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Medizinische Psychologie (Subject) / Verhaltens- und psychodynamische Modelle (Lesson)

Verhaltens- und psychodynamische Modelle

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  • Verhaltensmodelle lerntheoretisches Modell vs. kognitives Modell Verhaltensmodelle untersuchen den Zusammenhang zwischen Umwelteinflüssen und Gedanken und daraus resultierenden Verhaltensänderungen. Während das lerntheoretische Modell die Reaktionen der Umwelt als Grundlage für das Verhalten einer Person sieht, geht das kognitive Modell davon aus, dass die Gedanken und Bewertungsmuster der einzelnen Person jeweils ihr Verhalten und Befinden beeinflussen. Das kognitiv-behaviorale Modell vereint beide Ansätze miteinander.
  • Lerntheoretisches Modell Grundannahme: Verhalten wird zu einem Großteil erlernt Ein Verhalten kann funktional (zielführend) oder dysfunktional (nicht zielführend) sein Dysfunktionales Verhalten kann zur Entstehung von psychischen Erkrankungen beitragen und diese aufrechterhalten Das Verhalten kann jedoch auch wieder verlernt werden Beispiele für Lerntheorien Klassische Konditionierung Operante Konditionierung Lernen am Modell
  • Kognitives Modell Grundannahme: Situationen und Ereignisse werden bewertet und interpretiert. Diese Bewertung und Interpretation wirkt sich auf das Empfinden und den Gemütszustand des Individuums aus. Die (negative) Bewertung einer Situation kann zur Entstehung von psychischen Erkrankungen beitragen.
  • Psychodynamische Modelle nach Sigmund Freud Das topografische Modell und das Strukturmodell Diese beiden Modelle beschrieben zum einen den Ort der psychischen Vorgänge (topografisches Modell) und zum anderen drei Persönlichkeitsinstanzen, die sich normalerweise in einem dynamischen Gleichgewicht befinden sollten (Strukturmodell).
  • Topographisches Modell Das topographische Modell bezieht sich auf den Ort des psychischen Geschehens und beschreibt drei unterschiedliche Bewusstseinszustände der menschlichen Psyche. Das Bewusste: Unmittelbar zugängliche Informationen und GedankenDas Vorbewusste: Aus dem Gedächtnis abrufbare Informationen, die automatisch ablaufen, wie bspw. das AutofahrenDas Unbewusste: Nicht zugängliche Informationen, wie bspw. sexuelle und aggressive Triebwünsche
  • Strukturmodell Das Strukturmodell unterteilt die drei Instanzen der Persönlichkeit ("Es", "Ich" und "Über-Ich"), die in einem dynamischen Gleichgewicht stehen. Es ("die Triebe") Immer unbewusst Sitz der primären Triebe (Sexualtrieb und Aggressionstrieb) Älteste Instanz (existiert ab der Geburt) Funktioniert nach dem Lustprinzip: Lust erlangen und Unlust vermeiden Über-Ich ("das Gewissen") Kann bewusst, unbewusst oder vorbewusst sein Sitz der Werte, Normen und moralischen Vorstellungen → Hierdurch kommt es häufig zu Konflikten mit dem (lustbetonten) "Es" Ich ("der Vermittler") Meist bewusst (kann allerdings auch unbewusst oder vorbewusst sein) Sitz der Realität (logische Handlungen, Orientierung an realen Gegebenheiten) Funktioniert als Vermittler zwischen dem "Es" und "Über-Ich" → Hierfür setzt das "Ich" sog. Abwehrmechanismen ein
  • Abwehrmechanismen Es gibt verschiedene Abwehrmechanismen, die das "Ich" nutzt, um zwischen den Trieben des "Es" und dem Gewissen des "Über-Ich" zu vermitteln. Das "Ich" setzt diese Abwehrmechanismen also ein, um Konflikte zu lösen.
  • Verdrängung Unterdrückung eines inneren Triebs, einer Wahrnehmung oder einer Phantasie mit Verlagerung des Bewussten ins Unbewusste
  • Verleugnung Ein Nicht-wahrhaben-Wollen einer äußeren Realität
  • Isolierung Die emotionale Trennung von einem Ereignis
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  • Rationalisierung Unerwünschten/unangenehmen Triebimpulsen wird nachträglich ein rationaler Sinn gegeben Man „redet sich etwas schön"
  • Reaktionsbildung Teils unbewusste Umwandlung/Ersetzung eines sozial nicht akzeptierten Triebes oder Wunsches in das genaue, von der Gesellschaft gewünschte/akzeptierte Gegenteil Beispiel: Jemand empfindet Abneigung gegen ein Kind. Statt diesem Gefühl nachzugeben, handelt er aber genau entgegengesetzt mit besonderer Fürsorglichkeit, weil dies ein sozial erwünschtes Verhaltensmuster darstellt.
  • Verschiebung Emotionen werden auf eine andere Person verschoben Beispiel: Aggressionen gegenüber dem Chef werden nicht an ihm, sondern am Partner ausgelassen.
  • Projektion Bei der Projektion werden eigene Gefühle, Wünsche und Abneigungen auf eine andere Person projiziert. Häufig beruht dies auf einer Unzufriedenheit mit sich selbst, die aber an einer anderen Person "ausgelassen" wird
  • Konversion Psychische Konflikte werden in körperliche Symptome umgewandelt
  • Sublimierung Primitive Triebimpulse (psycho-sexuelle Energie) und gesellschaftlich nicht gestattete Triebwünsche werden in "höherwertige" soziale und kulturelle Leistungen umgewandelt Z.B. Kochen, Kunst, Wissenschaft als Ersatz für die Unterdrückung der natürlichen Triebe
  • Ungeschehenmachen Es wird versucht ein vergangenes Ereignis ungeschehen zu machen, indem im Nachhinein etwas dagegen unternommen wird, was jedoch unwirksam ist
  • Intellektualisierung Bei der Intellektualisierung abstrahiert der Patient einen unmittelbaren Konflikt so weit, dass er ihm nicht mehr so konkret erscheint Beispiel: Bei einem akuten Beziehungskonflikt wird eine Diskussion über Liebe und Gefühle im Allgemeinen angestrebt.
  • Primärer Krankheitsgewinn nach Freud Laut Freud können Konflikte zwischen „Es“ und „Über-Ich“ dazu führen, dass sich Krankheiten ausbilden - die Konflikte präsentieren sich dann sozusagen in der Erkrankung. Dadurch, dass sich ein Symptom gebildet hat, verlieren die Konflikte und damit die Spannung des „Ichs“ allerdings an Intensität und treten in den Hintergrund. Das Symptom wirkt quasi wie eine Art Ventil.
  • Sekundärer Krankheitsgewinn nach Freud Unter sekundärem Krankheitsgewinn versteht man das Erleben von positiven Aspekten des Krankseins Finanzielle Erleichterungen: Der Patient erfährt bspw. durch den Erhalt einer Invalidenrente finanzielle Erleichterung Vermehrte soziale Zuwendung: Der Patient wird bspw. innerhalb der Familie mehr umsorgt Entbindung von Rollenverpflichtungen: Der Patient muss z.B. seiner Rolle als Arbeitnehmer vorerst nicht nachkommen
  • Entwicklung psychischer Störungen nach Freud Nach den Psychodynamischen Modellen entstehen psychische Störungen durch einen innerpsychischen Konflikt zwischen "Es"-Impulsen und "Über-Ich". Triebe stehen hier also im Konflikt mit den moralischen Wertvorstellungen. Allerdings kommt es im gesunden Fall zu einer Vermittlung zwischen den beiden Persönlichkeitsinstanzen durch das "Ich" (Realitätsprinzip). Nur bei fehlender Vermittlung kommt es zu einer Verdrängung und Verlagerung des Konflikts ins Unbewusste, so dass der Konflikt klinisch relevant wird.
  • Modell des Risikoverhaltens (nach Festinger) Das Modell des Risikoverhaltens (nach Festinger) beschreibt, dass ein als Gefährdung einzustufendes Verhalten beibehalten wird, wenn das Risiko als beherrschbar beurteilt wird. Um zu diesem Urteil kommen zu können, werden folgende Strategien angewendet (hier am Beispiel „Rauchen“): selektive Informationsbewertung: „Rauchen wirkt ja auch entspannend, das ist doch gut für die Gesundheit.“Vergleich mit drastischeren Gefahren: „Im Vergleich zur allgemeinen Terrorismusgefahr ist Rauchen kein wirkliches Problem.“Zurückweisen persönlicher Konsequenzen: „MIR wird schon nichts passieren. Mein Opa hat auch geraucht und ist fast 100 geworden.“Verweis auf Kontrollmöglichkeiten: „Ich könnte jederzeit aufhören, wenn ich Lust dazu hätte.“Kosten-Nutzen-Abwägung: „Mit dem Rauchen aufzuhören wäre für mich einfach ein zu großer Verlust an Lebensqualität.“