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Soziale Psychologie (Subject) / VL 10 (Lesson)

Aggression

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  • Aggression ... ist ein intendiertes Verhalten mit dem Ziel, anderen Menschen entweder körperlichen oder physischen Schmerz zuzufügen.
  • Ultimate und proximate Ziele Feindseligkeit (Ärger, Ziel jemanden zu Verletzen / Schmerzen) vs instrumentelle Aggression (Absicht zu verletzen, nicht zum Zweck des Schmerzen zufügens)
  • Evolutionärer Sinn? (5) Gipfel männlicher Aggressivität zum Zeitpunkt maximaler Fertilität Pubertät bis 30 Jahre Zusammenhang Aggression-Testosteron Testosteron-Injektion steigert aggressives Verhalten  Erhöhte Testosteronwerte bei Verurteilten; Testosteronspiegel von Knastinsassen korreliert mit konfrontativem Verhalten  die wildesten Fraternities haben die höchsten mittleren Testosteronwerte  Transsexuelle Probanden, die im Rahmen ihrer Geschlechtsumwandlung einen steigenden/ sinkenden Testosteronwert haben, zeigen entsprechende Aggressivität 
  • Unterschied Männer Frauen Aggression Männer sind zwar physisch aggressiver, aber Frauen haben höhere Werte auf   indirekter Aggression (Verleumdung, Gerüchte streuen etc.) 
  • Wieso sind Männer aggressiver? (2) Männer müssen Dominanz gegenüber anderen Männern aufbauen, um sich einen Status aufzubauen Aggressivität aus Eifersucht, um sicherzustellen, dass Frauen keinen anderen Partner haben
  • Aggressionen in der Tierwelt (2) zum einen müssen sie es erlenen (Katzen die mit Ratten aufwächst, greift keine Ratten an), aber haben auch angeborene Aggresivität (isoliert aufgewachsene Ratten zeigen trotzdem Aggression)
  • Nahe Verwandte des Menschen und ihr Aggressionsverhalten (3) Schimpansen: sehr aggressiv Bonobos: regeln Konflikte eher sexuell universale Verbreitung Aggression: evolutionär durchgesetzt
  • Fazit Aggression Aggression als optimale Strategie, die Überleben sicher kann, sich ergo genetisch durchsetzen kann
  • Vier klassische Determinanten Aggression Wegfall von Hemmung Lernen am Modell Aggressive Hinweisreize Frustration / Provokation
  • Wegfall von Hemmungen und Alkohol (4) Insgesamt gute Evidenz, dass Alkohol Aggressivität steigert  Alkohol enthemmt (soziale Normen weniger wichtig)  Alkohol führt aber auch zu Reduktion der Verarbeitung sozialer Informationen – reflektives System korrigiert nicht mehr ausreichend für mangelnde Intention, Zufall (ich gehe sofort von böser Absicht aus und nicht davon dass es versehentlich passiert sein könnte) --> Unter Alkoholeinfluss fällt diese Korrektur weg  Meisten Menschen, die wegen schwerer aggressiver Delikte verhaftet werden sind zum Zeitpunkt betrunken! 
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  • Wegfall von Hemmungen Das impulsive System wird eingschaltet, wenn Hemmung abfällt
  • Frustration / Provokation Frustration von Bedürfnissen kann zu Aggression führen  Einigermaßen plausibel wenn Quelle meiner Frustration und Ziel meiner Aggression identisch sind: Provokation 
  • Experiment zu Aggression und Gegenreaktion Aggression führt schnell zu Gegenreaktion, insbesondere in so genannten „Cultures of Honor“ Bsp. Texas (ich lasse mir nicht gefallen, ich verteidige meine Ehre): Verbündete des Versuchsleiters rempeln Probanden auf dem Weg zu Experiment an und beschimpfen ihn dann  AV: Kortisol im Blut (Stress), Testosteronlevel, kognitive Verfügbarkeit von Aggressivität, aggressives Verhalten 
  • Experiment zu Aggression und Gegenreaktion: Ergebnis / Aussagen wann Aggression höher (3) Für alle Variablen: höhere Werte in Cultures of Honor (Südstaaten vs. Nordstaaten)  Männer haben generell ein größeres Problem bei Provokationen, reagieren aggressiver  Bin ich meinem Ziel besonders nah regiere ich stärker auf Provokationen (Leute drängeln sichkurz vor der Kasse vor) 
  • Frustration und Deprivation (2)  Frustration ist nicht Deprivation, sondern relative Deprivation (Nicht-Erreichen einer Erwartung), selbst weniger zu erhalten als man meint zu verdienen  Man vergleicht sich mit anderen, stellt negative Differenz fest und findet dass man eigentlich mehr verdienen würde als man tatsächlich bekommt
  • Hinweisreize: Führt jede Erfahrung der Frustration zu Aggression? (2) Relevanz der kognitiven Verfügbarkeit aggressiver Inhalte (hat chronischen Effekt, wird durch Provokation gesteigert)  Anwesenheit von Hinweisreizen, die das semantische Konzept der Aggressivität wachrufen steigert Wahrscheinlichkeit 
  • Berkowitz & LePage: Waffe vs Badmintonschläger VPN wurden vorher geärgert und durften dann anderen VPN Stromschläge erteilen UV1: Probanden erhalten 1 oder 7 Elektroschocks UV2: Gegenstand, der im Raum liegt UV3: wem gehört das Gewehr? Gegenspieler vs. Drittem 
  • Ergebnis Berkowitz & LePage: Waffe vs Badmintonschläger Allein eine Waffe macht uns nicht aggressiv, nur wenn ich zuvor stark provoziert wurde und anschließend einem entsprechenden Stimulus ausgesetzt werde
  • Lernen am Modell (3) Einflussreichste Theorie  Theorie des sozialen Lernens nach Bandura  Ergänzt behavioristische Lerntheorien des Konditionierens: Menschen lernen alleine anhand von Beobachtung, ohne selber dafür belohnt zu werden.   
  • Implikationen Lernen am Modell Transfer – nicht bloße Imitation, sondern das abstrakte Prinzip „aggressives Verhalten“ wird in neuen Formen umgesetzt  Meilenstein der Medienwirkungsforschung:  Wenn kleine Kinder lernen, neue Formen der Aggression an wehrlosen Puppen auszuprobieren, was lernen dann Jugendliche und Erwachsene in Film, Funk und Videospielen ?
  • Wirkung gewalthaltiger Medien: Forschung: wie am besten? Goldstandard: Experiment mit aggressivem Verhalten als AV 
  • Deshalb Goldstandard: Experiment mit aggressivem Verhalten als AV UV: gewalthaltige Spiele spielen vs. Tetris,  Potentielle AVs: o Hot Sauce Paradigm: aggressivere Personen machen mehr scharfe Soße in den Orangensaft o Bildersenden o Elektroschocks o „best“ Practice: Competitive Reaction Time Task VPs spielen Reaktionsspiel gegeneinander 50 Runden o Verlierer bekommt lauten Lärm auf die Ohren o Vor jeder Runde geben Spieler auf Skala an, wie laut der Lärm des Gegners im Verlustfall sein soll o „Gegenspieler“ ist Eingeweihter der VL, in Wirklichkeit vorbestimmter Algorhythmus, wer wann verliert und welchen Lärm VP bekommt (zwei Eskalationsstufen) 
  • Auswertung Wirkung Medien Experiment Spontane Aggression: Lautstärke in erstem Trial  Reaktive Aggression: durchschnittliche Lautstärke in Trials 2-50  Reaktive Aggression: durchschnittliche Lautstärke in Trials nachdem Proband Schock bekommen hat  Reine reaktive Aggression: durchschnittliche Lautstärke in Trials 2-50, kontrolliert für Lautstärke im ersten Trial
  • Problem Medienforschung Gewalt  Effekte sind nicht groß (r ≈ .20)    Basieren nicht alle auf der gleichen Auswertungsmethode (196 unterschiedliche Methoden), ich wähle jene, die mir die größte Effektstärke liefert  ->   Unklar, wie belastbar Evidenz, aber plausibel und keine Gegenevidenz 
  • Radikale Gegenposition: Moral Panic Befunde sind laut Ferguson einseitig, weil die Forscher voreingenommen sind, ihre Hypothesen zu bstätigen und Daten werden selektiv herangezogen
  • Position Ferguson Social learning (2) schon in Banduras Experimenten ist nicht klar, dass Kinder wirklich Aggressivität lernen oder dem Versuchleiter nur einen Gefallen tun Kinder verstehen, dass es nur eine Puppe ist und soz. lernen durch Modelle ist etwas, das stattfinden kann aber nicht muss
  • Fazit Medienwirkung Schwacher Effekt, aber vermutlich nicht ganz wegzureden (1%) positive Effekte werden ggf übersehen wegen Einseitigkeit
  •  Zugrundeliegenden Mechanismen Medienwirkung: (4) Lernen am Modell (?)  Priming des Konzepts Aggressivität – aggressive Verhaltensschemata sind voraktiviert und leichter zugänglich  Habituation . wir stumpfen ab, physiologische evidenz Medien beeinflussen Weltbild
  • Reduktion von Aggression durch Strafe? (2) Problem der Attribution bei zu naheliegender externaler Ursache für eigene Gewaltfreiheit  Nur wenig Evidenz für abschreckende Wirkung, kein Zusammenhang zwischen Androhung von Todesstrafe (regionale und temporale Vergleiche) und Häufigkeit schwerer Gewaltverbrechen 
  • Karthasis aienannahme, dass das Ausagieren von Aggression zur Reduktion von Aggressivität führt 
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  • Empirische Evidenz Reduktion Aggression Generell gilt: das Ausüben von Aggression macht eher aggressiver als weniger aggressiv  Sowohl Ausüben als auch Betrachten (s. stellvertretende Karthasis) aggressiver Sportveranstaltungen steigert Aggressivität 
  • Experiment Green et al zu Karthagos  Probanden werden provoziert (Verbündeter des VL gibt Probanden Elektroschock, wenn er anderer Meinung ist)  Rollentausch – Proband Lehrer, Verbündeter Lernender  UV: Fehler des Lehrenden mit Schocks bestrafen (Karthasis) vs. protokollieren  AV: in folgender Aufgabe frei gewählte Elektroschocks    Ergebnis: „Karthasis“ steigert aggressives Verhalten 
  • Auf der Frage, warum Katharsis nicht nur nicht beobachtbar ist, sondern Aggressionsausübung die Aggressivität steigert liefern dissonanztheoretische Überlegungen eine Erklärung: (3) Selbstwahrnehmung „Ich habe XY verletzt“ widerspricht dem Selbstbild „Ich bin friedlich“ Dissonanz lässt sich reduzieren durch Änderung des Selbstbildes oder Hinzufügen der Kognition „XY hat es verdient öfter mal verletzt zu werden“ Insbesondere bei unschuldigen Opfern der eigenen Aggression