324

Kognition (Subject) / Kognition 2 (Lesson)

Kognition 2 (nicht Krems)

This lesson was created by Lunax.

Learn lesson

Advertisement
  • Wanner 1968 (LZG) - Verlauf Behalten von Details vs von Bedeutungen (verbales Material) > an genauen Wortlaut erinnern, per Tonband eingespielt> Stil- oder bedeutungsveränderte Antwortvariante UV1:Hinweis auf anschließenden Gedächtnistest (ja, nein) bzgl Erinnern an Sätze; UV2: stilistisch oder inhaltlich veränderter Satz - z.B. correct your answers vs. your correct answers (inhaltlich) und mark carefully vs. carefully mark (stilistisch)  AV: korrekte Identifikation -  auswählen zwischen korrektem Satz und stilistisch / inhaltlich verändertem Satz
  • Anderson (1974) - Missionar und Maler, UV, AV, Befund der Missionar erschoss den Maler der Maler wurde vom Missionar erschossen; der Maler erschoss den Missionar; der Missionar wurde vom Maler erschossen (letzte beiden Folgen nicht logisch aus Geschichte) > Satz in einer Geschichte repräsentiert UV: direkt danach oder 2 Minuten später Präsentation von vier Sätzen AV: korrekte Angabe, ob Satz in der Geschichte vorkam (UV2: wörtlich oder ob Satz aus der Geschichte logisch folgt)  Befund: bessere Performanz, wenn sie sich an Bedeutung und nicht an den Stil erinnern sollten - Erinnerung an Details ist anfänglich vorhanden (99%), aber 
 schnell vergessen (2 Minuten später: 56%), während die Erinnerung 
an die Bedeutung erhalten bleibt
  • Propositionen - Def, Bestandteile, Modalität, Darstmgl =kleinste Einheit, die eine selbstständige Aussage treffen und wahr oder falsch sein kann bestehen aus Argumenten (entsprechen meist den Nomen) und Relationen (entsprechen meist Prädikat) Modalitätsunabhängigkeit (amodale Repräsentationen - Propositionen sind hypothetische Einheiten, die sprachlich oder visuell ausgedrückt) Darstmgl: Netzwerk vs Liste
  • Propositionen: Bspsatz in Netzwerkdarst Romulus, der legendäre Gründer von Rom, entführte die mutigen Frauen der Sabiner > komplexer Satz in Einzel-Propositionen zerlegen/ darstellen - Verben in Präsens umwandeln legendär <ist< Romulus >gründet> Rom Vertikal: Romulus >entführt> Frauen mutig <sind< Frauen >sind> Sabiner >> 5 Wissenseinheiten, wenn eine falsch ist, ist der gesamte Satz falsch
  • Propositionen: bspsatz in Listendarstellung Romulus, der legendäre Gründer von Rom, entführte die mutigen Frauen der Sabiner I. (entführen, Romulus, Frauen) II. (gegründet, Romulus, Rom) III. (sein, legendär, Romulus) IV. (sein, Sabiner, Frauen) V. (sein, mutig, Frauen) = 5 Propositionen, 12 Wörter > abstrahiert, inhaltliche Bedeutung - Struktur: <Relation, Argument 1, Argument 2, ...>
  • Gründe für psychologische Plausibilität von Propositionen PRO: bei gleicher Zahl von Wörtern ein Text mit mehr Propositionen ist schwerer zu verstehen PRO: Oberflächenmerkmale (aktiv, passiv) schlechter behalten als Bedeutung eines Textes CONTRA: Textverständnis und -Gedächtnis sind sehr stark erwartungsgeleitet > Infos werden aufgrund des Vorwissens ggf. anders abgespeichert, als im Satz präsentiert
  • Semantische Netzwerke Darst von Konzepten (Knoten) und ihren Verbindungen (Kanten) durch gerichtete Graphen Kanten: (1) is-a = Klassenzugehörigkeit klären (Oberbegriff-Unterbegriff-Relation), (2) has-a-part = Repräsentation von Teil-Ganzes-Relationen (Zuordnung von Attributen zu einem Konzept) -hierarchische Organisation: Merkmale sind an oberster plausibler Stelle repräsentiert sowie werden an untergeordnete Konzepte vererbt
  • Collins und Quillian, 1969 - semantische Netzwerke im semantischen Gedächtnis Aufgabe: verschiedene Behauptungen (begriffliches Wissen) nach ihrem Wahrheitsgehalt beurteilen AV: Zeit von Darbietung bis zum Tastendruck (wahr / falsch); UV: Abstand der Konzepte Hypothese: je mehr Verbindungen im Netzwerk überquert werden müssen (Distanz der Konzepte im Netz), umso länger die Antwortzeit > Annahme zunächst bestätigt: „Amsel ist schwarz“ 1310 ms - „Amsel hat Federn“ 1380 ms - „Amsel hat Haut“ 1470 ms
  • Semantische Netzwerke (Collins & Quillian, 1969) - Bsp Repräsentationsform für LZG Tier > has-a-part-Kante > atmet, isst, hat Haut > is-a-Kante > Vogel / Fisch > Amsel/ Strauß... Lachs
  • Semantische Netzwerke (Collins & Quillian) - Kritik Stärken/pos Befunde: Abbildung begrifflichen Wissens, kogn Ökonomie, empirische Befunde: Unterschiede in Antwortzeiten mit Distanz der Konzepte im Netz erklärbar Probleme: Einfluss von Erfahrungen, häufige Erfahrung direkt mit Konzept gespeichert - Apfel ist essbar < Apfel hat dunkle Kerne Typikalität, typische Bsp schneller abgerufen - Amsel ist Vogel < Huhn ist Vogel der Hierarchie widersprechende Effekte - Huhn ist Tief < Huhn ist Vogel Unterschiede zw richtigen Nein-Antworten (Wal=Pflanze schneller als Wal=Fisch)
  • Advertisement
  • Schemata frames (Weltwissen, begriffliches), scripts (Schemata für best Ereignisse) Repräsentation von kategorialem Wissen in einer Struktur von: 1) Slots (Leerstellen): enthält Ausprägung der Werte bzgl versch Eigenschaftsdimensionen für Kategorienmitglieder 2) Default-Values (Werte): typische- bzw. Standard-Ausprägung der Eigenschaftsdimensionen der Kategoriemitglieder slot: value jede Kombi aus slots und values spezifiziert ein Merkmal
  • Schemata Bsp Frame Haus (Thema, für alle Häuser) Oberbegriff (Slot): Gebäude (default-value) Teile: Zimmer Material: Holz, Ziegel, Stein Funktion: Wohnraum des Menschen Form: rechteckig, dreidimensional > Übersichtlichkeit, Organisation
  • Weiteres zu Schemata - 3 value-Typen aktuelle Werte: tatsächliche Eigenschaftsausprägung (mein Haar hat die Farbe braun) Bereich (Range): gibt Bereich an, aus dem zulässige Werte stammen müssen (in Netz Orangen befinden sich 5-9 Orangen) Default-Values (Standardvoreinstellung): typische Werte, die als wahrsch abzunehmen  (Blätter eines Baumes sind typischerweise grün)
  • Schemata: Unterschiede im Grad der Klassenzugehörigkeit (Labov,1973) Bilder von 'Tassen' variiert in Durchmesser und Höhe  > was noch als Tasse bezeichnen können? > Kategoriengrenzen unscharf, nicht distinktiv voneinander abgrenzbar AV: Anteil der Bezeichnungen für Tasse bzw. Schüssel; UV: Variation von Durchmesser und Höhe; UV2: neutraler Kontext oder Nahrungskontext (Gefäß mit Kartoffelbrei gefüllt) Ergebnisse: Tassenklassifikation nimmt graduell ab umso breiter, bei Nahrungskontext etwas schneller als Schüssel identifiziert Einfluss Durchmesser: je breiter der Gegenstand, desto weniger Tassen-Einschätzung - Einfluss Kontext: wenn Nahrungskontext, dann schneller Schüssel-Einschätzung
  • Schemata: Unterschiede im Grad der Klassenzugehörigkeit (Bocklisch) Modellierung (von Unterschieden) mit fuzzy Zugehörigkeitsfkt Fragebogen (COPSOQ) mit fünfstufiger, verbal verankerter Antwortskala: fast nie (2) - selten (3) - manchmal (5) - oft (8) - immer (11) >> was bedeuten die einzelnen Häufigkeitsbegriffe? graduelle Zugehörigkeit zu Häufigkeitskategorien: fließende Übergänge, ungleiche Abstände, nicht intervallskaliert > verzerrte Fragebogenergebnisse alternative Skalenbegriffe: nie - manchmal - in Hälfte der Zeit - oft - immer >> harmonisiert Abstände zw den Kategorien
  • Schemata: scripts Ereignisschemata, die stereotype Handungssequenzen zum Abruf bereithalten - zB zur Repräsentation sozialer Abläufe empirische Evidenz: Bower, Black, Turner (1979): zB Restaurantbesuch (/Hörsaalverhalten) Aufgabe: 20 wichtigste Teilereignisse einer zuvor präsentierten Episode (Restaurantbesuch) aufzählen Befund: viele Übereinstimmungen zw VP > Großbuchstaben >= 73% Übereinstimmung, Kursiv >= 48%, Normaldruck >= 25%
  • Repräsentationshypothesen für infos amodale Hypothese: Elemente nicht wahrnehmungsbasiert repräsentiert (unabhängig von Infoaufnahme-Modalität (visuell, verbal, motorisch ....)), sondern anhand abstrakter Bedeutung multimodale Hypothese: entsprechend der Ebene (verbal, motorisch, visuell..) auf der Info empfangen, wird sie abgespeichert entsprechend der Wahrnehmungskanäle nebeneinander > Ebenen sind vernetzt > Info zsgesetzt 
  • deklaratives und prozedurales Wissen deklarativ: Faktenwissen, gut verbalisierbar, bewusst, im Arbeitsgedächtnis vorhanden prozedural: wie führe ich Tätigkeiten aus - Wissen über Vorgänge, in Wenn-Dann-Regeln gespeichert, schlecht verbalisierbar; Bsp: Radfahren, Schreibmaschine 
  • Einschränkung der total time hypthesis - Exp Baddeley & Longman verteiltes vs massiertes Üben (Baddeley & Longman 1978) Exp: Lernen der Bedienung einer Maschine > je höher Anzahl der Tastenschläge/ min, desto höher Maß an Beherrschung der Fertigkeit UV, 3 versch Übungspläne: verteiltes Üben, 1h/Tag > benötigt nicht so viele Trainingsstunden für dieselbe Leistung; massiertes Üben 1, 2x1h/Tag; massiertes Üben 2, 2x2h/Tag > Diagramm LernenII
  • Behalten und Vergessen: Einfluss des Materials (Bahrick und Phelphs 1987) Wiedererkennen oder freies Erinnern (UV1) von Vokabeln in Abhängigkeit von der vergangenen Zeit seit Kursabschluss (UV2), AV: Performanz bei Fremdsprachentest für Spanisch im Vgl zur urspüngl Leistung in Schule > folgt klassischer Vergessensfkt rascher Abfall der Behaltensleistung innerhalb der ersten 3 Jahre, danach relativ stabil - innerhalb des Vokabulars: Behaltensleistung bei recognition höher als bei recall; kein Unterschied der Richtung bei recognition, Unterschied der Richtung bei recall (span-eng besser als eng-span)
  • retroaktive Interferenz =Lernen einer zweiten Liste unmittelbar an das Lernen einer ersten erschwert deren Reproduktion; neues Wissen überlagert altes; Bsp: nach Verlust von Handy, früher genutztes verwenden NW über Exp: Versuchsaufbau: KG = Liste 1 > Füllaufgabe > Liste 1 Test; EG = Liste 1 > Liste 2 > Liste 1 Test >>> KG zeigt bessere Testergebnisse als EG, Lernen einer 2. Liste im Anschluss an Lernen einer ersten erschwert deren Reproduktion
  • proaktive Hemmung + Bsp + Exp =Lernen einer Liste beeinträchtigt, falls unmittelbar davor eine andere gelernt wurde; altes Wissen erschwert Erwerb von neuem; Bsp: Wechsel € in DM, neues Handy bedienen, Linksverkehr NW Exp: Versuchsaufbau: KG = Füllaufgabe > Liste 2 > Liste 2 Test; EG = Liste 1 > Liste 2 > Liste 2 Test >>> KG zeigt bessere Testergebnisse als EG
  • Bradshaw & Anderson (1982) - Ergebnisse (berühmte Personen) Ergebnis 1: Interferenzeffekt, da Erinnerung schlechter bei Bedingung mit irrelevanten Fakten als bei einzelnem Faktum Ergebnis 2: Wiedergabeleistung höher als bei einzelndem Faktum, wenn Zusatzfakten von Relevanz gelernt, die kausale Verb zum Zielfaktum haben (obwohl mehr Infos gelernt) > Erinnerungshilfe Ergebnis 3: mit der Zeit verblasst Erinnerung
  • Kontext-Kongruenz-Effekt > Enkodierspezifität Gedächtnisleistung für Wörter steigt, wenn diese im selben Kontext getestet, in dem sie ursprünglich gelernt  wichtig: Ähnlichkeit der bei der Enkodierung und beim Zugriff Beteiligten Repräsentationen
  • Wiedererkennen vs Reproduzieren hohe Gedächtnisleistung beim Wiedererkennen im Vgl zur Reproduktion je größer Anzahl, je ähnlicher Distraktorreize, desto schwieriger Wiedererkennen Zeugenaussagen: häufig ungenau und durch Fragestellung beeinflussbar
  • 2 Phasen der Verarbeitung im ikonischen Gedächtnis (Sperling) 1. Sehr kurzer visueller Speicher > unterbrochen durch helles Licht > Infos schneller zerfallen; Zshang zw Sensorischem Register und Retina-/ Wahrnehmungsorgan 2. dauerhafte Übertragung in nicht-visuellen Speicher (weniger empfindsam für Helligkeit > nicht mehr nur der Sinneseindruck, sondern schon Speicherung als Info) > zeigt Zshang zu Mustererkennungsprozessen >> bei schwarzen Bildschirmen erfolgt keine Reizung, die Phase 1 neu aktiviert, bei weißen Bildschirmen wird Phase 2 unterbrochen/ überschrieben
  • Magical Number 7 + Def Chunk Miller, 1956: beim Gedächtnis: begrenzte Speicherkapazität für das Behalten der Reihenfolge von Items (7 +/- 2 Items) Chunk - bedeutungshaltiger Gedächtnisinhalt, abhängig vom Wissen der Person - z.B. 147 statt 1, 4, 7; chunking = Bilden von Chunks > bedeutungshaltige Einheiten sind für die Gedächtnisspanne 
entscheidend, nicht die Anzahl der Items Bsp Schach: Experten merken sich bedeutungshaltige Muster (Chunks) im Gegensatz zu Novizen
  • zentrale Exekutive -Fkt, Bsp Manipulation von Infos in Subsystemen (Hinzufügen, Löschung von Infos), Aktualisierung Überwachung von Infos und Subsystemen - koordiniert Aktivität zw Subsystemen Verlagerung von Aufmerksamkeit (je nachdem, was abgespeichert werden soll auf eines der beiden Systeme) - Fokussierung, Verteilung, Wechsel von Aufmerksamkeit Beispiele: Kopfrechnen, logisches Denken, Suche im Gedächtnis
  • visuell-räumlicher Notizblock Merkmale und Fkt erlaubt „Arbeit“ an visuell-räumlichen Vorstellungen begrenzte Kapazität (z.B sichtbar an change blindness) Evidenz: Interferenz bei gleichzeitiger räumlicher Zweitaufgabe im Vergleich zu gleichzeitiger verbaler Zweitaufgabe Aufgaben > mentale Bilder: Konstruktion, Aufrechterhaltung und Manipulation mentaler Bilder - visuelles Scanning: Nutzung des visuell-räumlichen Speichers als Ersatz für die physische Realität (z.B. Fenster zählen) - mentale Rotation: Drehung von Objekten ähnlich der Rotation in der Realität
  • phonologische Schleife Komponenten: phonologischer Speicher: passiver, der Sprachlaute 1-2 sec aufrechterhält, bis sie verblassen + Artikulationsprozess: „innere Stimme“, Wdh von sprachlichen Informationen, dadurch Verhindern des Verblassens durch aktives inneres Sprechen - Umwandlung von nicht-sprachlichen Informationen (z.B. visuell) in sprachliche, damit diese Zugang zur phonologischen Schleife erhalten auditiv präsentierte Information hat obligatorischen Zugriff auf Speicher
  • Advertisement
  • LZG Vergessensprozesse hinsichtlich Dauer sowie Aufnahmekapazität (theoretisch) unbegrenzt > verlorengegangene oder unzugängliche oder veränderte Inhalte >> Vergessen
  • Bsp für Arbeitsgedächtnis Diagnoseprozesse bei Arzt: Kontext Information > grundlegende Patienteninfos > Symptome > physische Untersuchung > Labortests > zusätzliche Tests
  • Def Aufgabe 1. Ausgangszustand 2. Zielzustand 3. Operatoren für Transformation von A nach Z geistige Anforderung für deren Bewältigung die notwendigen Techniken bekannt benötigt reproduktives Denken zB mathemat Gl umformen
  • Def Problem 1. Ausgangszustand 2. Zielzustand 3. Barriere, die die Transformation von A nach Z verhindert Prozess, in dem man Hindernis bewältigen muss; benötigt kreatives Denken Bsp.: Wunsch nach neuen Schuhen, aber kein Geld
  • Barrierekategorien + Bsp vage Ausgangslage (medizin Diagnostik) Zielzustand vage/ unbekannt (Dorf soll schöner werden) Anordnung der Operatoren unbekannt (Anagramme) Operatoren bekannt, aber zu viele Alternativen (versch Anordnungsmgl, Schach) Operatoren unbekannt (wie macht man Stoh zu Gold?) begrenzte Kapazität
  • Problemtypologien bzgl der Barriere > Interpolationsbarriere Dörner, 1976 Interpolationsbarriere (Kombination und Ordnung): Ausgangs-, Ziezustand sowie Operatoren bekannt; unbekannt sind richtige räuml und zeitl Anordnung der Operatoren (zu viele Alternativen), zB Schach, Turm von Hanoi
  • Problemtypologien bzgl kogn Anforderungen - Transformationsprobleme Greeno, 1978 Ausgangszustand und Ziel definiert, Problemlöser müssen best Sequenz von mentalen Handlungen auswählen, um Ziel zu erreichen zB Turm von Hanoi: definierter Anfangszustand (3 Scheiben rechts) - Transformationen (klare Regeln) - definierter Zielzustand (3 Scheiben links)
  • Problemtypologien hinsichtlich der vorliegenden Def schlecht def. Probleme: Anfangs-/ Zielzustand, Operatoren unbekannt - dialekt Barriere; Design eines Autos verbessern gut definierte Probleme: Ausgangs-, Zielzustand klar, Operatoren nicht; Bsp: Lampe kaputt > Endzustand: Lampe funktioniert; mathemat Beweisführung je offener ein Problem, desto schwieriger die Lsg, weil dialektische Prozedur in höherem Maße erforderlich (Hypothesen erstellen, testen) bzgl des Vorwissens: wissensreich (Lösen des Problems setzt umfangreiches, spezifisches Vorwissen voraus; medizin Diagnostik) vs wissensarm (ohne Vorwissen lösbar; Turm von Hanoi)
  • Phänomene: Problemlösen durch Einsicht + Exp plötzliches Verständnis begleitet von Aha-Erlebnis (Bühler, 1907) Köhler 1927, 1947: Banane hängt an Decke und Affe Sultan versucht sie zu greifen; Strecken > unsystematisches Verwenden von Gegenständen > kurze Pause > plötzliches Verständnis und systematisches Aufeinanderstapeln > Problemlsg
  • Phänomen: Problemlösen durch Einsicht (2) + Hinweis worauf? Diagramme bei Problemlösen II fehlendes Nähegefühl: Einsicht- oder Algebraaufgabe - wie nah ist man der Lsg > 1: weit weg, 7: weiß es fast (Heiß-Kalt-Skala) Abb. zeigt Histogramme für die jeweiligen Heiß-Ratings für korrekt gelöste Probleme, jeweils 60 / 45 / 30 / 15 sec vor der Lösung; ganz oben: Rating zum Zeitpunkt der Lösung Ergebnis - Urteile für konventionelle Probleme stiegen linear an - bei Einsichtsproblemen hatten Probanden auch dann noch das Gefühl, weit von der Lösung entfernt zu sein, wenn sie das Problem direkt nach Urteilsabgabe lösten Hinweis darauf, dass kognitive Re-Repräsentationsvorgänge unbewusst ablaufen(MetCalfe & Wiebe, 1987)
  • Phänomen: Problemlösen durch Inkubation Verbesserung der Problemlöseleistung durch Unterbrechung (relativ schnelle Lsg durch erneute Zuwendung zu schwierigem Problem) kein "unbewusstes" Problemlösen, sondern Verringerung von Einstellungeffekten (= best Wissensstrukturen leichter zugänglich als andere > Festlegung aufgehoben) - Vergessen unangemessener Problemlösestrategien, Neuorganisation vorhandenen Wissens nicht bei allen Problemen wirksam (zB Gleichungssyste mit vielen Unbekannten) Einstellungseffekte im prozeduralem vs semantischem Wissen
  • Problemlösen durch Inkubation/ Einstellungseffekte Safren (1962) Anagramme sind einfacher zu lösen, wenn die Begriffe semantische Ähnlichkeit besitzen
  • Problemlösen durch Inkubation Silveira 1971 4 x 3gliedrige Ketten zu einer verbundenen Kette zusammenfügen Maximalbetrag: 15ct Kosten; Kettenglied öffnen: 2 ct; Kettenglied schließen: 3 ct Lsg: Kettenglieder einer Kette komplett öffnen und mit den Gliedern die anderen Ketten verbinden  UV: Unterbrechung der Bearbeitungszeit; AV: Lsg des Problems KG: Aufgabe lösen in halber Stunde > 55% geschafft EG1: 30min Problembearbeitung - 30min Pause - erneute Zuwendung > 64% EG2: 30min - 4h - Problem > 85% richtig gelöst aber: nach Unterbrechung Erarbeitung neuer Strategien, keine sofortige Lösung
  • Dialektische-Barriere-Problem Dialektik= Lehre von den Gegensätzen in den Dingen bzw Begriffen sowie die Auffindung und Aufhebung dieser Gegensätze These <> Antithese >> Synthese
  • Phänomen: Probemlösen und Problemrepräsentation - Kerzenproblem funktionale Fixierung: Duncker 1935 Befestigen Sie mit Hilfe einer Streichholzschachtel, Steichhölzern und Reißzwecken die Kerze für optische Versuche in Augenhöhe an der Tür des Versuchsraums Lsg: Streichhölzer aus Schachtel, Kerze mit Reißzwecke in Schachtel befestigen > Schachtel mit Reißzwecke an Tür = Einsichtsproblem Lsg gehemmt durch funktionale Gebundenheit: mangelnde Fähigkeit, Objekte in gewohnter Umwelt auf neue Art zu repräsentieren > Erlernen neuer Fkt erschwert
  • Phänomen: visuelle vs symbolische Repräsentation (Kaplan, Simon 1990, Wickelgren 1974) 31 Dominosteine in Schachbrett anordnen, sodass alles abgedeckt >> nicht mgl, da nur 30 schwarze und 32 weiße Flächen vorhanden Hinweise helfen, das zu erkennen; Schwierigkeit der Lsg, wenn zentraler Aspekt eines Problems nicht repräsentiert Brot + Butter - Feld > verbal, schnellere Lsg > Art des Materials hat Einfluss
  • Phasen beim Problemlösen durch Analogiebildung + Voraussetzungen 1) Darbietung des Zielproblems 2) Erinnern eines ähnlichen Problems mit Lsg 3) Vgl von Quell- und Zielproblem 4) Übernahme des Quellproblems, um Lsg zu finden bei unbekanntem Problem Voraussetzung: Ähnlichkeit zw Problemen > strukturell: in Relationen und tieferer Struktur; oberflächenähnlich: einzelne Elemente + Eigenschaften ähnlich > Probleme werden parallelisiert zB Sonnensystem übertragen auf Bau eines Atoms
  • Problemlösen durch Analogiebildung - General-Strahlen-Problem 1980 Strahlenproblem: Duncker 1935 + Geschichte vom General: Gick & Holyoak 1980 UV: - Präsentation einer analogen Geschichte (General) - ja, ohne Hinweis (EG 1)
 „Bitte versuchen Sie, die Lösung zu dem Problem selbst zu finden.“ - ja, mit Hinweis (EG 2)
 „Bitte versuchen Sie, die Lösung zu dem Problem selbst zu finden. Denken Sie dabei an die Geschichte vom General.“ - nein (KG) AV: konvergente Lösung des Problems?
  • Problemlösen durch Analogiebildung - Exp 1987 (Variation Ähnlichkeit) Holyoak und Koh: Strahlenproblem und Geschichten mit unterschiedlicher struktureller Ähnlichkeit bzw Oberflächenähnlichkeit > Untersuchung des Einflusses auf Transfer Ergebnisse: Ähnlichkeit in Oberfläche und Struktur: 70 % gelöst (höchste Lsgrate) Ähnlichkeit in Struktur: 38%; in Oberfläche: 33% >> beide wichtig für Problemlsg keine Ähnlichkeit: 13%
  • Problemlösen durch Analogiebildung - Bsp strukturelle Ähnlichkeit beim General-Strahlen-Problem Strahlenproblem - Geschichte vom General Tumor - Diktator; Körper - Land; Strahlen - Armee; Tumore zerstören - Festung stürmen starke Strahlen - große Armee; Gewebe zerstören - Land verwüsten; schwaches Strahlenbündel - Aufteilung kleine Gruppen