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Persönlichkeitspsychologie (Subject) / Angst / Ängstlichkeit (Lesson)

Einsprechthema zur Vordiplomsprüfung

This lesson was created by kathi275.

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  • Einführung ins Thema: Angst / Ängstlichkeit Zu keiner anderen Emotion gibt es in der Psychologie so viele Arbeiten wie zu Angst. - > Psychologie ist um Erkenntnisse bemüht, die für die Linderung oder Heilung von Störungen des menschlichen Erlebens und Verhaltens nützlich sind -> Übermäßige Ängste gehören zu den häufigsten und gleichzeitig unangenehmsten Störungen des Erlebens. Die Erklärung und Behandlung von Angststörungen ist deshalb von je her ein wichtiges Anliegen der Klinischen Psychologie.
  • Trait - State- Angstmodell - einflussreichste Beitrag von Spielberger (1983) bestand in der Entwicklung eines Fragebogens, des State-Trait Anxiety Inventory (STAI) - auch heute noch zu den weltweit am meisten verwendeten Angstinventaren gehört und auch in deutscher Sprache vorliegt - Unterteilung von:  Angst als Eigenschaft Angst als Zustand Beschreibt den Prozess von Entstehung und Bewältigung von Angst -> wird dem heutigen Stand der Forschung NICHT gerecht
  • Doppelbedeutung: Angst 1. aktueller Zustand 2. zeitüberdauerndes Persönlichkeitsmerkmal (=Ängstlichkeit)
  • Definition: Ängstlichkeit - Merkmal, bezeichnet die Tendenz, Situationen als bedrohlich wahrzunehmen - erhöhter Angstzustan - Tendenz ist intraindividuell stabil, variiert aber interindividuell   Neigung, Situationen als bedrohlich zu bewerten -> Anstieg der Zustandsangst
  • Definition: Zustandsangst = ein bewusst wahrgenommener emotionaler Zusatnd
  • Grundannahmen des Trait-State-Angstmodells - Entstehung von Zusatndsangst beginnt durch die subjektive Einschätzung einer SItuation als bedrohlich - Angstzustände werden als unangenehm erlebt - es folgen Bewältigungsreaktionen: -> ändern die Situation nicht, aber die subjektive Einschätzung der Situation
  • Mehrdimensionalität von Ängstlichkeit Trait-State-Modell = eindimensional, nicht mehr aktuell - Menschen reagieren unterschiedlich auf unterschiedliche Situationstypen, die sie als bedrohlich empfinden: selbstwertbedrohlich physisch bedrohlich - enger umschriebene Angstneigung: Sprechangst Sportwettkampangst Prüfungsangst -> Annahme der differentiellen Hypothese!
  • Differentielle Hypothese - wenn Angsneigung kongruent mit der situativen Bedrohung, nur dann Anstieg der Zustandsangst - Personen mit hoher Angstneigung gegenüber physischer Bedrohung  -> reagieren signifikant stärker mit Zustandsangst, als Personen mit niedriger Angstneigung Heutige Sicht: Ängstlichkeit ist ein mehrdimensionales und situationsspezifisches Konzept
  • Messung von Ängstlichkeit: STAI Zustands- und Eigenschaftsangst können mit dem Trait-State-Angst-Inventar (STAI) erfasst werden - 2 getrennte Skalen mit je 20 Items um allgemeine Angstneigung zu messen - erfasst aber nur die der selbstwertbedrohlichen Situationen
  • Messung von Ängstlichkeit: EMAS = multidimensionale Angst-Skala von Endler -4 verschiedene Ängstlichkeitsmaße für unterschiedliche Situationstypen: selbstwertbedrohliche Situation Situation mit physischer Gefahr neue und fremdartige Situation tägliche Routinetätigkeiten - andere Tests für spezifische Ängste: Prüfungsängstlichkeitsinventar Operationsangstinventar
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  • Theorien zur Ängstlichkeit: Behaviouristische Theorie Ängstlichkeit: = Tendenz des Organismus auf Reize mit Angst zu reagieren, die für viele Organismen NICHT aversiv sind. -> Resultat der individuellen Lerngeschichte
  • Grundlage der behaviouralen Theorie zur Ängstlichkeit - Angstreaktionen sind klassisch konditioniert - man nutzt die angeborene Reflexangst, um Angst vor ursprünglich neutralen Reizen zu erzeugen bekannteste Bsp.:    klein Albert - lauter Ton + Ratte -> Angst vor Ton, nicht vor Ratte nach mehreren Durchgängen:  -> Angst vor Ratte, auch ohne Ton!
  • 2 - Prozess- Theorie (behav. Th.) erfolgreiches Vermeidungslernen wird über operante Konditionierung gelernt 1. Prozess: durch klassische Konditionierung wird Angst erlernt 2. Prozess: durch operante Konditionierung wird Vermeidungsreaktion gelernt, um Angst zu beseitigen
  • Kognitionspsychologische Theorie zur Ängstlichkeit: kognitive Strukturen und Aktivitäten, die als Vermittler zwischen Umweltbedingungen und Verhalten fungieren - 5 Klassen: Enkodierung Erwartungen und Überzeugungen Affekte Ziele und Werte Kompetenzen und selbststeuernde Systeme - Auftretenswahrscheinlichkeit von häufigen und intensiven Angstzuständen ist unter diesen Bedingungen erhöht: bedrohungsbezogene Aspekte der SItuation werden fokussiert es bestehen geringe Selbstwirksamkeitserwartungen (self-efficacy ->BANDURA)
  • Kontroll-Prozess-Theorie zur Angstentstehung Def.: entdeckt eine Person bei Vergleichsprozessen eine Diskrepanz zwischen einem Bezugswert (Ziel) und dem aktuellen Verhalten, so versucht sie, diese zu reduzieren - Schwierigkeiten dabei: geringe Fähigkeiten niedrige Kompetenzerwartungen situative Hindernisse Angst fungiert als Warnsignal
  • Konsequenzen von Ängstlichkeit Theorie: - ängstliche Personen lösen einfache Aufgaben besser und komplexe Aufgaben schlechter als nicht ängstliche Personen   Erklärung: - bei Ängstlichen ist die Erregung sehr hoch und es kommt so schneller zu einer Aktivierung einer gewohnten Handlung, egal ob diese dann gut passt oder nicht
  • Theorie der erlernten Hilflosigkeit These: Sind wir aversiven Situationen ausgesetzt und können diese nicht kontrollieren, geben wir irgendwann den Versuch auf, uns unserem Schicksal zu wehren. Wir werden hilflos und auf Dauer depressiv. Hilflosigkeit ist aus dieser Sicht die Folge der Erwartung, dass das, was geschiet, von unserem Verhalten unabhängig ist -> senkt die Motivation -> blockiert kognitive Fähigkeit -> löst negative Reaktionen aus  
  • Empirische Befunde von Ängstlichkeit 1) Lerngeschichte: Faktoren in der Umwelt, Bsp. Geschlecht: - Frauen haben höhere Angstwerte als Männer: -> geschlechtstypische Rollenerwartungen -Eltern-Kind-Beziehungen: -> unsicher-ambivalentes Muster -> Bedingung der Ängstlichkeitsentwicklung 2) biologische Faktoren: - Kinder, die eine verstärkte Aktivität des sympathischen Nervensystems bei kognitiven Anforderungen aufwiesen, waren durchgängig scheu, gehemmt und sozial ängstlich - die Differenzierung in der emotionalen Erregung wird auf den unterschiedlichen Umgang mit neuartigen Ereignissen bezogen -> Bedingung für spätere Ängstlichkeit
  • Bewältigung von Angst Grundannahme: Einschätzung in welchem Ausmaß eine bevorsstehende Stresssituation vermutlich bewältigt werden kann, entscheidet darüber, ob ANgst resultiert und mit welchem Intensitätsgrad. Bewältigung: - Prozess, der post-emotional einsetzen kann - Prozess, der prä-emotional einsetzen kann
  • Emotion und Bewältigung: 2 Modelle Emotions-Bewältigungs-Modell - Angst geht dem Bewältigungsprozess voraus - Bewältigungsprozess wird durch Angst ausgelöst - Emotionsregulation als Hauptziel   Bewältigungs-Emotions-Modell - Bewältigung als Mediator bei Angstentstehung - Bewältigungsprozesse bestimmen die Qualität und Intensität der ausgelösten Angst   -> beide Modelle schließen sich NICHT aus!  
  • Bewältigung von Angst: Trait-State-Angstmodell nimmt beide Bewältigungsmodelle an - Emotions-Bewältigungsmodell: aufgrund der unangenehmen Erlebnisqualität lösen Angstzustände Bewältigungsreaktionen aus, die zur Beseitigung / Verringerung der Angst führen - Bewältigungs-Emotionsmodell: in bedrohlichen Situationen wirkt sich der Faktor Angstneigung auf den Agstzustand und die Bewältigungsprozesse aus
  • Umsetzung des Trait-State-Angst-Modells: BOLGER Annahme, dass Persönlichkeitseigenschaften die Auswahl der Bewältigungsreaktionen bestimmen und diese nehmen wiederum als Mediator Einfluss auf den Angstzustand
  • Selbstdarstellungsansatz der Angst Angst entsteht als Folge von Selbstdarstellungsproblemen Basispostulat: Beschränkung des Ansatzes auf: soziale Angst; Angst vor erwarteten oder tatsächlichen Bewertungen durch andere soziale und Leistungsangst (meist miteinander verknüpft) -> Angst entsteht in realen oder vorgestellten sozialen Situationen, wenn Personen motiviert sind, bestimmte Eindrücke auf andere zu machen, aber daran zweifeln, ob ihnen dies gelingen wird
  • Öffentliche Selbstaufmerksamkeit - sich selbst als soziales Objekt sehen - alle Persönlichkeitsmerkmale, die die Motivation zur Selbstdarstellung erhöhen, können sich potentiell angstfördernd auswirken
  • Verlauf der Informationsprüfung und die emotionale Reaktion Einschätzung der Situation als bedrohlich, es stehen zentrale Selbstbilder uaf dem Spiel:  -> Beginn des Prozesses: alleinige Aufgabe: Selbstwert zu schützen - als Folge der initialen Bedrohlichkeiteinschätzung kann für kurze Zeit Angst hervorgerufen werden - führt die anschließende Begutachting von selbstbezogenen Informationen jedoch zur Erwartung, sich wirkungsvoll darstellen zu können, resultieren positive Emotionen - schließt sie jedoch mit niedrigen Selbstwirksamkeitserwartungen ab, sind die ursprünglichen Zweifel also bestätigt worden, dann resultiert Angst -> wenn Rückzug aus der Situation nicht möglich ist, verharrt die Person in der Erfassungsphase und überprüft exzessiv die Situation