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Personal- und Persönlichkeitspsychologie (Subject) / 2 (Lesson)
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- Was ist ein Paradigma? - vorherrschendes Denkmuster/Weltanschauung - Bündel von Leitsätzen, Fragestellungen und Methoden, denen sich die Wissenschaftler einer bestimmten historischen Periode bedienen
- Was ist ein Paradigmenwechsel? Sachverhalte aus einer komplett anderen Perspektive ansehen als vorher.
- Welche Paradigmen der Persönlichkeitsforschung gibt es? - behavioristisch - biologisch - dynamisch-interaktionistisch - eigenschaftsorientiert - kognitiv - psychoanalytisch/neoanalytisch
- Was sind die Kernaussagen des psycholanalytischen Paradigmas? - Mensch = Bündel sexueller & aggressiver Triebe, die von der Zivilisation unterdrückt werden - durchlaufen in ihrer Entwicklung Phasen, in denen Ziele wichtig sind -> Störungen in diesen Phasen prägen Persönlichkeit & Beziehungen - Entwicklung von Abwehrmechanismen als Versuch, die Wirklichkeit zu verzerren und das Leben angenehmer zu machen - man kämpft mit inneren Emotionen und Trieben so wie äußeren Anforderungen - übersteigertes Gefühl persönlicher Unfähigkeit -> Minderwertigkeitkomplex - Gefühl eigener Größe -> Überlegenheitskomplex
- Wer waren die Wegbereiter für das psychoanalytische Paradigma? - Alfred Adler - C.G Jung - Erik Erikson - Karen Horney - Siegmund Freud
- Erkläre die Struktur der Psyche. - Es: Persönlichkeitskern, psychische Grundenergie & Grundmotivation, Sexualtrieb, Lustprinzip, Todestrieb - Ich: Persönlichkeitsstruktur um sich mit der realen Welt auseinander zu setzen und ist der Spannung zwischen Über-Ich und Es ausgesetzt - Über-Ich: Entwicklung, um gesellschaftliche Regeln und ideologische Forderungen zu internalisieren
- Was sind Träume nach Freud? Bruchstücke des Unbewusstseins, die die individuelle Psyche hervorbringen.
- Worum geht es in der psychoanalytischen Traumtheorie? - Träume haben 2 Inhaltsebenen: manifester & latenter Inhalt - manifester Inhalt: abrufbare Erinnerung & bewusste Gedanken - latenter Inhalt: zugrunde liegende verborgene Bedeutung
- Wie läuft die psychosexuelle Entwicklung ab? - Orale Phase: 1. Lebensjahr -> Lustbefriedigung durch den Mund, Entwicklung von Urvertrauen - Anale Phase: 2.-3. Lebensjahr -> Kontrolle über Ausscheidung, Entwicklung von Selbstsicherheit & Autonomie - Phallische Phase: 4.-5. Lebensjahr -> Übernahme der Rolle als Frau oder Mann, Ödipuskomplex und Penisneid - Latenzphase: 6. Lebensjahr bis Pubertät -> Unterbrechung der sexuellen Entwicklung, Freundschaften schließen, Führer oder Mitläufer werden, mit Autoritäten kooperieren & Lern- und Arbeitsgewohnheiten entwickeln - Genitale Phase: Pubertät -> Reife, sexuelle Intimität
- Was passiert mit Kindern, die auf die orale Phase fixiert sind? - wollen weiterhin bemuttert werden & Befriedigung über den Mund - Narzissmus - schizoide und depressive Persönlichkeit - Suchtstörungen
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- Was passiert mit Kindern, die auf die anale Phase fixiert sind? - Fäkalhumor - übermäßige Reinlichkeit, Sparsamkeit, Ordnungsliebe & Organisation - Zwanghafte Störung
- Was passiert mit Kindern, die auf die phallische Phase fixiert sind? - Antisoziale Persönlichkeit - Impulsivität - Histrionische Persönlichkeit (egozentrisches und theatralisches Verhalten)
- Was passiert mit Kindern, die auf keine Phase fixiert sind? Ausgeglichenes Leben und von der genitalen Phase geprägt.
- Welche Abwehrmechanismen gibt es? Erkläre sie, wenn nötig. - Projektion = Verbergung von bedrohlichen Triebregungen, in dem man sie anderen zuschiebt - Rationalisierung = Verhalten durch Erklärungen rechtfertigen und dadurch die eigentlichen Gründe dafür verstecken - Reaktionsbildung = Ich verwandelt bedrohliche Triebregungen in das Gegenteil - Regression = man zieht sich in ein früheres Entwicklungsstadium zurück, in dem ein Teil der psychischen Energie fixiert worden ist - Verlegunung - Verschiebung = bedrohliche Triebregungen werden auf Objekte oder Menschen umgelenkt, die psychologisch mehr akzeptiert sind
- Was sind die Kernaussagen des behavioristischen Paradigmas? -Mensch = Black Box mit innerpsychischen Prozessen - Persönlichkeit = indivduelles Set von Reiz-Reaktionsschema - Persönlichkeitsunterschiede = Ergebnisse von Lernerfahrungen - Verhalten wird durch Umweltstimuli beeinflusst, alle komplexen Verhaltensmuster = erlernte Reaktionen auf situative Stimuli
- Wodurch kann menschliches Verhalten manipuliert werden? Durch die Gestaltung und Herstellung entsprechender Lern-Umweltbedingungen.
- Welche Lernmechanismen gibt es? - Klassische Konditionierung: Pawlow (Signallernen) - Operante Konditionierung: Skinner (Belohnung und Bestrafung) - Beobachtungs/Modelllernen: Bandura (Nachahmung)
- Welches bekannte Beispiel gibt es bei der klassischen Konditionierung? Der kleine Albert.
- Gebe ein ausführliches Beispiel für die klassische Konditionierung. - leidenschaftlicher Kuss (US) -> sexuelle Erregung (UR) - Zwiebelgeruch (NS) + leidenschaftlicher Kuss (US) -> sexuelle Erregung (UR) - Zwiebelgeruch (CS) -> sexuelle Erregung (CR)
- Welche praktischen Anwendungen für die klassische Konditionierung gibt es? Erkläre, wenn nötig. - Aversionen ->Drogenmissbrauch: z.B Alkoholmissbrauch -> Aversionstherapie zur Senkung der Rückfallquote - Immunsystem: Stärkung oder Schwächung dessen durch Konditionierung - Phobien
- Erkläre die operante Konditionierung und gebe ein praktisches Beispiel dafür. - Verhaltensanstieg durch positive oder negative Verstärkung (unangenehmer Verstärker wird entfernt) - Verhaltensrückgang durch Typ 1 Bestrafung (negativer Verstärker) oder durch Typ 2 Bestrafung (positiver Verstärker wird entfernt) - Beispiel: Kind muss Bitte sagen, um Keks zu kriegen -> sagt öfter Bitte
- Was benötigt man, um die operante Konditionierung zu planen und was beinhaltet das? - Verstärkungspläne: - Fester Quotenplan: Verstärker nach festen Regeln bei gewünschter Reaktion - Variabler Quotenplan: Verstärker nach einer durchschnittlichen Anzahl von Reaktionen - Fester Intervallplan: Verstärker nach einem festen Zeitintervall - Variabler Intervallplan: Verstärker nach einem durchschnittlichen Zeitintervall
- In welchen Bereichen wird die operante Konditionierung in der Praxis angewendet? - Erziehung: Lob und Tadel - Verhaltenstherapie: Erlernen und Verlernen von Verhalten - erlernte Hilflosigkeit: lernen Menschen, dass sie negative Reize nicht vermeiden können, werden sie passiv und erdulden die Situation -> dreifaches Defizit: motivational = keine Handlungen, kognitiv = kein Erkennen von Handlungsmöglichkeiten, emotional = Niedergeschlagenheit und Motivationslosigkeit
- Worum geht es beim Modelllernen nach Bandura? Nachahmung.
- Wie lauten die Kernaussagen des eigenschaftstheoretischen Paradigmas? - Mensch = Bündel von Temperamenten, Eigenschaften und Fertigkeiten - Menschen haben charakteristische körperliche Merkmale & Regelmäßigkeiten im Verhalten und Erleben -> kann nicht direkt beobachtet werden sondern wird durch wiederholte Beobachtung erschlossen - Erfassung der Individualität einer Person durch Betrachtung vieler verschiedener Eigenschaften durch Persönlichkeitsprofil -> wird nur im Vergleich mit einer Referenzpopulation (vergleichbare Personen) darstellbar
- Welche bekannten Theorien gibt es beim eigenschaftstheoretischen Paradigma? - Cattells Faktorenansatz zur Persönlichkeit: 16 Eigenschaften notwendig - Eysenck: alle Eigenschaften lassen sich aus 3 biologischen Systemen herleiten: Extraversion, Neurotizismus & Psychotizismus - Big Five
- Wer sind die Wegbereiter beim eigenschaftstheoretischen Paradigma? - Gordon Allport - Raymond Cattell - Walter Mischel - William Stern
- Worum geht es bei William Stern´s Theorie? - differenzielle Psychologie - unterscheidet zwischen nomothetischer, idiografischer, Korrelationsforschung & Komparationsforschung
- Wie lauten die Kernaussagen des dynamisch-interaktionistischen Paradigma? -Vorraussetzung für Persönlichkeitsmessung: das Verhalten einer Person und die Organisation ihrer Umwelt sind mittelfristig stabil - Veränderung beruht auf langfristigen Veränderungsprozessen innerhalb von Umwelt und Person und gegenseitigen Einflüssen -> Personenänderung = Entwicklungspsychologie, Umweltänderung = neue Freunde, neuer Job, neue Stadt
- Wie heißt das bekannteste Modell beim dynamisch-interaktionistischen Paradigma und was beinhaltet es? - Modell der Umwelt - Kreis, von innen nach außen: - Individuum (Kind) -> Mikrosystem (Mutter) -> Mesosystem (Familie) -> Exosystem (soziale Schicht) -> Makrosystem (Kultur)
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- Wie entsteht Verhalten laut dem dynamisch-interaktionistischen Paradigma? Aus dem Zusammenspiel von Merkmalen der Person und Merkmalen der Situation, in der sich die Person befindet.
- Zwischen welchen Interaktionen wird im dynamisch-interaktionistischen Paradigma unterschieden? Erkläre sie. - evokative Interaktion: Menschen beeinflussen Anwesende mit ihrem Verhalten -> wirkt auf die handelnde Person zurück - manipulative Interaktion: aktive Gestaltung einer Situation durch die Person, z.B Anordnung von Möbeln in einem Seminarraum - proaktive Interaktion: Menschen suchen eine bestimmte Situation aktiv auf -> Verhaltensmöglichkeiten eröffnen und schließen sich - reaktive Interaktion: Personen interpretieren eine Situation unterschiedlich -> zeigen unterschiedliches Verhalten
- Beschreibe und erkläre die 2 bekanntesten Interaktionstheorien. - Endler & Spielberger: individuelle Unterschiede zeigen sich in der Ängstlichkeit, in der Neigung zu Ärger und im emotionalen Erleben und Verhalten, je bedrohlicher oder frustrierender eine Situation ist - Mischel: starke Situationen = schränken Verhaltensspielraum ein, Persönlichkeitsunterschiede wirken sich kaum auf Verhalten aus, schwache Situationen = schränken Verhaltensspielraum nicht oder wenig ein, zeigen deutlich Persönlichkeitsunterschiede
- Wie lauten die Kernaussagen des biologischen Paradigmas? - menschliches Erleben und Verhalten durch Informationsübertragung im Nervensystem - Verhalten & Persönlichkeit ist teilweise durch genetische Vererbung und Unterschiede im neuroendokrinologischen System geprägt ->Biologische Einflüsse wie Gift und Krankheiten können die Persönlichkeit verändern - Erregung im Gehirn hat Auswirkungen aufs Temperament: extravertierte Menschen = niedriges Niveau an Gehirnaktivierung, suchen nach Stimulation, introvertierte Menschen = hohes Niveau an Gehirnaktivierung, ziehen sich aus stark stimulierenden Umgebungen zurück
- Wer waren die Wegbereiter fürs biologische Paradigma? - Charles Darwin - Francis Galton - Hans Eysenck - Iwan Pawlow
- Von wem stammen die bekanntesten Theorien zur Temperamentforschung? - Hippokrates - Kant - Wilhelm Wundt
- Worum geht es bei der Theorie zur Temperamentforschung von Hippokrates und was hat Wilhelm Wundt damit zu tun? - Hippokrates: Temperamentunterschiede = Vorherrschen eines der Körpersäfte Blut, Schleim, gelbe und schwarze Galle - Wilhelm Wundt: erweitert Hippokrates Theorie um 2 Dimensionen: Stärke der Gemütsbewegung & Schnelligkeit des Wechsels der Gemütsbewegungen
- Worum geht es bei der Theorie zur Temperamentforschung nach Kant? - Choleriker: hitzig - Melancholiker: richtet die Aufmerksamkeit zuerst auf Schwierigkeiten - Phlegmatiker: bedenkt zuerst, ob Zorn angebracht ist - Sanguiniker: sorglos, aber hält sein Wort nicht, weil er nicht genug darüber nachgedacht hat
- Wie lautet die Definition von Temperament? Eigenschaften im Bereich von Affekt, Aktivierung und Aufmerksamkeit.
- Wie lauten die Kernaussagen im kognitiven Paradigma? - Individualität eines Menschen = die Art, wie man Infos aufnimmt, verarbeitet und diese das Verhalten und Selbstbewusstsein prägen - Unterschiede bei Menschen bei Fähigkeiten, andere Menschen zu verstehen und zu beeinflussen - Menschen wählen ihre Verhaltensweisen auf Basis der Wahrscheinlichkeit ihres Verhaltens, ihrer Situation, eines erwarteten Ergebnisses und dem Wert, den sie dem Ergebnis zumessen - Sebststeuerung des Verhaltens durch innere Prozesse der Zielsetzung, Planung & Selbstverstärkung
- Wer waren die Wegbereiter für das kognitive Paradigma? - Albert Bandura - George Kelly - Jean Piaget - Julian Rotter - Kurt Lewin
- Worum geht es beim Menschenbild beim kognitiven Paradigma? - menschliches Verhalten und Erleben beruht auf Informationsübertragung im Nervensystem: Nervensystem empfängt über Rezeptoren Reize aus der Umwelt und dem eigenen Körper, wandelt diese in andere Infos um und überträgt sie über motorische Aktivität auf die Umwelt = Verhalten - Mensch nutzt Infos, um die aktuelle Situation zu überdauern = Wissen - Langzeitgedächtnis beeinflusst fast alle Informationsverarbeitungsprozesse
- Zwischen welchen Informationsverarbeitungssystemen unterscheidet man im kognitiven Paradigma? - impulsives System: ständig aktiv - reflexives System: wird manchmal zugeschaltet
- Zwischen welchen Verhaltensformen unterscheidet man beim kognitiven Paradigma? - willentlich gesteuertes Verhalten - automatisiertes Verhalten - spontanes Verhalten
- Wodurch entstehen individuelle Persönlichkeitsunterschiede beim kognitiven Paradigma? - Architektur = Unterschiede in der Feinstruktur des Gehirns - Parameter als Rahmenbedingungen informationsverarbeitender Prozesse: Geschwindigkeit der Verarbeitung, Reizschwellen - Wissen (deklarativ und prozedural)
- Zwischen welchen Einstellungen unterscheidet man beim kognitiven Paradigma? implizite und explizite Einstellungen.
- Was zählt zu bedrohlichen Triebregungen? Aggressive & sexuelle Triebregungen.
- Was gehört zu den Big Five? - Extraversion - Gewissenhaftigkeit - Neurotizismus - Offenheit für Erfahrungen - Verträglichkeit