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Rhetorik Vorlesung (Subject) / Argumentation (Lesson)
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- Was ist ein Argument, eine Argumentation, ein Topos? Argument: Begründung oder Beweis bzw Argumentationsstruktur Argumentation: geschlossener Kommunikationsprozess, Ziel der Idealen Lösung Topos: allgemeine Gesichtspunkte, aus denen man Argumente schöpfen kann (Ort, wo Argumente zu finden sind) (a persona oder a re)->Vorurteile. Nach Aristoteles: Spektrum von Funktionen. Heuristisch (Suchort), Argumentativ (als Anstoß) und rhetorisch (als Teil der Rede selbst).
- Was ist grundlegend bei der Konzeptionierung eines Fünfsatzes zu beachten? Behauptung zum Schluss, um vorurteilsfreies Hören zu ermöglichenZusatz: 5-Satz ist ein Argument, das in fünf Schritte gegliedert ist. Die Gedanken werden für den Hörer schrittweise entfaltet1. Problemstellung/Motivation2.-4. Beweisführung5. Apell/Zielsatz/Behauptung
- Nennen Sie Argumentarten nach Haselhoff und erklären Sie näher! Plausibilitätsargumente (z.B. Erfahrung, Mehrheit, Persönlichkeiten)aus Tradition und GewohnheitBerufung auf gesunden Menschenverstand oder Meinung der MehrheitHinweis auf praktische Umgangserfahrung, die jeder täglich machen kannAufzählen typischer Situationen und EntwicklungenZitieren oder Infrage stellen von Persönlichkeitenrationale Argumente(Logik, nachprüfbare Fakten, Gesetze)logische Beweisführung: wenn – dannLücken in Beweisführung anderer nachweisenAnführen grundsätzlich überprüfbarer DatenVerborgene Gegensätze oder Alternativen aufdecken und bewertenHinweis auf geltendes Recht oder Verträgemoralische Argumente(Werte,Normen,Gerechtigkeit)Argumentation mit überzeitlichen Werten, vor allem das VerantwortungsbewusstseinVerwendung des GerechtigkeitsprinzipsVerweis auf ethisch vorbildliche MenschenBerufung auf die Angemessenheitsnorm der Zielgruppe, z.B. Anständigkeit, AlltagsmoralDie Annahme der Werbebotschaft als moralisch hohe Leistung hinstellen taktische Argumente(Schmeicheln,Scheinobjektivität,Abwertung)Fremdargumente werden als solche bezeichnet und Gründe für deren Minderwertigkeit gesuchtdie Voraussetzung fremder Argumente werden in ihrer Gültigkeit angezweifeltArgumente ‚ad hominem‘ (Schmeicheleien)Eigenargument = objektiv und neutral
- Begründen Sie die Verwendung unterschiedlicher Argumenttypen im Redeaufbau mit deren Wirkungsweise. Je nach Ziel des Redners Verwendung unterschiedlicher ArgumenttypenDurch plausible Argumente erreicht Redner Identifikation auf Seiten der ZuhörerDurch rationale Argumente EinsichtDurch moralische Argumente Handlungsdruck
- Wie definiert Josef Kienpointner Grundlagen einer vernünftigen Argumentation? Laut Josef Kienpointner definieren sich die Grundlagen einer vernünfitigen Argumentation durch:- Freiheit sich zu äußern- Sachlichkeit- plausible Argumentation- logische Gültigkeit- Pflicht zur Begründung- Klarheit im Ausdruck und korrektes Verstehen- Bezugnahme auf etwas vom Gegenüber Geäußertes- Annahme des Ergebnisses
- Was ist Ziel einer rhetorischen Argumentation? vernunftorientierte objektiv beste Lösung finden: , partnerschaftliche: Kompromiss (Nichtpartnerschaftliche: Meinung durchsetzen)Ziel ist es, gemeinsam mit seinem Gegenüber objektiv beste Lösung finden nicht seine eigene Lösung durchzusetzen.
- Wie unterscheiden sich Ziele des Argumentierens je nach theoretischem Begründungsansatz? -Argumentationstheoretischer Logizismus/vernungftorientierte Argumentation: Logikpartnerschaftliche:Konsensnicht-partnerschaftliche:eigene Meinung durchsetzen
- Welche ethisch vertretbare Argumentart nach Otto W. Haseloff dient am stärksten der Persuasion? Begründen Sie Ihre Entscheidung mit einer Erklärung der Wirkungsweise dieser Topoi an einem selbstgewählten Beispiel. moralische Argumente (evt. erst ausführen): z.B. Forderung nach mehr Sozialstaat Sozialstaat->Menschenwürde, Gerechtigkeit-> Bezug auf überzeitliche Werte, vor allem Verantwortungsbewusstsein und Gerechtigkeit hier: Ungerechtigkeit, da aus ärmeren Verhätnissen. Mensch hat Bedüfniss nach Gerechtigkeit moralisch korrekt zu handeln -> erzeugt Handlungsdruck und dient deßhalb am stärksten der Persuasion
- Wie definiert sich das Referenzprinzip der Argumentation? A gilt, weil B giltAussage A wird mit der gleichgestellten und als gültig angesehenen Aussage B begründetThese muss Begründung zugrunde liegen Jeder Sprecher muss begründen, es herrscht ein Begründungsanspruch, Beweise müssen also offengelegt werden
- Erläutern Sie den Unterschied zwischen vorwärts- und rückwärtsgerichteter Argumentation in Hinblick auf Einsatzmöglichkeiten und Wirkungsabsichten. Bei wohlgesinntem Publikum, Standpunkt markieren: rückwärtsgerichtetebei unbekanntem skeptischen Publikum, Unvoreingenommenheit gewährleisten: vorwärtsgerichtete
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- Was sind Tropen? Welcher Kategorie der antiken Rhetorik sind Tropen zuzuordnen? Benennen und Formulieren Sie ein konkretes Beispiel. Tropen sind rhetorische Figuren in Einzelworten (Stilmittel auf Wortebene), sie gehören zur Kategorie des Ornatus (Schmuck) Tropen handelt es sich um semantische Figuren, womit sie sich von anderen rhetorischen Figuren abgrenzenz. B. Metaphern > Jemandem das Herz brechen
- Erläutern Sie Unterschiede im Geltungsanspruch innerhalb von Beratungsreden im Vergleich zu Gerichtsreden an selbst gewählten Beispielen. Gerichtsrede: Tatsachenbehauptung Bsp Mandant X ist für Verbrechen Y unschuldig -> Auf Grundlage von Beweisen (z. B. anhand eines Alibis) muss geklärt werden ob eine Sache/ein Sachverhalt wahr ist (unschuld) => Geltungsanspruch Wahrheit (Schuld/Unschuld) Beratungsrede: Bsp: Soll man Waffen an Saudi Arabien exportieren? -> Es gilt ein Werturteil zu geben (Verletzung von Menschenrechten / gerechtfertigter Export), ehtische und moralische Fragen -> also keine Frage nach Wahrheit, sondern ob eine Handlung/ein Verhalten richitg (moralisch und ethisch vertretbar) ist => Geltungsanspruch der normativen Richtigkeit