29

allg. Ernährungsepidemiologie (Subject) / Studientypen (Lesson)

Studientypen

This lesson was created by vanbeeka.

Learn lesson

This lesson is not released for learning.

Advertisement
  • 100. Unterschied Beobachtungsstudien und Experimentelle/ Interventionsstudien Beobachtungs: lassen Natur freien Lauf, messen aber greifen nicht ein Interventionsstudien: beinhalten den Versuch eine Krankheitsdeterminante aktiv zu beeinflussen
  • 101. Studientypen Übersicht Kohortenstudien Fall-Kontroll-Studien Interventionsstudien Querschnittstudien Ökologische Studien/ Korrelationsstudien
  • 102. Merkmale von ökologische Studien? Was sind ökologische Trugschlüsse basieren auf Daten die zu anderen Zwecken erhoben wurden sind einfach durchzuführen aber schwer zu interpretieren arbeiten mit Gruppen von Menschen (nicht mit Individuen); die Verbindung zwischen Exposition und Wirkung ist im Einzelfall daher nicht möglich ökologische Trugschlüsse = entstehen wenn auf der Grundlage ökologischer Daten unangemessene Schlussfolgerungen gezogen werden
  • 103. Definition, Merkmale, Analyse und Maßzahlen von Querschnittstudien Einmalige Beobachtung einer Studienpopulation als repräsentativer Querschnitt einer Bevölkerung(sgruppe) messen Prävalenz von Erkrankungen Erfassung von Exposition und Wirkung gleichzeitig zeitliche Abfolge der Exposition-Wirkung unklar geeignet zur Erfassung von nicht veränderlichen Merkmalen Analyse:ist ein bestimmtes Merkmal (Erkrankung) in der Population mit einer bestimmten Exposition assoziiert (liegt eine Korrelation vor)?sind Personen mit einem bestimmten Merkmal häufiger/weniger häufig einer bestimmten Exposition ausgesetzt als Personen ohne dieses Merkmal?(vergleich von Prävalenzen)Maßzahlen:kein prospektiver Zeitverlauf (keine Evidenz)keine Ursache-Wirkungs-Beziehung feststellbarkein Risiko (Inzidenz) berechenbarKorrelations-/Regressionskoeffizienten und Odds-Ratio berechenbar
  • 104. Was sind Kohortenstudien? Definition ?wie heißen sie noch? Analyse? Genereller Aufbau? Maßzahlen? Auch Follow-up, Nachbeobachtungs- oder Inzidenzstudien Rekrutierung einer Studienpopulation und Basiserhebung (baseline) sowie eine oder mehrere Nachbeobachtungen (follow-up) hinsichtlich des Vorliegens bzw. der Entwicklung bestimmter Merkmale arbeiten zu Beginn mit einer Gruppe von Personen (Kohorte), die nicht erkrankt sind und die entsprechend einer Exposition gegenüber einer potentiellen Krankheitsursache in Subgruppen eingeteilt werdenHaben das Ziel Menschen in der Zeit zu folgen (zB 5 Jahre später) Analyse:Entwickeln Personen mit einer bestimmten Exposition eine Erkrankung hääufiger/weniger häufig als Personen ohne diese Exposition? (vergleich von Inzidenzen) Aufbau:Studienpopulation (=Kohort) > Mit Merkmal (Exponierte)  >>Erkrankte >> Nicht Erkrankte> Ohne Merkmal (Nicht Exponierte) >>Erkrankte >> Nicht-Erkrankte Maßzahlen:Prospektives Design (hohe Evidenzstärke)Ursache-Wirkungs-Beziehung (bedingt) feststellbarRisiko (Inzidenz) berechenbarRelatives Risiko berechenbar
  • 105. In Kohortenstudien: Was sind Basiserhebung bzw Nachbeobachtung? Basis = Erfassung der Exposition, Ernährungserhebung zu Anfang der Studie Nachbeobachtung = Erfassung der inzidenten Erkrankungen nach einer Zeit
  • 106. Ziel von Kohortenstudien Vergleich von Erkrankungsraten zwei (oder mehrerer) Kohorten
  • 106. Arten von Kohortenstudien geschlossene (closed) = definierte Anzahl von Mitgliedern die sich nicht vergrößert offene (open, dynamic) = neue Mitglieder können aufgenommen werden
  • 107. Wie funktioniert die Risikoschätzung bei Kohortenstudien? = Vergleich der Inzidenz unter Exponierten mit der unter Nicht-Exponiertenwerden ins Verhältnis gesetzt > Relatives Risiko (Risk Ratio, RR)
  • 108. Berechnung des RR Welche Werte kann es annehmen? Relatives Risiko = Risk Ratio = Risiko Exponierter/ Risiko Nicht-Exponierter mit Vierfeldertafel (siehe Heft) Werte: 0 - unendlich
  • Advertisement
  • 108. Vor und Nachrteile von Kohortenstudien Vorteile: Beste Möglichkeit um Inzidenz einer Erkrankung zu schätzen weniger anfällig für Bias (=Fehler) als Fall-Kontroll-Studien zeitliche Abfolge von Exposition und Outcome gesichert geeignet für seltene Expositionen Nachteile Zeit- und kostenintensiv, aufwendig in Orga problematisch für seltener Erkrankungen Ausscheiden von Teilnehmer kann Studienergebnisse verzerren lange Latenzperioden zwischen Exposition und Erkrankung können zur Nicht-Identifikation von Fällen führen
  • 109. Auf welche Weise werden Studienpopulationen bei Kohortenstudien ausgewählt? Hypothesen Häufigkeit der Exposition Häufigkeit des Outcomes Möglichkeiten zum Follow-Up
  • 110. Wie werden bei Kohortenstudie für Exposition bzw Outcome die Daten erhoben? Exposition: Fragebögen Interiews Messungen Biologisches Material (zB Urin) Outcome: Register (zB Krebsregister) Selbstangaben + Verifizierung Linkage mit Krankenkassen (in Deutschland nicht erlaubt) Untersuchungen
  • 111. Definition, Merkmale, Analyse und Maßzahlen von Fall-Kontroll-Studien =Rekrutierung einer Studienpopulation hinsichtlich ihres Erkrankungsstatus, d.h. Erkrankte (Fälle) und Personen ohne diese Erkrankung (Kontrollen). Einteilung der Fälle und Kontrollen nach ihrer in der Vergangenheit liegenden Exposition retrospektiv Auswahl Population nach Erkrankungsstatus: Erkrankte = Fälle; Gesunde = Kontrolle Fälle sollten eine homogene Gruppe hinsichtlich der Erkrankung bilden und repräsentative Stichprobe bilden Vergleich von Kontroll und Fall > Nicht-Exponierte und Exponierte Analyse:Waren Personen mit der interessierenden Erkrankung (Fälle) häufiger/weniger häufig einer bestimmten Exposition ausgesetzt als Personen ohne diese Erkrankung (Kontrolle)(Chancenvergleich) Maßzahlen:Retrospektiv (geringe Evidenz)keine Ursache-Wirkung-Beziehung feststellbarkein Risiko (Inzidenz) berechenbarOdds Ratio berechenbar
  • 112. Arten von Fall-Kontrollstudien (bzw Auswahl von Kontrollen) populationsbezogene Fall-Kontrollstudie (Zufallsstichprobe aus der Bevölkerung) krankenhausbezogene Fall-Kontrollstudie (Personen die aus andere Gründen als der Zielerkrankung medizinische Hilfe in Anspruch nehmen)
  • 113. Vor und Nachteile von Krankenhaus Kontrollen (Fall-Kontroll-Studie) Vorteile: leicht zu identifizieren und schnell verfügbar mehr Bewusstsein für Exposition da sie erkrankt sind Bereitschaft an Studie teilzunehmen generell höher als in der Gesamtbevölkerung Nachteile erkrankt, also von Gesunden verschieden generell höhere Wahrscheinlichkeit zu rauchen/Alkohol zu trinken
  • 114. Vor und Nachteile Fall-Kontroll Studien Vorteile: günstiger als Kohortenstudien Forschungsfrage schnell zu beantworten da retrospektiv Identifizierung mehrer Expositionen möglich Nachteile Anfällig für Bias Infos zu anderen Risikofaktoren nicht verfügbar zeitliche Sequenz von Exposition und Erkrankung nicht sicher
  • 115. Was sind nested case controll studies? eingebettete Fall-Kontroll Studien >Fälle und Kontrollen werden aus Kohortenstudie gezogen>effektives Design für Analysen die Biomarker verwenden
  • 116. Definition, Analyse, Maßzahlen, Prinzip von Interventionsstudien Kontrolle der Effekte einer bestimmten Maßnahme (Internvention) unter kontrollierten (=vorher festgelegten) Bedingungen Studienpopulation eingeteilt in Behandlungs- (Interventions-) Gruppe  Kontroll- (Placebo-) Gruppe Analyse:Entwickeln Personen mit einer bestimmten Intervention eine Erkrankung häufiger/weniger häufig als Personen in der Kontrollgruppe (ohne diese Intervention) (Vergleich von Inzidenzen)MaßzahlenProspektives und kontrolliertes Design (höchste Evienzstärke)Ursache-Wirkungs-Beziehung feststellbarRisiko (Inzidenz) berechenbarRelatives Risiko berechenbar
  • 117. Vor und Nachteile von Interventionsstudien Vorteil: direkte Kontrolle, Untersucher bestimmen den Einflussfaktor (zB Dosierung, Zeitpunkt, Dauer) Nachteil: kostenintensiv, ethische Überlegungen, feaseability
  • 118. Arten von Interventionsstudien zur Primärprävention zur Sekundärprävention
  • 119. Randomisierung bei Interventionsstudien Teilnehmer werden zufällig zu Interventions- und Kontrollgruppe zugeordnet jeder Studienteilnehmer hat die gleiche Wahrscheinlichkeit in Interventions- oder Kontrollarm der Studie zu sein gewährleistet eine gleichmäßige Verteilung möglicher Merkmale die das Krankheitsgeschehen beeinflussen könnten
  • 120. Was ist factorial design? =faktorielles Design zur Untersuchung verschiedener Expositionen in einer InterventionsstudieRandomisierung der Studienteilnehmer in mehreren Schritten zu mehreren Interventionen
  • 121. Was ist Blindung? bei Interventionsstudien: erhöhrt Validität der ErgebnisseEinfache Blindung = Nur Studienteilnehmer wissen nicht zu welchem Studienarm sie gehörenDoppelte Blindung = Auch Untersucher kennen Zugehörigkeit der Teilnehmer nicht
  • 122. Wie wird compliance erfasst bei Interventionsstudien? Selbstangabe Anzahl nicht-verwendeter Tabletten Biochemische Parameter
  • 123. Vor und Nachteile von Interventionsstudien Vorteile Prospektive Ausrichtung Möglichkeit der Randomisierung Zeitliche Sequenz Urache/Wirkung Kontrolle externer Faktoren Nachteile nicht reale Situation Unmöglichkeit, menschliches Verhalten vollständig zu kontrollieren ethische Einschränkungen Zeit und kostenintensiv
  • 100. Arten von Epidemiologie Deskriptive = Beschreibung der Häufigkeit bestimmter Erkrankungen und deren Verteilung mit quantitativen Maßzahlen Analytische = Ursachenforschung (Ursache-Wirkung) > KausalitätIdentifizierung von Einflussgrößen (Risikofaktoren) um Ansätze zur Prävention zu finden Experimentelle = Beurteilung des Effektes von Interventionsmaßnahmen gegen bereits aufgetretene Erkrankungen oder von präventativen Maßnahmengezielte Untersuchung unter kontrollierten Bedingungen
  • 100. Arten von Epidemiologie und Beispiele für Studientypen Deskriptive = Beschreibung der Häufigkeit bestimmter Erkrankungen und deren Verteilung mit quantitativen Maßzahlen(zB Fallbeschreibugen, Fallserien, ökologische Studien, Querschnittstudien) Analytische = Ursachenforschung (Ursache-Wirkung) > KausalitätIdentifizierung von Einflussgrößen (Risikofaktoren) um Ansätze zur Prävention zu finden(zB Fall-Kontroll- oder Kohortenstudien) Experimentelle = Beurteilung des Effektes von Interventionsmaßnahmen gegen bereits aufgetretene Erkrankungen oder von präventativen Maßnahmengezielte Untersuchung unter kontrollierten Bedingungen(auch analytisch, zB Interventionsstudien)
  • 100. Einordnung der Studientypen nach Evidenzstärke (Beweiskraft) niedrig Fallbeschreibung, fallserien, ökologische StudienQuerschnittstudienFall-KontrollKohortenstudienInterventionsstudienhoch