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Soziale Psychologie (Subject) / VL 11 (Lesson)

Stereotype und Vorurteile

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  • drei Aspekte Stereotyp Vorurteil Diskriminierung
  • Stereotyp kognitive Komponente, eine verallg. Anname pber eine Gruppe von menschen, die praktisch all ihren Mitgliedern unabh. von tats. Unterschieden dieselben charakterliche Merkmale zuschreibt noch keine Wertung
  • Vorurteil affektive Komponente: implizite und emotionale Komponente Bewertung des Stereotyps, schwer veränderbar
  • Diskriminierung behaviorale Komponente: benachteiligen oder bevorzugen, je nachdem welchem Stereotyp entsprechend, stark wertend
  • Muzafer Sherif (1954): Robber‘s Cave Experiment Ferienlager für Jungen, gemeinsame Gruppe   Stage 1: Nach mehreren Tagen in zwei gleich große Gruppen geteilt, beste Freunde werden jeweils getrennt, Gruppen unternehmen getrennte Aktivitäten  Stage 2: Wettkämpfe gegeneinander um rare Ressourcen (z.B. Kinobesuch für nur eine Gruppe o.ä.) 
  • Muzafer Sherif (1954): Robber‘s Cave Experiment Ergebnis Einstellungen zur eigenen Gruppe steigen mit den Wettkämpfen, Einstellung zur anderen sinkt
  • Problem der realistischen Konflikte (3) Bleibt in der essentialistischen Konzeption von Gruppen gefangen  „Rassen“ oder „Ethnien“ werden als a priori existierende Gruppen akzeptiert.   Warum schlagen weiße Farmer nicht andere weiße Farmer tot, mit denen sie ja auch konkurrieren –oder Brillenträger? 
  • Experiment minimale Gruppen Tajfel, Billig, Bundy, & Flament (1971): Aufteilung Kein direkter Kontakt zwischen oder innerhalb der Gruppen  Komplette Anonymität  Keine rationale Verknüpfung zwischen Kategorisierungskriterien und späterem Verhalten  Proband darf keinen persönlichen Nutzen von speziellen Verhaltensalternativen haben 
  • Experiment minimale Gruppen Tajfel, Billig, Bundy, & Flament (1971) -  Probanden schätzen Anzahl von projizierten Punkten (Studie 1) bzw. bewerten Bilder (Studie 2)  -  Rein zufällige Zuteilung in Gruppe der „Überschätzer“ oder „Unterschätzer“ bzw. „Klee- Typ“ oder „Kandinsky-Typ“ 
  • Ergebnis minimale Gruppen Probanden weichen von „rationalen“ Strategien ab und vernachlässigen Gewinn und Gerechtigkeit zugunsten positiver Distinktheit , nicht gereichtigkeitsstrategie, sondern hauptsache, der aus der anderen Gruppe bekommt möglich wenig
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  • Aus Experiment minimale Gruppen: Social Identity Theory (2) Soziale Identität ist Teil unseres Selbst   Eigene Gruppen (Ingroup) wird aufgewertet, positiver gesehen (positive soziale Distinktheit), um darüber eigenen Selbstwert zu erhöhen 
  • Effekte der Sozialen Identifikation (2)  Unterteilung in Ingroup und Outgroup hat auch Effekt auf Wahrnehmung von Gruppenmitgliedern    Outgroup Homogeneity: Glaube, dass die anderen alle gleich sind
  • Experiment Effekt Soziale Identifikation Quattro und Jones Studierende zweier Unis sehen Video über Studierenden, der vorgeblich an gleicher oder anderer Uni war. Nachdem dieser sich für eine von zwei Optionen entscheidet sollen Probanden einschätzen, wie viele Studierende an seiner Uni sich identisch entscheiden würden  Ergebnis: glauben, dass Fremdgruppe homogener und damit eher gleiche Entscheidungen
  • Zusammenfassung Individuen sind motiviert ihre Gruppen als besser wahrzunehmen   Steigert ihr Selbstbewusstsein  Arbiträre (willkürlich) soziale Identitäten sind ausreichend, brauchen keine Geschichte, Interaktion etc. (vgl. Sherif) 
  • Lassen sich Vorurteile rein kognitiv erklären –ohne Motivation? (3) Illusionäre Korrelationen (man glaubt es besteht ein Zusammenhang, obwohl keiner besteht)  Auf Basis von Vorannahmen werden Zusammenhänge gesehen, wo objektiv keine sind (z.B. zwischenHautfarbe und Kriminalität)   Viel interessanter (und rein kognitiv): ich brauche nicht einmal Vorannahmen –seltene Ereignisse werden miteinander zusammenhängend wahrgenommen 
  • Studie Hamilton und Gifford Es werden zwei Verhaltensweisne gezeigt, immer genau doppelt so viel Verhalten in der Gruppe A als B, das Verhältnis ist genau gleich bei beiden, demnach müsste beim erneuten Vorlegen der Verhaltensweisen die Probanden es als unabhängig ansehen, wer in welcher Gruppe ist, da es absolut unabhängig davon ist. Beide zeigen doppelt so oft verhalten  1 als 2 
  • Studie Hamilton und Gifford: Ergebnis Studie 2 zeigt, dass der kleineren Gruppe mehr erwünschte Verhaltensweisen zugeschrieben werden, wenn diese seltener sind    Mechanismus: Doppelte Distinktheit
  • Fazit: Hamilton & Gifford (1976)  Salienz distinkter Stimuli --> kognivite Erinnerungsverzerrung --> illusiorische Korrelation --> erwartungskonsistente Wahrnehmung und Interpretation
  • Änderungsresistenz Stereotype bestimmen Erwartungen, Ambivalente Situationen werden erwartungskonform umgedeutet und an das Stereotyp angepasst Erwartungsinkonsistent Informationen werden zuweilen ignoriert
  •  Wenn Situation eindeutig ist und nicht ignoriert werden kann?  Sub-Stereotyping: Aufmachen neuer Unterkategorie von andersartigen Outgroup-Mitgliedern:  Ich mache neue Gruppen auf, die vermeintlich anders sind 
  • Sind alle Stereotype gleich? (3) Paternalistische Stereotype: Mitleid, Ermüdung Verachtende Stereotype: Ekel, Ausschluss neidische: Konkurrenz, Elimination
  • Wem schaden Stereotype? Diskriminierung –die behaviorale Komponente der Einstellung schadet objektiv und physisch (z.B. Bond et al., 1988) 
  • Race and legal system Blair et al: Afroamerikaner bekommen längere Haftstrafen für gleiche Verbrechen
  • Even worse: Looking Deathworthy (3 + Fazit) Eberhardt et al. (2006): Analyse von 44 Fällen (1979-1999), in denen ein Afroamerikaner beschuldigt wurde, einen schwarzen bzw. weißen Amerikaner umgebracht zu haben  Rater raten die Fotos der Beschuldigten darauf, wie typisch afroamerikanisch (Haare, Lippen, Haut, ...) sie aussehen  Kontrollieren statistisch für Tatumstände, Schweregrad des Mordes, sozioökonomischer Status des Beschuldigten und des Opfers, Attraktivität des Beschuldigten  wenn Opfer weiß, wkeit dass Schwarzer Tod verurteilt höher als schwarzes Opfer
  • Effekt des Stereotype Threats  Angst vor Sich-Selbst-Erfüllender-Prophezeiung bei Mitgliedern stereotypisierter Gruppen
  • Bronson und Steele: Stereotyp geringer Intelligenz Basierend auf Stereotyp geringerer Intelligenz bei Schwarzen Schwarze und weiße Studierende machen Intelligenztest UV:BezeichnungdesTest -  Kontrollgruppe: Problemlösetest, der nicht mit intellektueller Leistungsfähigkeit zu tun hat -  Stereotype Threat: Test dient der Feststellung der intellektuellen Leistungsfähigkeit (Stereotyp wird aktiviert durch Dimension) AV: Leistung im Test 
  • Bronson und Steele: Stereotyp geringer Intelligenz: Ergebnis drastischer Leistungsfall bei Schwarzen, wenn man ihnen sagt dass Test Intelligenz misst aufgrund des Stereotyps Konzentration das nicht zu bestätigen und weniegr Ressourcne für Test
  • Weitere Ergebnisse (4) stereotype threat Schwarze Probanden geben in einer Nachbefragung weniger „typisch schwarze“ Hobbies an und machen die freiwillige Angabe der ethnischen Zugehörigkeit seltener (25% vs. 100%)  Effekt zeigt sich auch bei Frauen, wenn man Geschlecht salientmacht (z.B. durch Ankreuzen des Geschlechts am Kopf des Antwortbogens oder sexistischen Witz)  Effekt zeigt sich auch bei Männern, wenn man darauf hinweist, dass in diesem Test weiße Amerikaner typischerweise schlechter sind als asiatische Amerikaner  Vermittelt durch Sorgen (dem Stereotyp zu entsprechen; z.B. Gerstenberg, Imhoff, & Schmitt, 2012), die wiederum von der eigentlichen Aufgabe ablenken
  • Veränderungen bei Stereotypen seit den 1980ern? Spätestens seit den 1980er Jahren gehen Vorurteile und Stereotype auf Selbstberichten zurück    So gut wie niemand behauptet mehr, dass Afroamerikaner faul und dumm sind oder Juden gierig und gerissen    Sind die Stereotype und Vorurteil, der Rassismus, Sexismus und Antisemitismus damit aus der Welt? 
  • Aversive Racism Bewusste Befürwortung von Gleichberechtigung, aber weniger bewusst negative Gefühl ggü. Minderheiten  Es fühlt sich nicht gut an, als Rassist zu gelten, also vermeiden Individuen Urteile und Verhalten, das so interpretiert werden könnte    Aber: wenn Situationen mehrdeutig sind und man nicht klar auf Rassismus attribuieren kann, kommen dennoch Vorurteile zum Vorschein 
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  • Rogers & Prentice-Dunn (1981): aversive racism -  Phase 1: Können „Schülern“ Elektroschocks verabreichen  -Dann hören Sie den Schüler abfällige Bemerkungen über sie selbst machen - Phase 2: anschließendes Ausmaß der Elektroschocks 
  • Ergebnis Rogers & Prentice-Dunn (1981): aversive racism wenn VPN sie nicht beleidigt, dann gibt es positiven Rassismus und weniger Schocks, damit niemand denkt sie seien rassistsich wenn sie aber beleidigt werden, dann schocken sie Schwarze mehr, denn dann nicht mehr eindeutig rassistisch!
  • Out of sight, out of mind? Selbst wenn Vorurteile nicht mehr geäußert werden und auch nicht mehr bewusst befürwortet werden, können sie auf der automatischen Ebene vorhanden sein 
  • Patricia Devine (1989): (3) auf der automatischen Ebene sind Stereotype weit verbreitet und werden ohne unsere Intention aktiviert das stereotype Wissen ist uns auch bewusst  auf einer zusätzlichen kontrollierten Ebene jedoch unterdrücken wir die Anwendung von Stereotypen und versuchen uns egalitär zu verhalten 
  • Devine (1989) –Study 1+2 Wenn Probanden auflisten sollen, welche Stereotype es über Afroamerikaner gibt und zu welchem Grad sie rassistischen Einstellungen zustimmen zeigt sich: - Das Wissen über kulturelle Stereotype ist unabhängig von der Überzeugung ,dass diese zutreffen mehr afroamerikanische Wörter auf Liste führen zu mehr Beurteilung als feindselig 
  • Implikation der Forschung (4) Vorurteile und Stereotype funktionieren z.T. automatisch, ohne bewusste Intention  Zwei-Prozess-Modell ist mittlerweile relativ gut bestätigt    Aber: Devinegeht davon aus, dass wir automatisch alle Rassisten sind –das ist nicht mehr Stand der Forschung    Moderne Zwei-Prozess-Konzeptionen gehen davon aus, dass sich Menschen sowohl auf der expliziten, als auch auf der impliziten Ebene unterscheiden  Manche Individuen verknüpfen auch automatisch nicht Minderheiten mit schlecht 
  • Stereotypes on the rebound: Macrae Studie Probanden bekamen ein Foto von einem Skinhead und die Aufgabe ein typischen Tag im Leben dieser Person zu beschreiben  UV: Aufforderung, keine Stereotype anzuwenden vs. Keine zusätzliche Instruktion  AV Studie 1: Stereotypikalität anschließend geschriebener Passage über weiteren Skinhead AV Studie 2: gewählter Sitzabstand zu Skinhead in angeblich folgender Diskussion 
  • Ergebnis Stereotypes on the rebound: Macrae Studie Die, die unterdrückten sind bei zweiten Versuch noh stereotyper, setzen sich weiter wge beim zweiten Versuch
  • Kontakthypothese Die Kontakthypothese als umstrittenes Instrument der Austauschforschung besagt, dass die Interaktion zwischen Angehörigen zweier Kulturen zu vermehrten und differenzierten Kenntnissen über die jeweils andere Kultur führt. Dies erhöht die erlebte Ähnlichkeit und intensiviert Gefühle gegenseitiger Sympathi
  • Studie Kontakthypothese: Robbers Cave wie schon vorher beschrieben, aber nach Wettkämpfen  werden Gruppen miteinander in Kontakt gebracht und haben später ein geminsames übergeordnetes Ziel Einstellung zu anderer Gruppe verändert sich so ins Positive
  • Man muss die Menschen nicht einmal treffen...  Forschung zeigt auch Reduktion von negativen Einstellungen durch: (3) Extended Contact - Erfahren, dass Freundschaften über die Gruppengrenzen hinweg existieren  Vicarious Contact - Ein Mitglied der Eigengruppe dabei beobachten, wie es Kontakt mit einem Mitglied derAußengruppe hat  Imagined Contact - Sich vorstellen, man würde mit einem Mitglied der Fremdgruppe interagieren 
  • Boundary Conditions: 6 zentrale Bedingungen, damit Kontakt Stereotype reduziert wechselseitige Abhängigkeit gemeinsames Ziel gleicher Status zwanglose zwischenm. Kontakte mehrere Kontakte Gleichheit als soziale Norm
  • Kritik Kontakthypothese Vordergründig stimmt es, dass Kontakt zu positiveren Einstellungen führt    Aber: die meisten Intergruppenbeziehungen sind asymmetrisch, eine Gruppe ist diskriminiert, die andere hat hohen Status     Saguy et al. (2009): was benachteiligte Gruppen eigentlich brauchen ist Gerechtigkeit und eine Veränderung ihrer benachteiligten Position 
  • Studie Saguey et al (3) nach positivem Intergruppenkontakt erwartet statusniedrige Gruppe eigentlich, ab jetzt fairer behandelt zu werden Statushohe Gruppe tut das aber nicht, sondern glaubt jetzt sei alles gut Studie 2: Kontakt reduziert Bereitschaft, Status Quo zu ändern 
  • Fazit (3) positiver Kontakt zw Gruppen reduziert negative Sicht aufeinander aber gleichzeitig lullt es beide Seiten ein, dass Ungleichheiten sich nun ändern Manchmal ist Harmonie nicht der beste Weg, um strukturelle Veränderungen herbeizuführen