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Forschungsmethodik (Subject) / Lektion 01 (Wissenschaftstheoretische Grundlagen) (Lesson)
Methodik
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- Wissenschaft - methodische geregeltes Erkenntnissystem, Methode bzw. Methodensammlung von Werkzeugen, um Erkenntnisse zu generieren, versucht Dinge so einfach wie möglich zu erklären - Bei gleicher Erklärkraft ist stets dasjenige Erklärungsmodel zu bevorzugen, das sich am einfachsten in das bestehende Weltbild eingliedern lässt
- Erkenntnis - wird wissenschaftlich dadurch, dass sie auf Grundlage einer best. Methode gewonnen wurde, die unabhängig von der Person des Forschenden ist - Erkenntnisinhalt, Resultat einer methodischen Untersuchung ist kein Kriterium für Wissenschaftlichkeit oder Unwissenschaftlichkeit - Aussagen sind also per se nicht unwissenschaftlich -> wichtig, aufgrund welcher Methode man zu dieser Aussage kommt
- Privatoffenbarung - private, unteilbare Einsicht einzelner Person -> nicht wissenschaftlich - Gleiches gilt, wenn die genutzte Methode nicht den wissenschaftlichen Standards entspricht z.B. Verschwörungstheorien verstoßen meist gegen den wissenschaftlichen Grundsatz
- Modellwissenschaftler nach Weber - Sucht nach wissenschaftlicher Wahrheit und Erkenntnis, - klar im Denken - bescheiden - trennt Tatsachen und Werturteile - ausschließlich der Rationalität und Logik verpflichtet - bedient sich Methoden die der Kontrolle und Kritik zugänglich sind - folgt der Verantwortungsethik
- Deduktiv-nomologischer Erklärungsansatz - Frage nach den Ursachen, als deren Wirkung der zu erklärende Sachverhalt eingetreten ist - Formal: Schluss von der Gesetzesaussage und den Randbedingungen (Explanans) auf zu erklärende Sachverhalte (Explanandum) - Bsp.: Ein Freund schenkt dir Blumen; immer, wenn er dir Blumen schenkt, dann hat er dich zuvor betrogen. Dein Freund hat dich betrogen. (Schluss von Gesetz auf Sachverhalt) - Deduktiv, Deduktion -> von Allgemeinheit auf Einzelfall, Schluss von Gesetzen auf den Spezialfall - Explanandum = zu erklärende Phänomen - Explanans = Erklärung aus Gesetzmäßigkeit und Randbedingungen - Wissenschaft versucht oftmals, Gesetzmäßigkeiten (Nomoi) aufzudecken, die in Natur oder menschlichen Verhalten wirksam sind (Aufstellen solcher Gesetze erlaubt es, Sachverhalte zu erklären) - Besonders bekannt deduktiv-nomologische Modell von Hempel/Oppenheimer (1948) - ein Phänomen ist dann erklärt, wenn die Aussage, die es beschreibt, aus Gesetzesaussagen und Aussagen über Rand- und Anfangsbedingungen abgeleitet ist. Die Gesetzesaussagen sind ihrerseits genau dann erklärt, wenn sie aus umfassenderen Gesetzaussagen deduziert werden - Gesetzesaussagen müssen allgemeiner Natur und bestätigt sein - Modell ist intuitiv einleuchtend, aber Probleme: - Gesetze müssen aufgestellt und bestätigt werden - Unklar, ob Gesetze hierarchisch geordnet oder es nicht komplexere Beziehungen gibt (Ringe, Netze) - Auch ganz allgemeine Gesetze müssen erst aufgestellt werden, problematisch wenn es zu gänzlich neuartigen Phänomenen kommt - Einflussfaktor „Zufall“: Gesetzte sind probabilistischer Natur (Gesetz kann gültig, aber nicht umgesetzt sein) - Erklärung Phänomen durch Verknüpfung v. Gesetzen: es kann auch alternative Verknüpfungen geben - Bsp.: -- Gesetzt: Wenn eine Person unzufrieden mit der Demokratie ist, wählt sie rechtsextreme Parteien. -- Randbedingung: Person X ist unzufrieden mit der Demokratie. -- Deduktiver Schluss: Person X wählt eine rechtsextreme Partei. -- 1) Behauptung eines Kausalzusammenhangs: Wenn A, dann B) -- 2) Randbedingung: Wir wissen A gilt -- 3) Es muss auch B gelten
- Empirisch-induktiver Erklärungsansatz - Induktiv -> von Einzelaussage auf Allgemeinheit - Induktion -> von manifesten, direkt sinnlichen Tatsachen auf Gesetze - Frage: Wie kann ein Gesetz aufgestellt und überprüft werden? Unter Zuhilfenahme des empirisch induktiven Ansatzes - Ausgangspunkt beim Vorgehen: sinnlich unmittelbar feststellbare (manifeste) Tatsachen -> aus manifester Materialsammlung (Empirie, Erfahrung) soll dann erklärende Aussage abstrakter Art (Gesetz) gefunden werden - Bsp.: an jedem Wochentag wurde beobachtet, dass die Sonne aufgegangen ist (Empirie) -> also geht die Sonne jeden Tag auf (induktiver Schluss) -> folglich geht die Sonne auch morgen auf (deduktiver Schluss) - Falsifikationismus = Bezweiflung, dass per Induktion die Erkenntnis wahrer Gesetze sichergestellt werden könne -- 1. Kein Schluss von Einzelbeobachtungen auf universelle Regel ohne Ausnahmen (Bsp.: 1000 weiße Schwäne gesehen -> Aussage: gibt es nur weiße Schwäne -> dennoch kann ich falsch liegen, vielleicht existiert ein schwarzer Schwan, den ich nur noch nicht gesehen habe) -- 2. Bei der Induktion hält man auf sprachlicher Ebene die Begriffe nicht stabil, man meint nach induktiven Schließen mit dem sprachlichen Zeichen nicht mehr ein konkretes Etwas (Schwan), sondern eine Denkfigur, ein Konzept (Konzept existiert nur im Kopf und strukturiert dort unser Denken über reale, weiße, gefiederte vogelartige Dinge) - Denkkonzept wird besonders in der Wirtschaftswissenschaft zu einer Frage der Ideologie (Weltanschauung) - Worte/Begriffe sind keine neutralen Größen, über automatisch Einfluss auf Theoriefindung - Schließen auf eine universelle Regel (ohne Ausnahme) anhand vieler Einzelbeobachtungen? - Arbeiten mit Konzepten anstatt von Konkreten - In jedem Begriff schwingt eine theoretische Vorentscheidung mit, die besonders im induktiven Schließen aufblühen kann - Gegenteil eines manifesten Merkmals ist ein latentes Merkmal
- Deduktion/Induktion - Deduktion: Alle Menschen sind sterblich. Sokrates ist ein Mensch. Sokrates ist sterblich. (Allgemeinheit -> Einzelfall) - Induktion: Sokrates ist sterblich. Sokrates ist ein Mensch. Alle Menschen sind sterblich. (Einzelfall -> Allgemeinheit)
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