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Anatomie und Physiologie (Subject) / Das Nervengewebe (Lesson)

Das Nervengewebe.

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  • Die Nervenzelle Nervenzellen sind Zellen, die:– durch Veränderungen in ihrer Umgebung (Reize) erregt werden,– Erregung über weite Strecken weiterleiten können– die durch Erregung übermittelte Information weiterverarbeiten können– Erregung auf andere Zellen übertragen (Nervenzellen, oder Zellen eines anderen Organs)
  • Aufbau der Nervenzelle Sie bestehen aus:1. dem Zellleib, Perikaryon: er enthält den Zellkern und die wesentlichen Zellorganellen2. den Zellfortsätzen: Dendriten (in der Regel mehrere) und dem Axon (in der Regel nur eins)3. den Synapsen: Zellverbindungen, die der Informationsübertragung dienen,
  • Das Perikaryon Es enthält den Zellkern, der in der Regel groß. Im Zytoplasma findet man viel rER und freieRibosomen, die bei der Nervenzelle auffällig sind und als Nissl-Schollen bezeichnet werden
  • Die Zellfortsätze Die Dendriten dienen der Erregungsleitung zum Perikaryon, also zum Zellleib hin.Sie sind kürzer als die Axone und baumartig verzweigt.Jedes Perikaryon hat in der Regel zahlreiche Dendriten. Die Axone liegen einzeln vor und dienen der Leitung der Erregung von der Nervenzelle weg.Axone können eine Länge von bis zu einem Meter erreichen. Sie können sich aufzweigen.Das Axon ist in verschiedene Abschnitte gegliedert:– der Ursprungskegel oder Axonhügel: die Stelle, an der das Axon vom Prikaryon abgeht– die Hauptverlaufsstrecke: hier kann das Axon Abzweigungen, sog. Kollaterale bilden.– Endverzweigungen, Axonterminale: durch sie kann eine Nervenzelle mit mehrerenErfolgsorganen oder mehreren Nervenzellen in Kontakt treten. An seinem Ende trägt jedeVerzweigung den Endkolben (Bouton), der Teil der Synapse ist (s.u.).
  • Die Synapse Am Ende eines Axon wird ein Signal aus der Nervenzelle auf eine andere Zelle übertragen. DieseEmpfangszelle kann wieder eine Nervenzelle, oder eine andere Körperzelle sein (z.B. Muskelzelle).Die Kontaktstelle zwischen einem Axon und einer weiteren Zelle nennt man Synapse. Das Signalerreicht das Ende des Axons als elektrische Erregung. Diese Erregung nennt man dasAktionspotential (Spannungsänderung an der Zellmembran). Am Ende des Axon wird dieseselektrische Signal chemisch, in Form eines Botenstoffes, weitergegeben.
  • Aufbau einer Synapse Die Synapse ist die Kontaktstelle zwischen der innervierenden Zelle (Neuron) in Form eines Axonsund der innervierten Zelle, die den Reiz entgegennimmt.Der Aufbau der Synapse ist dabei immer derselbe:Das Axon des Neurons hat an seinem Ende eine Auftreibung, die man den Synapsenkolben nennt.Hier sammeln sich Bläschen, die mit Transmitter (Überträgerstoff) gefüllt sind. Bei Erregung desAxon vereinigen sich die Bläschen mit der Membran des Axonendes, die hier präsynaptischeMembran genannt wird und geben den Transmitterstoff in den Interzellularraum ab.Der Bereich zwischen den beiden an der Synapse beteiligten Zellen nennt sich synaptischer Spalt.Der Transmitter wird also in den synaptischen Spalt abgegeben und wandert (diffundiert) zurZellmembran der Empfangszelle. Diese heißt postsynaptische Membran. Hier findet man ingroßer Zahl Rezeptoren für den jeweiligen präsynaptisch freigesetzten Transmitter(Neurotransmitter).Neurotransmitter sind z.B. Azetylcholin, Serotonin, Dopamin, Noradrenalin, GABA, Glutamat
  • Klassifizierung von Nervenzellen 1. Man unterscheidet erregende (exzitatorische) und hemmende (inhibitorische) Synapsen.2. Funktionelle unterscheidet man Nervenzellen nach der Richtung der Erregungsleitung:Nerven, die eine Erregung vom Zentralnervensystem weg in die Peripherie leiten heißen EfferenteNeurone.Solche, die die Erregung aus der inneren und äußeren Körperperipherie zum ZNS hin leiten nenntman Afferente Neurone.Für die einzelne Nervenzelle heißt das, dass die Dendriten die afferenten Fasern (leiten zumZellleib hin) und die Axone die efferenten Fasern (leiten vom Zellleib weg) sind.
  • Die Neuroglia Die Neuroglia sind die Hüll- und Stützzellen des Nervensystems.Man zählt folgende Zellen zur Neuroglia:– die Oligodendrozyten– die Schwann-Zellen– die Astrozyten– die Ependymzellen– die Mikrogliazellen 3Die Oligodendrozyten und die Schwann-Zellen sind die Hüllzellen des Nervengewebes, die dieMarkscheiden für die Nervenfortsätze ausbilden. (Genauere Besprechung unten.)Die Astrozyten findet man nur im ZNS. Sie haben viele Fortsätze. Diese legen sich wie ein Mantelum die Blutkapillare des ZNS. Diese Schranke ist für manche Stoffe nicht passierbar.Man nennt siedie Blut-Hirn-Schranke.Die Ependymzellen sind Zellen, die die Hohlräume des ZNS auskleiden: Die Hirnventrikel undden Zentralkanal des Rückenmark.Die Mikroglia: Diese Zellen finden sich nur vereinzelt im ZNS, sie gehören zu den Abwehrzellen
  • Die Nervenfaser Als Nervenfaser bezeichnet man den Fortsatz eines Neurons mitsamt seiner Hülle. Die Hülle nenntman Markscheide. Die Markscheide wird von Zellen gebildet, die zur Neuroglia gehören.Die Markscheidenzellen (Hüllzellen) des peripheren Nervensystems (PNS) heißen Schwann-Zellen,die des zentralen Nervensystems (ZNS) heißen Oligodendrozyten. Beide umhüllen denNervenfortsatz, indem sie sich um ihn wickeln und so Lamellen ausbilden.Diese Lamellen sind die Markscheiden und bestehen aus Myelin (hoher Lipidanteil).Markscheidenzellen des ZNS (Oligodendrozyten) wickeln Zellfortsätze um das Axon. DieMarkscheide eines Axon besteht aus mehreren Abschnitten, wird also von mehrerenOligodendrozyten gebildet.Die Markscheiden des peripheren Nervensystems werden von den sog. Schwann-Zellen gebildet.Auch hier wird die Markscheide einer Nervenfaser von mehreren Schwann-Zellen gebildet. An denÜbergängen zwischen den Zellen bilden sich Einschnürungen, an denen die Myelinschichtunterbrochen ist. Sie heißen Ranvier-Schnürringe.In den Nervenfasern wird ein Signal in Form einer elektischen Erregung (Membranpotential)weitergeleitet. Da sich diese Erregung (Membranpotential) von Schnürring zu Schnürring ausbildet,spricht man von einer saltatorischen (springenden) Erregungsleitung.Die Erregung gelangt so relativ schnell über einen Fortsatz bis zum Zielorgan.Die Anzahl der Lamellen variiert stark. Man unterscheidet:– markhaltige Nervenfasern, die markreich oder markarm sein können und– marklose Nervenfasern– markscheidenfreie NervenfasernDie Erregungsleitung im Nervenfortsatz ist umso schneller, je dicker die Markscheide ist.
  • Der Nerv Nerven sind Organe, das heisst, sie bestehen aus verschiedenen Geweben.Die Nervenfasern (Neuronenfortsätze) eines Nerven sind von Bindegewebe, dem Endoneuriumumgeben. Mehrere dieser Fasern, die parallel laufen, legen sich zu Bündeln zusammen. Diesewerden wiederum von einer Bindegewebshülle umfasst, vom Perineurium. Bündel solcher Strängebilden dann den oft sogar mit dem Auge sichtbaren Nerven, den ein Epineurium aus Bindegewebeumhüllt. Dieses Epineurium bettet den Nerven in die Umgebung ein.Einteilung der Nerven:Nerven, die vom ZNS weg führen heißen efferente Nerven.Versorgen sie einen Skelettmuskel, so spricht man von motorischen Nerven, versorgen sie eineDrüse, dann sind es sekretorische Nerven.Nerven, die Reize zum ZNS leiten sind afferente Nerven.Sie sind sensibel oder sensorisch.Führt ein Nerv beide Sorten von Nervenfasern, so nennt man ihn einen gemischten Nerven
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