B. wenn er auf der Station sein Zimmer nicht wieder findet), wird keine örtliche Orientierungsstörung, sondern eine Gedächtnisstörung markiert Vorkommen  Bei akuten Hirnfunktionsstörungen  Im alkoholischen oder Drogenrausch  Bei Demenz  Bei ungewöhnlichen psychischen Belastungen 
  • ORIENTIERUNGSSTÖRUNGEN: Situative Orientierungsstörung (S) = gegenwärtige Situation wird in ihrem Bedeutungs- und Sinnzusammenhang nur teilweise oder gar nicht erfasst beschreibt das „Erfassen der jeweiligen Situation in ihrem Bedeutungs- und Sinnzusammenhang für die eigene Person“, z.B. das Wissen, sich in einem Krankenhaus zu befinden und die dort Arbeitenden als Ärzte und Krankenschwestern zu erkennen die situative Orientierung schließt auch das Wissen, warum man sich an diesem bestimmten Ort befindet und in welchem Verhältnis man zu den anwesenden Menschen steht, mit ein somit hängt die situative Orientierung auch mit der Orientierung am Ort, der zeitlichen Orientierung und der Orientierung zur Person zusammen allerdings ist diese Leistung komplexer und damit auch leicht störanfällig: „Situative Orientierung ist Selbstvergegenwärtigung in Bezug auf einen biographischen Ort“ vorausgesetzt wird dabei das Auffassen, Verstehen und Interpretieren der aktuellen Situation im lebensgeschichtlichen Kontext eine kurzdauernde situative Desorientierung kann beim Erwachen aus Bewusstseinsstörungen oder selten auch aus tiefem Schlaf, besonders in ungewohnter Umgebung, auftreten handelt es sich bei der situativen Desorientierung um einen andauernden, wenn auch im Ausmaß schwankende Desorientierung, so kann das ein Zeichen einer schweren Störung mit meist organischen Ursachen sein Vorkommen  Bei akuten Hirnfunktionsstörungen  Im alkoholischen oder Drogenrausch  Bei Demenz  Bei ungewöhnlichen psychischen Belastungen 
  • ORIENTIERUNGSSTÖRUNGEN: Orientierungsstörungen über die eigene Person (S) = persönliche lebensgeschichtliche Situation wird nicht oder nur teilweise gewusst personelle Desorientierung bedeutet, dass die Fähigkeit, eigene persönliche Merkmale (z.B. Name, Alter, Beruf) zu erinnern oder zu rekonstruieren, beeinträchtigt oder nicht mehr vorhanden ist dies beinhaltet auch den Verlust der personellen Identität und der damit verbundenen Lebensbezüge (Vergessen der Lebensgeschichte bzw. der Personalität sind möglich) diese Störung ist neben der situativen Orientierungsstörung die klinisch-psychopathologisch schwerwiegendste Störung, sie ist praktisch immer mit Störungen der anderen Orientierungsqualitäten verbunden kurzdauernde autopsychische Desorientierung kommt auch beim Erwachen aus einer Bewusstseinsstörung vor, wird jedoch meist innerhalb von Sekunden korrigiert Vorkommen  Bei akuten Hirnfunktionsstörungen  Im alkoholischen oder Drogenrausch  Bei Demenz  Bei ungewöhnlichen psychischen Belastungen 
  • AUFMERKSAMKEITS- UND GEDÄCHTNISSTÖRUNGEN: Auffassungsstörungen (SF) = Störung der Fähigkeit, Äußerungen und Texte in ihrer Bedeutung zu begreifen und sinnvoll miteinander zu verbinden = gemeint ist die kognitive Verarbeitung erhaltener Information  Auffassung kann vermindert oder falsch sein (z.B. begreift der Patient Fragen nicht in der richtigen Bedeutung bzw. gar nicht) aber auch erschwert und verlangsamt (was auch als „schwerbesinnlich“ bezeichnet wird) auch Konkretismus wird hier abgebildet unter diesem Begriff wird die Beeinträchtigung der Fähigkeit zu abstrahierend-symbolischen Denken verstanden Patienten können beispielsweise Elemente schwer bzw. gar nicht zu Klassen zuordnen es zeigen sich Probleme bei Verallgemeinerungen und Haftenbleiben an Details oder persönlichen Bezügen bei der Erklärung von metaphorischen Redefiguren Vorkommen  Unspezifisch, auch bei Gesunden (z.B. bei Übermüdung, unter Drogeneinfluss)  Bei organischen Störungen  Bei Schizophrenie  Bei affektiven Störungen  Bei Aufmerksamkeitsdefizitstörung 
  • AUFMERKSAMKEITS- UND GEDÄCHTNISSTÖRUNGEN: Konzentrationsstörungen (SF) = verminderte Fähigkeit, die Aufmerksamkeit einer Tätigkeit oder einem Thema ausdauernd zuzuwenden klinisch werden Konzentrationsstörungen häufig gleichgesetzt mit Störungen des Immediatgedächtnisses die Fähigkeit ist also gestört, aufmerksam zu sein, Wahrgenommenes zu registrieren und sofort reproduzieren zu können klinisch zu differenzieren sind Störungen der Daueraufmerksamkeit: bei emotional negativ besetzten und/oder monotonen Tätigkeiten Selektiven Aufmerksamkeit: Konzentration auf spezifische Aspekte einer Tätigkeit bei Ablenkung Geteilten Aufmerksamkeit: Konzentration auf einzelne Aspekte unterschiedlicher Reize, z.B. im Gespräch. Differenzierung Daueraufmerksamkeit: bei emotional negativ besetzten und/oder monotonen Tätigkeiten Selektiven Aufmerksamkeit: Konzentration auf spezifische Aspekte einer Tätigkeit bei Ablenkung Geteilten Aufmerksamkeit: Konzentration auf einzelne Aspekte unterschiedlicher Reize, z.B. im Gespräch  Vorkommen  Unspezifisch, auch bei Gesunden (z.B. bei Übermüdung, unter Drogeneinfluss)  Bei organischen Störungen  Bei Schizophrenie  Bei affektiven Störungen  Bei Aufmerksamkeitsdefizitstörung 
  • AUFMERKSAMKEITS- UND GEDÄCHTNISSTÖRUNGEN: Merkfähigkeitsstörungen (SF) = Herabsetzung oder Aufhebung der Fähigkeit, sich neue Informationen über einen Zeitraum von ca. 10 Minuten zu merken  Fähigkeit, sich frische Eindrücke über den relativ kurzen Zeitraum von 10 Minuten zu merken, ist eingeschränkt Vorkommen  Bei schweren organischen Störungen  Bei Schizophrenie  Bei Depression 
  • AUFMERKSAMKEITS- UND GEDÄCHTNISSTÖRUNGEN: Gedächtnisstörungen (SF) Herabsetzung oder Aufhebung der Fähigkeit, Informationen länger als ca. 10 Minuten zu speichern bzw. Erlerntes aus dem Gedächtnis abzurufen  Störungen des eher labilen Frischgedächtnisses (bis ca. 1 Stunde) und des eher stabilen Altgedächtnisses (Erinnerungen an weiter zurückliegende Erfahrungen) werden hier abgebildet Zu den Gedächtnisstörungen zählen auch: Amnesien: zeitlich oder inhaltlich begrenzte Gedächtnislücken, die häufig für die Zeit einer Bewusstseinsstörung bestehen. Zeitgitterstörungen: Gedächtnisstörung mit schwerer zeitlicher Orientierungsstörung und Unfähigkeit des Patienten, Gedächtnisinhalte zeitlich richtig zu ordnen. Er hat viele Einzelerinnerungen, weiß aber nicht, in welche Zeit sie gehören. Vorkommen  Bei schweren organischen Störungen  Bei Schizophrenie  Bei Depression 
  • AUFMERKSAMKEITS- UND GEDÄCHTNISSTÖRUNGEN: Konfabulationen (F) = Erinnerungslücken werden mit spontan wechselnden Einfällen ausgefüllt  tauchen z.B. im Rahmen von Merkfähigkeits- oder Gedächtnisstörungen Erinnerungslücken auf, werden diese mit Einfällen ausgefüllt, die der Patient für echte Erinnerungen hält es kann auch vorkommen, dass für die gleiche Erinnerungslücke immer andere konfabulierte Inhalte eingesetzt werden  Vorkommen  Bei schwersten Merkfähigkeits- und Gedächtnisstörungen 
  • Paramnesien (S) = Erinnerungsverfälschungen oder –täuschungen Gedächtnisleistung ist hier unbeeinträchtigt, es handelt sich vielmehr um Täuschungen des Gedächtnisses, um falsche Erinnerungen eigentlich handelt es sich bei den Paramnesien um inhaltliche Denkstörungen, da es jedoch häufig zu Verwechslungen mit Gedächtnisstörungen kommt, werden sie hier aufgeführt Zu den Paramnesien werden gezählt: Déjà-vu-Erlebnisse: Patient hat das Gefühl, Dinge schon einmal gesehen und erlebt zu haben, wobei er weiß, dass es sich um eine Täuschung handelt Jamais-vu-Erlebnisse: Patient hat das Gefühl, Dinge noch nie erlebt zu haben, gleichzeitig aber das Wissen, dass es sich dabei um eine Täuschung handelt Ekmnesien: Störungen der zeitlichen Einordnung bzw. des Zeiterlebens, wobei die Vergangenheit als Gegenwart erlebt wird Hypermnesien: Hier ist die Erinnerungsfähigkeit gesteigert Flashbacks: Nachhallerinnerungen, bei denen der Patient vergangenes Geschehen erneut durchlebt Intrusionen: Erinnerungen an ein traumatisches Erlebnis drängen sich auf Vorkommen  Auch bei Gesunden (in Erschöpfungszuständen, in Träumen)  Nach Halluzinogenkonsum  Bei beginnender Schizophrenie  Bei Manie  Selten auch bei organischen Störungen  Bei PTBS (vor allem Flashbacks und Intrusionen) 
  • AUFMERKSAMKEITS- UND GEDÄCHTNISSTÖRUNGEN: Paramnesien (S) = Erinnerungsverfälschungen oder –täuschungen Gedächtnisleistung ist hier unbeeinträchtigt, es handelt sich vielmehr um Täuschungen des Gedächtnisses, um falsche Erinnerungen eigentlich handelt es sich bei den Paramnesien um inhaltliche Denkstörungen, da es jedoch häufig zu Verwechslungen mit Gedächtnisstörungen kommt, werden sie hier aufgeführt Zu den Paramnesien werden gezählt: Déjà-vu-Erlebnisse: Patient hat das Gefühl, Dinge schon einmal gesehen und erlebt zu haben, wobei er weiß, dass es sich um eine Täuschung handelt Jamais-vu-Erlebnisse: Patient hat das Gefühl, Dinge noch nie erlebt zu haben, gleichzeitig aber das Wissen, dass es sich dabei um eine Täuschung handelt Ekmnesien: Störungen der zeitlichen Einordnung bzw. des Zeiterlebens, wobei die Vergangenheit als Gegenwart erlebt wird Hypermnesien: Hier ist die Erinnerungsfähigkeit gesteigert Flashbacks: Nachhallerinnerungen, bei denen der Patient vergangenes Geschehen erneut durchlebt Intrusionen: Erinnerungen an ein traumatisches Erlebnis drängen sich auf Vorkommen  Auch bei Gesunden (in Erschöpfungszuständen, in Träumen)  Nach Halluzinogenkonsum  Bei beginnender Schizophrenie  Bei Manie  Selten auch bei organischen Störungen  Bei PTBS (vor allem Flashbacks und Intrusionen) 
  • FORMALE DENKSTÖRUNGEN: Gehemmt (S) = das Denken wird vom Patienten subjektiv als gebremst, verlangsamt oder blockiert (wie gegen einen inneren Widerstand) empfunden Patient äußert sich meist mit leiser Stimme und oft unterbrochen er muss immer wieder angesprochen werden der Patient kann die Hemmung bzw. Erschwerung des Denkablaufs nicht aufheben, auch wenn er sich offensichtlich darum bemüht der Patient kann das subjektive Erleben haben, überhaupt nicht mehr denken zu können diese „Gedankenleere“ empfinden häufig Patienten mit einer fortgeschrittenen Demenz Vorkommen  Leitsymptom für melancholische Depressionen  Bei organischen Störungen, Demenz  Bei Schizophrenie 
  • FORMALE DENKSTÖRUNGEN: Verlangsamt (F) = das Denken erscheint dem Beobachter verlangsamt und schleppend das verlangsamte Denken führt zu einem trägen, zähflüssigen Gesprächsablauf und ist äquivalent zu „gehemmtem Denken“, allerdings beurteilt aus Fremdperspektive der Betroffene teilt sich schwerfällig und monoton – teils mit einfallsarmen, dürftigen Inhalten – sprachlich mit Vorkommen  Unspezifisch, häufig bei organischen Störungen  Bei Schizophrenie  Bei Depressionen  Bei Minderbegabung  Auch bei Gesunden 
  • FORMALE DENKSTÖRUNGEN: Umständlich (F) als umständlich bezeichnet man ein Denken, das bezogen auf den Gesprächsinhalt das Nebensächliche nicht vom Wesentlichen trennt der inhaltliche Zusammenhang bleibt dabei stets gewahrt Patient verliert sich weitschweifig oder pedantisch kleinkrämerisch in unwichtige Einzelheiten und bleibt an ihnen hängen, ohne ganz vom Ziel abzukommen Gang der Exploration wird durch diese Weitschweifigkeit behindert Umständlichkeit kann beispielsweise die Folge mangelnder Abstraktionsgabe sein, sie kann auch als Folge der Unfähigkeit auftreten, Nebensächliches wegzulassen (wobei die intellektuellen Fähigkeiten zum Erkennen von Nebensächlichkeiten gegeben sind) Vorkommen  Unspezifisch, bei organischen Störungen und anderen psychischen Krankheiten  Als Folge anlagebedingter mangelnder Abstraktionsgabe  Persönlichkeitsbedingt (Kleinkrämerei)  Bei Schizophrenie  Bei Manie 
  • FORMALE DENKSTÖRUNGEN: Eingeengt (SF) Einschränkung des inhaltlichen Denkumfanges, Verhaftetsein an ein Thema oder an wenige Themen, Fixierung auf wenige Zielvorstellungen dem Patienten bereitet es Mühe, im Gespräch von einem Thema auf ein anderes überzugehen, oder er kommt immer wieder auf das alte Thema zurück Dem eingeengten Denken fehlt die Überschau, das Einbeziehen verschiedener Gesichtspunkte der Patient selbst kann die Einengung als Nichtloskommen von bestimmten Gedanken empfinden, als Gedankenkreisen oder Grübeln in der Exploration muss der Untersucher verschiedene Themen anbieten dies ist wichtig, weil zwar das Thema Krankheit Gegenstand einer psychiatrischen Exploration ist, dies jedoch nicht automatisch einer Denkeinengung entspricht innerhalb des Themas Krankheit würde erst dann von Denkeinengung gesprochen werden, wenn der Patient auf einzelne Aspekte davon fixiert ist, von denen er sich trotz Angebot nicht oder nur schwer lösen kann (z.B. ein depressiver Patient, der auf das Thema der gestörten Verdauung eingeengt ist) Vorkommen  Unspezifisch, häufig bei affektiven Störungen (Depression)  Bei organischen Störungen  Auch bei Gesunden 
  • FORMALE DENKSTÖRUNGEN: Perseverierend (F) = Haftenbleiben an zuvor gebrauchten Worten oder Angaben, die im aktuellen Zusammenhang nicht mehr sinnvoll sind der Untersucher schätzt bei diesem Merkmal ein, ob Wiederholungen des Gesagten im Gesprächszusammenhang sinnvoll sind ein Patient bezeichnet beispielsweise einen Stift korrekt als „Stift“; danach wiederholt er aber immer wieder das Wort „Stift“, wenn er aufgefordert wird, andere Gegenstände zu bezeichnen oder seinen Namen zu nennen Vorkommen  Bei Schizophrenie  Unspezifisch bei organischen Störungen  Auch bei Gesunden  Als Folge anlagebedingter Abstraktionsgabe  Persönlichkeitsbedingt (Kleinkrämerei) 
  • FORMALE DENKSTÖRUNGEN: Grübeln (S) = Unablässiges gedankliches Beschäftigtsein mit meist unangenehmen Themen Gedanken des Patienten kreisen immer um die gleichen Inhalte, wobei das Denken ohne Ergebnis bleibt sie werden vom Patienten nicht als fremd erlebt und stehen meist mit der aktuellen Lebenssituation im Zusammenhang zentral dabei ist, dass die Patienten mit ihrem Denken nie zu einem Ziel kommen, sondern immer wieder neu anfangen sie sind nur mit Mühe zu unterbrechen das Grübeln wird von den Patienten als unangenehm oder sogar quälend erlebt grübeln wird zum Teil auch als Gedankenkreisen oder gramvolles Sinnieren geschildert Vorkommen  unspezifisch, häufig bei affektiven Störungen  bei organischen Störungen  auch bei Gesunden 
  • FORMALE DENKSTÖRUNGEN: Gedankendrängen (S) = der Patient fühlt sich dem Druck vieler verschiedener Einfälle oder Gedanken ausgeliefert dem Patienten ist es unmöglich, die Füllen der ständig neuen, andrängenden Gedanken zu ordnen und zu beherrschen diese Gedanken können sinnvoll aber auch sinnlos sein, manchmal überstürzen sie sich oder laufen automatisch ab das Denken muss dabei dem Beobachter nicht beschleunigt erscheinen Vorkommen  Bei Manie  Bei Schizophrenie 
  • FORMALE DENKSTÖRUNGEN: Ideenflüchtig (F) = Vermehrung von Einfällen, die aber nicht mehr von einer Zielvorstellung straff geführt werden Ziel des Denkens kann auf Grund von Assoziationen ständig wechseln oder verloren gehen der ideenflüchtige Patient gerät vom Hundertsten ins Tausendste und kann einen Gedanken meist nicht zu Ende führen, weil sein Denken ständig von dazwischenkommenden Einfällen abgelenkt wird Ähnlichkeiten gibt es zu „umständlichem Denken“, allerdings gelangen die Gedanken dabei – im Gegensatz zum Ideenfluss - zu einem Ziel bzw. Abschluss die Ablenkung vom stringenten Gedankengang kann auf äußeren Einflüssen wie beispielsweise Geräuschen oder auf gedanklichen Assoziationen beruhen im Gegensatz zum „Inkohärenten/Zerfahrenem Denken“ kann der Untersucher der flüchtigen Ideenassoziation meist noch folgen beim Ideenfluss sind häufig „gelockerte Assoziationen“ festzustellen, d.h. es gibt noch lockere Verbindungen, wie z.B. Reime: der Patient spricht erst über „Geld“, dann über „Welt“ das Denken des ideenflüchtigen Patienten muss nicht beschleunigt sein Ideenflucht muss nicht Ideenreichtum entsprechen; häufig werden dieselben Ideen in ungeordneter Reihenfolge wiederholt Ideenflucht zeugt auch nicht von einer Erhöhung der kognitiven Leistung, sondern meist nur von einem Wegfall der Hemmungen der Patient selbst kann die Ideenflucht als „Gedankendrängen“ empfinden Vorkommen  In manischen Phasen  Bei maniformen Syndromen  Bei organischen Störungen  Bei Schizophrenie 
  • FORMALE DENKSTÖRUNGEN: Vorbeireden (F) = der Patient verfehlt mit seiner Antwort das Thema der Frage, obwohl er die Frage verstanden hat entscheidend für die Beurteilung ist, dass der Patient am Thema der Frage vorbeiredet und nicht, ob die Antwort falsch ist (wie z.B. bei einer falschen Prüfungsantwort) vermutet der Untersucher, dass der Patient vorbeiredet, muss er sich vergewissern, ob der Patient die Frage richtig verstanden hat und sollte den Patienten bitten, sie noch einmal zu wiederholen es macht oft den Anschein, dass Patienten absichtlich vorbeireden, dies ist jedoch nicht der Fall vorbeireden ist nicht intentioniert das umgangssprachliche „Aneinander-Vorbeireden“ oder absichtliches Nichteingehen auf eine Frage („Um-den-heißen-Brei-Reden“) sind damit nicht gemeint Vorkommen  Bei Schizophrenie 
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  • FORMALE DENKSTÖRUNGEN: Gesperrt/Gedankenabreißen (SF) = plötzlicher Abbruch eines sonst flüssigen Gedankenganges oder des Sprechens ohne erkennbaren Grund der Patient stockt mitten im Satz, schweigt, „verliert den Faden“, greift dann das Gespräch unter Umständen mit einem ganz anderen Thema wieder auf Ähnlichkeiten gibt es dabei zu „ideenflüchtigem Denken“, nur dass der Patient bei Gedankensperrungen bzw. -abreißen nach dem Gedankenabriss nicht sofort einen neuen Einfall hat, d.h. er kann den „verlorenen Faden“ nicht wieder knüpfen auf Nachfrage wird bezüglich der Pausen „Gedankenleere“ angegeben Vorkommen  Bei Schizophrenie 
  • FORMALE DENKSTÖRUNGEN: Inkohärent/Zerfahren (F) = Denken und Sprechen des Patienten verlieren für den Untersucher ihren verständlichen Zusammenhang im Extremfall sind sie bis in einzelne, scheinbar zufällig durcheinander gewürfelte Sätze, Satzgruppen oder Gedankenbruchstücke zerrissen bei leichten Formen mit unlogischem Denken (Paralogik) kann der Satzbau noch intakt sein bei schweren Formen ist er zerstört (Paragrammatismus) bis zu unverständlichem, sinnlosem Wort- und Silbengemisch (Sprachzerfall, Schizophasie umgangssprachlich wird derartiges Sprechen als „schizophrenisch“ bezeichnet die Inkohärenz des Denkens kann mit jeder Veränderung der Denkgeschwindigkeit verbunden sein die zum Ausdruck kommende Verworrenheit ist das Resultat desorganisierten Denkens und darf nicht mit Verwirrtheit als Form der Bewusstseinstörung verwechselt werden  „Schizophrenes Sprechen“ tritt häufig auf, wenn der (dann meist chronisch) Kranke auf seine „wunden Stellen“, seinen Wahn oder frühere Erlebnisse angesprochen wird möglich ist auch, dass der akut Kranke dann in eine Denkverwirrung hineingerät, weil sie von Chaos, Angst, Panik oder Ratlosigkeit überwältigt werden Vorkommen  Bei Schizophrenie  Bei organischen Psychosen  Bei manisch verworrener Ideenflucht 
  • FORMALE DENKSTÖRUNGEN: Neologismen (F) = Wortneubildungen oder Wortverwendungen, die der sprachlichen Konvention nicht entsprechen und oft nicht unmittelbar verständlich sind bei diesem Merkmal ist der semantisch ungewöhnliche Gebrauch von Worten abzubilden häufig entsprechen Neologismen auch der Verknüpfung von heterogenen Dingen (Kontaminationen) in Extremfällen kann vom Patienten eine künstliche Sprache gebildet oder gebraucht werden Begriffe, die in bestimmten Kreisen oder Subkulturen (Jugendszene, Drogenszene) gebräuchlich sind, werden hier nicht abgebildet, das Gleiche gilt für unzureichende Sprachkenntnis Vorkommen  Bei Schizophrenie 
  • BEFÜRCHTUNGEN UND ZWÄNGE: Misstrauen (SF) = das Verhalten anderer Menschen wird ängstlich, unsicher oder feindselig auf die eigene Person bezogen im psychopathologischen Befund wird Misstrauen daher auch erst erfasst, wenn es pathologisch ist: „Wenn wir grundsätzlich allen Menschen gegenüber und chronisch misstrauisch sind, ohne, dass diese uns bislang einen Grund für ein Misstrauen gegeben haben, dann verhindert unser Misstrauen, dass wir enge zwischenmenschliche Beziehungen eingehen können“ Vorkommen  Bei Wahn  Bei Demenz  Bei Persönlichkeitsstörungen (z.B. paranoide) 
  • BEFÜRCHTUNGEN UND ZWÄNGE: Hypochondrie (S) = Ängstlich getönte Beziehung zum eigenen Körper, an dem z.B. Missempfindungen wahrgenommen werden, mit offensichtlich unangemessener Befürchtung, körperlich krank bzw. verunstaltet zu sein oder zu werden; normale Körpervorgänge bekommen oft eine übermäßige Bedeutung körperliche Phänomene werden mit gesteigerter Aufmerksamkeit ängstlich-sorgenvoll beobachtet und überbewertet dabei kann der Gegenstand hypochondrischer Befürchtung wechseln. auch körperbezogene Ängste vor zukünftigen Krankheiten, die umgangssprachlich als Phobie bezeichnet werden, wie z.B. Herzphobie, AIDS-Phobie oder Karzinophobie (Angst vor einer Krebserkrankung) können hier abgebildet werden die Betroffenen lassen sich immer wieder medizinisch untersuchen, doch die Ergebnisse (in der Regel ohne Befund) bringen nur kurzfristige Beruhigung das Informationsbedürfnis über verschiedene Krankheiten ist groß und führt zu neuen Ängsten solche überwertigen Ideen können sich bis zu einem hypochondrischen Wahn steigern: Die Betroffenen glauben fest daran, dass sie von anderen über den eigenen Gesundheitszustand angelogen werden im Unterschied zur Phobie können die angstauslösenden Situationen nicht vermieden werden, was zur Verstärkung von Angst und Hilflosigkeit führt Vorkommen  Bei überbesorgten oder ängstlich-vermeidenden Persönlichkeiten  Bei somatoformen Störungen  Bei Angsterkrankungen  Bei Depressionen  Bei Psychosen als hypochondrischer Wahn 
  • BEFÜRCHTUNGEN UND ZWÄNGE: Phobien (S) = Angst vor bestimmten Situationen oder Objekten, die meist Vermeidungsreaktionen zur Folge haben Phobie bezieht sich auf bestimmte Situationen oder Objekte und ihre Unangemessenheit und Unbegründetheit wird vom Patienten erkannt Patient versucht, Konfrontationen mit den angstauslösenden Objekten oder Situationen zu vermeiden Vorkommen  Auch beim Gesunden  Bei Zwangsstörungen  Bei Angststörungen 
  • BEFÜRCHTUNGEN UND ZWÄNGE: Zwangsdenken (S) = immer wieder sich aufdrängende Gedanken oder Vorstellungen, die als unsinnig oder übertrieben erlebt werden häufig erlebt der Patient Zwangsgedanken als quälend die Gedanken sind nicht kontrollierbar oder nur schwer zu unterbinden und drängen sich gegen inneren Widerstand auf der Patient empfindet jedoch die Gedanken als eigene und nicht als von außen eingegebene Vorkommen  Bei pedantischer Persönlichkeit  Bei frühkindlichem Autismus  Bei Depressionen  Manchmal bei beginnender Schizophrenie 
  • BEFÜRCHTUNGEN UND ZWÄNGE: Zwangsimpulse (S) = immer wieder sich aufdrängende Impulse, bestimmte Handlungen auszuführen, die als unsinnig oder übertrieben erlebt werden ebenso wie Zwangsgedanken werden auch Zwangsimpulse vom Patienten häufig als quälend erlebt er kann sie gar nicht oder nur schwer unterbinden und sie drängen sich gegen inneren Widerstand auf der Patient empfindet die Zwangsimpulse jedoch als eigene und nicht als von außen eingegeben. Impulse, etwas zu kontrollieren, andere oder sich selbst zu schädigen und obszöne Wörter auszustoßen zählen zu den Zwangsimpulsen „Zwangsimpulse beinhalten insbesondere: man werde weniger sich als andere schädigen, z.B. aus einem Fenster stürzen und dabei dem eigenen Kind etwas antun; mit einem Messer, sobald man es in die Hand nehme, jemanden verletzen oder gar töten; Obszönes oder Blasphemisches aussprechen, also Verbotenes wollen, denken oder tun Zwangsimpulse sind demnach bevorzugt aggressiver Art“ Vorkommen  Bei pedantischer Persönlichkeit  Bei frühkindlichem Autismus  Bei Depressionen  Manchmal bei beginnender Schizophrenie 
  • BEFÜRCHTUNGEN UND ZWÄNGE: Zwangshandlungen (S) = immer wieder ausgeführte Handlungen, die meist als unsinnig oder übertrieben erlebt werden bestimmte Handlungen oder Rituale müssen vom Patienten zwanghaft in einer genau vorgeschriebenen Form wiederholt werden, wobei oft auch eine bestimmte Anzahl an Wiederholungen eingehalten wird diese Handlungen nehmen viel Zeit in Anspruch und sind für den Patienten meist sehr quälend der Patient kann sie gar nicht oder nur schwer unterbinden, die Handlungen werden nicht als von außen bestimmt, sondern als zur eigenen Person zugehörig erlebt zu den Zwangshandlungen gehört z.B. der Zählzwang, bei dem Objekte (Formulare, Wagen eines Eisenbahnzuges usw.) immer von neuem gezählt werden müssen leiden Patienten unter Kontrollzwang, müssen sie zwanghaft wiederholt überprüfen, ob z.B. die Tür verriegelt, das Licht ausgeschaltet, der Brief richtig eingeworfen ist beim Ordnungszwang muss auf dem Schreibtisch oder im Kleiderschrank eine bestimmte Ordnung immer wieder hergestellt werden oder es muss eine genau festgelegte Reihenfolge bei der Verrichtung alltäglicher Aufgaben eingehalten werden leidet der Patient an Waschzwang ist er unaufhörlich damit beschäftigt, seine Hände oder andere Körperteile zu waschen Vorkommen  Bei pedantischer Persönlichkeit  Bei frühkindlichem Autismus  Bei Depressionen  Manchmal bei beginnender Schizophrenie 
  • WAHN: Wahnstimmung (S) = Wahnstimmung meint eine besondere, häufig diffuse emotionale Gespanntheit im Vorfeld des Wahns diese Stimmung besteht in einem Bedeutungszumessen und Inbeziehungsetzen, Meinen, Vermuten und Erwarten, das von Gesunden so nicht nachvollzogen werden kann dabei gibt es die verschiedensten Grundtönungen der Stimmung; am häufigsten ist die Stimmung der Unheimlichkeit, des Misstrauens, des Verändertseins, der Bedrohung, der Angst, des Argwohns, der Ratlosigkeit, manchmal aber auch der Gehobenheit, Euphorie und Zuversicht in der Wahnstimmung ist der Wahninhalt noch nicht definiert, deshalb kann der Patient meistens keine Gründe für sein Erleben angeben der Patient hat die Gewissheit, dass „etwas passiert“, „etwas im Gange ist“, er gibt Ereignissen nicht nachvollziehbar motivierte Bedeutungen, ohne, dass der genaue Inhalt angegeben werden kann die Welt erscheint ihm unheimlich verändert und bedrohlich Vorkommen  Bei Schizophrenie  Bei wahnhaften Störungen  Bei affektiven Störungen  Bei organischen Störungen 
  • WAHN: Wahnwahrnehmung (S) = reale Sinneswahrnehmungen erhalten eine abnorme Bedeutung, meist im Sinne der Eigenbeziehung, ohne dass hierfür ein rational der emotional verständlicher Anlass besteht die Wahnwahrnehmung ist eine wahnhafte Fehlinterpretation einer an sich richtigen Wahrnehmung an sich richtige Wahrnehmungen werden wahnhaft umgedeutet und bekommen nicht zukommende falsche, meist Ich-bezogene Bedeutungen Vorkommen  Bei Schizophrenie Bei wahnhaften Störungen  Bei affektiven Störungen  Bei organischen Störungen 
  • WAHN: Wahneinfall (S) = rein gedankliche, neu aufgetretene wahnhafte Vorstellungen und Überzeugungen der Wahneinfall gehört zu den kleinsten geistigen Einheiten des Wahns von manchen Autoren wird Wahneinfall mit Wahnideen (die im AMDP-System nicht extra aufgelistet sind) und Wahngedanken gleichgesetzt Abgrenzung zur Wahrnehmung besteht darin, dass dem Wahneinfall keine spezielle Wahrnehmung vorausgeht Vorkommen Bei Schizophrenie  Bei wahnhaften Störungen  Bei affektiven Störungen  Bei organischen Störungen 
  • WAHN: Wahngedanken (S) = aus Wahnwahrnehmungen oder Wahneinfällen hervorgegangen und festgehaltene wahnhafte Überzeugungen Wahngedanken gehören zu den kleinsten geistigen Einheiten des Wahns es handelt sich um eine gedankliche Ausarbeitung mehrerer Wahneinfälle oder Wahnwahrnehmungen Vorkommen  Bei Schizophrenie  Bei wahnhaften Störungen  Bei affektiven Störungen  Bei organischen Störungen 
  • WAHN: Systematisierter Wahn (S) beschreibt den Grad der Verknüpfung (logisch oder auch paralogisch) einzelner Wahnsymptome mit anderen Wahnphänomenen, Sinnestäuschungen, Ich-Störungen oder auch nicht krankhaft veränderten Beobachtungen und Erlebnissen einzelne Wahneinfälle werden wahnhaft verarbeitet, verknüpft und können sich in einer logischen Abfolge strukturieren: es formiert sich ein Wahnsystem (auch systematisierter Wahn genannt) Vorkommen  Bei Schizophrenie  Bei wahnhaften Störungen  Bei affektiven Störungen  Bei organischen Störungen 
  • WAHN: Wahndynamik (SF) = das Ausmaß der Affekte, die im Zusammenhang mit dem Wahn auftreten wenn der Patient die Wahngedanken mit nur geringer affektiver Beteiligung und wenig psychomotorischem Ausdruck vorbringt, ist von einer geringen Wahndynamik auszugehen so kann es z.B. bei langandauernder Schizophrenie zu einem eingeschliffenen „Herunterleiern“ von Wahngedanken kommen, es ist dann keine emotionale Beteiligung mehr spürbar weint der Patient hingegen verzweifelt und klagt händeringend über seine Verfehlungen, liegt eine starke Ausprägung der Wahndynamik vor eine starke Wahndynamik spricht für eine floride Psychose, eine geringe für abgeklungene Produktivität Vorkommen  Bei Schizophrenie  Bei wahnhaften Störungen  Bei affektiven Störungen  Bei organischen Störungen 
  • WAHN: Beziehungswahn (S) = Wahnhaftes Beziehen von Ereignissen auf die eigene Person Patient ist davon überzeugt, dass sich Dinge in seiner Umwelt auf ihn beziehen, bzw. seinetwegen geschehen so bezieht er beispielsweise Nachrichten in Radio oder Fernsehen auf sich und wähnt, dass andere sich in seiner Abwesenheit über ihn sprechen und lustig machen man spricht auch von „Beziehungssetzung ohne Anlass“ der Beziehungswahn ist oft verbunden mit dem Verfolgungswahn auch der Liebeswahn (auch erotischer Beziehungswahn und Erotomanie genannt), also die wahnhafte Überzeugung, dass eine andere Person in den Patienten verliebt sei, diese Liebe aber nicht zulassen könne, wird hier abgebildet dieser Wahn kommt vor allem bei Frauen vor Vorkommen  Bei Schizophrenie  Bei wahnhaften Störungen  Bei affektiven Störungen  Bei organischen Störungen 
  • WAHN: Beeinträchtigungs- und Verfolgungswahn (S) = Patient erlebt sich als Ziel von Feindseligkeiten. Er wähnt sich bedroht, gekränkt, beleidigt, verspottet oder verhöhnt; er weiß, dass man nach seinem Hab und Gut, nach seiner Gesundheit oder gar nach seinem Leben trachtet der Patient sieht das, was um ihn herum passiert, gegen sich gerichtet (also nicht nur auf sich bezogen wie beim Beziehungswahn) er ist davon überzeugt, dann man ihn beleidigen, schädigen oder sogar vernichten wolle der Patient deutet Ereignisse wahnhaft um: ein Komplott werde geschmiedet, eine Vernichtungsaktion geplant und bestimmte Menschen seien Verfolger, Hintermänner, Drahtzieher etc. Vorkommen  Bei Schizophrenie  Bei wahnhaften Störungen  Bei affektiven Störungen  Bei organischen Störungen 
  • WAHN: Eifersuchtswahn (S) = Wahnhafte Überzeugung, vom Lebenspartner betrogen und hintergangen zu werden Patienten mit Eifersuchtswahn (auch „Othello-Syndrom“ oder „Wahn ehelicher Untreue“ genannt) sind davon überzeugt, dass ihr Partner ein Intimverhältnis zu einem anderen aufgenommen hat oder aufnehmen möchte diese Wahnform ist bei Männern zwei- bis dreimal so häufig als bei Frauen auch, wenn keine Beweise oder noch nicht einmal Indizien vorliegen, ist der Patient unkorrigierbar davon überzeugt, dass er betrogen wird als „Beweise“ werden absurde Behauptungen herangezogen z.B., dass sich die Partnerin beim Einkaufen verdächtig lange umgesehen habe oder von der Arbeit zu spät zurückgekehrt sei Vorkommen  Bei Schizophrenie  Bei chronischer Alkoholabhängigkeit 
  • WAHN: Schuldwahn (S) = Wahnhafte Überzeugung, etwas falsch gemacht und Schuld auf sich geladen zu haben der Patient ist wahnhaft davon überzeugt, nichts geleistet, alles versäumt und seine Familie im Stich gelassen zu haben weiterhin glaubt er wahnhaft, damit unermessliche Schuld auf sich geladen zu haben, die die Ursache für das Unheil in der Welt sei der Patient hat die feste Überzeugung, schwere Strafen verdient zu haben Vorkommen  - Bei wahnhaften Depressionen 
  • WAHN: Verarmungswahn (S) Wahnhafte Überzeugung, nicht genug Mittel zum Lebensunterhalt zu haben die wahnhafte Überzeugung zu verarmen und seine Familie ins Unglück zu stürzen, steht hier im Vordergrund er ist sich sicher, Rechnungen nicht mehr bezahlen zu können oder nichts mehr zum Anziehen zu haben (obwohl der Kleiderschrank ganz gefüllt ist) der Patient ist fest davon überzeugt, finanziell ruiniert oder gänzlich mittellos zu sein Vorkommen  - bei wahnhaften Depressionen