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Pharmakologie 2 (Subject) / Injektions- und Inhalationsnarkotika (Lesson)
Injektions- und Inhalationsnarkotika
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- Injektionsnarkotika - Wirkstoffe/Wirkstoffklassen Barbiturate Dissoziative Anästhetika: Ketamin, Tiletamin Propofol Steroidnarkose: Alfaxalon und Alfadolon Weitere: Etomidat, Cloralhydrat
- Inhalationsnarkotika - Wirkstoffe/Wirkstoffklassen Halogenierte Kohlenwasserstoffe: Halothan, Enfluran, Isofluran, Sevofluran, Desfluran Anorganische Inhalationsnarkotika: „Lachgas“ (N2O, Stickoxydul), Xenon
- GABA A-Rezeptor GABA = y-Amino-Butyric Acid GABA ist der wichtigste inhibitorische Neurotransmitter im ZNS Der GABA A-Rezeptor ist ein ligandensteuerter Ionenkanal (Cl-) Er hat unterschiedliche Bindungsstellen für verschiedene Anästhetika und wirken als Agonist --> Verstärkung Inhibition --> Narkose
- Glutamat-Rezeptoren Glutamat ist der wichtigste erregende Neurotransmitter im ZNS. Blockade von Glutamat-Rezeptoren führt über „Mangelerregung“ zur Narkose. Wirkungsmechanismus nachgewiesen z.B. für das Injektionsnarkotikum Ketamin (NMDA-Rezeptor) und das Inhalationsnarkotikum Xenon
- Anforderungen an ein ideales Narkotikum Gute narkotische und analgetische Wirkung Reversibler Effekt, erwünscht: Antagonisierbarkeit Keine Beeinflussung von Atmung und Kreislauf Keine Reizung der Schleimhaut des Atmungstraktes Keine Toxizität (keine Biotransformation zu toxischen Metaboliten); hohe therapeutische Breite Möglichst schlechte Wasserlöslichkeit, lipophil Gute Steuerbarkeit der Narkose Leichte Handhabung für den Anästhesisten, rascher Wirkungseintritt Günstige physikalische und chemische Eigenschaften (lagerungsstabil, nicht brennbar oder explosiv, kompatibel mit anderen Pharmaka) Es gibt kein « ideales Narkotikum » Es werden i.d.R. Kombinationen verwendet, um das Risiko zu reduzieren und alle Eigenschaften einer Narkose herzustellen
- Injektionsnarkotika - Vor- und Nachteile Vorteile:• Weniger apparativer Aufwand als bei Inhalationsnarkose• Arbeitsschutz: OP-Personal ist weniger gefährdet als bei Inhalationsnarkose Nachteile:• schlechte Steuerbarkeit: „Was drin ist bleibt drin“, d.h. keine Möglichkeit, die Elimination zu beschleunigen.• keine (echten) Antidota gegen Injektionsnarkotika vorhanden.• Bei Narkosezwischenfällen (Atemdepression) nur Einsatz von zentralen Analeptika möglich --> Doxapram: geringe therapeutische Breite: exzitatorische Wirkung auch auf das ZNS mit Möglichkeit von zentralen Krämpfen• Nachschlaf mit Auskühlen der Tiere
- Umverteilung von Injektionsnarkotika Nach Injektion diffundiert ein Injektionsnarkotikum entlang des Konzentrationsgefälles zunächst in besonders gut durchblutete Organe: Gehirn, Leber, Niere, Herz, Lunge. Mit Verzögerung nimmt auch weniger gut durchblutetes Gewebe Narkotika auf: Muskulatur. Das führt dazu, dass das Narkotikum aus den gut durchbluteten Organen wie dem Gehirn wieder abdiffundiert und die Konzentration dort abfällt. Später nimmt auch das weniger gut durchblutete Fettgewebe die Substanz auf, wodurch die cerebrale Konzentration nochmals abnimmt. Nach dieser Umverteilung werden die Narkotika hauptsächlich in der Leber metabolisiert und dann über die Nieren oder die Galle eliminiert MERKE – Konsequenzen der Umverteilung:• Aufgrund dieser Umverteilung vor Ausscheidung können nicht alle Injektionsnarkotika gut nachdosiert werden: Irgendwann ist der Speicher Fettgewebe „voll“, dann kann aus der Muskulatur nichts mehr abdiffundieren und folglich auch nichts aus dem Gehirn…• Dauer der Narkose und des Nachschlafs hängt also auch vom Ernährungszustand (Körperfettanteil) des Patienten ab!• Bei Patienten mit Leber- und/oder Nierenerkrankung sollte die Dosis entsprechend angepasst werden, da es sonst zur Kumulation kommen kann.
- KETAMIN - Chemie und Pharmakologie liegt als Racemat aus (R)- und (S)-Ketamin vor (S)-Enantiomer:• 4x höhere Affinität zum NMDA-Rezeptor• 3x stärkere analgetische und anästhetische Wirkpotenz Ketamin ist kein Narkotikum im klassischen Sinn, sondern es führt zu einer „dissoziativen Anästhesie“:• Hemmung thalamokortikaler Bahnen bei gleichzeitiger Aktivierung des limbischen Systems führt zu:• Analgesie (vor allem somatisch, viszeral nur schwach ausgeprägt)• Nur oberflächlicher Schlaf (keine ausreichende hypnotische Wirkung, unvollständiger Bewusstseinsverlust bei Monoanästhesie)• Katalepsie (griech.: katalepsis, das Festhalten), auch Starrsucht oder Halbstarre, ist das anhaltende Verharren in einer bestimmten Körperhaltung bei erhöhtem Muskeltonus.• Narkosetiefe daher nicht über Reflexe kontrollierbar!
- KETAMIN – Besonderheiten und Rechtliches mit halluzinogenen Wirkungen (Alpträume!), daher immer in Kombination mit Benzodiazepinen oder α2-Agonisten (nur in der Humanmedizin Monopräparat in der Notfall- und Kindermedizin) wegen der halluzinogenen Wirkungen: Partydroge („Special K“) Aber „Horrortrips/Bad Trips, dissoziative Reisen, K-Hole“ Ketamin unterliegt NICHT der Betäubungsmittelgesetzgebung!
- KETAMIN - Wirkungsmechanismen nicht-kompetitiver Antagonismus am NMDA-Rezeptor über Bindung an Phencyclidin-Bindungsstelle: Hemmung der Glutamatwirkung Agonismus an Opioid-Rezeptoren (κ,δ,μ) Agonismus am GABA A-Rezeptor (Steigerung des Cl--Stroms) Hemmung von nikotinergen und muskarinergen Acetylcholin-Rezeptoren Wirkung auf zentrale und periphere monoaminerge Übertragung durch Hemmung der Wiederaufnahme von Katecholaminen (Dopamin, Noradrenalin) an der sympathischen Endplatte: Verstärkung der Katecholamineffekte, sympathomimetische Wirkung (CAVE:hypertonische Patienten, Herzmuskelschäden) Hemmung der NMDA-unempfindlichen Glutamatrezeptoren (Glutamat/NO/cGMP-System) durch NO-Synthase-Inhibition (NO: Neurotransmitter) --> analgetische Wirkung zentral und peripher
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- KETAMIN - Pharmakokinetik zahlreiche Applikationswege (i.v., i.m., s.c., rektal, oral, nasal) Wirkungslatenz: i.v = 30-90 sec, i.m. = 10 min schnelle Verteilung des lipophilen Ketamins im ganzen Körper Metabolismus in der Leber (Phase I) über N-Demethylierung und Hydroxylation (Cytochrom P450) zu Norketamin (aktiver Metabolit, abgeschwächte anästhetische Wirkung), dann Phase II (Konjugation mit Glukuronsäure) Elimination der Hauptsubstanz und der Metaboliten über die Nieren (bei Katzen praktisch unverändert über Urin ausgeschieden, da keine Glukuronidierung!) Wirkdauer wird bestimmt durch Umverteilung aus dem ZNS, nicht von Eliminationshalbwertszeit (t1/2=60-90 min): i.v.: 3-10 min, i.m. 20-30 min
- KETAMIN - Indikation/Anwendung NICHT ALS MONOANÄSTHETIKUM (Toleranzstadium III wird nicht erreicht) hauptsächlich beim Klein- und Heimtier (auch Versuchstiere) sowie bei Pferden zur Einleitung der Inhalationsnarkose oder als Injektionsnarkose für kürzere Eingriffe (Wirkungsdauer: 15 – 45 min) In Tab. 1 der VO 37/2010 (Präparate auch für LeMi-Tiere) Nachdosieren nach ~20 min möglich, Gefahr der Kumulation geringer als bei Barbituraten Große therapeutische Breite und Sicherheit Als Anästhetikum bei Schocksituationen geeignet Haupteinsatzgebiet: die 3 K´s - „Katzen, Kinder, Katastrophen“ Mischspritze mit Xylazin möglich, aber nicht mit Diazepam oder Barbituraten in einer Spritze kompatibel (Präzipitate!) Kontraindikationen: Herzpatienten, Hyperthyreose (Hypertension und Tachykardie), Epilepsiepatienten, Leber- und Niereninsuffizienz
- KETAMIN - UAW ausgeprägte kardiovaskuläre Stimulation, d.h. Blutdruck- und HFAnstieg (dadurch erhöhte Blutungsneigung) CAVE bei Patienten mit nicht behandelter arterieller Hypertension! (Kontraindikation!) Aber: Kombination mit Inhalationsnarkotika oder Propofol kann die kardiovaskulären stimulierenden Effekte blockieren !!! Injektionsschmerz bei i.m./s.c.-Appl. (niedriger pH der Lösung 3,5) bei Überdosierung zentrale Erregung bis zu Krampfanfällen v.a. beim Pferd Konvulsionen: daher Ketamin nie als Mischspritze bei Narkoseeinleitung applizieren, sondern Sedativum (Xylazin, Diazepam) zuerst wirken lassen, dann erst Ketamin Atemstillstand bei hoher Dosierung und (zu) schneller Applikation möglich (künstliche Beatmung !) Hypersalivation (Atropin-Gabe)
- TILETAMIN „Archiv“: TILEST® Als Kombinationspräparat zusammen mit Zolazepam (Benzodiazepin) zur Anwendung bei Katzen zur Narkose, in D nicht mehr im Handel ZOLETIL® verkehrsfähig (dezentrale Zulassung), aber in D (noch) nicht im Handel; ggf. Bezug aus Frankreich Anwendung bei LM-liefernden Tieren nicht erlaubt (Positivliste: nur bei Schlachtequiden, Wartezeit 6 Monate) Wirkungsdauer: 30 – 60 min. Derzeit in Diskussion: Fernbetäubung von Wölfen scheint mit Zoletil besser zu funktionieren als mit Hellabrunner Mischung (s.u.) UAW: Herzrhythmusstörungen bei Ktz, in Aufwachphase Neigung zu Krampfanfällen, sonst wie Ketamin
- Injektionsnarkotika: Propofol - Eigenschaften Wirkungsmechanismus: Aktivierung von GABAA-Rezeptoren ultrakurzwirkendes Hypnotikum ohne klinisch relevante analgetische Eigenschaften 2,6-Diisopropylphenol (Alkylphenolderivat) Öl-in-Wasser-Emulsion aus Sojabohnenöl, Glyzerin und Lecithin (Haltbarkeit nach Anbruch: 6 Stunden) wird nur i.v. appliziert sehr lipophil
- Injektionsnarkotika: Propofol - Indikationen für Kurznarkosen bis zu 5 min zur Narkoseeinleitung von Inhalationsnarkosen zur Narkose durch Dauertropfinfusion bei schmerzhaften Eingriffen zusätzliche Gabe von Schmerzmitteln
- Injektionsnarkotika: Propofol - Pharmakokinetik & Metabolismus Wirkungslatenz i.v. innerhalb von 30 sec, kein Exzitationsstadium, „sanftes Einschlafen“! Wirkungsdauer 4-8 min bei Einmalinjektion kann zur Narkoseerhaltung nachdosiert werden (TIVA, Total Intravenöse Anästhesie, Bolus) Propofol wird sehr schnell inaktiviert (nicht bei der KATZE!, Katzen benötigen eine niedrigere (Nach-)Dosierung als Hunde) schnelle Erholungsphase Keine Kumulationsgefahr (<--> kurzwirkende Barbituraten), HWZ im Blut um die 20 min beim Hund, Katze 55 min, Phase II Metabolismus in der Leber, v.a. Glukuronidierung und Sulfatierung zu wasserlöslichen Metaboliten, nach 30 min bereits 81% Propofolmetabolite nachweisbar Metabolite werden renal ausgeschieden (88%)
- Injektionsnarkotika: Propofol - UAWs und Nebenwirkungen Unerwünschte Wirkungen:• dosisabhängige Atemdepression bis hin zur Apnoe (bei zu schneller Injektion oder Kombination mit Opiaten)• CAVE: Anwendung von Propofol nur, wenn künstliche Beatmung möglichist!!!• geringe Kreislaufdepression, aber Blutdruckabfall (Vasodilatation)• längerer Nachschlaf bei Katzen sowie verstärktes Auftreten von UAW bei wiederholter Applikation/DTI (Glukuronidierungsinsuffizienz)• bei Windhunden Dosisreduktion (wenig Körperfett, viel Muskulatur, daher höhere Blutspiegel durch andere Umverteilung im Körper), längere Aufwachphase• In Kombination mit anderen atem-/kreislaufdepressiv wirkenden Substanzen (Diazepam, Neuroleptika) deutliche Wirkungssteigerung; Dosisreduktion notwendig! Kontraindikationen:• Kreislaufinsuffizienz, Hypovolämie, (Leber-/Niereninsuffizienz, bes. Ktz)
- Injektionsnarkotika: Steroidnarkose - ALFADION In D nicht erhältlich, wurde aber von vielen Kleintierpraktikern aus England importiert (Althesin®, Saffan®) Gemisch aus 2 Steroiden: Alfaxalon und Alfadolon Kurznarkotikum Vorwiegend zur Narkose bei der Katze angewendet Vorteile: rascher Wirkungseintritt durch hohe Lipophilie, kurze Erholungszeit, große therapeutische Breite Nicht einsetzbar beim Pferd, da es erhebliche Exzitationen auslöst. Hund, da der Lösungsvermittler der Injektionslösung (Chremophor EL) Histamin freisetzend wirkt (kardiovaskulärer Kollaps) --> Streng kontraindiziert beim Hund!
- Injektionsnarkotika: Steroidnarkose - Alfaxolon Steroidanästhetikum (Progesteronderivat) in Cyclodextrin gelöst ohne Konservierungsmittel zugelassen für Hund und Katze (keine Histaminfreisetzung!) Wirkung über Steroid-Bindungsstelle an GABAA-Rezeptoren durch hohe Lipophilie sehr schneller Wirkungseintritt hypnotische und muskelrelaxierende Wirkung, begrenzt analgetisch gute therapeutische Breite minimale Nebenwirkungen gute Steuerbarkeit kurz wirksam schnelle hepatische MetabolisierungPlasma-Eliminations-HWZ: Hund 25 min, Katze: 45 min
- ETOMIDAT/METOMIDAT Wirkungsmechanismus: Aktivierung des GABAA-Rezeptors Wirkung rein hypnotisch ohne analgetische Wirkung Metomidat früher als Hypnodil® für Schweine im Handel; in D zurzeit nicht als Tierarzneimittel erhältlich (Zulassung ausgelaufen) Etomidat in HM (Hypnomidate® oder Etomidat-Lipuro®) häufig in der Notfallmedizin eingesetzt (ältere Patienten, Herzkranke) Etomidat: starkes Kurzzeitnarkotikum zur intravenösen Narkoseeinleitung (Wirkungseintritt nach 10 bis 30 sec, wirkt ca. 5-10 min) Metomidat: längere Wirkungsdauer (20-60 min) Abklingen der Wirkung v.a. durch eine Umverteilung in weniger durchblutete Kompartimente (Haut, Muskeln, Fettgewebe) schneller Metabolismus in der Leber (Hydrolyse in Carboxylsäure und inaktiven Metabolit), renale Ausscheidung (85%), biliär 13%, 2% unverändert
- ETOMIDAT/METOMIDAT - Vor- und Nachteile Vorteile:• nur minimale Auswirkungen auf Kreislauf und Atmung• daher v.a. bei Risikopatienten (Hypovolämie, Herzinsuffizienz) Nachteile:• Hemmung der Nebennierenrindenfunktion --> Cortisolsynthese ↓• daher keine Verwendung für lange Narkosen (wenn, dann Gabe von Kortikosteroiden!)• häufiges Auftreten von Myoklonien (Prämedikation mit BDZ oder Opiaten)• bei hoher Dosierung schwere Hämolyse möglich• Injektionsschmerz durch Propylenglykol möglich
- HELLABRUNNER Mischung Die Hellabrunner Mischung wurde von dem Münchner Zoodirektor Dr. Wiesner zur Immobilisation und Narkose von Wildtieren entwickelt. Bereits kleine Volumina (0,2 – 0,6 ml/10 kg) reichen aus. Beim Hund: Ketamin nur in Kombination mit Xylazin benutzen; dadurch nur 1/3 der Ketamindosis notwendig Kein Antidot gegen Ketamin und damit die komplette Mischung vorhanden. Nur der Xylazin-Anteil ist antagonisierbar
- Vollständig antagonisierbare Anästhesie (VAA) Vorwiegend im Bereich Versuchstiere (Ratten) eingesetzt, aber auch bei Heimtieren anwendbar Kombination aus:Medetomidin (α2-Rezeptoragonist) Midazolam (Benzodiazepin) Fentanyl (Opioid) Antagonisierung möglich durch:Atipamezol FlumazenilNaloxon
- TIVA (totale intravenöse Anästhesie)/Triple-Drip Für OPs unter „Feld“bedingungen (im wahrsten Sinne des Wortes!) beim Pferd 1. Prämedikation:Romifidin: 0,6 ml/100 kgLevomethadon 2. Einleitung: MyolaxinDiazepamKetamin 3. Triple Drip: Guaifenesin (Myolaxin®) + Ketamin+ Romifidin Infusionsgeschwindigkeit nach Wirkung (4-6 ml/Min./500 kg KGW) zu Beginn (15 Minuten) etwa 3 Tropfen/Sec. danach 1-2 Tropfen/Sec. geeignet für Narkosen mit einer Dauer von 15-60 Min
- Inhalationsnarkotika - Vor- und Nachteile Vorteile:• Narkose steuerbar• Atemwege durch Intubation gesichert• Beatmung kontrolliert möglich (O2-Zufuhr)• Messung Konzentration des Narkotikums möglich• schnelle Aufwachphase nach Beenden der Zufuhr Nachteile:• Inhalationsnarkosegerät notwendig
- Gasnarkotika Lachgas (N2O)Xenon schlechte Löslichkeit im Blutrascher Konzentrationsausgleichrasche Elimination durch Abatmung
- Dampfnarkotika HalothanEnfluranIsofluranDesfluranSevofluranEther gute Löslichkeit im Blutlangsamerer Konzentrationsausgleichlangsamere Elimination durch Abatmung
- Mac50 – Werte für unterschiedliche Inhalationsnarkotika Halothan 0,8 % Isofluran 1,3 % (Hund), 1,6 % (Katze) Sevofluran 1,7 % Enfluran 1,7 % Desfluran 6,0 % Lachgas 105 % Xenon 71 %
- Inhalationsnarkotika - Elimination größtenteils unverändert über die Lunge „abgeatmet“ rascher Anstieg des Gewebe-Partialdrucks: rasche Elimination gewebespezifischer Partialdruck führt bei Narkoseende zu Umverteilungen Metabolisierung der IN:Halothan 20% (Leber)Isofluran <2%Sevofluran 3%Desfluran <0,1%Lachgas, Xenon 0%
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- Alle halogenierten Kohlenwasserstoffe verursachen Bradykardie Blutdruckabfall Bronchodilatation Erhöhte Sensibilität gegen Katecholamine (Arrhythmie. Cave beim Einsatz von β1-mimetischen Substanzen in der Narkose, Stress vermeiden)
- Flurane: Allgemeine Aspekte dosisabhängige Atem- und Kreislaufdepression! (Herzstillstand bei 3-5 MAC, Atemstillstand bei 2-3 MAC) schwache/keine Analgesie wesentliche Komponenten der Narkose werden erreicht durch:HypnoseBewusstlosigkeitAmnesie Wirkstärke steigt mit Lipophilie
- Isofluran Am häufigsten in Vetmed - 4 Präparate (Vetflurane®, Isoflo®, Isofluran CP®, Iso-Vet®) für Pferde, Hunde, Katzen, Frettchen, Hamster, Reptilien, Mäuse, Cinchillas, Gerbils, …, Brieftauben, Ziervögel zugelassen. Noch nicht für Rinder und Schweine zugelassen (Problem: Ferkelkastration!) Gruppe der Flurane (halogenierte Ether), Strukturisomer des Enflurans, Racemat (1:1 Gemisch), unangenehmer Geruch MAC Hund: 1,41%, Katze: 1,63 % gute Hypnose und Muskelrelaxation schwache Analgesie dosisabhängige Atem-und Kreislaufdepression Vasodilatation Kaum Metabolismus (<1%), schnelle Elimination aus der Lunge wenig (Organ-)Toxizität (aber schleimhautreizend, Atemwegsirritationen!).
- Sevofluran Veterinärmedizinische Zulassung (Sevoflo®) für Hunde niedrige Löslichkeit im Blut, stärker lipidlöslich als Desfluran spezieller Verdampfer erforderlich sehr schnelle Anflutung, sehr gute Steuerbarkeit dosisabhängig atem- und kreislaufdepressiv 2-5% Metabolisierungsrate (Nachteil!): führt zur Freisetzung von Fluorid (Konzentrationsanstieg im Serum messbar), daher potentiell nephrotoxisch. relativ neue Substanz (Sevoflo® zugelassen) nicht schleimhautreizend, angenehmer Geruch (geeignet für inhalative Narkoseeinleitung)
- Desfluran Humanmedizin (Suprane®) stechender, unangenehmer Geruch gute hypnotische, jedoch nur schwache analgetische und muskelrelaxierende Wirkung Niedrige Löslichkeit im Blut, geringer lipidlöslich hohe MAC = 6%: weniger potent als Isofluran oder Sevofluran schleimhautreizend (Atemwegsirritationen) während der Einleitung Tachykardie (sympathoadrenerge Stimulation) rasche pulmonale Elimination, geringe Biotransformation
- „Lachgas“ (N2O, Stickoxydul) Zahnarzt Horace Wells (eigentlicher Entdecker der Narkose, Mortonwar sein Schüler) Schwerer als Luft, flüchtig, reizlos, nicht brennbar und nicht explosiv Geringe Löslichkeit in Blut, Gewebe und Fett: schlecht löslich im Blut, daher schneller Wirkungseintritt, schnelle Abatmung und Elimination (Minuten!) schneller Konzentrationsausgleich Sehr gute Kinetik, praktisch keine UAWs auf Herz-Kreislauf Sehr gute analgetische Potenz (Zahnmedizin: 50% im Atemgemisch), aber nur schwach narkotisch, nicht muskelrelaxierend 30-40 Vol% entspricht in analgetischer Potenz ~10 mg Morphin (beimMenschen). Schlechte narkotische Potenz: MAC 105 Vol%, ED95 136,5 Vol%. Da mehr als 75 Vol% wegen des entstehenden O2-Mangels nicht zu vertreten ist, muss Lachgas in Kombination mit anderen IN eingesetzt werden. Anwendung: Einsatz als Kombinationspartner (reduziert MAC anderer IN) Lachgas steigert den intrakraniellen Druck, ist daher kontraindiziert bei Schädel-Hirn-Traumen rasche Diffusion in luftgefüllte Räume (Druckerhöhung!): daher kontraindiziert bei:PneumothoraxMagendrehung,Ileus, Kolik mit Aufgasung Gefahr der Diffusionshypoxie bei Elimination: durch rasches Abfluten des N2O am Narkoseende werden Alveolen mit N2O „überschwemmt“, wenn Tier nur Raumluft atmet (inspiratorische O2-Zufuhr erhöhen) chronische Wirkung – Probleme bei OP-Personal – Arbeitsschutz: Mutagenität (?), Knochenmarksdepression, VitB12-Inaktivierung
- Xenon Edelgas (chemisches Element, Ordnungszahl 54) gehört zu den seltensten nicht-radioaktiven Elementen der Erde (Anteil an der Atmosphäre 0,0000087 %), Gewinnung aus der Luft Farb- und geruchlos, nicht brennbar und nicht explosiv Wirkung: NMDA-, AMPA- & Kainat-Rezeptor-Antagonist im ZNS Xenon ist ein nahezu ideales Inhalationsnarkotikum: Geringe Löslichkeit in Blut (rasches An-und Abfluten), besser lipidlöslich als Lachgas (damit stärker narkotisch)Vereinbart die guten kinetischen Eigenschaften von Lachgas mit narkotischer Potenz und geringerer MAC (70 Vol.-%).Kardiovaskuläre Stabilität, kein Metabolismus Nachteile:Kann Diffusionshypoxie und Druckanstieg in geschlossenen Hohlräumen wie Lachgas bewirken.Wegen Preis wenig genutzt (15 €/l, 3x so teuer wie Isofluran), obwohl seit 2005 in Humanmedizin zugelassen