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Psychiatrie 3 (Subject) / Affektive Störungen (Lesson)
Affektive Störungen, Depression, bipolare Störung, Manie
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- Was sind affektive Störungen und welche gibts? Affektive Störungen sind hauptsächlich durch eine krankhafte Veränderung der Stimmung meist zu Depression oder zur gehobenen Stimmung (Manie) hin gekennzeichnet Im ICD 10 unterscheidet man unter F3 Affektive Störungen: F30 Manische Episode: F30.0 Hypomanie F30.1 ohne psychotische Symptome F30.2 mit psychotischen Symptomen F31 Bipolare affektive Störung Unterteilung nach Episode (depr/man/gemischt) Schweregrad Verlauf (remittiert) F32 Depressive Episode Unterteilung nach Schweregrad +/- psychotische Symptome +/- somatische Symptome F33 Rezidivierende depressive Störung Unterteilung nach Schweregrad +/- psychotische Symptome +/- somatische Symptome F34 Anhaltend affektive Störung F34.0 Zyklothymia - (Zyklothymie früher =bipolare Störung; chronisch, fluktuierend) F34.1 Dysthymia - (Dysthymie früher = neurotische Depression, i.S. einer Persönlichkeitsstörung, chronisch, fluktuierend) F38 Andere affektive Störungen im DSM IV TR werden unterschieden: Bipolare Störungen bipolar I (Manie, Depression/Manie) bipoloar II (Depression/Hypomanie) zyklothyme Störung Depressive Störungen Major Depression (einzeln, rezidivierend) dysthyme Störung Andere affektive Störungen durch Krankheit substanzinduziert
- Klassifikation der Depression, depressiven Episode im ICD 10? Im ICD 10 F32 (F32.0 leicht; F32.1 mittelgradig; F32.2 schwer ohne psychotische Symptome, F32.3 schwer mit psychotischen Symptomen; F32.4 gegenwärtig remettiert) bei F32.0 ; F32.1; wird mit der 5. Stelle das Vorliegen eines somatischen Syndroms kodiert (0 ohne; 1 mit) bei F32.3 werden mit der 5. Stelle die psychotischen Symptome kodiert als synthym (0; stimmungskongruent, mit der gegenwärtigen Stimmung übereinstimmend) oder als parathym (1; stimmunginkongruent, z.B. Verfolgungswahn ohne affektiven Inhalt oder affektiv neutrale Hallus), parathymer Wahn ist selten, kommt aber vor, ist aber eher ein Hinweis auf eine schizoaffektive Störung F25 (gegenwärtig depressiv(F25.1) Abgrenzung zur Schizophrenie: Abgrenzung von depressiver Episode mit parathymen Wahn (wahnhafter Depression) zur schizoaffektiven Psychose ist schwer und auch im ICD 10 nicht eindeutig definiert, im Zweifel eher schizoaffektive Psychose
- Was sind die Leitsymptome einer depressiven Episode, Depression? Störungen des Affekts: depressive Verstimmung (von leicht gedrückter Stimmung bis hin zum schwermütien, scheinbar auswegslosen, versteinerten nichts-mehr-fühlen-können (Gefühl der Gefühllosigkeit) Störung von Antrieb und Psychomotorik (Antriebshemmung: zu nichts aufraffen, interesse und initiativelos, nur schwer oder gar nicht entscheiden, Angst, innere Unruhe, bis hin zum depressiven Stupor) formale Denkstörungen: Denkhemmung (Einfallsarmut) oder Grübeln Konzentrationsstörungen Schlafstörung (morgendliches Früherwachen, Durchschlafstörungen) pessimistische Zukunftsgedanken Gedanken an den eigenen Tod, Selbstmordphantasien beeinträchtigtes Selbstvertrauen oder Selbstwertgefühl !Depressivität ist als Symptom nicht im ICD 10 aufgeführt, ist aber eines der häufigsten Symptome!
- Allgemeine Kriterien für eine depressive Episode nach ICD10? depressive Episode sollte mind. 2 Wochen andauern in der Anamnese keine manischen oder hypomanischen Symptome, die schwer genug wären um eine manische oder hypomanische Episode zu erfüllen Symptome sind nicht auf Substanzmissbrauch oder eine organisch psychische Störung zurückzuführen
- Welche Sbtypen einer Depression lassen sich aufgrund ihres Erscheinungsbildes (Phänomenologie) unterscheiden? gehemmte Depression: Reduktion von Psychomototrik und Aktivität, im Extremfall depressiver Stupor. agitierte Depression: ängstliche Getriebenheit, Bewegungsunruhe, unproduktiv hektisches Verhalten und Jammern larvierte (somatisierte) Depression: vegetative Störungen und vielfältige Organbeschwerden stehen im Vordergrund, diese sind Ausdruck einer vordergründig leicht ausgeprägten Depression. Appetitlosigkeit mit Gewichtsverlust, Obstipation, Schlafstörungen, Libidomangel und andere Vitalstörungen wie Abgeschlagenheit, Enge Druck und Schweregefühl in Kopf, Brust und Extremitäten sind Symptome. anankastische Depression: Zwangssymptome stehen im Vordergrung. Patienten zeichnen sich durch übermäßige Gewissenhaftigkeit und Ordentlichkeit aus.
- Welche wichtigen klinischen Subtypen der Depression kennen Sie? Welche Sonderformen der Depression lassen sich ferner unterscheiden? Klassifikation und Subtypisierung ist nach wie vor Gegenstand von Diskussionen, im ICD 10 sind insgesamt 35 Depressionsverschlüsselungen möglich. 1 Minor Depression2 Dysthymie3 Major Depression atypische Depression (typisch depressive Symptomatik ist oft nicht vorhanden, Pat sind trauri verstimmt aber modulationsfähig, d.h. sie könen emotional auf Ereignisse reagieren, Antriebsarmut und körperliche bgeschlagenheit, Hypersomnie, statt Appetitmangel eher Heißhunger auf Kohlehydrate und Gewichtszunahme, statt Morgentief eher Abendtief) Angst Depression saisonale Depression (regelmäßig im Hernst oder Winter) melancholische, endogene Depression (ohne äußeren Auslöser, meist aufgrund von Stoffwechselstörungen) psychotische Depression (mit wahnhaften Symptomen und Hallus) 4 double depression (Dysthymie und rez. depr. Störung gleichzeitig5 bipolare Depression Ferner können klinisch folgende Sonderformen unterschieden werden: 1 Involutions-/oder Spätdepression: nach 45. Lj., protrahierte (verlängerte, -zögerte) Phasendauer, erhöhtes Suizidrisiko2 Altersdepression: nach 60 Lj. oft schwer von eine Demenz abzugrenzen3 Wochenbettdepression (postpartale -) : Beginn schnell, Prognose gut, klingt nach einigen Tagen oder Wochen ab, erhöhte Gefahr von Suizidalität und damit auch Kindstötung, bei schweren Verlauf manchmal Psychopharmakatherapie notwendig)3 Erschöpfungsdepression: nach langjähriger affektiver Dauerbelastung, bzw. wiederholten schwere Psychotraumen4 Rapid Cycling: mehr als vier manische oder depressive Phasen im Jahr
- Wie äußern sich kognitive Störungen bei depressiven Patienten? Einbußen höherer kognitiver Leistungen, bei depressiven Patienten v.a.: Aufmerksamkeitsstörungen Konzentrationsstörungen Merkfähigkeit
- kognitive Einbußen: Wie kann eine Pseudodemenz, die mit einer Depression einhergehen kann von einer echten Demenz unterschieden werden, was muss man beachten? wenn die kognitiven Symptome objektv stark ausgeprägt sind und einen hohen Leidensdruck hervorrufen spricht man von einer Pseudodemenz. die Pseudodemenz verschwindet aber im Gegensatz zu einem dementiellen Syndrom mit Abklingen der Depression vollständig Demenzielles Syndrom vs. Pseudodemenz (Differentialdiagnostische Kriterien Beginn schleichend, nicht gut abgrenzbar vs. meist schnell beginnend, abgrenzbar die Stimmung wechselt, ist nicht durchgehend depressiv vs. durchgehend herabgestimmt Patient versucht Defizite zu kaschiern vs. Pat klagt sehr über kogn Einbußen Bei kognitiven Tests sind die Antworten meistens "fast" richtig vs. Patient gibt "weiss ich nicht" an
- Welche Wahninhalte gibt es beim depressiven Wahn? Schuld- und Versündigungswahn Verarmungswahn hypochondrischer Wahn nihilistischer Wahn Wahninhalte sind in der Regel synthym.... bei parathymen Wahn, Abgrenzung zu schizoaffektiven Psychose! Eifersuchtswahn gehört nicht zu den synthymen Überzeugungen eines Depressiven, sonder eher zu Entzugssyndromen, Abhängigkeitserkrankungen/ dementiellen Syndrom
- Ätiologie: neurobiologische Ursachen der Depression? neurochemisch: Amin-Defizit-Hypothese: Mangel an NT Noradrenalin und Serotonin, Hypthese wir unterstützt durch Wirkmechanismus der ANtidepressiva (Erhöhung der Konzentration der NT im synaptischen Spalt: durch Wiederaufnahmehemmer von Serotonin und/oder Noradrenalin (SSRI/SNRI/SSNRI), durch Blockade des Abbaus der NT (MAO-Hemmer) erweiterte Amin-Defizit-Hypothese: Dysbalance verschiedener Neurotransmitter und auch Veränderungen der Dichte und Empfindlichkeit der Rezeptoren scheinen eine Rolle zu spielen. (Wirklatenz der ANtidpressiva) neuroendokrinologisch: Regulationsstörungen der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden- bzw. Schilddrüsen-Achse (Hypercortisolismus verringerte TSH Freisetzung (Thyroid stimulating-Hormon) hirnmorphologisch/bildgebende Verfahren: Reduktion der substantia nigra im präfrontalen Kortex und Hippocampus chronobiologische Faktoren: ein Teil der Depressionen zeigt eine saisonale Rythmik mit Häufng im Frühjahr und Herbst zirkadiane Rythmusstörungen: morgendiches Früherwachen und Durchschlafstörungen. Depressive weisen im Vgl zu Gesunden mehr oberflächliche und weniger Tiefschlafstadien auf, längere Einschlaflatenz, REM Latenz ist verkürzt, Schlaf Wach Rythmus ist desynchronisiert (Antidepressive Wirkung des Schlafentzug soll auf der Resynchronisation beruhen). Somatische Erkrankungen und Pharmaka können ebnfalls Auslöser einer Depression sein (organisch bedingte affektive Störung), aber auch Infektionen und Immunreaktionen könnten ätiopathogenetisch sein
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- Ätiologie: möglichen Ursachen für eine Depression? Für die Entstehung affektiver Erkrankungen werden heute bio-psycho-soziale Modelle im Sinne eines Vulnerabilitäts-Stress Konzeptes herangezogen, da v.a. die Depression als multifaktoriell bedingt angesehen wird. Körperliche Erkrankungen sowie Störungen des Hormonhaushalts genetische Faktoren psychologische Faktoren: Krisen und Lebenserfahrung (kritische life events, Vulnerabilitäts-Stress-Modell neurobiologische Faktoren: biochemische Prozesse
- Ätiologie: genetische Ursachen der Depression? Untersuchungen ergaben, dass das Erkrankungsrisiko um das 3fache erhöht ist, wenn ein Elternteil oder Geschwister depressiv erkrankt ist. Zwillingsuntersuchungen: 1eiige: Konkordanzrate =35-42% 2eiige: Konkordanzrate = 15-20% noch größere Heredität bei bipolarer Störung Aber kein einzelnes Hauptgen für Depression verantwortlich Genetik ist aber nicht einziges entscheidendes Kriterium (auch bei 1eiigen erkrankt nur in 58-65% der Fälle nur einer von beiden)
- Ätiologie Psychologische Faktoren einer Depression? kritische (negative) Lebensereignisse (life-events) finden sich gehäuft im Vorfeld einer Depression, psychoreaktive Auslösung, Stressreaktion Vulnerabilitäts-Stress-Modell (erhöhte Vulnerabilität + andauernder Stress = Auslöser Depression) Psychodynamisch-psychoanalytische Modellvorstellung: Störung der Mutter-Kind-beziehung --> Selbstwertproblematik aufgrund von versagendem (oder seltener verwöhnendem) Erziehungsmuster, das die Loslösung des Kindes und die ENtwicklung eines gesunden Selbstwertes behindert. Übernahme von höherer Verantwortung führt dann im Erwachsenenalter zur Dekompensation, weil sie als Überforderung erlebt wird. Als unbewusster Bewältigungsmechsnismus kommt es zur Regression, die bewirkt, dass sich die Betroffenen matt, überfordert, antriebs- und lustlos fühlen.... + Selbstanklage, Schuldgefühle, suizidale Verhaltensweisen durch ein zu strenge Über-ICH! Kognitions- und lerntheoretische Sicht: kognitive Theorie (A.T. Beck) Depressiver ist ekennzeichnet durch negative Wahrnehmung von sich der Umwelt und der Zukunft --> Stress führt zur Übergeneralisierung negativer Erfahrungen (das konnte ich noch nie, dazu bin ich zu blöd) oder Selektiven Abstarktionen ("Tunnelblick") erlernte Hilflosigkeit (ich kann sowieso nichts dagegen tun) verhaltenstheoretisch: Störung der Selbstwahrnehmung, Selbstbewertung und Selbstverstärkung
- Ätiologie: neurobiologische Ursachen einer Manie? neurochemisch: gesteigerter Katecholaminstoffwechsel (Dopamin und Noradrenalin Erhöhung) bei Männern häufig erhöhter Progesteronspiegel
- Therapie: Wie behandelt man eine Depression (kurz)? Psychopharmakotherapie (Antidepressiva) Psychotherapie (VT, kognitive, interpersonelle Psychotherapie) biologische Therapien (EKT, Schlafentzugstherapie, Lichttherapie)
- Welche Psychopharmaka gibt man bei einer Depression (und Wirkmechanismus) ? Antideprssiva die Auswahl richtet sich nach dem klinischen Erscheinungsbild und den Nebenwirkungsprofil eines Medikaments ....