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Erziehungswissenschaft (Subject) / Methoden I VL 10 (Lesson)

Datenerhebung: Befragung

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  • Vorraussetzung: Befragung • Alle am Kommunikationsprozess Beteiligten müssen im Hinblick auf denBefragungsgegenstand ähnlich kompetent sein• Die Befragungssituation muss so strukturiert sein, dassKommunikationshemmnisse vermieden werden:• Formulierung verständlicher Fragen• Sinnvolle Anordnung der Fragen
  • Definition: Befragung Unter Befragung ist eine bewusst hergestellte Kommunikations- oderInteraktionssituation zu verstehen mit der Zielsetzung, die Befragten durcheine Reihe von Fragen (Reizen) zur Abgabe von Informationen zuveranlassen.
  • Varianten der Befragungsverfahren • Grad der Standardisierung (Grad der Vorstruktorierung)• Mündlich/ schriftlich (Fragebogen/Interview)• Einzelsituation/ Gruppensituation• Autoritätsanspruch des Interviewers (hart-neutral-weich)• Einsatzbereich qualitativ: nicht so strukturiert // quantitativ: Antworten vorgeben, struktriert nichtstandartisiert: mündlich: Experteninterview, Gruppendsskussion schriftlich: Informelle Umfrage bei Experten/Zielgruppen teilstandartiesiert: mündlich: Leitfadengespräch, Intensiev-Interview schriftlich: Experten oder Zielgruppenbefragung vollstandartisiert: mündlich: Einzelinterview (auch telefonisch), Gruppeninterview schriftlich: postalische Befragung, Verteilung/Abholung, Gruppensituation, Internetbefragung
  • Interview Vor- und Nachteile + Bereitschaft zu mündlichen Interaktion höher als zur schriftlichen+ Ausfälle geringer+ Rahmenbedingungen der Bearbeitung kontrollierbar+ Unzulänglichkeiten Instrument (Fragebogen, Leitfaden) auszugleichen- Beeinflussung durch äußere Merkmale des Interviewer- hoher Kostenaufwand- Beeinflussung durch Gespräch mit Interviewer
  • Fragebogen Vor- und Nachteile + Interviewer als Fehlerquelle fällt weg+ geringer Kostenaufwand- geringer Rücklauf (versuch mit Belohnung zu erhöhen)- Befragungssituation unkontrollierbar- Nach- und Rückfragen entfallen- nur für relativ homogene Gruppen zu unkomplizierten Sachverhalten (bezüglich der Befragungsstände)
  • Aufbau von Fragebögen und Interviewleitfäden • Einleitung:   • Hinweise,      • dass die Befragung nützlich und relevant ist,      • dass die Teilnahme des Befragten für den Erfolg der Studie wichtig ist,      • dass alle erhobenen Daten vertraulich behandelt werden.• Gebrauchsanleitung:  • Kennzeichnungen der Antworten (ankreuzen, einkreisen, unterstreichen)      • Umgang mit versehentlich fehlerhaften Angaben      •  exemplarische Darstellung Frageformen und Angaben (Mehrfachantworten?)
  • Aufbau von Fragebögen und Interviewleitfäden (Hauptteil und Schluss) • Hauptteil:  • Besonderheit der ersten Frage (zur Motivation, relevant, zum Thema hinleiten, keine Frage   zur Person)     a.) Makrostruktur     b.) Mikrostruktur     c.) Frageformen• Abschluss:    • Dankesformel    • Adresse für die Rücksendung (wenn nötig) (auch auf Fragebogen, falls Rückumschlag verloren geht)    • Einladung zur Kommentierung
  • Makrostruktur • Gliederung in zusammenhängende Themenbereiche• Themenbereiche und Fragen nach Relevanz anordnen (das Wichtigstezuerst)• Sensible, demografische und personenbezogene Fragen am Ende• Innerhalb eines Fragenkomplexes sollten „schwierige“ Fragen ans Ende
  • Mirkostruktur Einleitungsfragen, Funktionsfrage Überleitungsfragen (Intresse und Konzentration katalysieren) Filterfragen (z.B. überspringen von Teilen, wenn nein angekreuzt wird) Folgefragen (wenn ja, dann  ...) Trichterfragen (mehr Fragen, die auf den eigentlichen Kern hineisen, drängt aber Befragte vlt in eine Richtung)
  • Frageformen - zehn Gebote 1. Du sollst einfache, unzweideutige Begriffe verwenden!2. Du sollst lange und komplexe Fragen vermeiden!3. Du sollst hypothetische Fragen vermeiden!4. Du sollst doppelte Stimuli und Verneinungen vermeiden!5. Du sollst Unterstellungen und suggestive Fragen vermeiden!6. Du sollst kein Wissen abfragen, über das viele vermutlich nichtverfügen!7. Du sollst Fragen mit eindeutigem zeitlichen Bezug verwenden!8. Du sollst Antwortkategorien verwenden, die erschöpfend und disjunktsind!9. Du sollst sicherstellen, dass der Kontext einer Frage sich nicht auswirkt!10. Du sollst unklare Begriffe definieren!
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  • Aufbau der Atworten • geschlossene Fragen   • Alternativfrage (ja/nein) (richtig/falsch)   • Katalogfrage (Aus mehreren Antwortvorgaben eine/mehrere auswählen)   • Skalenfrage (Ratingsskalen)• offene Fragen     -: Motivation, Artikulationsfähigkeit, wenige Angaben; schwer auszuwerten;    +: keine Lenkung durch Vorgaben, unvorhergesehene Aspekte, platzsparend• „halboffene“ Fragen verbinden geschlossene und offene Fragen.
  • Exkurs: Ratingskalen Unterscheidungsmerkmale von Skalenfragen sind:• Bipolare < -> unipolare Skalen• Verbale Charakterisierung• graphisches und symbolisches Rating• Formulierung spezifischer Verankerungen• Anzahl der Stufen
  • Bipolare Skalen Frage: Wie haben sie die Atmosphäre während der Veranstaltung empfunden? gespannt 1   2   3   4    5  gelöst verdeutlichung der Polarisierung: gespannt  -2   -1     0      +1      +2   gelöst ohne Bezifferung :   --     -  +/-  +    ++
  • Unipolare Skalen Einschätzen des Zutreffens/ der Richtigkeit einer Aussage mit Hilfe einesvorgegebenen Zahlenschlüssels: 1: stimmt nicht; 2: stimmt eher nicht; 3: teils-teils; 4: stimmt eher; 5: Stimmt
  • Verbale Charakterisierung Haäufgkeit: nie - selten - glegentlich - oft - immer Intensität: gar nicht - kaum- mittelmäßig - ziemlich - außerordentlich Wahrscheinlichkeit .... Bewertung ... Richtigkeit ...
  • Graphisches und symbolisches Rating Wem ähnelt ein Sozialpädagoge mehr: Bäcker ____________________________ Lehrer oder Smileys
  • Formulierung von ausführlichen Polen Wie gehen sie im Allgemeinen mit Schwierigkeiten um? ich gehe Schwierkeiten aus dem weg -3  -2  -1  0 +1  +2  +3   Es reizst mich sie zu überwinden
  • Urteilsfehler • Zentrale Tendenz• Milde-Härtefehler• Halo-Effekt (Hof-Effekt) (Ausstrhlungseffekt)• (zusätzlich:) Soziale Erwünschtheit, Bejahungstendenz (da wo man sich sicher fühlt)
  • Vor- und Nachteile offener Fragen + keine Lenkung, neue Aspekte, platzsparend,im Referenzsystem des Befragten - unterschiedliche Artikulationsfähigkeit, hoher Auswertungshorizont, Antwortenschwer vergleichbar, hohe Motivation erforderlich, häufig geringe Zahl der Antworten