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Psychopathologie (Subject) / Teilgebiete (Lesson)
Überbegriffe zur psychopathologischen Beschreibung
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- Welche Teilgebiete werden als psychopathologischer Status beschrieben? Bewusstsein Orientierung Aufmerksamkeit und Konzentration Gedächtnis Intelligenz Denkstörungen Wahrnehmungsstörungen Affektivität ~ Stimmung, Antrieb, Affizierbarkeit Biorhythmus Triebe und Vegetativum Suizidalität
- Störungen des Bewusstseins - quantitativ Störung der Vigilanz (Grad der Wachheit) Benommenheit - verlangsamt Somnolenz - schläfrig Sopor - durch starke Reize weckbar Koma - nicht weckbar Stupor - reagiert nicht auf Außenreize, obwohl wach
- Störungen des Bewusstseins - qualitativ Veränderung des Bewusstseins obwohl Vigilanz erhalten: Bewusstseinseintrübung - unzureichende Klarkeit von Denken und Handeln z.B. Delir Bewusstseinseinengung - Denken eingeengt bei erhaltener Handlungsfähigkeit z.B. epileptischer Dämmerzustand Bewusstseinsverschiebung - gesteigertes Erleben, erhöhte Wachheit z.B. Drogenrausch
- Orientierung, Eigen- und Umweltwahrnehmung zeitlich: Datum, Tag, Monat, Tageszeit, Jahr, Jahreszeit - z. B. labil, störbar örtlich: geografisch, vertraute Orte - z. B. Vertrautes stabil, neue Umgebung labil situativ: warum passiert etwas gerade - für Lebenspraxis hoch relevant eigene Person: Geburtstag, Name, Beruf, Rolle, Adresse Störungen: unsichere Orientierung Teilorientierung Desorientierung - (falsche O.) nicht orientiert - (fehlende O.)
- Aufmerksamkeit = ? die Ausrichtung des Bewusstseins auf ein Erfahren - aktiv, passiv
- Konzentration = ? versammelte Dableiben, also Aufmerksamkeit über einen längeren Zeitraum Störungen: Verminderung Einengung Schwankungen
- Gedächtnis = ? mnestische Funktionen Kurzzeitgedächtnis: bis zu 48h Merkfähigkeit, ca. 7 Elemente Langzeitgedächtnis: Speicherfähikgiet von Gemerktem, Störungen nur bei starkem Hirnleistungsabbau - stark emotionale Erlebnisse bleiben meist erhalten Reproduktionsfähigkeit: Gespeichertes wiedergeben Störungen: Amnesien: Störungen oder Lücken (z. B. diffus, umschrieben) Paramnesien: Scheinerinnerungen
- Intelligenz = ? Fähigkeit, aus Erfahrungen Nutzen zu ziehen und das Gegebene in Richtung auf das Mögliche zu überschreiten ~ Sammelbegriff für kognitive Leistungsfähigkeit des Menschen: abstrahieren verstehen Probleme lösen Wissen anwenden Sprache verwenden Beurteilung durch Intelligenztests
- Formale Denkstörungen 1. Störungen des Denkablaufs = Ductus: Gedankensprünge weitschweifig - Denkziel wird nicht erreicht Umständlichkeit - Denkziel wird erreicht Denkverlangsamung bis -hemmung Denkbeschleunigung Perseveration - Hängenbleiben, Wiederholen Vorbeireden 2. Störung des Denkzusammenhangs Inhokärenz, Zerfahrenheit - kein Zusammenhang zwischen Sätzen / Satzteilen Faseln (kaum bis nicht verständlich - z.B. Schizophrenie) Neologismen (Wortneubildungen) Kontaminationen (Wortzusammenziehen) Paralogisches Denken
- Inhaltliche Denkstörungen Störung des Denkinhaltes = Wahn ~ private lebensbestimmende, unkorrigierbare, unvergleichlich subjektive gewisse Überzeugung eines Menschen von sich selbst und der Welt Kriterien nach Karl Jaspers: unvergleichliche subjektive Gewissheit Unbeeinflussbarkeit durch Erfahrungen und zwingende Schlüsse Unmöglichkeit des Inhaltes Beispiele: Verfolgungswahn Vergiftungswahn nihilistische Ideen (z. B. mein Körper löst sich auf) Schuld-Versündigungswahn paranoide Verarbeitung - noch keine wirkliche Wahnvorstellung Unterschiedlicher Wahncharakter: einzige Wirklichkeit Wahnwirklichkeit neben der Realität Wahnwirklichkeit und Realität fließen ineinander
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- Ich-Erlebnisstörung Gedankeneingebung Gedankenlenkung Gedankenausbreitung Gedanken laut werden (eigene Gedanken laut hören) Gedankenentzug
- Wahrnehmungsstörungen = Halluzinationen - Wahrnehmungserlebnisse ohne entsprechende Außenreize, Erlebnisqualität ist gleich der eines realen Außenreizes Erlebnisse aller Sinne möglich: akustisch optisch gustatorisch olfaktorisch haptisch/taktil Komplexität von Halluzinationen: einfach (elementar): Geräusche, Lichterscheinungen komplex (gestaltete): Stimmen, Musik, Bilder, Szenen Wahrnehmungsstörungen bei Kranken: bei Psychosen bei affektiven Erkrankungen (schwere Formen) bei Neurosen z. B. neurotische Depression, Zwangsneurose Wahrnehmungsstörungen bei GESUNDEN:z.B. in besonderen Situationen: Ermüdung, Isolation, Extremsituationen
- Affektivität = gesamtes Gefühlsleben~ Gemüt eines Menschen nach seinem hervorstechenden Charakter (Qualität der Grundstimmung), Intensität, Ansprechbarkeit, Dauer = Grundaktivität (=Antrieb) - persönlichkeitsbezeichnend Qualitäten: Stimmung (Befindlichkeit) Antrieb (psychischer Motor) Affizierbarkeit (gefühlsmäßige Reaktionsfähigkeit)
- Störungen der Affektivität Befindlichkeit / Stimmung: depressiv = krankhaft herabgesetzte Grundstimmung manisch = krankhafte Hochstimmung dysphorisch = gereizte Grundstimmung Antrieb: reduziert (extrem: Stupor) angehoben (extrem: Bewegungssturm)Katatonie = ausgeprägte psychomotorische Störung zwischen Erstarrung + Erregung bei Vigilianz katatoner Stupor: Verharren in einer bestimmten Stellung (psychomotorik extrem reduziert) katatoner Erregungszustand: extreme psychomotorische Unruhe Affizierbarkeit: Affektlabilität: rascher Wechsel Affektstarre: in Affektlage eingefroren Affektinkontinenz: übermäßig starke Affektauslenkung bei geringem Anlass
- Biorhythmusstörungen Tagesschwankungen gleichförmig auftretende Stimmungsveränderungen, Antrieb und Affekt (z. B. morgendliches Pessimum) Tag-Nacht-Schlafumkehr Schlafstörungen Einschlafstörung Durchschlafstörung Ausschlafstörung vermehrtes Schlafbedürfnis
- Triebe / Vegetativum Sexualität Appetit Durst=> können unauffällig, gesteigert, vermindert sein Herzfrequenz Blutdruck Schwitzen Verdauung=> können verschoben sein (Sympathikotonus oder Parasympathikotonus)
- Suizidalität = alle Gedanken und Handlungen, die darauf abzielen, das eigene Leben durch Selbsttötung zu beenden