9

Anästhesie (Subject) / Anästhesie in der Gefäßchirurgie (Lesson)

x

This lesson was created by dahser04.

Learn lesson

  • pAVK Stadien nach Fontaine Stadium I: Stenosen oder Verschlüsse ohne Beschwerden Stadium IIa: Claudicatio intermittens, Gehstrecke > 200 m Stadium IIb: Claudicatio intermittens, Gehstrecke < 200 m Stadium III: Ruheschmerz Stadium IV: trophische Störungen
  • Aneurysma Aneurysma verum (echtes): lokale Aufdehnung aller Gefäßschichten (Intima, Media, Adventitia) Aneurysma spurium/falsum (falsches): periarterielles Hämatom steht mit eingerissener Arterie in Verbindung, von Fibrinmembran umgeben, oft nach Gefäßpunktionen Aneurysma dissecans (disseziierendes): initialer Intimaeinriss, Blut fließt zwischen Intima und Adventitia, Wiederanschluß über distalen Intimaeinriss möglich
  • Aortenclamping sollte möglichst < 45 min dauern starker Anstieg des peripheren Gefäßwiderstandes, Verringerung des ZVD (je nach Kollateralisierung) mit kardialer Dekompensation (Linksherzdekompensation bei kardialer Ischämie) möglich distal der Abklemmung anaerobe Glykolyse mit Lactatproduktion -> bei infrarenaler Abklemmung Lactatabbau über Kollateralen zur Leber möglich, bei Abklemmung oberhalb des Truncus coeliacus aufgrund Unterbrechung der Leberperfusion kein/wenig Lactatabbau über Leber möglich (ggf kalte Perfusion) O2-Verbrauch und CO2-Produktion nehmen ab postop Oligurie: v.a. nach suprarenaler Abklemmung, Therapie: adäquate Volumenzufuhr und normale Blutdruckverhältnisse, ggf Diuretika ischämisch bedingte Rückenmarkschädigung (normalerweise Versorgung über Aa. vertebrales -> unpaare A. spinalis anterior und paare Aa. spinales posteriores, aber auch Zuflüsse aus Interkostalarterien), v.a. bei suprarenaler Abklemmung, das kaudale RM wird über die Adamkiewicz-Arterie (A. radicularis magna, entspringt aus der Aorta in Höhe Th8-L1) versorgt Darmischämie mit postop ischämischer Kolitis To do: Vor Abklemmen Volumenrestriktion, Narkose vertiefen (Narkosegase haben präkonditionierenden Effekt und sind besonders günstig), ggf Glyceroltrinitrat (senkt v.a. die Vorlast) oder Nitroprussidnatrium (senkt die Nachlast), bei Zeichen der kardialen Ischämie)
  • Aortendeclamping hämodynamische Veränderungen aufgrund plötzlichem Abfall der Nachlast -> Blutdruck sinkt Hyperämie der vorher ausgeschalteten Kreislaufbereiche pH fällt  aufgrund Einschwemmung der sauren Stoffwechselprodukte, nur ggf NaBic
  • Endovaskuläre Versorgung eines BAA EVAR = endovaskular aortic repair radiologisch interventionell wird über A. femoralis eine entfaltbarer aortale Stent-Prothese eingeführt To do: H1- und H2-Blocker zur Vermeidung eines Postimplantationssyndroms, AB-Prophylaxe, AT3-Substitution (2.000-3.000 I.E.), Heparin-Gabe (5.000I.E.) perioperative Mortalität geringer als nach offener Versorgung, aber im Verlauf häufiger Komplikationen (Endoleaks, Prothesenverschluss, Dislokation....) -> v.a ältere Patienten
  • Thorakales Aortenaneurysma Einteilung sind meist disseziierende Aneurysmen Stanford A: Beginn in Aorta aszendens, meist infolge Hypertonus oder Bindegewebsschwäche (Marfan-Syndrom, Ehler-Danlos-Syndrom) oder Dezelerationstrauma, Gefahr retrogrades Einreißen mit Pericardtamponade, Aortenklappenisnsuffizienz Stanford B: Beginn in Aorta deszendens, meist infolge Hypertonus, Arteriosklerose, Nikotinabusus
  • ACI-Stenose asymptomatisch symptomatisch: Z.n. TIA, PRIND, Apoplex OP-Indikation: symptomatisch > 70% , erwägen bei symptomatisch 50-70% und asymptomatischer Stenose > 60%  OP-Verfahren: TEA Thrombendarteriektomie: Längsinzision von A. carotis communis bis A. carotis interna, Ausschälung der Plaques einschließlich der Intima, Patch-Plastik zur Erweiterung, intraop Shunt möglich Eversionsplastik: nach Absetzen der A. carotis interna an der Carotisgabel wird diese umgestülpt und die arteriosklerotischen Plaques können entfernt werden, keine Shunt-Anlage intraop möglich
  • ACI-OP neurologisches Monitoring Plexus cervicalis: wacher Patient Allgemeinanästhesie: SEP, NIRS, TCD, jugularvenöse Sättigung, transkonjunktivaler Sauerstoffpartialdruck, EEG/BIS, Rückfluss aus Karotisstumpf, Stumpfdruck
  • ACI-OP postop Komplikationen Blutdruckinstabilität: kompensatorische Hypertonie: aufgrund operativer Denervierung der Barorezeptoren am Karotissinus kompensatorische Hypotonie: bei intakten Barorezeptoren aufgrund postop ungewohnt starker Stimulation Hyperperfusionssyndrom: bei hochgradiegr ACI-Stenose besteht im poststenotischen Versorgungsgebiet eine ischämisch bedingte Gefäßdilatation nach Beseitigung der Stenose droht bis zur Wiederherstellung der Autoregulation die Gefahr der Hyperperfusion mit Hirnödem oder Hirnblutung Myokardiale Komplikationen Apoplex Verletzung des N. recurrens und hypoglossus Blutung mit Verlegung des Atemwegs
Advertisement