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Forschungsmethodik (Subject) / Lektion 09 (Methoden der qualitativen Forschung) (Lesson)

Methodik

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  • Analyse qualitativer Informationen (Quantitative Auswertung) - Numerische Erfassung des verbalen Materials (Transkriptionstext eines Interviews) - Computergestützte Wortzählungen, Beurteilung von Aussagen auf Skala, Zählung Wortfamilien - QDA (Qualitive Data Analysis), CAQDAS (Computer Assisted Qualitive Data Analysis)
  • Analyse qualitativer Informationen (Grounded Theory) - Vorgehensweise -> Ziel unvoreingenommen aus zu analysierendem Text Theorie zu generieren - Theorieentwicklung aus den gesammelten Daten und nicht aus theoretischen Vorüberlegungen - Deutsch -> gegenstandsverankerte Theoriebildung - Analyse auf Basis GT arbeitet gegebenen Text Satz für Satz durch -> jede Aussage kann manifester Indikator für dahinterstehende latente Kategorie sein - z.B. Ich habe erst im Oktober die fallenden Blätter bemerkt -> erst kann tiefgehende Bedeutung haben, vielleicht Kritik am modernen Leben, da man Naturphänomene nicht mehr wahrnimmt - Offenes Kodieren: aus Textstellen werden Kategorien herauslesen -> Def. Kategorie: oft mehrere Wörter/ Satz genaue Definition -> wenn latente Aussage wirklich wichtig ist, wird sie mehrfach auftauchen -> daraus ergibt sich Kodierschema - Definition Konstrukt: mehrere Kategorien in Text als verbale Verflechtung -> Entdeckung solcher durch mehrmaliges Durcharbeiten von Text (axiales Kodieren (z.B. mit Software MAXQDA)) - Konstrukt gesättigt, je mehr Indikatoren auf dasselbe Kategoriegeflecht deuten -> durch mehrmaliges Durcharbeiten werden gesättigte Kategoriegeflechte zu Kernkategorien (Hauptthema des Textes) - GT verschafft Struktur und Klarheit über den Text, zwischen den Zeilen Lesen - Theoretical Sampling =durch axiales Kodieren eines Interviews werden Zusammenhänge sichtbar -> Ausweitung und Überprüfung durch weiteres Material und anderen Interviewpartnern - GT jedoch sehr arbeitsintensiv - GT lässt Probleme der Voreingenommenheit in den Hintergrund rücken, Diskussionen im Forschungsteam sind gut und wichtig - Am Ende eine Kernkategorie, deren innere Zusammensetzung in Form gesättigter Kategorienverknüpfungen bekannt ist
  • Analyse qualitativer Informationen (Qualitative Inhaltsanalyse (Mayring)) - Geht im Gegensatz zur GT nicht unbefangen an den Text - Entwicklung Kategoriesystem (aus theoret. Vorüberlegung): -- (vor Textanalyse), muss nicht vollständig sein, bildet Grundgerüst für nächsten Arbeitsabschnitt - Reduzierung Ausgangstext auf Kurzversion: -- paraphrasieren in kleine Texteinheiten (weg mit unwichtigem Inhalt, Redewendungen, Beispiele und Berichte werden in generalisierte Aussagen umgewandelt, unklare Textstellen werden durch Heranziehen anderer Stellen verständlich gemacht -> Lücken um präetablierten theoretischen Kategorieraster - Ordnung und Gliederung der Kurzversion: -- Gliederungslogik -> Ableitung aus theoretischem Raster (nicht mehr aus Text) -- dünn besetzte Kategorien -> eher unwichtig -- Aufdeckung Korrelation zwischen Kategorien -> Offenlegung neuer Zusammenhänge - QI liefert oft sehr gute Ergebnisse bei mittlerem Arbeitsaufwand, sehr geeignet für Einzelforscher zur Auswertung von Interviews, kann überraschende Ergebnisse hervorbringen
  • Analyse qualitativer Informationen (Diskursanalyse) - Sammelbegriff für höchst heterogene Sammlung von Verfahren -- Ziel: Untersuchung der Sprache ist -- in BWL/VWL noch nicht verankert -- aber ohne diskursive Praxis und sprachliche Konstruktion kann es keine Märkte/Orga geben -- eigentlich müsste Diskursanalyse in BWL/VWL fundamentaler Bestandteil der Forschung sein - i.d. meisten Fällen von DA handelt es sich um konstruktivistische Verfahren (wichtig dabei sprachliche Erzähleinheiten, Narrationen, Diskurse) - Zusammenhänge werden wirksam durch Einfließen in die diskursive Praxis, welche in sprachliche Kollektivsymbole eingehen und bestehende Diskurse stabilisieren/modifiziere - Diskursebene gilt als wichtiger als Akteurebene selbst -> Akteure handeln entlang existierender Diskurse (“Marionetten der Diskurse“) - Organisierende Stories: Erzählungen, die dem Vollzug einer Handlung im Betrieb Sinn geben -> sinn-produzierende Diskurse - Organisationale Stories: für allg. Publikum bestimmt, unterliegen Erzählzwang -> eher manageriales Wissen - Ablauf -- Untersuchung der manifesten Textstellen auf latente Aussagen (einziger Unterschied: latente Aussagen sind im Rahmen der DA keine persönlichen Deutungen, sondern diskursive Figuren) - Meist geht es in Da darum, diskursive Stränge zu identifizieren und auf Kompatibilität hin, Gegensätzlichkeiten zu untersuchen und Auswirkungen deutlich zu machen
  • Gültigkeit qualitativer Ergebnisse - Qualitative Verfahren müssen sich an den wiss. Gütekriterien messen - Anders als bei quantitativen Methoden lassen sich die Größen oft nicht auf qualitative Analysemethoden mithilfe mathematischer Formeln ausdrücken - Deshalb müssen Kriterien auf andere Weise erfasst werden
  • Gültigkeit qualitativer Ergebnisse (Objektivität) - Bedeutet nicht, dass Aussage „Wahr“ ist im Sinne der Seinslehre (Ontologie) - Lediglich das Gegenteil von Subjektivität - gegeben, wenn: intersubjektiv nachvollziehbar (oder von anderen Forschern nachvollziehbar) -- nur im Dialog mit anderen Forschern/ Menschen herstellbar -- allein arbeitender Forscher, der Erkenntnisse nicht teilt, kann keine Objektivität sicherstellen -- Kommunikationsbegriff (wiss. Auseinandersetzung in Science Community wichtig/notwendig)
  • Gültigkeit qualitativer Ergebnisse (Validität) - Aspekte der internen und externen Validität etwas anders als bei quantitativen Methoden - Wirtschaftstheoretische Vorstellungen jedoch die gleichen - Interne Validität (Kann Interpretation als gültig eingestuft werden?) -- Über interpersonalen Konsens rekurrieren (Objektivität), Konsens innerhalb Team über Schulen hinweg -- innerhalb Projektteam und externe Experten mit anderen methodischen Vorlieben -- In Wissenschaft gilt der „zwanglose Zwang“ des besseren Arguments -- Wissenschaftlicher Raum ist idealtypisch als machtfreier Raum gedacht, Macht, Hierarchie, Prestige sollen Forschungsprozess nicht stören -- Rangposition in Forschungsprojekt führen zu zweifelhafter Validität - Externe Validität (Inwieweit können Analyseergebnisse von mehreren I. verallgemeinert werden?) -- Verallgemeinerung, wenn sie aus repräsentative Analyse herkommen -- Nach welchem Kriterium will man der Zugehörigkeit nach beurteilen? -- Forscher müssen offen bleiben für alternative Deutungen -- Ständiger Abgleich zwischen Theorie und Empirie  -- Einschätzung, ob Interviewpartner repräsentativ ist verändert sich stetig während des Interviews -- Deshalb legitim seine Interviewpartner nicht zufällig, sondern theoriegeleitet zu wählen
  • Gültigkeit qualitativer Ergebnisse (Reliabilität) - Reliabilität einer qualitativen Methode ist besonders kritisch anzusehen - Interviews oft einmalige Vorgänge, Gesprächsablauf oft zufällig - Gleiche gilt für Analyse, denn Auffinden von latenten Kategorien oder Diskursen ist kreativer Akt
  • Gültigkeit qualitativer Ergebnisse (Triangulation) - Deshalb wird in neuen Forschungsansätzen versucht qualitative und quantitative Methoden zu kombinieren - Kombination von Belegen (unterschiedlicher Art) mittels Vielfalt im Datenmaterial sicherstellen - Forschungstriangulation: Untersuchung auf mehrere versch. Forscher verteilt -> Eliminierung persönlicher Vorurteile und festgefahrener Deutungsmuster - Methodentriangulation -> häufigste Triangulationsmethode - Methodentriangulation innerhalb einer Methode und zwischen Methoden: -- innerhalb: z.B. Grounded Theory über alternative Codierlisten -- zwischen: sehr häufig -> Sequenzierung = Umwandlung verbaler in numerische Daten - Theorientriangulation: Beleuchten eines Phänomens unter verschiedenen theor. Blickwinkeln -> häufig in Wirtschaftswissenschaft verwendet z.B. Monetarismus, Keynesianismus, etc. sind alle Gegenstände einer Finanzkrise, unter völlig untersch. Gesichtspunkten betrachtet - Sichtweise ist gewinnbringend, allerdings sind Widersprüchlichkeiten zwischen Theorien aufzuzeigen und zu besprechen
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