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Umweltökonie (Subject) / Umweltökonie Tutorium (Lesson)

Umweltökonie Tutorium

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  • Das Umweltproblem als Allokationsproblem: Beschreiben Sie verschiedene wirtschaftspolitische Eingriffsmöglichkeiten beim Bestehen (technologischer) externer Effekte. Nachfolgend werden verschiedene (wirtschaftspolitische) Steuerungsmöglichkeitendiskutiert, mit welchen die mit externen Effekten verbundenen Fehlallokationen beseitigtoder gemindert werden können. Die Eingriffe haben zum Ziel, einen paretooptimalenAktivitätszustand zu erreichen. Paretooptimal ist ein Zustand (z.B. die Produktionsmenge)dann, wenn die (sozialen) Grenzkosten gleich den (sozialen) Grenzerträgen sind. Dies kann,muss jedoch nicht, durch eine Internalisierung der externen Effekte angestrebt werden.Obwohl die nachfolgenden Maßnahmen nicht alle als rein wirtschaftspolitische Handlungenbezeichnet werden, gehört ihre Diskussion zum Standard in der ökonomischenLehrbuchliteratur.
  • Haftungsrecht (1) Das Haftungsrecht umfasst Regeln, die festlegen, wann und in welcher Höhe einGeschädigter vom Schädiger zu kompensieren ist. Ist der Nutzen des Schädigers aus derVerursachung sozialer Kosten geringer als die Kosten der Kompensation der Geschädigten,so wird er dazu neigen, die entsprechende Aktivität zu unterlassen; im umgekehrten Fallwird er die schädigende Aktivität durchführen und die Geschädigten kompensieren.Bei der Verschuldenshaftung muss der Schädiger nur dann für die durch ihn verursachtenSchäden aufkommen, wenn ihn ein Verschulden trifft. Die Lösung wird dann meist durchGerichte bestimmt
  • Gefährdungshaftung Bei der Gefährdungshaftung (umfassendes Haftungsrecht) muss der Schädiger für die durchihn verursachten Schäden aufkommen, unabhängig davon ob ihn ein Verschulden trifft (vgl.hierzu das Umwelthaftungsgesetz). Herrscht vollkommene Sicherheit über die Folgen vonHandlungen, so führt dies zu einem gesamtwirtschaftlichen Optimum.Beide Lösungen legen auch eine Versicherung nahe. Sofern die Prämien des Versicherungsvertragesauf den Schadensumfang (Betrag und Wahrscheinlichkeit) reagieren, verhindernsie nicht eine optimale Lösung.
  • (G) Moralische Appelle Akteure sollen durch moralische Appelle zu dem (politisch erwünschten,gesamtwirtschaftlich paretooptimalen) Umgang mit der Umwelt bewegt werden. Appellezeigen jedoch meist nur geringe Wirkung, da die Kosten der Verhaltensänderung vollständigvom Akteur getragen werden, während die Nutzen größtenteils anderen zu Gute kommen.
  • 2. Vergleichen Sie die unter Frage 1 erörterten Möglichkeiten zur Internalisierung externer Effekte hinsichtlich ihrer praktischen Umsetzbarkeit anhand von Umweltproblemen. Zur Behandlung praktischer Probleme bei der Internalisierung technologischer externerEffekte bietet sich das Beispiel der Umweltpolitik an, da die verschiedenen Möglichkeitenund Probleme anhand dieses Politikbereiches besonders intensiv diskutiert werden. Die Schädigungen der Umwelt stellen negative externe Effekte dar.Die Behandlung der Folgen technologischer Externalitäten hat gezeigt, dass eine völligeBeseitigung eines negativen externen Effektes (auf Kosten der Produktion der betreffendenGüter), ebenso wie die unbeschränkte Produktion positiver Externalitäten, in der Regel nichtzu optimalen Ergebnissen führt. Die Wirtschaftspolitik sollte versuchen, die „richtigeMenge“ an Externalität zu erreichen.Kriterien zur Beurteilung der wirtschaftspolitischen Eingriffsmöglichkeiten sind (für eineBeurteilung der verschiedenen Instrumente anhand dieser Kriterien vgl. Fritsch/Wein/Ewers,S.154ff):
  • statische Effizienz statische Effizienz:  Das Kriterium der statischen Effizienz stellt darauf ab, inwieweit ein bestimmtesVerfahren zu einem statischen Optimum führt, d.h. inwieweit unter konstantenRahmenbedingungen ein bestimmtes Ziel mit geringstmöglichen Kosten erreicht wird. dynamische Effizienz Die Forderung nach dynamischer Effizienz fragt nach den Anreizwirkungen derverschiedenen Verfahren: Inwieweit stimuliert eine Methode Anstrengungen, negativeExternalitäten von vornherein zu vermeiden, sowie Fertigungsverfahren zu entwickeln undeinzusetzen, die mit einem geringeren Ausmaß an externen Effekten verbunden sind oder mitdenen sie sich billiger vermeiden lassen.
  • Treffsicherheit TreffsicherheitUnter dem Aspekt der Treffsicherheit (Kosten und Wissen) geht es darum, ob ein bestimmtespolitisch vorgegebenes oder das gesamtwirtschaftlich optimale Niveau der Externalitäterreicht, also weder über- noch unterschritten wird
  • Anwendung der einzelnen Möglichkeiten in der praktischen Umweltpolitik: • Internalisierung mittels Steuern/Abgaben bzw. Subventionen Der Unterschied zwischen einer Steuer und einer Abgabe besteht darin, dass der Steuerbetragden allgemeinen Haushaltsmitteln zuzuführen ist, die Einnahmen aus Abgabendemgegenüber für einen speziellen Zweck verwendet werden. Problematisch ist, dass dieMessung der externen Effekte mit hohen Transaktionskosten verbunden ist.Mengenwirkungen sind zudem nur dann absehbar, wenn die Preiselastizitäten der Nachfragebekannt sind (Snob- oder Vebblen-Effekt). Beispiele: Mineralölsteuer, Grundwasserabgabe, Förderprogramme zur Nutzung vonregenerativen Energieträgern
  • Internalisierung durch Verhandlungen In der Realität die Ausnahme. Dabei handelt es sich meist auf der einen Seite um einumweltintensiv produzierendes Unternehmen und den Staat auf der anderen Seite oder umVerhandlungen über die Staatsgrenzen hinweg, z.B. mit Entwicklungsländern.Beispiele: Produktionsstopp FCKW, Atomausstieg, Transferzahlungen an Entwicklungsländer,damit kein Tropenholz abgeholzt wird.
  • Handelbare Schädigungsrechte Die Internalisierung externer Effekte durch handelbare Umweltrechte ist vor allem in denUSA seit Ende der siebziger Jahre auf dem Gebiet der Luftreinhaltepolitik erprobt worden.Beispiele: Programm „Acid Rain“ zur Eindämmung der Schwefeldioxyd-Emissionvon Kraftwerken in den USA seit 1995, EU Handel mit Klimagaszertifikaten.Æ
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  • Fusion der Beteiligten bzw. öffentliche Bereitstellung Genossenschaften gab es früher häufiger, heute findet man sie meist nur noch in derLandwirtschaft. Ein Beispiel ist das Duale System Deutschland (Grüner Punkt), dessenumweltpolitische Vorteilhaftigkeit jedoch sehr umstritten ist (Monopolproblem). MitEinschränkung könnte auch die staatliche Bereitstellung von Verkehrsnetzen angeführtwerden: Lenkung durch Förderung der Netze umweltpolitisch erwünschter Verkehrsträger(bspw. Bahn).
  • Ge- und Verbote, Auflagen Ge- und Verbote bzw. Auflagen Ge- und Verbote, AuflagenGe- und Verbote bzw. Auflagen stellen derzeit das noch am weitesten verbreitete Instrumentder Umweltpolitik in Deutschland dar. Problem ist der hohe Kontrollaufwand. Auflagenkönnen bestehen für:- Emissionen (z.B. Katalysator im Auto),- Produktionsverfahren (z.B. TÜV-Bestimmungen für Atomkraftwerke),- Produktion (z.B. Mengenlimitierung, Verbot der Produktion in bestimmten Regionen (z.B. wegen des Gewässerschutzes).
  • Haftungsrecht In Deutschland spielt das Haftungsrecht im Umweltbereich bisher lediglich eine untergeordneteRolle, doch hat seine Bedeutung während der letzten Jahre zugenommen. Seit1991 besteht das Umwelthaftungsgesetz (betrifft Wasser, Boden und Luft). Ein Problemhierbei ist, dass es sich häufig um Summationsschäden (z.B. Waldsterben) handelt und dasHaftungsrecht daher unwirksam ist. Dieses Problem besteht jedoch bei allen genanntenVerfahren.
  • Moralische Appelle Gibt es regelmäßig in der Politik. Häufig sind sie gesetzlichen Regelungen vorgeschaltet.Beispiel: Appell zum Kauf des 3-Liter-Autos anstelle von (vorübergehender) staatlicherFörderung oder vor Festlegung von Verbrauchshöchstgrenzen.
  • Welche Probleme bestehen bei der monetären Bewertung von Umweltschäden? (A) Notwendigkeit der monetären Bewertung - Jeder Versuch einer ökonomisch effizienten Umweltpolitik setzt eine Bewertung von tatsächlichen oder potentiellen Schäden in Geldeinheiten (Monetarisierung) voraus. Ohne eine Vorstellung von der Größenordnung der relevanten Kosten und Nutzen lässt sich ein Optimum nicht einmal im Ansatz bestimmen.- Monetarisierung ermöglicht es, den in Geldeinheiten ausgedrückten Kosten (inkl. der Kosten der Instrumente) von umweltpolitischen Maßnahmen den ebenfalls in Geldeinheiten ausgedrückten Nutzen gegenüberzustellen und somit den Netto-Nutzen der Maßnahme zu ermitteln.- Die Monetarisierung von Umweltschäden ist insbesondere auch dazu geeignet, das Ausmaß des Problems bzw. die Dringlichkeit von Gegenmaßnahmen zu verdeutlichen und die „Lösungen“ und Möglichkeiten in eine Rangordnung zu bringen
  • Welche Probleme bestehen bei der monetären Bewertung von Umweltschäden? (B) Probleme (B) Probleme- Bestimmte Güter, z.B. die Gesundheit, das menschliche Leben oder die Artenvielfalt haben keinen (expliziten) Preis.- Mancher Schaden lässt sich in Geldeinheiten berechnen. Die Bewertung bestimmter Schäden ist jedoch problematisch und eine vollständige Berechnung oft nicht möglich, besonders durch Unsicherheit über die zukünftigen Auswirkungen der Schäden.
  • Welche Probleme bestehen bei der monetären Bewertung von Umweltschäden? (C) Lösungsansatz 1 Würde man auf eine monetäre Bewertung der Schäden völlig verzichten, so wäre damit einerrationalen Umweltpolitik weitgehend der Boden entzogen. Aus diesem Grund wird häufigdie Höhe der Schadenskomponenten geschätzt. Kern der monetären Bewertung vonUmweltzuständen ist die Wertschätzung für die tatsächliche Nutzung der betreffendenUmweltgüter. Es handelt sich dabei um die direkte Nachfrage bzw. die direkt geäußerte maximale Zahlungsbereitschaft für ein bestimmtes Umweltgut. 
  • Welche Probleme bestehen bei der monetären Bewertung von Umweltschäden? (C) Lösungsansatz 2 Verfahren zur Ermittlung der Wertschätzung von Umweltqualität: Verfahren zur Ermittlung der Wertschätzung von Umweltqualität:- Direkte Ansätze: Meist über Befragung; verbunden mit hohen Kosten.- Hedonische Preisbildung: Hier wird nach der Auswirkung alternativer Umweltzuständeauf den Preis eines bestimmten Gutes gefragt. Aus den Preiseffekten wird aufdie Wertschätzung für das Umweltgut geschlossen.- Reisekostenmethode: Aufwand wird ermittelt, der für die Nutzung eines Gutes betrieben wird, um daraus auf die Wertschätzung zu schließen; berücksichtigt werden hierbei u.a. Fahrtkosten, Eintrittspreis, Zeitaufwand.Die Wahl des Verfahrens zur Bewertung der Umwelt(-schäden) stellt ein Werturteil dar.Empfehlenswert ist daher der Vergleich der Ergebnisse verschiedener Bewertungsmethoden,die von verschiedenen Institutionen durchgeführt wurden.