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Medizinische Psychologie (Subject) / Untersuchung und Gespräch (Lesson)

Untersuchung und Gespräch

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  • Stereotypien Generalisierte Vorurteile gegenüber sich selbst, anderen sozialen Gruppen oder einem Individuum, die unabhängig von eigenen Erfahrungen sind
  • Halo-Effekt (= Überstrahlungsfehler): Von offensichtlichen oder bekannten Eigenschaften wird auf unbekannte Eigenschaften geschlossen Der Arzt nimmt an, dass ein Patient, der seinen Kleidungsstil vernachlässigt, auch seine Medikamente nicht regelmäßig einnimmt.
  • Kontrastfehler Ein Merkmal wird durch den Kontrast zu einer Referenzgruppe fälschlicherweise als zu stark oder zu schwach wahrgenommen Nach einem Gespräch mit einem sehr ängstlichen Patienten wird der nächste, mittelmäßig ängstliche Patient mitunter fälschlicherweise als besonders wenig ängstlich wahrgenommen.
  • Mildefehler (Mildeeffekt) Bezeichnet ein Phänomen, nach dem Menschen bspw. aus Rücksichtnahme mildere Urteile fällen, als sie es bei genauer Überlegung tun dürften. So stuft ein Psychiater bspw. die Angst eines männlichen Patienten als zu mild ein, da er annimmt, dass kein Mann gern als ängstlich eingestuft wird.
  • Strengefehler (Strengeeffekt) Bezeichnet ein Phänomen, nach dem Menschen bspw. ein Verhalten, das sie aus persönlicher Überzeugung ablehnen, strenger beurteilen, als sie es bei genauer Überlegung tun dürften. So wird bspw. ein Arzt, der Rauchen vehement ablehnt, den Nikotinkonsum seiner Patienten generell strenger beurteilen.
  • Effekt der zentralen Tendenz Menschen scheuen sich häufig davor, extreme Beurteilungen abzugeben Bspw. vergeben Menschen auf einer Skala von 1 bis 10 ungern eine 10, sondern eher eine 8 oder 9 - sie tendieren also eher Richtung Zentrum.
  • Hawthorne-Effekt Menschen verhalten sich unter Beobachtung anders als normalerweise
  • Rosenthal-Effekt Die Erwartungshaltung des Behandlers beeinflusst das Ergebnis Durch eine doppelte Verblindung (weder Arzt noch Proband wissen, welche Art der Behandlung erfolgt) versucht man in Studien diesem Effekt vorzubeugen
  • Primacy- und Recency-Effekt Sowohl der erste als auch der letzte Eindruck vom Patienten bleiben stärker haften und beeinflussen den weiteren Verlauf mehr als alle dazwischenliegenden Informationen
  • Eigen- vs. Fremdanamnese Eigenanamnese: Umfasst alles, was der Patient selber über seine eigene Krankheitsgeschichte berichtetFremdanamnese: Umfasst alle Angaben, die von Angehörigen des Patienten gemacht werden
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  • Krankheitsanamnese Aktuelle Anamnese: Umfasst aktuelle Beschwerden und Symptome Vegetative Anamnese: Umfasst z.B. Vitalparameter, Gewicht und Ausscheidung Vorgeschichte: Umfasst z.B. frühere Erkrankungen und Operationen
  • Sozialanamnese Umfasst z.B. Beruf und Familienstand
  • Entwicklungsanamnese Umfasst Bedingungen im Elternhaus und Verlauf der Kindheit und Jugend
  • Gesprächstechniken Strukturrierungsgrad Vollstrukturiertes Interview Alle Fragen sowie ihre Reihenfolge sind klar vorgegeben Für die Anamneseerhebung eher ungeeignet, da nicht individuell auf den Patienten eingegangen werden kann Teilstrukturiertes Interview Eine Reihe an wichtigen Fragen ist vorgegeben, die allerdings ergänzt und variiert werden kann Für die Anamneseerhebung gut geeignet Unstandardisiertes Interview Es liegt keinerlei Schema vor Für die Anamneseerhebung eher ungeeignet, da schnell Punkte vergessen werden können
  • Gesprächstechniken Fragestile Offene Fragen: Es werden keine Antwortmöglichkeiten vorgegebenGeschlossene Fragen: Die Anzahl an Antwortmöglichkeiten ist begrenzt Alternativfragen: Es liegen zwei Antwortmöglichkeiten vor Katalogfragen: Es werden mehr als zwei Antwortmöglichkeiten zur Auswahl vorgegeben Suggestivfragen: Suggestivfragen sollten vermieden werden, da der Befragte durch die Formulierung der Frage in eine gewünschte Richtung gelenkt wird (Effekt der Suggestion)
  • Aktives Zuhören Demonstriert dem Patienten Aufmerksamkeit und Interesse an seinen Schilderungen Bestätigung des Patienten in seinen Schilderungen durch z.B. Nicken und bejahende Lautäußerungen Paraphrasieren: Wiedergabe des Gehörten mit eigenen Worten
  • Motivierende Gesprächsführung (Motivational Interviewing) Bei der motivierenden Gesprächsführung werden im Rahmen der Gesprächsführung zunächst bewusst Probleme und Ambivalenzen einer bestimmten Verhaltensweise analysiert. Durch die Auseinandersetzung mit den Vor- und Nachteilen können diese Ambivalenzen aufgelöst und bereits vorhandene Wünsche zur Veränderung erkannt und gestärkt werden.
  • Fünf Grundregeln der motivierenden Gesprächsführung Empathie bekunden Diskrepanzen verdeutlichen Beweisführungen vermeiden Widerstand wahrnehmen Selbstwirksamkeitserwartung stärken
  • Actor-Observer-Bias =fundamentaler Attributionsfehler: Tendenz, das Akteure und Beobachter Ereignissen unterschiedliche Ursachen zuschreiben Akteur Handlung auf Situation zurückzuführen Beobachter Handlung auf Akteur zurückzuführen