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Erziehungswissenschaft (Subject) / Methoden I VL 1 und 2 (Lesson)
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- Der empirische Forschungsprozess Entdeckungszusammenhang Problemauswahl Problemformulierung Exploration
- Der empirische Forschungsprozess Begründungszusammenhang • Theoretische Strukturierung• Operationalisierung• Empirische Strukturierung• Auswertung• Interpretation
- Der empirische Forschungsprozess Verwendungszusammenhang Veröffentlichung Ergebnisanwendung
- Methodologie Lehre von den wissenschaftlichen Methoden(Methatheorie)• Bestandteil der Wissenschaftstheorie• Gegenstand der Methodologie: Entwicklung/Reflexion der Methodenund die Frage des Stellenwerts der damit gewonnen Aussagen über dieRealität
- Wissenschaftstheorie • Wissenschaftstheorie: „Wissenschaft der Wissenschaft“• Gegenstand der Wissenschaftstheorie: Ziele, Operationen,Möglichkeiten, Bedingungen und Grenzen von (wissenschaftlicher)Erkenntnis
- Die vier Kernmethoden empirischer Forschung 1. Befragung (schriftlich, mündlich, telefonisch) 2. Beobachtung ((nicht)-strukturierte; (nicht)-teilnehmende) 3. Inhaltsanalyse 4. Experiment
- Makrophänomene (Bildungspolitik, Erziehungssystem, Wirtschaft und Bildung)
- Mesophänomene Sozialarbeit, Schulleistung, Unterrichtsorganisation, betriebl. Ausbildung
- Mikrophänomene (Eltern-Kind Interaktion, soziale Interventionen, peer groups, Unterricht
- Grundfragen empirischer Forschung was soll erfasst werden? Warum soll erfasst werden? Wie soll erfasst werden?
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- Verhältnis von Theorie und Empirie Wechselverhältnis: „Auf der einen Seite muss jede positive Theorie sich aufBeobachtungen stützen und auf der anderen Seite bedarf unser Geisteiner Theorie, um sich den Beobachtungen hingeben zu können.“(Comte 1830)
- positive Theorie versucht Zusammenhänge zu verstehen undneutral zu beschreiben (ohne Werturteile).(Als beschreibende Theorie empirisch überprüfbar) • Theorie wird dann normativ, wenn sie Sollens-Aussagen formuliert.(Normative Urteile, normative Aussagen; oft ideologisch motiviert)
- geisteswissenschaftliich vs. empirisch-analytisch geisteswissenschaftlich: • empirische Daten gelten als nützlichesKriterium nicht aber als dasEntscheidende • Weitergefasster Erfahrungsbegriff:auch Daten wie lebensweltliche,verwissenschaftliche undkommunikative Erfahrungen (stehenoft sogar im Vordergrund) --> Totalitätsempirie empirisch-analytisch: • empirischer Erkenntnis kommt diezentrale Rolle als letzteEntscheidungsinstanz für dieBeurteilung der Wahrheit vontheoretischen Aussagen zu Eingeschränkter Erfahrungsbegriff: nursubjekt- und situationsunabhängigbeobachtbare Tatsachen --> Tatsachenempirie
- Politische Arithmetik und Universitätsstatistik politische Arithmetik Universitätsstatisik Begründer: John Graunt •Begründer: HermannConring•Quantitative UntersuchungsozialerVorgänge •Qualitative Beschreibung von „Staatsmerkwürdigkeiten“•Sekundäranalysen Statistik von lat. status= Staat•Primärerhebung•Ziehung repräsentativerStichproben•Aufdeckung von Regelmäßigkeiten(nomothetischeZiele) •Beschreibend(idiographisch) ausgerichtet
- Quantitative Forschung „Tatsachenempirie“:•Soziale Realität als objektiv gegebene Außenwelt•Formulierung und Überprüfung von Theorien über soziale Realität(hypothetisch-deduktive Erklärungsmodell)•Zerlegung der Realität in beobachtbare Merkmale•Vorstrukturierung der Wirklichkeit durch Standardisierung (Ziel: Kontrolle)
- Qualitative Forschung •Demgegenüber ist das qualitative Forschungsparadigma gekennzeichnetdurch:•Realität als Einheit von Deutungen und Wahrnehmungen von Subjekten•Eine induktive Orientierung (Entwicklung von Theorien aus den Daten )•Die ganzheitliche (holistische) Betrachtung des Erfahrungsraumes•Orientierung der Forschungskommunikation am Alltag, natürliche Situationen
- Zwei Sichtweisen des Erkenntnisgegenstandes „soziale Realität“ •Eine naturhaft-objektivistische (Handeln als Objektstruktur) klassischerEmpirismus; erkenntnistheoretischer Realismus; Kritischer Rationalismus(Popper, Albert)•Soziale Realität: wird nicht in jeder Situation neu konstruiert, sondern ist auchAusdruck von sozialen Regelmäßigkeiten und gesellschaftlichenMakrostrukturen •Eine symbolisch-subjektbezogene (Handeln als Symbolstruktur)Phänomenologie, Symbolischer Interaktionismus; Hermeneutik; Ethno-Methodologie (Garfinkel)•Soziale Realität: eine durch das Handeln der Subjekte hergestelltekommunikative Wirklichkeit (soziale Konstruktion)
- Drei Hauptrichtungen qualitativer Forschung •Forschung, die sich mit dem Nachvollzug, der Rekonstruktion subjektivgemeinten Sinns beschäftigt. Diese Absicht kann sich verbinden mit derIntention zur Aufklärung der Betroffenen über ihre eigene Situation(Aktionsforschung).•Phänomenologische und ethnografische Beschreibung sozialenHandelns, sozialer Milieus und Lebenswelten. Ziel: die Konkretion.•Die Rekonstruktion deutungs-und handlungsgenerierender Strukturen.Ziel: die objektiven deutungs-und handlungsgenerierendenTiefenstrukturen zu rekonstruieren (=> objektive Hermeneutik).
- mixe method research Trotz unterschiedlicher Methodologiensind beide Ansätze nichtinkompatibel, in zahlreichen Forschungsvorhaben ist eine Kombinationdieser Vorgehensweisen sinnvoll: „mixedmethodsresearch“(Triangulation)•De facto stehen sich beide Lager aber reserviert gegenüber undForschungen, die beide Methoden kombinieren, bilden die Ausnahme•In der Praxis gibt es viele Mischformen, die zwischen den Extremen reinqualitativer und rein quantitativer Forschung liegen, z.B.:−qualitative Vorstudie („Exploration“) ->−quantitative Hauptuntersuchung -> qualitative Feinanalyse (Beispiel: StEG)
- Schwerpunkt qualitativer Forschung Der Schwerpunkt qualitativer Forschung liegt im Erkennen und Verstehen sozialer Phänomene und Zusammenhänge. Die umfassende Erhebung von Daten und ihre Interpretation sollen einen genauen Einblick in subjektive Befindlichkeit geben, strebt jedoch keine Quantifizierungen an.
- Schwerpunkt quantitativer Forschung Der Schwerpunkt quantitativer Forschung liegt auf Quantifizierung (Ermittlung von Häufigkeiten, durch Kennziffern quantifizierte Zusammenhänge) anhand kontrolliert erhobener Daten. Ziel: Erkenntnisgewinn aus der statistischen Analyse der Daten.
- Vergleich Qualitative und quantitative Forschung qualitative Forschung: Keine Kenntnisse Untersuchungsgegenstand => Forschungsinstrumente können nicht oder sollen nur wenig vorstrukturiert werden Entwicklung von Theorienaus den Daten (Induktion) Stichprobengröße: keine einheitliche Meinung über Anzahl der Gesprächspartner. Im Allgemeinen geringe Stichprobengröße Keine bzw. keineeinheitlichen bzw. widersprüchliche Gütekriterien innerhalb des Paradigmas QuantitativeForschung für Entwicklung der Forschungsinstrumente müssen ausreichende Kenntnisse über Untersuchungsgenstand vorhanden sein Kenntnis des Untersuchungsgegenstandes wichtig, um Hypothesen/theoretisches Modell aufzustellen (Hypothesenprüfung, Deduktion) möglichst große Stichprobe. (Idealfall: Zufallsauswahl; sonst möglichst eine die repräsentative Stichprobe sichernde Auswahl Methodische Regularien (Gütekriterien): Übernahme Prinzipien der Testkonstruktion (Objektivität, Reliabilität, Validität)
- Vorteile qualitative Methoden - offene, flexible Anwendung (Anpassung an Unvorhersebahres) - Offenheit des Vorgaben (bisher Unbekanntes auf-, entdecken) - keine Vorgaben, daher eher vollständige Informationen über subjektive Sichtweisen - Der Fokus liegt auf teilneherbestimmten Sachverhalten - Möglichkeiten: Hintergründe erfragen, Unklarheiten beseitigen - größere Informationstiefe durch offene Befragungssituation
- Vorteile quantitative Methoden exakt quantifizierbare Ergebnisse Ermittlung von statistischen Zusammenhängen möglich Möglichkeit, eine große Strichprobe zu untersuchen und damit repräsentative Ergebnisse zu erhlaten Vergleichsweise geringe Kosten, geringer Zeitaufwand hohe externe Validität durch große Stichprobe größere Objektivität und Vergleichbarkeit der Ergebnisse
- Nachteile qualitativer Methoden relativ zeit- und kostenintensiv hohe Anforderung an Qualifikation des Interviewers/Beobachters; Datenqualität ist teilweise von Qualifikation abhängig. Die Datenaufbereitung und -auswertung ist vergleichsweise aufwendig aus qaulitativen Daten lassen sich keine Quatitäten ableiten keine statistische Absicherung der Ergebnisse möglich
- Nachteile quantitativer Methoden Durch Standardisierung keine Flexibilität während der Untersuchung Ermittlung von konkreten Ursachen für eine individuelle Befunde selten möglich (Abhilfe: offene Fragen) Keine Erfassung individueller Perspektiven (Abhilfe: offene Fragen) Generell: Vergleichweise geringe Informationstiefe durch Inflexibilität des Vorgehens
- Verwendungsebenen der Begriffe ‚qualitativ‘ und ‚quantitativ‘ •Forschungsparadigma (qualitative vs. quantitative Forschung)•historisch (Universitätsstatistik vs. Politische Arithmetik)•Erkenntnisinteresse (Verstehen vs. Erklären)•Wissenschaftstheoretisch (Idiografisch vs. nomothetisch)•Gütekriterien•Methoden der Datenerhebung (qualitative vs. quantitative Verfahren)•Daten (qualitative [kategoriale] vs. quantitative [metrische])