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Medizinische Psychologie (Subject) / Ärztliche Urteilsbildung und Entscheidung (Lesson)
Ärztliche Urteilsbildung und Entscheidung
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- Phänomen der sozialen Erwünschtheit Patienten tendieren teilweise dazu, in Gesprächen oder Befragungen Antworten zu geben, die von der Gesellschaft erwünscht sind, jedoch nicht der Wahrheit entsprechen!
- Merkmale der Klassifikationssysteme Operationalisiert: Erstellen der Diagnose anhand operationalisierter (d.h. messbarer) KriterienKriterienorientiert: Erstellen der Diagnose anhand vorgegebener KriterienMultiaxial: Erstellen der Diagnose unter Berücksichtigung mehrerer AchsenAtheoretisch: Erstellen der Diagnose ohne Bezug zu möglichen Ursachen der Erkrankung
- "Komorbidität" Bestehen zusätzlich zu der Grunderkrankung eine oder mehrere weitere Erkrankungen, so spricht man von Komorbidität.
- ICD-10 Anwendung: Klassifikation körperlicher und psychischer Erkrankungen; Internationale Verwendung Aufbau: Eine Achse (Diagnose der aktuellen Erkrankung) Skalenniveau: Nominalskala Niedergelassene Ärzte und Krankenhäuser in Deutschland sind dazu verpflichtet, Diagnosen anhand der Kriterien der ICD-10 Klassifikation zu verschlüsseln!
- „Kriterien des Abhängigkeitssyndroms nach ICD-10“ Um die Diagnose eines Abhängigkeitssyndroms stellen zu können, müssen laut ICD-10 mindestens drei dieser Kriterien erfüllt sein. Substanzverlangen Schwierigkeiten, den Konsum zu kontrollieren Körperliches Entzugssyndrom Toleranzentwicklung gegenüber der Substanz Vernachlässigung anderer Interessen Anhaltender Substanzgebrauch trotz Nachweis schädlicher Folgen
- DSM-V Anwendung: Klassifikation psychischer Erkrankungen, Verwendung in den USA Aufbau: Fünf Achsen Achse I: Diagnose der aktuellen psychischen Erkrankung Achse II: Evtl. bestehende Persönlichkeitsstörungen Achse III: Allgemeinmedizinische Diagnosen Achse IV: Schweregrad der psychischen und sozialen Probleme Achse V: Leistungsfähigkeit des Patienten
- Indikationsdiagnostik Erklärung: Diagnostik zu Beginn der BehandlungZiel: Herausfinden, welche Behandlung notwendig (indiziert) ist
- Prozessdiagnostik Erklärung: Diagnostik im BehandlungsverlaufZiel: Individuelle Beurteilung des Behandlungsverlaufes und Anpassung der Therapie an den Behandlungsverlauf (adaptive Diagnostik)
- Ergebnisdiagnostik (Outcome-Diagnostik) Erklärung: Diagnostik nach Abschluss der TherapieZiel: Beurteilen des Therapieerfolgs durch Vergleich mit vorab getroffenen Therapievereinbarungen und Zielvorstellungen
- Katamnese (Follow-Up) Durchführung: Nachuntersuchung Wochen, Monate oder Jahre nach Abschluss der Behandlung Wenn möglich, sollten die Ergebnisse mit früheren Untersuchungen und/oder Ergebnissen anderer Therapieformen verglichen werden Ziel: Erfassen, ob eine Behandlung auch langfristig wirksam war Katamnesen sind somit Teil der Ergebnisdiagnostik.
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- Verlaufsbeobachtung und Erfolgsmessung Durchführung: Dokumentation und Auswertung der wichtigsten Krankheitsparameter im Behandlungsverlauf bzw. nach Abschluss der Behandlung Bedingung: Kriterien für den Erfolg müssen im Vorfeld definiert werden Ziel: Therapieerfolg ermitteln Verlaufsbeobachtungen und Erfolgsmessungen sind somit Teil der Prozessdiagnostik bzw. der Ergebnisdiagnostik.
- Urteilsheuristiken Als Heuristiken bezeichnet man zunächst einmal Faustregeln. Im Folgenden werden zwei Urteilsheuristiken aufgeführt, die zu Entscheidungsfehlern führen können. Verfügbarkeitsheuristiken: Noch im Gedächtnis befindliche/verfügbare Informationen werden genutztBsp. Vergeben einer Diagnose, da die Symptome des aktuellen Patienten mit denen der letzten Patienten mit dieser Diagnose übereinstimmenHäufige Diagnosen werden dadurch gut erkanntSeltene Diagnosen können jedoch übersehen werden Anker- oder Anpassungsheuristiken: Einseitige Suche nach Informationen ausgehend von einem bereits bestehenden Verdacht Information, die nicht zu dem bestehenden Verdacht passen, werden mitunter übersehen